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vische Verknüpfung stilistisch auf einen Zusatz hinweist, brauche ich wohl kaum mehr zu erwähnen.

16. 35, 90. (Apelles) sunt inter opera eius et exspirantium imagines. quae autem nobilissima sint non est facile dictu. Venerem exeuntem e mari [divus Augustus dicavit in delubro patris Caesaris], quae anadyomene vocatur. Es muss hier anerkannt werden, dass der Zusatz ziemlich gut mit der übrigen Darstellung verwebt ist, da er nicht mehr einen selbständigen Satz bildet. Dass wir es hier aber wirklich mit einem Zusatz zu thun haben, geht deutlich aus dem folgenden Paragraphen hervor, wo es heisst: Apelles inchoaverat et aliam Venerem Coi. Diese Worte haben nur dann den rechten Sinn, wenn schon vorher von einer Venus in Cos die Rede war. Die Erwähnung von Cos findet sich nun aber bei Plinius nicht an der ersten Stelle. Demnach ist nur die Annahme möglich, dass Plinius dort die topographische Angabe seiner Quelle unterdrückt und dafür die neue Aufstellung angegeben habe.

17. 35, 93 f. Apelles... [Romae Castorem et Pollucem cum Victoria et Alexandro M., item Belli imaginem restrictis ad terga manibus, Alexandro in curru triumphante, quas utrasque tabulas divus Augustus in fori sui celeberrimis partibus dicaverat simplicitate moderata, divus Claudius eqs.] Der letzte Theil von divus Claudius an ist gewiss ein eigener Zusatz des Plinius. Dass auch das Uebrige zusätzlich gegeben ist, darauf weist hier zunächst die Voranstellung des gegenwärtigen Aufstellungsortes, noch mehr aber die sonst nicht in der Aufzählung gebrauchte Wendung mirantur und ausserdem die Stellung zwischen zwei andern Zusätzen, vgl. fr. 12 u. 73.

18. 35, 131. (Niciae) Nemea ... [quam in curia diximus positam]. Ein eigener Zusatz des Plinius an dieser Stelle, aber 35, 27, worauf er sich bezieht, ist von August die Rede (idem in curia quoque quam in comitio consecrabat duas tabulas inpressit parieti, Nemean etc.), weshalb unser Zusatz indirekt auch jener Quelle über August verdankt wird.

19. 36, 13. [Romae eorum (Archermi filiorum) signa sunt in Palatina aede Apollinis in fastigio et omnibus fere quae fecit divus Augustus]. Die Voranstellung der Ortsangabe, die Erwähnung an letzter Stelle, das Vorausgehen eines andern

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Zusatzes und die bessere Verbindung der Sätze mit Auslassung beider Zusätze sind gentigende Momente für Annahme eines Zusatzes, vgl. unten fr. 76.

20. 36, 28 [item Ianus pater in suo templo dicatus ab Augusto ex Aegypto advectus utrius manus sit, iam quidem et auro occultatus]. Möglicherweise beruht auch diese Angabe auf mündlicher Tradition, aber wegen der Mittheilung über August wollte ich sie lieber hier wie oben erwähnen. Ein Zusatz ist sie, weil sie mitten unter andern Zusätzen steht. Denn dass die ganze Aufzählung von §. 25 an eine wenig systematische Anreihung einzelner Fragmente ist, war schon fr. 4 betont worden und bedarf wohl keines weiteren Nachweises, vgl. fr. 6, 21, 37, 41.

21. 36, 36. [Ex honore apparet in magna auctoritate hab. Lysiae opus, quod . . . Augustus... dicavit ...]. Vorher gehen museographische Angaben und nachher folgen Angaben über die servilianischen Gärten. Mit keiner von beiden Partieen steht unsere Stelle in Zusammenhang. Also ist sie ein Zusatz oder vielmehr eines jener Fragmente, die Plinius von 25 an etwas ordnungslos an einander reiht. Von 115 bis 121 werden im 35. B. die römischen Maler ohne rechte Veranlassung mitten unter den griech. erwähnt. Mehrere der dort gemachten Angaben gehen theils auf mündliche Berichte, theils auf Quellen aus der Zeit des August zurück, was hier nur anmerkungsweise gesagt sei, weil eine ausführlichere Besprechung dieser Quellen für unsere Untersuchung nicht von Gewicht ist.

