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quaeque nescimus Mars etiamnum etc. Wir finden nicht ein einziges Mal sonst eine derartig betonte Unterscheidung in der Aufzählung der Werke. Es muss jedenfalls ein Unterschied zwischen den vorausgehenden und den sogleich aufzuzählenden Werken vorhanden sein. Diesen Unterschied werden wir erkennen, wenn wir besonders die Worte eiusdem manu, contemplatio, par haesitatio beachten. Offenbar ist in allen 3 §§. (26-28) von der manus der Künstler die Rede. §. 28 ist die Hand des Praxiteles von der des Skopas nicht zu unterscheiden. §. 27 betont Plinius die Nöthigung einer ungestörten Betrachtung der Kunstwerke. Auf diese Erwähnung kann er nur geführt worden sein durch den vorhergehenden §, in dem von eiusdem manus die Rede war. In Plin. Quelle muss aber noch mehr gestanden haben. Es muss gesprochen worden sein von der Unsicherheit in der Zuweisung von Werken an bestimmte Künstler. Die Worte eius quoque Veneris im §. 27 weisen deutlich auf die Venus im 26. Folglich dürfen wir weiter schliessen, dass auch jene Venus und jener Mars nur aus Beachtung der manus dem Skopas zugesprochen worden ist, Beide aber mit solcher Sicherheit, dass Plinius gar keinen Zweifel mehr hat. Legen wir uns die Sache so dann ist Alles klar. Plinius gab also von 25 an zuerst die ganz sichern Werke des Skopas an, zunächst die in Samothrake befindlichen, dann die in Rom; mit nunc vero geht er zu denen über, welche dem Kunstkenner unzweifelhaft skopasisch erschienen. Hiebei nimmt er Gelegenheit zu bemerken, dass er selbst nicht die Möglichkeit habe, sich ein sicheres Urtheil anzueignen und schliesslich giebt er die wirklich zweifelhaften Werke des Skopas an.

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5. 34, 55. (Polyclitus fecit) nudos talis ludentes qui vocantur astragalizontes, [et sunt in Titi imp. atrio] hoc opere nullum absolutius plerique iudicant item etc. Den Zusatz muss Jedermann erkennen. 3 solche Zwischensätze, wie sie sich hier finden, sind auch für einen Plinius zu barbarisch. So kann er uno impetu unmöglich geschrieben haben. Zudem ist es ganz abgesehen von der Wohlgefälligkeit des Satzbaues noch sehr die Frage, ob die Verbindung der Sätze auch stilistisch richtig ist. Mir ist wenigstens kein Beispiel

bekannt, dass an einen Relativsatz, dessen verbum vocare, appellare, dicere ist, und der dem deutschen sogenannt" entspricht, ein anderer Satz mit et angeschlossen worden ist. Der dem Relativsatz qui vocantur etc. koordinirt folgende Satz muss von dem bezüglichen Gegenstande etwas ganz Anderes aussagen als der erste. Von einer Koordination, einem Parallelismus kann also gar keine Rede sein.

6. 36, 37. Nec deinde . . . sicut in Laocoonte, qui est in Titi imp. domo ... Hagesander et Polydorus et Athenodorus Rhodi. 38. similiter domos Caesarum replevere probatissimis signis Craterus cum Pythodoro, Polydeuces cum Hermolao, Pythodorus alius cum Artemone, et singularis Aphrodisius Trallianus]. Dass das Ganze ein Zusatz ist, ist leicht zu sehen. Die ganze Umgebung weist darauf hin. §. 30 f. war von Skopas und seinen Genossen am Mausoleum die Rede. Damit hatte die halbhistorische Darstellung der Marmorplastik ein Ende. §. 32 giebt einige Nachträge und von 33 an beginnt die museographische Beschreibung der römischen Kunstwerke, und zwar zunächst der Monumente des Asinius Pollio, dann der Werke in und bei der porticus Octaviae, des Lysias opus in Palatio und der Denkmäler in den servilianischen Gärten. Alle diese Werke haben ihre Aufstellung gefunden wahrscheinlich in der ersten Kaiserzeit. Jetzt folgt unsere Stelle, die Erwähnung der Kaiserpaläste. Darauf wieder die Karyatiden im Pantheon und der Hercules ante aditum porticus ad nationes, freilich Angaben aus der Zeit des August, aber die doch möglicherweise dem Plinius auch durch mündliche Mittheilung bekannt sein können (vgl. probantur und est). Am Ende steht die Bemerkung über den Kunstzustand zur Zeit Varros. Ich glaube, die einfache Aufzählung genügt, um einzusehen, dass Plinius hier nicht einem Autor allein folgt und dass unsere Stelle eigentlich nicht in ihre Umgebung hineinpasst, also Zusatz ist. Diesem äusseren Grunde können wir nun noch einen innern hinzufügen. Die einleitenden Worte des Plinius nec deinde multo plurium fama est etc. passen gar nicht auf das ganze Fragment. Denn zuletzt wird Aphrodisius Trallianus allein genannt. Ausserdem hätten doch wohl auch die Künstler des farnesischen Stiers hierher gezogen

