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gensatz im §. 152 verlangt, nämlich: Butades erfand die Plastik, indem er ein Portrait aus Thon bildete. Wenn es bei Plin. 34, 35 heisst: Similitudines exprimendi quae prima fuerit origo, in ea quam plasticen Graeci vocant dici convenientius erit, etenim prior quam statuaria fuit, so besagt das weiter Nichts, als dass die Portraitkunst zugleich mit der Plastik erfunden worden ist.

Im §. 153 haben wir einen zweiten Zusatz zu den Nachrichten über Butades, der aber von Plinius gewiss nicht vor idem et de signis beabsichtigt gewesen ist, vielmehr nach diesem Satze. So nimmt auch Furtwängler an, nur hat er übersehen, dass diese Umstellung schon von Brunn KrG. I, 403 vorgenommen und richtig begründet worden ist. Das Fragment über Lysistratus ist wohl sicher aus dem Lexikon nachgetragen. Denn dieser wird schon im Erzgiesserverzeichniss genannt, wird also auch wahrscheinlich im Lexikon seine Stelle gehabt haben. (Das Gleiche gilt wohl auch von Chalkosthenes §. 155, cf. fr. 88.)

Diese Nachrichten über Butades gehen gewiss auf einen Römer zurück wegen der Bemerkung 151 donec Mummius Corinthum everterit. Nepos ist dieser Gewährsmann nicht, weil aus ihm die Kontroverse mitgetheilt wird, folglich darf man vermuthen, dass es Varro ist. Mehr lässt sich nicht sagen. Denn dass dieser im folgenden §. 154 citirt wird, beweist für das Vorhergehende Nichts. Dort ist von Rom die Rede, hier von Korinth. Beide Nachrichten können zwar aus Varro stammen, müssen aber bei ihm nicht nothwendig im Zusammenhang gestanden haben. Es ist dies um so weniger wahrscheinlich, als gleich darauf von Zeitgenossen des Varro gesprochen wird, über die Plinius sicher ein anderes Werk Varros konsultirt hat. Man vgl. 36, 39 f., wo von Plinius dieselben Künstler aufgezählt werden, augenscheinlich unter Benützung derselben Schrift wie die an unserer Stelle verwerthete, cf. Furtw. 56. Ich meine demnach, dass Plinius von §. 151 an ausser Nepos und dem Lexikon drei verschiedene Berichte Varros zu seiner Darstellung verwendet, 1) über Korinth, 2) über Rom, 3) über seine Zeitgenossen.

Der Schluss dieses Abschnittes §. 157 praeterea elabo

Oehmichen, Plinianische Studien.

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ratam hanc artem Italiae etc. steht wieder ausser Zusammenhang mit dem Vorhergehenden. Er schliesst sich an das nepotische Fragment §. 152 ab iis Italiae traditam plasticen und zwar so eng an, dass wir denselben Gewährsmann vorauszusetzen gezwungen sein dürften. Mit Sicherheit also, das ist unser Resultat, können wir Varro den Bericht über den Ursprung der Plastik nicht zuweisen, sondern nur vermuthungsweise.

Ursprung der Marmorbildhauerei 36, 9-15. Wir haben hier Nachrichten über Marmorkünstler der griechischen Inseln. Alle haben (§. 14) den parischen Marmor verwendet. Wir werden mit Furtwängler annehmen dürfen, dass hier ein einziger Bericht vorliegt und dass Varro der Gewährsmann ist, da er §. 14 genannt wird. Auszuschliessen haben wir nur §. 11 quodsi quis coepisse als plinianisches Eigenthum und §. 12 f. Ostendunt Die Augustus, cf. fr. 76 u. 19. Nachrichten sind aber entschieden periegetisch, wie auch Furtwängler 61 anerkennt. Wenn wir nun weiter erfahren §. 54, dass Plinius schon in seiner Periegese (3-6. B.) über Marmorarten gesprochen haben will (et tamen celeberrimi generis dicta sunt in ambitu terrarum cum gentibus suis, cf. 4, 67. 5, 136. 151 etc.) und wenn wir uns erinnern an das, was er 3, 2 sagt: locorum nuda nomina et quanta dabitur brevitate ponentur, claritate causisque dilatis in suas partes, so dürften wir kaum zu viel schliessen, wenn wir behaupten, dass Plinius die obigen Angaben aus dem Periplus Varros geschöpft hat, den er B. 3-6 vorzugsweise benutzte. Ebenso kann er in jenem Periplus die Erfindung des Butades bei Korinth und bei Athen die Nachrichten über Phidias und seine Schule 36, 16 f. angegeben gefunden haben. In §. 18 dagegen benutzte er wieder das Lexikon. Wie hier mag Plinius auch sonst periegetische Angaben Varros verwerthet haben. Man darf aber nicht vergessen, dass Varro selbst schon ähnliche Zusätze zu dem Künstlerlexikon gemacht haben konnte. Eine genaue Entscheidung ist nicht überall möglich, da wir nicht einmal über den Titel beider varronischer Bücher unterrichtet sind, geschweige denn über ihre Abfassungszeit. Nur das kann man als wahrscheinlich behaupten, dass die Lokalangaben