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Die bisher aufgezählten Fragmente (13-21) mag Plinius zum Theil einem römischen Historiker verdanken. Man kann an Deculo und Fenestella denken. Eine Entscheidung ist nicht zu treffen.

C. Zusätze museographischen Charakters.

Die Angaben über Werke, welche in den augustischen Bauten aufgestellt waren, können den 3 Hauptautoren für die Kunstgeschichte des Plinius nicht zugeschrieben werden, da sie kaum einige der ältesten Bauten des August in ihrer Vollendung gesehen haben können und jedenfalls nicht die Absicht haben konnten in ihrem hohen Greisenalter Periegesen anzufertigen,

zu einer Zeit, wo Rom eine ganz andere Physiognomie anzunehmen anfing. Deshalb müssen wir mit Urlichs 17 ff. diese museographischen Angaben einer jüngern Quelle zuweisen, die aber voraussetzlich eine andere sein wird als jene für die historischen Angaben aus der ersten Kaiserzeit (B). Aus diesem Grunde haben wir eine neue Rubrik für passend erachtet. a) Concordiatempel:

22. 34, 73. [Baton Apollinem et Junonem qui sunt Romae in Concordiae templo].

23. 34, 77. Huius (Euphranoris) est Minerva Romae etc. [item Latona puerpera Apollinem et Dianam infantis sustinens in aede Concordiae].

24. 34, 80. [Niceratus Aesculapium et Hygiam, qui sunt in Concordiae templo Romae].

25. 34, 89. (Piston) [idem fecit Martem et Mercurium, qui sunt in Concordiae templo Romae].

26. 34, 90. Sthennis [Cererem, Jovem, Minervam fecit, qui sunt Romae in Concordiae templo].

27. 35, 66. [Zeuxidis manu Romae Helena est in Philippi porticibus, et in Concordiae delubro Marsyas religatus]. 28. 35, 131. Opera eius (Niciae): Nemea ... item Liber pater [in aede Concordiae].

29. 35, 144. Theorus... bellumque Iliacum pluribus tabulis, [quod est Romae in Philippi porticibus], et Cassandram, [quae est in Concordiae delubro].

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(Vgl. noch 36, 196 Augustus dicavit obsianos in templo Concordiae). Es ist nicht nöthig, dass wir für alle Fragmente ein sicheres äusseres Zeugniss für ihre nachträgliche Hinzufügung beibringen. Wenn wir dies für einige vermögen, so haben wir damit schon die Wahrscheinlichkeit für die übrigen dargelegt. Dagegen spricht keines. Alle mit Ausnahme von 28 bilden kleine, lose Sätze, wie sie von Zusätzen verlangt werden. Der im fr. 23 vorausgehende Satz (huius est Minerva) ist ebenfalls ein Zusatz zu der Aufzählung der Werke des Euphranor, cf. fr. 49; das beweist allein schon die Ortsangabe, welche bei den übrigen Werken fehlt. Nur das Eine ist fraglich, ob beide Angaben als ein Zusatz aus einer und derselben Quelle aufzufassen sind oder nicht. Die Erwähnung

