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46. 34, 60. Fuit et alius Pythagoras Samius, initio pictor, [cuius signa ad aedem Fortunae huiusce diei septem nuda et senis unum laudata sunt]. Hier spricht die rohe, allgemeingehaltene Angabe (signa), ohne Erwähnung des Motivs oder des Titels, nicht für die ursprüngliche Verbindung. Es werden also von Pythagoras ursprünglich ebensowenig Werkeangaben gemacht worden sein wie von Sostratus. Pyth. war ja überhaupt nur beiläufig erwähnt, was daraus hervorgeht, dass gleich darauf der Schüler des Rheginer Pyth. genannt wird.

...

47. 34, 64. Lysippus fecit . . . [item Alexandri venationem quae Delphis sacrata est, Athenis Satyrum, turmam Alexandri. hanc Metellus Macedonia subacta transtulit Romam fecit et quadrigas multorum generum. Vorher war gesagt: fecit Alexandrum multis operibus und darauf: Hephaestionem amicum eius. Daraus geht hervor, dass von den Alexanderstatuen ursprünglich nichts Näheres angegeben war. Auf einmal folgt nun nach dem Freunde Alexanders dieser selbst wieder. Das macht wieder eine ursprüngliche Verbindung mit dem Vorhergehenden unwahrscheinlich. Ebenso entspricht die Ortsangabe in relativischer Verknüpfung nicht der ursprünglichen Aufzählungsart, wie schon öfter betont wurde. Zudem war doch wohl auch Alexanders Jagd schon oben angedeutet (63. nobilitatur ... et canibus ac venatione). Freilich ist dort nicht ausdrücklich angegeben, dass die canes zur Jagd Alexanders gehörten. Allein wenn wir bedenken, dass die Hauptquelle nur die vorzüglichen Statuen anführt und auch sonst aus Gruppen Einzelstatuen allein erwähnt werden, so wird die Annahme nicht ungerechtfertigt erscheinen, dass der griechische Gewährsmann auch hier nur die Gegenstände (canes) namhaft machte, welche nach ihm besonders hervorgehoben zu werden verdienten. Gehört aber die erste Angabe §. 63 der Urquelle, dann muss die zweite ein Zusatz sein.

48. 34, 69. Praxiteles [et signa quae ante Felicitatis aedem fuere]. Die nichtssagende allgemeine Angabe signa, welche ausser fr. 46 in dem kunsthist. Haupttheile des 34. B. nicht wieder vorkommt, sowie die unmittelbare Folge eines andern Zusatzes (fr. 11) lassen uns auch hier einen solchen erkennen.

49. 34, 77. (Euphranoris) [huius est Minerva Romae quae dicitur Catuliana ... et simulacrum Boni Eventus, dextra pateram... tenens]., Auch hier passen die Götter nicht nach Paris. Ausserdem beachte man die Betonung der Aeusserlichkeiten (dextra etc.). Derartige Charakteristiken können der ursprünglichen, vortrefflichen Quelle nicht zugeschrieben werden.

50. 34, 82. Strongylion [idem fecit puerum, quem amando Brutus Philippensis cognomine suo inlustravit]. Wohl ein selbstverständlicher Zusatz.

51. 34, 83. Theodorus, qui Labyrinthum fecit, Sami ipse se ex aere fudit, praeter similitudinis mirabilem famam magna subtilitate celebratus. [dextra limam tenet, laeva tribus digitis quadrigulam tenuit translatam Praeneste, tantae parvitatis ut

musca.] Die Beschreibung der Aeusserlichkeiten und' die Freude an der Künstelei gestattet uns hier ebenso wenig wie fr. 47 an die ursprüngliche Quelle zu denken. Da tenet darauf hindeutet, dass der Gewährsmann des Zusatzes die Statue in Samos selbst gesehen hat, wenn nicht vielleicht gar die ganze Statue nach Praeneste geschafft worden war, so könnten wir am Ende den ganzen Bericht über Theod. als Zusatz erklären.

