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aufmerksam hätte werden müssen, was zu übersehn eher möglich war, wenn er nur einem Gewährsmann folgte.

54. 35, 108. (Nicomachus) pinxit raptum Proserpinae, [quae tabula fuit in Capitolio in Minervae delubro supra aediculam Iuventutis, et in eodem Capitolio, quam Plancus imp. posuerat, Victoria quadrigam in sublime rapiens]. Die genaue topographische Angabe in relativer Verknüpfung erscheint als ein genügendes Zeichen zur Annahme eines Zusatzes.

55. 35, 125. [Amavit (Pausias) in iuventa Glyceram.. huius tabulae exemplar, quod apographon vocant, L. Lucullus duobus talentis emit Dionysiis Athenis.] Anekdotenartige Nachrichten stammen ohne Zweifel nicht aus der ursprünglichen Quelle.

56. 35, 126. Pausias autem fecit et grandis tabulas, sicut [spectatam in Pompei porticu] boum immolationem. eam primus eqs., cf. fr. 53.

57. 35, 127. [tabulas inde (Sicyone) e publico omnis propter aes alienum civitatis addictas Scauri aedilitas Romam transtulit.] Am Schluss der Darstellung.

58. 35, 130. Cydias [cuius tabulam Argonautas HS. CXXXXIIII M Hortensius orator mercatus est eique aedem fecit in Tusculano suo]. Am Schluss.

59 a. 35, 131. Nemea (Niciae) [advecta ex Asia Romam a Silano] wie fr. 53.

59 b. 35, 132. Calypso et Io et Andromeda, [Alexander quoque in Pompei porticibus praecellens et Calypso sedens.] Zusatz wegen praecellens und sedens. Derartige Angaben fehlen in der ursprünglichen Quelle. Beide Kalypso sind vermuthlich identisch.

60. 35, 135. Der ganze §. weicht vollständig von der übrigen Darstellung ab, wie Jedermann erkennen wird. Furtwängler S. 14 nimmt wohl mit Recht einen Historiker als Gewährsmann an.

61. 35, 136. [Timomachus Byzantius Caesaris dictatoris aetate Aiacem et Medeam pinxit ab eo in Veneris Genetricis aede positas, octoginta talentis venundatas. talentum Atticum . . . taxat Varro.] Es wird jetzt keinem Zweifel mehr unterliegen, dass hier ein Versehn vorliegt. Timomachus hat nicht zu Caesars Zeit

gelebt. Das Versehn kann nicht von einem Schriftsteller jener Zeit begangen sein, sondern muss dem Plin. allein zur Last gelegt werden. Der Zusatz ist erkennbar schon durch die Werthangabe, die in der ursprünglichen Darstellung in solcher Weise wie hier nie gemacht wird. Es fragt sich bloss, ob Alles zusammen als ein Zusatz angesehen werden darf. Nach Furtwängler S. 14 Anm. 7 spricht das Citat aus Varro hier nicht dafür, dass auch die Umgebung demselben Gewährsmann entlehnt ist. Furtwängler beruft sich auf das Inhaltsverzeichniss des Buches, wo ein besonderes Lemma „de talento" zu finden sei. Deshalb soll im Text ein gesondertes Excerpt zu erkennen sein. Diese Schlussfolgerung ist unrichtig. Ich brauche bloss ein Beispiel anzuführen und man wird mir beistimnen. Im Elenchus des 35. B. (Schluss) haben wir 4 Lemmata: terra ex Galata, terra Clupea, terra Baliarica, terra Ebusitana. Dagegen im Text (35, 202) durchaus nicht 4 gesonderte Excerpte (Praeterea sunt genera terrae proprietatis suae, de quibus iam diximus, sed et hoc loco reddenda natura: ex Galata insula et circa Clupeam Africae scorpiones necat, Baliaris et Ebusitana serpentes). Dergleichen lässt sich noch mehr nachweisen, ist aber gar nicht nöthig. Wenn aus dem Elenchus Etwas geschlossen werden soll, muss erst das Princip dargelegt werden, nach welchem er zusammengesetzt ist. So lange das nicht geschehen ist, kann eine Berufung auf ihn nicht statthaft sein. Doch Furtwängler fährt fort: „Die Frage, warum Plin. gerade hier die Datirung des Talents nach V. einflicht, was bei einem Kompilator nicht auffallen kann, ist die viel gewichtigere entgegen zu stellen, warum soll V. gerade bei Timomachus seine Berechnung des attischen Talents gegeben haben"? Die letztere Frage verdient eigentlich mit Stillschweigen übergangen zu werden. Wer kann wissen, in welchem Zusammenhang das genannte Fragment bei V. gestanden hat und ob nicht gerade des Zusammenhangs wegen die Angabe nothwendig war. Wir finden ja auch 33, 52 das Gewicht des ägyptischen Talents nach V. angegeben *). Soll