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des Q. Lutatius im ersten Theil weist uns auf das Jahr 78 a. Ch. Es kann demnach dieser Theil aus einem älteren Autor von Plinius hinzugefügt worden sein oder schon hinzugefügt von ihm gefunden sein. 24. Das Ganze ist ein Zusatz, wie die Konstruktion erweist. Hier ist fecit zu ergänzen, vorher geht aber die Wendung censetur mit Abl. Wenn Alles uno impetu geschrieben worden wäre, müssten an unsrer Stelle die Werke im Abl. stehen oder wenigstens fecit hinzugefügt sein. Dieser Zusatz ist also sicher nachträglich gemacht. 25. Aeusserlich deutlich als Zusatz zu erkennen. Plinius will in unserer Reihe die Künstler aufzählen, qui eiusdem generis fecerunt (86). Es kommt für unsere gegenwärtige Betrachtung wenig darauf an, wie diese Worte genau zu verstehen sind. Das Eine sieht Jeder, dass hier besonders Verfertiger von Philosophen und Frauen genannt werden sollen. Bei Piston ist nun auch richtig zuerst eine mulier genannt, darauf folgt aber unser fr. mit Götterbildern, die gar nicht hierher gehören. Vielmehr war Piston, wenn unser fr. ursprünglich schon mit dem übrigen verbunden gewesen wäre, schon zu nennen bei den primis proximi §§. 72 ff. wie z. B. Demetrius oder wenigstens bei den aequalitate celebrati §. 85 f. Das Gleiche gilt von Sthennis fr. 26. Gleichfalls deutlich ist der Zusatz in fr. 27 durch die Ortsangabe. Möglicherweise sind auch hier, wie fr. 23 2 Zusätze anzunehmen. Allein, weil Philippi porticus fr. 29 ebenfalls neben dem Concordiatempel erwähnt werden und weil im 36. B. ihrer Erwähnung geschieht mitten unter den Angaben aus augustischer Zeit (vgl. 35, 114), möchte es gerathen sein, anzunehmen, dass sie aus gleicher Quelle mit den Angaben über den Concordiatempel hergenommen sind und mit ihnen daher nur einen Zusatz ausmachen. Ebenso wie fr. 15 und 18 Zusätze zu den Werken des Nikias gemacht worden sind, wird auch unsere Stelle fr. 28 als ein solcher anzurechnen sein, obwohl die Form, ohne relative Verknüpfung, nicht gerade dafür spricht. Ueber fr. 29 vgl. oben zu fr. 27.

b) Tempel des Juppiter tonans:

30. 34, 78. Hegiae Minerva Pyrrhusque rex laudatur et celetizontes pueri, [et Castor et Pollux ante aedem Jovis tonantis].

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31. 34, 79. Leochares fecit . [Iovemque illum tonantem in Capitolio ante cuncta laudabilem, item Apollinem diadematum].

Freilich haben wir in beiden Stellen nicht selbständige Sätze, wie sie für Zusätze in der Regel verlangt werden müssen. Indess lässt sich zunächst für fr. 30 als Beweis eines Zusatzes geltend machen die unregelmässige Aufzählung der Werke. Wir haben in der Hauptquelle durchweg zuerst simulacra (Götterbilder) und dann signa (Portrait, Genre, auch göttliche Genrebilder). Plinius scheint diese Reihenfolge 34, 49 auch anzudeuten: minoribus simulacris signisque etc. Man wird sich später von der Richtigkeit dieser Beobachtung bei der Aufzählung der Künstler (c. III) noch besser überzeugen, hier sei nur nachgewiesen, dass die Aufzählung der Werke im 34. B. von §. 53 an in der angegebenen Weise stattfindet. So werden erwähnt von Phidias Götter, Polyklet Portraits und Genre (Schluss-Zusatz fr. 44), Myron dgl. (Schluss-Zusatz fr. 45, 90, 13), Lysipp dgl. Quadriga cum Sole Rhodiorum passt nicht recht. Wir dürfen annehmen, dass darunter kein eigentliches simulacrum zu verstehen sei. Euthykrates (Anfang-Zusatz fr. 83), simulacrum Trophonii und quadrigae. Tisikrates Portraits. Telephanes ist jedenfalls aus anderer Quelle (fr. 97). Praxiteles Götter, Heroen, Genre. Von den folgenden Künstlern wird meist nur eine Gattung erwähnt, nur von zwei finden wir simulacra und signa angegeben, nämlich von Kephisodot Minerva und eine ara und von Naukydes Mercur und Diskobol etc. Bei Euphranor §. 77 sind die Zusätze fr. 49, 23, 94 unberücksichtigt zu lassen. Nur Demetrius scheint unserer Regel nicht ganz zu entsprechen, bei welchem zuerst die Priesterin, dann die Göttin erwähnt wird (§. 76). Allein in welcher Weise die Göttin aufgefasst war und ob sie wirklich als ein simulacrum anzusehn ist (mystica), ist völlig dunkel. Vielleicht waren die Priesterin und die Göttin in einer Gruppe vereinigt. Zudem wird Demetrius von Lukian zweimal ausdrücklich vоTOLÓS (ο Jεолоlós) genannt. Jedenfalls kann jene Stelle nicht hinreichen unsere Regel umzustossen. Gegen diese Regel würde nun fr. 30 verstossen und zwar umsomehr, als in jener Stelle Götter zu Beginn und zum Schluss aufgezählt werden. Lassen

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