Unser Theodor kann aber jener Erbauer des Labyrinths nicht sein. Die scharfe Portraitähnlichkeit und die künstlichen. Toreumata liegen diesseits der höchsten Kunstblüthe sicher fern den ersten Kunstanfängen. Ist daher die ganze Stelle ein Zusatz, so hat sich schon der Gewährsmann des Plinius täuschen lassen. Im andern Falle müssen wenigstens die drei Worte qui Lab. fecit als ein Zusatz vielleicht des Plinius selbst angesehen werden, wie auch Urlichs Anfänge der Samischen Künstlerschule S. 21 annimmt. Denn im Künstlerverzeichniss, welches Plinius benutzte, waren die vorphidiasischen Künstler, also auch jener Theodorus, nicht berücksichtigt, was bekannt sein dürfte. Die Worte 36, 15 quarum utraque (sc. pictura et statuaria ars) cum Phidia coepit ol. 83 sind für dasselbe massgebend gewesen. Dass auch sonst derartige falsche Zusätze gemacht worden sind, beweisen die Stellen Pyrrhus [rex] §. 78 und tyrannicidas [quos . . . remisit M. Alexander] §. 70.

Hiermit erledigen sich zum Theil die von Benndorf Zeitschrift für österr. Gymn. 1873 p. 405 vorgebrachten Bedenken gegen

die quadrigula als eine plastische Arbeit des Theodor. Wir haben nämlich nicht mehr den alten Künstler dieses Namens vor uns. Die Bemerkung Benndorfs, das Attribut sei unplastisch, weil es mit 3 Fingern gehalten worden sei, wäre nur dann von Gewicht, wenn feststände, dass es zwischen die Finger gelegt war. Das ist aber nicht der Fall. Es werden vielmehr nur die Fingerspitzen vereinigt gewesen sein und der quadrigula als Basis gedient haben, wozu weder die ganze Hand passte, weil sie zu gross war, noch ein Finger allein, weil sein Hervortreten vor den übrigen künstlerisch ebenfalls unschön erscheinen musste. Wenn aber jene Bedenken geschwunden sind, haben wir nicht nöthig uns das Attribut als einen geschnittenen Stein nach dem Muster der Skarabäen zu zu denken, auf dessen einer Seite die quadrigula gravirt und auf dessen andrer Seite die musca reliefartig dargestellt war. Wenn dem so gewesen wäre, hätte Plinius, wenn nicht den ganzen Bericht, so doch einen Hinweis auf ihn im 37. B. geben müssen. Ausserdem ist immer nur von einer quadrigula die Rede. Man sollte doch meinen, dass eine Beschreibung zunächst den Gegenstand genannt haben würde, der dem Auge plastisch entgegentrat und dann erst die auf ihm gravirte Darstellung, also ungefähr so: dextra limam tenet, laeva muscam, quae quadrigulam tegebat alis eqs. oder cuius in tergo caelata eqs. Zudem konnte auch sicher nicht die musca simul facta genannt werden, vielmehr die quadrigula. Gegen Benndorfs Behauptung spricht ferner, dass die Kleinheit einer gravirten quadrigula das Aufheben nicht begründet, welches Plinius von ihr macht. Benndorf sucht diesen Einwand, den er selbst bemerkte, dadurch zu entkräften, dass er die epigrammatische Poesie als Quelle des Plinius annimmt. Aber an eine direkte Benutzung dieser Dichtungsart durch Plinius ist vielleicht überhaupt und sicher hier nicht zu denken. Die Ausdrücke tenet und translatam Praeneste sprechen ganz entschieden dagegen, da sie auf Autopsie deuten. Ein Augenzeuge aber wird einer gravirten quadrigula ein so übertriebenes Lob nicht ertheilen. Worte wie mirabilem und celebratur, welche Benndorf zu seiner Annahme der epigrammatischen Poesie als Quelle des Plinius mit veranlasst haben, begegnen uns

öfter in periegetischen Nachrichten, z. B. unten bei Mucian, auf den möglicherweise auch unsere Stelle zurückgeht. Demnach halten wir daran fest, dass Beides, musca und quadrigula, plastisch gearbeitet war. Wie ist nicht auszumachen; ich vermuthe, dass die musca auf den Fingerspitzen stand und die unmittelbare Basis abgab für die auf ihrem Rücken stehende quadrigula.