*) Im Elenchus fehlt hiezu das Lemma. Umgekehrt findet sich im Elenchus des 36. B. zu sarcophagus das Lemma medicinae ex eo X. Diese fehlen aber im Text §. 131.

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etwa Plin. an beiden Stellen den V. gleichsam wie im Konversationslexikon konsultirt haben? Wenn das der Fall gewesen wäre, hätte er die betreffenden Angaben doch da machen müssen, wo er zuerst über Talent zu sprechen hatte. Warum thut er das z. B. 34, 39. 41 nicht? Ausserdem möchte doch erst einmal nachgewiesen werden, dass Plin. so unnütze Einzelexcerpte macht. Bis jetzt dürfen wir doch nur sagen: Mögen die Zusätze auch oft mit der übrigen Darstellung formell wenig zusammenhängen, sachlich sind sie doch immer mit ihr ziemlich eng verbunden, d. h. sachlich insofern, als sie zu dem Hauptgegenstande, von dem gerade gesprochen wird, in gewisser Beziehung stehen. Wie hängt aber die Angabe des attischen Talents mit der Malerei zusammen? Wir werden demnach daran festhalten müssen, dass das ganze Fragment dem Varro entlehnt ist.

62. 35, 151 [eumque (typum) servatum in Nymphaeo, donec Mummius Corinthum everterit, tradunt.] Von der übrigen Darstellung formell nicht unterschieden, wie fr. 53.

63. 35, 154. Plastae laudatissimi fuere Damophilus et Gorgasus, idem pictores, [qui Cereris aedem Romae etc.] wie 53.

64. 36, 22. Eiusdem (Praxitelis) est et Cupido [obiectus a Cicerone Verri], ille propter quem Thespiae visebantur, wie 53.

Fragen wir nun nach der Quelle dieser fast durchweg die republikanische Zeit betreffenden Fragmente, so wird man die Möglichkeit zugeben können, dass einige von ihnen jener oben besprochenen museographischen Quelle entlehnt sind und dass ein und das andere irgend einem der im Index genannten Historiker verdankt wird, aber man muss auch konstatiren, dass mehrere unbedingt auf Varro zurückgehn. Damit genug vorläufig.

E. Zusätze aus Mucian.

Wir kommen jetzt zu denjenigen Fragmenten, welche Plin. zu seinem kunsthistorischen Partien aus Mucian macht. Ueber diesen vergleiche man besonders die sorgfältige Dissertation

von L. Brunn de C. Licinio Muciano Lips. 1870 und Furtwängler 52 ff.

65. 33, 155. Acragas et Boethus et Mys. [extant omnium opera hodie in insula Rhodiorum, Boethi apud Lindiam Minervam, Acragantis . . . Myos . . . et Cupidines] Acragantis et venatio in scyphis magnam famam habuit. Abgesehen von dem Ausdruck hodie, der auf einen späteren Schriftsteller weist, zeigt auch die Anordnung der Künstler deutlich auf einen Zusatz. Warum werden nicht die Werke des Akragas an erster Stelle genannt, wie die alphabetische Aufzählung es fordert? Auch die zweimalige Erwähnung von Werken desselben Meisters beweist die Richtigkeit unserer Ansicht. Ob die zweite Erwähnung des Akragas nach dem Zusatz auf eine andere Quelle als die Hauptquelle zurückgeht, wie Furtwängler 52 will, ist fraglich. Erkannt hat den mucianischen Ursprung unserer Stelle zuerst Brieger De fontibus Plin. p. 60.

