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bei Muc. kein Beispiel, öfter dagegen bei Varro, welcher auch hier für das Uebrige als Quelle anzunehmen sein wird. (Urlichs 11.)

80. 36, 32. [In magna admiratione est Hercules Menestrati et Hecate Ephesi in templo Dianae ... incluta]. Zusatz, weil unter Zusätzen. Vgl. auch Furtw. 54 ff., L. Brunn 43. Furtwängler meint aber, dass der Satz: non postferuntur et Charites in propylo Atheniensium quas Socrates . . . putant nachträglich in das mucianische Excerpt eingeschoben sei. Allein das wäre eine bis jetzt noch nicht belegte Art der Quellenbenutzung des Plinius. Mir ist wenigstens kein einziges Beispiel dafür bekannt, dass Plinius in einen Zusatz und noch dazu aus einem jungen Autoren einen andern gemacht hat. Demnach werden wir uns wohl vorläufig mit Wustmanns Bemerkungen (Rhein. Mus. 1867 S. 22) zufrieden geben müssen. Dieser weist die anus ebria einem Sokrates zu.

81. 36, 24. Cephisodotus. [cuius laudatum est Pergami symplegma nobile digitis corpori verius quam marmori inpressis]. Einen Zusatz möchte ich auch hier erkennen, veranlasst durch die Ortsangabe und das nichtssagende nobile. Erinnern wir uns an fr. 74, wo wir in ähnlicher Weise nobiles und Ephesi finden (auch fr. 68 nobilitate), so werden wir hier dieselbe Quelle, Muc., annehmen dürfen, dem wir ja auch oben 67. fr. schon ein Bericht über ein Werk in Pergamum zuschreiben zu dürfen glaubten. In Bezug auf das Formelle des Zusatzes sei bemerkt, dass wir eine relativische Anknüpfung haben. Plinius hatte wahrscheinlich Kephisodots Namen am Schlusse der Darstellung über Praxiteles gefunden, in einer der seinigen ähnlichen Wendung. Hätte mehr in seiner Quelle an dieser Stelle gestanden, dann wäre doch wohl ein ganz anderer Satzbau am Orte gewesen. Werke werden also hier ebenso wenig wie bei Pythagoras fr. 46 an dieser Stelle erwähnt gewesen sein.

F. Andere Zusätze mit Ortsangaben.

Endlich haben wir noch eine Reihe von Zusätzen, welche zeitlich nicht bestimmt werden können. Wir fassen zuerst die ins Auge, bei denen der Aufstellungsort des Kunstwerks angegeben ist. Schon oben haben wir die Vermuthung geäussert,

dass in der Urquelle Ortsangaben in der Regel gefehlt haben. Wenn sie vorkommen, sind sie nicht reine Ortsangaben und vom Kunstwerk nicht gut zu trennen, so z. B. bei Erwähnung des Olympischen Zeus oder von Wandgemälden. In der That haben wir oben alle Angaben, die einen römischen Aufstellungsort betrafen, als Zusätze erkannt. Das Gleiche ist geschehen bei einem Theile derjenigen Kunstwerke, von denen der Aufstellungsort ausserhalb Rom angegeben war, so z. B. ausser den mucianischen fr. 44 u. 47. Es wird demnach nothwendig erscheinen auch die übrigen daraufhin näher zu prüfen, ob sie in enger Verbindung mit ihrer Umgebung stehen oder nicht. Die erste Ortsangabe, welche wir finden, ist 34, 54 Minerva Athenis. Hier mag sie begründet sein durch die vorhergehende Nennung des olympischen Zeus, ausserdem durch die Erwähnung noch andrer Minerven des Phidias, so dass wir keinen Grund haben an eine andere Quelle zu denken. Das Gleiche gilt von der Angabe Delphicos pentathlos 34, 57. Dagegen erkennen wir einen Zusatz

...