die

Plini

werden müssen. Man sieht, die ganze Stelle ist nicht durchgearbeitet. Die vielen Worte der Einleitung und der Lobspruch opus omnibus . . . praeferendum können nur so erklärt werden, dass Plinius hier, wo ihm eine literarische Quelle nicht vorlag, sich gewissermassen verpflichtet fühlte ausführlicher aus eigenem Urtheil und nach mündlichem Bericht der Mit- und Nachwelt Kunde zu geben. Dass sein eigener Antheil an dieser Nachricht künstlerisch nichtssagend und nur lobspendend für das kaiserliche Haus ist, geht uns hier Nichts weiter an. Auch die Zeit der Künstler berührt uns hier kaum.

7. 34, 63. Nobilitatur Lysippus et temulenta tibicina et canibus ac venatione, in primis vero quadriga cum Sole Rhodiorum. fecit et Alexandrum M. multis operibus a pueritia eius orsus. [quam statuam inaurari iussit Nero . . . remanentibus]. idem fecit etc. Dass sich der Satz quam statuam etc. auf Sol Rhodiorum bezieht, hat Bergk Exercitt. Plin. I (1847) S. 4 ff. bemerkt. Der zwischen Sole Rhodiorum und quam statuam etc. stehende Satz ist nach ihm ein Zusatz an unrechter Stelle. Wodurch soll sich aber das Zusätzliche charakterisiren? Durch die Art des Satzbaues gewiss nicht. Mit fecit et pflegt Plinius immer aufzuzählen. Nehmen wir dagegen den Zusatz so an, wie oben angegeben, dann erledigt sich die Sache noch einfacher, dann ist eben dieser Satz von Plinius nachträglich an den Rand bemerkt und später vom Abschreiber an falscher Stelle in den Text eingefügt worden. Denn an falscher Stelle steht der Satz und Urlichs Erklärung Chrest. p. 321, quam beziehe sich auf a-orsus, eine Statue, welche Alexander als beginnenden Epheben darstellte, dürfte doch wohl zu gezwungen sein. Nur das eine Bedenken könnte hier entgegengehalten werden. Plinius giebt uns diese Mittheilung doch gewiss nicht nach einer schriftlichen Ueberlieferung. Wenn er aber die Thatsache kennt, ist es nicht recht glaublich, dass er sich erst nachträglich auf sie besonnen haben sollte. Diesen Einwurf kann ich allerdings nicht ganz beseitigen; allein die Möglichkeit wird man doch wohl zugeben dürfen, dass Plinius selbst erst nachträglich auf den ly sippischen Ursprung jener Statue aufmerksam gemacht worden ist (vgl.

fr. 9 audio und 34, 10). Vielleicht lässt sich aber noch eine andere, bessere Erklärung finden. Doch sei dem, wie ihm sei. Selbst wenn Urlichs Recht hätte, dass der Satz quam statuam etc. sich auf a-orsus beziehe, das kann jedenfalls nicht geläugnet werden, dass er ein Zusatz ist. Die relativische Verbindung weist allein schon darauf hin.

8. 34, 82. Strongylion Amazonem quam ab excellentia crurum eucnemon appellant, [ob id in comitatu Neronis principis circumlatam]. Kenntlich ist der Zusatz als solcher an der losen Satzverbindung, die dazu noch wenig logisch ist. Ob id soll sich auf eucnemon beziehen, bezieht sich aber thatsächlich auf den ganzen Satz quam - appellant. Denn nicht weil sie so genannt wurde, sondern weil sie ihm auch so erschien, ist sie von Nero in der angegebenen Weise bevorzugt worden.

