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welchen er im ganzen Werk fleissig ausbeutet, nämlich Sext. Niger. Ist dem so, dann muss auch Bocchus vor 100 benutzt sein. Da nun mit 93 die Geschichte des Erzgusses beendet ist, werden wir auf §§. 94 ff. gewiesen. Alle seine sonstigen Citate beziehen sich auf Merkwürdigkeiten Spaniens. Demnach wird Plin. ihm §. 95 verdanken, wo von spanischer Erzmischung gesprochen wird. Für Messala Rufus muss dann eine frühere Benützung statuirt werden. Er schrieb (35, 8) de familiis, also könnte auf ihn 31 zurückgehn, wo von der Mutter der Gracchen gesprochen wird, die eine Statue in der porticus Metelli erhielt. Auf einen älteren Autor werden wir zudem auch durch den Zusatz gewiesen: quae statua nunc est in Octaviae operibus.

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Urlichs S. 13 vermuthet, dass 28 und 131 aus dem Werke des Deculo stammen, weil dort ebenso über Tiberius berichtet wird wie §. 70, wo sein Name angegeben ist. Allein S. 7 sagt er vielleicht mit noch grösserem Recht, dass wohl das Meiste, was die Zeiten Augusts und Tibers betrifft aus Fenestella herrührt. Dieser wird in unserm Index an bevorzugter Stelle angeführt, warum sollen also jene §§. nicht besser auf ihn bezogen werden?

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Dem Cincius weist Urlichs S. 16 §. 24 und 42 zu und meint, dass er durch einen Fehler der Handschriften im Index an die Stelle vor Mucian gekommen sei, der §. 13 als benutzt angenommen werden darf. Allein wenn Cincius die Merkwürdigkeiten römischer Tempel beschrieb (Url. 16) und wenn er ein auctor exquisitus des Plin. ist, was allerdings fraglich bleibt, darf man ihm auch wohl 13 zuweisen: Romae eorum signa sunt in Palatina aede etc. Thun wir das, so haben wir nicht nöthig einen Fehler der Handschriften anzunehmen. Dann sind einfach Beide, Cincius und Mucian, §. 13 benutzt worden. Freilich sollte man die umgekehrte Ordnung im Index (Muc. Cin.) erwarten. Allein derartige kleine Versehen innerhalb eines einzigen §. haben durchaus Nichts zu sagen. Sie kommen auch sonst vor, z. B. 7, 183, wo Basilis und Simonides minor genannt werden, die im Index umgekehrt gestellt sind. Dem Theophrast ist §. 14 das über den Silenskopf Gesagte mit Furtw. S. 60. Anm. zuzuweisen. Aus Juba ist vielleicht schon Einiges vor §. 58 entlehnt. Dieser §. aber wohl sicher. Man beachte, was Plin. §. 54 sagt. Er will die Marmorarten nicht wieder aufzählen, weil er sie schon im ambitus terrae genannt habe. Er führt nur einige wenige an, z. B.

Augusteum und Tibereum in Aegypto Augusti et Tiberi primum principatu reperta. Also die, welche seine Quelle im Periplus, Varro, noch nicht hatte nennen können, giebt er nachträglich an. Ausser diesen werden noch einige ägyptische und äthiopische Arten angeführt, die vermuthlich ebenfalls in jener Quelle nicht gestanden haben. Beachtet man nun noch, dass Juba für jene Gegenden dem Plin. ständig Gewährsmann ist, so wird man auch hier geneigt sein müssen diesen als Quelle gelten zu lassen.

II.

Zusätze zu den kunsthistorischen Hauptquellen.

Dass der eigene Antheil des Plinius in seiner Kunstgeschichte grösser ist, als man bisher anzunehmen geneigt war, hat Furtwängler S. 4 ff. gezeigt, dem man freilich im Einzelnen vielfach widersprechen muss. Theilweise ist das Nöthige schon oben (über die Excerpirmethode des Plinius) gesagt worden, wo genügend gezeigt wurde, dass Plinius meist einem Autor partienweise zu folgen pflegte, zu dessen Nachrichten er aus andern Autoren grössere oder kleinere Zusätze machte. Es sollte bei diesem Nachweis die Möglichkeit nicht in Abrede gestellt werden, dass Plinius auch ein und das andere Mal mehrere Quellen selbständig verwerthet hat. Ein derartiges Verfahren wird aber immer als Ausnahme zu betrachten und in jedem einzelnen Falle erst zu erweisen sein. Die oft wunderliche Anordnung des Stoffes in den einzelnen Büchern weist aber durchaus noch nicht auf eine selbständige Verwerthung der Quellen hin, was wohl zu beachten ist. Zu jener leitete ihn theils die einmal vorgenommene Disposition des Werkes, theils aber auch die Pikanterie seiner Zeit. (Vgl. Einleitung 15 vetustis novitatem dare). Wir werden später im Einzelnen auf das Letztere noch hinweisen. Die Frage nun, wie weit Plinius einem Hauptautor allein folgt oder zwei zusammenschweisst, wenn das überhaupt der Fall ist, kann erst dann beantwortet werden, wenn wir diejenigen Zusätze, welche zu der betreffenden Partie gemacht sind, als solche erkannt und ausgeschieden haben.