82. 34, 59. Pythagoras Rheginus [fecit et stadiodromon Astylon qui Olympiae ostenditur et Libyn . . . eodem loco... Syracusis autem claudicantem . . . videntur], item Apollinem serpentemque eius sagittis configi, citharoedum etc. Es ist an und für sich auffallend, dass in diesem Theil die eine Hälfte der Werke mit Ortsangaben versehen ist, die andere aber nicht. Dieser Umstand muss uns den Gedanken an verschie dene Quellen nahe legen. Freilich können wir äussere Gründe für einen Zusatz der ersten Hälfte nicht vorführen, wie wir es oben fast immer gethan haben. Doch das spricht noch nicht gegen unsere Ansicht. Die Sache liegt hier eben etwas anders. Während wir es oben zum grössten Theile mit solchen Zusätzen zu thun hatten, die Plinius selbst zu seiner Epitome aus der Hauptquelle hinzufügt, finden wir hier nur solche, welche schon der Vermittler der Hauptquelle seiner Vorlage zugesetzt hatte. Dieser, sicher ein Mann, der den Stoff in ganz andrer Weise beherrschte als Plinius, wird natürlich auch seine Zusätze ganz anders als jener, enger und fester mit der übrigen Darstellung verwebt haben. Also die formell gute Verbindung darf uns hier nicht abhalten Zusätze anzuerkennen. Demnach

dürfte also in unserm Falle der erwähnte Gegensatz in beiden Hälften allein ausreichen die erste als einen Zusatz zu erklären. Hinzufügen will ich noch, dass die Ausdrücke ostenditur, tabellam (?) tenentem mehr auf einen Bericht eines Augenzeugen hindeuten und dass item beide Hälften der Aufzählung scheidet.

83. 34, 66. Euthycrates. Itaque optume expressit [Herculem Delphis et Alexandrum Thespiis venatorem et proelium equestre], simulacrum ipsum Trophonii ad oraculum, quadrigas complures, equum cum fuscinis, canes venantium. Auf einen Zusatz weisen uns die 5 letzten Worte equum etc., welche nach einer bis jetzt nicht widerlegten Vermuthung von Urlichs Chrest. zu Alexander venator gehört haben. Denn wenn das wahrscheinlich ist, dann haben wir auch ein Recht 2 Quellen anzunehmen. In der Hauptquelle waren dann bloss diejenigen Gegenstände gesondert erwähnt, in denen der Künstler Vorzügliches geleistet hatte. Plinius, der dann in einer andern Quelle Alexander venator angegeben fand, konnte vielleicht nicht einmal ahnen, dass er dasselbe Werk zweimal erwähnt habe. Ein ähnlicher Fall war uns schon oben fr. 47 vorgekommen. Als Bestätigung unserer Ansicht kann ich schliesslich noch anführen, dass nach der durchgehends befolgten Regel der Aufzählung (zu fr. 30) Alexanders Jagd und das Reitertreffen vor dem simulacrum von der ursprünglichen Quelle nicht erwähnt worden wären.

84. 34, 74. [Cephisodotus Minervam mirabilem in portu Atheniensium et aram ad templum Iovis Servatoris in eodem portu, cui pauca comparantur.] Die Attribute mirabilis, besonders aber cui pauca comparantur weisen auf einen andern Ursprung als auf die Urquelle, in der sehr sparsam von lobenden Attributen Gebrauch gemacht wird. Ganz anders bei römischen Schriftstellern, z. B. ante cuncta laudabilem fr. 31 und sonst. Auch die Erwähnung des Altars ist ganz vereinzelt. Man begreift nicht recht, was dieser hier soll. Seine Erwähnung mag dem Bericht eines Augenzeugen verdankt werden. Die Uebersetzung von Zeus soter lässt uns an eine römische Quelle denken, aber wer diese ist, dürfte schwer zu bestimmen sein. Ich denke an Varro, aber auch Mucian ist nicht ausgeschlossen, cf. fr. 80.

Abgesehn von der Einleitung zur Geschichte der Malerei, bei der Plinius mehrere Quellen verwerthet (Furtw. 16), finden wir im 35. B. Ortsangaben zuerst 35, 59. Hic (Polygnotus) Delphis aedem pinxit, hic et Athenis etc. Man beachte aber, dass wir hier weder den Titel noch eine künstlerische Beschreibung der Gemälde haben und dass eine Auslassung des Orts nicht gut möglich war, wenn die ganze Angabe verständlich bleiben sollte. - §. 101 kommt nicht in Betracht.