Auf welchen Theodor sich nun unser fr. bezieht, ist für unsere Untersuchung nicht von wesentlichem Interesse. Ich glaube ihn identificiren zu müssen mit dem 35, 146 genannten. Plinius führt dort einen Theodorus Samius mit Stadieus als Schüler des Nikosthenes an. Einen Stadieus nennt Pausanias VI, 4, 5 als Lehrer des Bildhauers Polykles. Mag das angegebene Verhältniss zwischen diesen Beiden richtig sein oder nicht, jedenfalls haben wir einen Stadieus als Bildhauer anzuerkennen. Beide, der Stadieus bei Plinius und der bei Paus., werden ein und dieselbe Person sein, nicht zwar so, dass St. Bildhauer und Maler zugleich gewesen ist, sondern bloss Bildhauer. Denn die Vermuthung dürfte nicht ganz ungerechtfertigt erscheinen, dass Plinius aus einem ähnlichen Versehen Theodorus und Stadieus unter die Maler gesetzt habe wie Aetion und Therimachus 34, 50 unter die Erzgiesser, eine Vermuthung die um so eher Beachtung verdient, als auch die Möglichkeit nicht zu läugnen ist, dass Maler und Bildhauer ursprünglich in einer einzigen alphabetischen Liste vereinigt waren, wie weiter unten gezeigt werden wird. Dass ausserdem das Kunstwerk weit besser in das Ende der makedonischen Epoche als in eine frühere Zeit passt, brauche ich wohl nicht besonders zu betonen.

52 a. 35, 59. Polygnotus [huius est tabula in porticu Pompei, quae aute curiam eius fuerat, in qua dubitatur an ascendentem cum clupeo pinxerit an descendentem] hier eingeschoben, weil am Schluss der Darstellung die Verbindung des Polygnot und Mikon einen Zusatz nicht gut erlaubte.

52b. 35, 66. Zeuxis [fecit et figlina opera, quae sola in Ambracia relicta sunt, cum inde Musas Fulvius Nobilior Romam transferret]. Am Schluss von §. 64, wo die Zeitgenossen des Zeuxis genannt werden, war augenscheinlich die Darstellung der ursprünglichen Quelle schon zu Ende. Denn Angaben von

Die

Zeitgenossen, Schülern u. s. w. finden sich regelmässig nur am Schluss, wofür Belege zahlreich vorhanden sind. Anekdoten §. 65 und 66 stammen nach Brunn und Furtwängler aus Nepos.

52 c. 35, 69. Parrhasius. Idem pinxit Thesea, [quae Romae in Capitolio fuit], et nauarchum. Die Verbindung mit blossem quae wäre wohl sicher vermieden worden, wenn nur eine Vorlage vorhanden gewesen wäre.

53. 35, 99. (Aristides Thebanus) item Liberum et Ariadnen (so nach Detlefsen, cf. Furtw. 49) [spectatos Romae in aede Cereris, tragoedum et puerum in Apollinis, cuius tabulae gratia interiit pictoris inscitia cui tergendam eam mandaverat M. Junius praetor sub die ludorum Apollinarium. spectata est et in aede Fidei in Capitolio senis cum lyra puerum docentis.] Der Cerestempel brannte in augustischer Zeit 31 a. Ch. ab und dennoch spricht Plin. von der Gegenwart (spectatos = spectati sunt wie spectata est, cf. Furtw. 9.) Er folgt also unbesonnen einer älteren Quelle. Auch der Ausdruck spectatus ist in der hier gebrauchten Bedeutung bei Plin. kaum noch angewendet. §. 126, wo er in gleicher Bedeutung steht, ist ebenfalls ein Zusatz, fr. 56. Es fragt sich jetzt bloss noch darum, ob hier ein Zusatz aus formellen, stilistischen Gründen wahrscheinlich gemacht werden kann. Ich glaube nicht. Es fehlen uns alle die Kriterien, die wir sonst bei der Ausscheidung haben geltend machen können. Und dennoch ist unser Fragment ein Zusatz, ebensogut wie alle übrigen römische Verhältnisse betreffenden Angaben. Demnach werden wir zu folgendem Schlusse berechtigt sein. Entweder hat Plin. die obige Stelle aus einem römischen Autor mit den Nachrichten aus seiner Hauptquelle selbst so eng verflochten, oder jener Autor ist der Vermittler der Hauptquelle und hat seiner Vorlage aus eigener Kenntniss die angegebene Bemerkung hinzugefügt. Das Erstere ist nicht wahrscheinlich. Des Plin. Zusätze sind durchweg locker und lose mit der Umgebung verbunden, wie man sich im Laufe der Untersuchung genügend überzeugt haben wird. Ausserdem sollte man doch auch meinen, dass Plin., wenn er zu unserer Stelle einen älteren Autor sekundär benützt hätte, auf das Unrichtige seiner Angabe spectati sunt

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