Gehen wir jetzt mit dieser Absicht an die kunsthistorischen Bücher. Wir haben bestimmt drei Hauptautoren, Varro, Nepos, Pasiteles. Nur des Varro Lebenszeit reicht bis zum Jahr 727; Nepos, ca. 650 geb., starb wohl 730; über Pasiteles vgl. Urlichs 8. Demnach muss ein grosser Theil dessen, was über die Kaiserzeit berichtet wird, aus anderen Quellen stammen, ein Theil auch aus dem eigenen Wissen des Plinius (vgl. Url. 17 ff.). Uns interessiren vorläufig nur die Nachrichten über Kunstwerke, welche mitten in der kunsthist. Darstellung zu finden sind. Wir betrachten zunächst die Stellen, welche mit ziemlicher Sicherheit als

A. Eigene Zusätze des Plinius

angesehn werden können. Um jedem Missverständnisse vorzubeugen, will ich noch vorweg bemerken, dass ich unter Zusatz jeden aus einem andern Autor oder aus eigenem Wissen zu der Darstellung der Hauptautoren gemachte Einfügung verstehe, Nachträge dagegen nenne ich speciell solche Zusätze, welche erst bei der zweiten Recension des Werkes vorgenommen worden sind.

Da des Plinius Geschichtswerk noch die letzte Zeit des Nero berücksichtigt hatte, werden wir berechtigt sein wenigstens einen Theil der die Regierungszeit dieses Fürsten betreffenden Zusätze in der N.H. als des Plinius Eigenthum anzunehmen. Zunächst sind eigene Zusätze des Plinius die den Friedenstempel betreffenden Stellen. In diesen hatte Vespasian die von Nero nach Rom geschafften Kunstwerke geweiht (34, 84). Gleich an dieser Stelle können wir auf eine Schwäche der Römer aufmerksam machen den in Rom befindlichen Werken grössere Bedeutung beizulegen, als sie verdienen. Plinius nennt sie ex omnibus quae rettuli clarissima quaeque, eine starke Uebertreibung wenigstens (Furtw. 8), wenn nicht eine Unwahrheit (Schreiber Rhein. Mus. 31, 228). Vgl. auch z. B. 36, 102. Die als Zusätze von mir gefassten Worte sind in der nachfolgenden Aufzählung in eckige Klammern geschlossen.

1. 35, 74. (Timomachus) pinxit et heroa. . . [quod opus nunc Romae in templo Pacis est].

2. 35, 102. Palmam habet tabularum eius Ialysus [qui

est Romae dicatus in templo Pacis].

3. 35, 109. Nicomachus pinxit nunc est Romae in templo Pacis].

Scyllamque [quae

Die angeführten Stellen erweisen sich als Zusätze erstens durch den Gegensatz, der in nunc ausgedrückt ist (1 u. 3) und zweitens durch die relativische Verknüpfung der blossen Ortsangabe, welche bei ausserrömischen Ortsangaben, soweit sie den gegenwärtigen Zeitpunkt betreffen, nicht angewendet wird. (Die wenigen Ausnahmen werden weiter unten ebenfalls als Zusätze nachgewiesen werden). Der letzterwähnte Umstand stimmt mit der bei den geographischen Untersuchungen öfter gemachten Bemerkung überein, dass Zusätze in möglichst selbständig gebildeten Sätzen zum Ganzen hinzutreten.

4. 36, 26. (25 f. Skopas machte Venus, Pothos, Apollo, Vesta und die Gruppe Neptunus, Thetis, Achill etc.) nunc vero praeter supra dicta quaeque nescimus Mars etiamnum est sedens collossiaeus eiusdem manu . . . praeterea Venus in eodem loco nuda Praxiteliam illam antecedens et quemcumque alium locum nobilitatura. 27. [Romae quidem. . . qua de causa ignoratur artifex eius quoque Veneris quam Vespasianus imp. in operibus Pacis suae dicavit antiquorum dignam fama]. 28. Par haesitatio . . . Scopas an Praxiteles fecerit. Dass §. 27 ein selbsständiger Zusatz des Plinius ist, kann nicht zweifelhaft sein. Wir hören vorher §. 26 von Werken in Rom, die dem Skopas mit Sicherheit vindicirt werden, und nachher §. 28 von solchen, bei denen man in der Zuweisung an Skopas und Praxiteles schwankt. Im §. 27 dagegen handelt es sich um eine Venus im Paxtempel ganz unbekannten Ursprungs, die doch gar nicht hieher zu gehören scheint, vielmehr ihre Stelle finden sollte nach der Angabe der zweifelhaften Werke §. 28. Damit könnten wir abbrechen. Aber die Frage, warum gerade hier Plinius diese Bemerkung einflicht, ist zu interessant, als dass ich zu ihrer Beantwortung nicht eine kleine Abschweifung machen sollte. Man beachte zunächst, mit welcher Wucht §. 26 in der Aufzählung der skopasischen Werke fortfährt: nunc vero praeter supra dicta

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