85. 35, 130. Antidotus. [huius est clipeo dimicans Athenis et luctator tubicenque inter pauca laudatus]. Auch hier ist das Attribut gegen den Gebrauch der alten Quelle wie oben fr. 31 u. 84. Ein äusserer Grund zur Annahme von 2 Quellen ist der, dass wir hier 2 kleine Sätze finden, die sich doch so leicht in einen hätten zusammenziehen lassen. Dass mit Weglassung des Zusatzes gar kein Werk des Antidotus aufgeführt war, ist kein Grund gegen unsere Ansicht. Plinius hat die Angabe der Schüler am Schluss der Darstellung über Euphranor gefunden, wie öfter, und die Werke dann hier gleich nachgetragen, um den Künstler nicht nochmals gesondert nennen zu müssen, nach dem Grundsatz 34, 53 reliqua multitudine passim dispersa, vgl. z. B. fr. 46.

86. 35, 134. (Athenion) [pinxit in templo Eleusine Phylarchum et Athenis frequentiam quam vocavere syngenicon], item Achillem etc. Wir haben hier im ersten Theil Ortsangaben; der zweite Theil beginnt mit item. Dasselbe Verhältniss fanden wir fr. 82. Wir werden daher so gut wie dort auch hier 2 verschiedene Quellen anzunehmen berechtigt sein.

35, 138. Aristoclides qui pinxit aedem Appollinis Delphis. Hier konnte die Ortsangabe ebensowenig ausgelassen werden wie 35, 59, vgl. vor fr. 85. Dasselbe könnte man auch von 35, 140 sagen (Cratinus comoedus Athenis in Pompeio pinxit). Die Lesart comoedos ist nicht gut bezeugt.

87. 35, 147. Timarete... Dianam [quae in tabula Ephesi est antiquissimae picturae] Irene ... puellam [quae est Eleusine]. Die relativische Anknüpfung der Ortsangabe, wie wir sie besonders bei den plinianischen und museographischen Zusätzen gefunden haben, weist auch hier auf eine Zufügung hin. Im ersten Theil haben wir dazu noch eine ganz ungewohnte

Bemerkung, antiquissimae picturae, die auf einen späteren Augenzeugen hindeutet. Vielleicht ist dieser Mucian, vielleicht auch Varro oder Pasiteles.

88. 35, 154. [fecit et Chalcosthenes cruda opera Athenis etc.] Vorher und nachher ist nur von römischen Verhältnissen die Rede, der Satz ist also ausser jedem Zusammenhang mit seiner Umgebung.

89. 36, 16 f. Am Schluss von §. 17 steht: Id (Nemesis) positum est Rhamnunte pago Atticae, quod M. Varro omnibus signis praetulit. Diese Angabe weist uns mit voller Bestimmtheit darauf hin, dass auch die vorhergenannten Ortsangaben aus Varro stammen. Dass hier sein Name als Gewährsmann genannt wird, beweist nicht, dass vorher eine andere Quelle benutzt worden ist (vgl. oben S. 22 ff.).

Haben wir aber so für Varro ein unwiderlegliches Zeugniss periegetischer Schriftstellerei, dann werden wir auch mehrere der zuletzt genannten Fragmente ihm zuweisen dürfen. Andere mögen aus andern Quellen stammen. Eine genaue Abwägung lehnen wir an diesem Orte als für unsern Zweck nicht nöthig ab.

G. Sonstige Zusätze.

Zum Schluss haben wir eine Reihe von Fragmenten zusammengestellt, die oben nicht untergebracht werden konnten. Das sind solche, welche weder römische Verhältnisse berühren noch Ortsangaben enthalten.

90. 34, 57. (Myron) [fecisse et cicadae monumentum ac locustae carminibus suis Erinna significat]. Andere Konstruktion als die Umgebung; ausserdem zwischen zwei Zusätzen, fr. 45. 13.

91. 34, 68. [Artifices qui compositis voluminibus condidere miris laudibus celebrant Telephanen Phocaeum ... laudant eius Larisam et Spintharum pentathlum et Apollinem. alii ... existimant]. In die chronologische Ordnung, die Plinius bei der Aufzählung der Erzgiesser ersten Ranges befolgen will, passt T. gar nicht. Zwar will Schreiber 14 f. unser Fragment nicht als Zusatz erkennen wegen der Erwähnung des Polyklet, Myron, Pythagoras, die hier in derselben Ordnung genannt werden, in welcher sie Plinius ausführlich behandelt. Allein

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