66. 34, 75. Canachus [Apollinem nudum, qui Philesius cognominatur in Didymaeo. ... . resiliat]. idem et celetizontes

pueros.

Verdächtig, weil periegetischen Charakter verrathend, ist die Beschreibung des Hirsches. Solche wunderbare Sachen finden wir sonst kaum wieder, wenn doch, so sind sie Zusätze, z. B. fr. 51. Ferner ist auffallend die Erwähnung der xɛŋTloves bei einem Künstler, von dem sonst nur Götterbilder bekannt sind. Noch auffallender ist der Umstand, dass Plinius in seinem chronologischen Verzeichniss der Erzgiesser einen Kanachus der 95. Ol. zuzählt, von ihm aber keine Werke aufführt, dagegen von einem andern Kanachus, der in jenem Verzeichniss gar nicht genannt ist. Wie ist das Alles zu erklären? Ich glaube im Folgenden den richtigen Gesichtspunkt gefunden zu haben. Die Quelle des Plinius, das ist zunächst klar, berücksichtigt die vorphidiasische Zeit nicht. Man halte nicht dagegen ein, dass ja im chronol. Index Hageladas, Kallon u. s. w. genannt werden. Denn sie sind von Plinius gar nicht als vorphidiasisch angesehen, da dieser in die 83., jener sogar in die 87. Ol. gesetzt wird. Ferner sind Werkeangaben von Künstlern aus der Zeit vor Phidias nur bei Theodorus, Kanachus und Perillus gemacht. Alle

3 Angaben sind aber Zusätze. Von Theodorus ist bereits oben gesprochen worden fr. 51, Perillus wird weiter unten behandelt werden fr. 99 und die Angabe über Kanachus soll jetzt als Zusatz erwiesen werden. In einem alphabetischen Verzeichnisse war der Verfasser eigentlich von selbst darauf hingewiesen, Künstler mit gleichem Namen zu unterscheiden. Dies geschieht auch bei Kephisodot, Pythagoras, Mikon. Dasselbe findet statt bei der Erwähnung der Kunstwerke im Besitz des Pollio (Tauriscus) und der in den Kaiserpalästen befindlichen (Pythodorus 36, 38). Dass Plinius mit dieser Gewohnheit principiell einverstanden ist, ersieht man daraus, dass er im Autorenverzeichniss gleichnamige Schriftsteller unterscheidet. Alles das weist uns mit Bestimmtheit darauf hin, dass Plinius da, wo er eine solche Unterscheidung nicht vornimmt, auch nicht vor Augen gehabt hat, dass es mehrere Männer desselben Namens gebe, so z. B. 36, 24 fr. 81, wo er gewiss auch unterschieden hätte, wenn er an zwei Kephisodote gedacht hätte. Jetzt kommen wir wieder zu Kanachus. Diesen giebt er, wie gesagt, im chronologischen Verzeichnisse in der 95 Ol. an. Im alphabetischen Verzeichnisse kennt er nur einen, nämlich den alten. Wo bleibt der andere ? Er ist gar nicht erwähnt. Nun kommt es zwar auch sonst vor, dass ein Künstler im chronologischen Index später nicht weiter erwähnt wird, so ausser den oben genannten archaischen: Phradmon, Skopas, Asopodor, Alexis, Phrynon, Dinon, Demeas, Klitorius, Hypatodor (Aetion und Therimachus cf. unten), Lysistratus, Eukles, Zeuxiades, Timarchus u. s. w. Doch ist zu bemerken, dass bei gleichem Namen auch sonst wenig bekannte Künstler, gerade um Verwechslungen vorzubeugen, aufgeführt werden, so z. B. Mikon II, Pythagoras. Demnach dürfen wir getrost sagen, weil nicht 2 Canachi unterschieden werden, hat der ältere in der alphabetischen Liste nicht gestanden, also ist die Angabe über ihn ein Zusatz. Es ist zu vermuthen, dass sie, wie so viele andere, die sich auf die kleinasiatischen Küstenländer beziehen, aus Mucian entlehnt ist. Jedenfalls ist nicht sicher, dass sie aus einer zuverlässigen Quelle stammt und demnach kann sie auch bei der Frage nach dem Apoll des Kanachus nicht von besonderem Gewicht

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