9. 35, 91. (Venus Apellis) [Consenuit haec tabula carie, aliamque pro ea substituit Nero principatu suo Dorothei manu]. Ein Zusatz ohne Zweifel. Er stammt wahrscheinlich aus mündlicher Ueberlieferung. Dieselbe Quelle findet sich im folgenden Fragment (audio).

10. 35, 83. (tabula tenuissimas lineas continentem a Protogene et Apelle ductas) [consumptam eam priore incendio Caesaris domus in Palatio audio]. Gleichfalls auf mündlicher Tra dition werden 11 und 12 beruhen.

11. 34, 69. (Praxitelis) [Veneremque quae ipsa aedis incendio cremata est Claudi principatu eqs.]. Die Erwähnung dieser Statue nach dem Liber pater, der Ebrietas und dem Satyr und nach den signa quae ante Felicitatis aedem fuere entspricht der Stellung nicht, welche ihr in der Hauptquelle zukommt. In dieser werden nämlich regelmässig zuerst simu lacra (Götterbilder) vor den signa (allgemein gleich Statue, speciell gleich Menschenbild) genannt, was unten noch näher gezeigt werden soll (fr. 30).

12 a. 35, 94. (Apelles) [Eiusdem arbitrantur manum esse in Antoniae templo Herculem aversum etc.] Durch arbitrantur werden wir auf einen mündlichen Bericht der Kenner gewiesen. Das Gleiche dürfte gelten von

fr. 12b. 36, 38. [Agrippae Pantheon decoravit Diogenes celebrata]. Man beachte probantur und celebrata.

B. Zusätze, welche die frühere Kaiserzeit betreffen.

13. 34, 58. (Myron) [fecit et Apollinem quem a triumviro Antonio sublatum restituit Ephesiis divus Augustus admonitus in quiete]. Die Erwähnung an letzter Stelle und nach einem unzweifelhaften Zusatze (fecisse etc., vgl. fr. 90) lässt uns allein schon unsere Stelle als einen Zusatz erkennen. Dazu kommt, dass eine Götterstatue an letzter Stelle von der Hauptquelle nicht erwähnt wird (vgl. zu fr. 30).

14 a. 34, 62. (Lysippus) fecit. . . destringentem se [quem M. Agrippa ante Thermas suas dicavit mire gratum Tiberio principi etc.]. Brieger (de fontibus librorum XXXIII -XXXVI NH. Plinianae, quatenus ad artem plasticam pertinent. Greifsw. 1857. p. 53) nahm für diesen Zusatz, denn das ist er offenbar, Deculo als Quelle an, was Furtwängler S. 10 für thöricht erklärt, weil Plinius diesen öffentlichen Skandal selbst zu Rom gehört haben könne. Wäre dem so, dann müssten wir diesen Zusatz zu jenen oben (A) aufgeführten hinzufügen. Allein die Stelle 35, 70 fr. 14b Archigallus, [quam picturam amavit Tiberius princeps atque, ut auctor est Deculo HS. [IX] aestimatam in cubiculo suo inclusit] ist der unsrigen nach Inhalt und Abfassung so ähnlich, dass wir die Briegersche Annahme nicht für unbegründet halten können. Jedenfalls verdient sie das Prädikat thöricht nicht.

15. 35, 131. Hyacinthus, [quem Caesar Augustus delectatus eo secum deportavit Alexandrea capta et ob id Tiberius Caesar in templo eius dicavit (hanc tabulam)]. Wenn die Worte hanc tabulam nicht eine Interpolation sind, was zu vermuthen ist, werden wir genöthigt sein zwei verschiedene Zusätze anzuerkennen, nämlich quem- capta und dann von et ob id an. Der erste müsste dann bei der Aufzählung der Werke nach der Hauptquelle (Nemea, Liber pater, Hyacinthus, Danae) zugleich mit den übrigen Zusätzen, über die weiter unten zu sprechen ist, hinzugefügt worden sein, der zweite ähnlich wie oben fr. 8, nur noch etwas ungeschickter. Dass die relati

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