über die in Rom befindlichen Werke der in der alphabetischen Liste aufgezählten Künstler, soweit sie Varro bei der Abfassung seiner Schrift bekannt sein konnten, auch von ihm ins Lexikon eingetragen sein werden.

Vitruv kein auctor exquisitus des Plinius.

Die ziemlich zahlreichen Parallelstellen des Vitruv und Plinius hat Detlefsen Philol. 31, 383 ff. zusammengestellt und besprochen. Am Schlusse seiner Untersuchung vergleicht er die gefundenen Resultate mit den aus dem Brunnschen Gesetz über die Indices zu ziehenden und kommt dabei zu folgender Ansicht p. 434: Ueberhaupt geht aber aus dieser Sachlage hervor, dass Untersuchungen über die Quellenbenutzung des Plinius auf Grundlage der Brunnschen Theorien erst dann möglicherweise bedeutende Resultate erzielen können, wenn in grösserem Umfange feste Punkte bestimmt sind, an denen Plinius seine uns noch erhaltenen Quellenschriftsteller sicher benutzt hat." Ich habe in den vorhergehenden Untersuchungen mich vielfach auf das Brunnsche Gesetz berufen. Meine Beweisführung würde des Zwingenden öfter entbehren, wenn Detlefsen Recht haben sollte. Ich war deshalb zur Prüfung seiner Hypothese, dass Plinius den Vitruv vielfach ausgeschrieben habe, genügend veranlasst. Die gewonnene Ueberzeugung ist die, dass die von Detlefsen angeführten Konkordanzen auf eine oder mehrere gemeinsame Quellen zurückzuführen sind und dass Plinius den Vitruv nicht mehr als Mela benutzt, d. h. ihn nur vergleichungsweise eingesehen hat. Dies will ich im Folgenden nachzuweisen suchen, wobei ich mich der Hoffnung hingebe, dass der verdienstvolle Herausgeber des Plinius meine nur zum Zweck der eigenen Selbsterhaltung unternommene Opposition mit billiger Rücksicht aufnehmen werde.

Die überaus sorgfältige Abhandlung Detlefsens hat nur einen Mangel, nämlich die Nichtberücksichtigung der Möglichkeit einer Quellengemeinschaft des Plinius und Vitruv. Dieser Mangel kann aber keineswegs dem Verfasser zum Vorwurf gemacht werden. Denn erst in den siebziger Jahren ist durch

vielseitige Betrachtung der N. H. die Art der plinianischen Quellenbenutzung mehr, wenn auch immer noch nicht genau genug, bekannt geworden. Die Möglichkeit einer Quellengemeinschaft liegt nun aber theils durch die Analogie mit Mela, theils durch die Konkordanzen selbst vor. Detlefsen selbst nämlich muss zugeben, dass der plinianische Text einigemal mehr bietet als die entsprechenden Vitruvstellen, und andere Fälle werden wir noch weiter unten besprechen. Diese Thatsache ist aber doch am einfachsten zu erklären durch Annahme einer gemeinsamen Quelle.

Drei Gründe sind es nun, die wir gegen die Behauptung einer so ausgedehnten Benutzung des Vitruv durch Plinius vorzubringen gedenken. Der erste ist der Umstand, dass Vitruv nach den Indices kein auctor exquisitus des Plinius zu sein scheint, der zweite die Excerpirmethode des Plinius und der dritte die aus den Konkordanzen selbst zu erschliessende Wahrscheinlichkeit einer gemeinsamen Quelle des Plinius und

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A. Nach den Indices scheint Vitruv kein auctor exquisitus des Plinius zu sein. Wie die Vorrede besagt hat dieser 100 exquisiti auctores benutzt. Es darf als bekannt vorausgesetzt werden, dass ein grosser Theil der im Text angeführten Gewährsmänner (ca. 470) nur mittelbar verwerthet sind, vorzugsweise die griechischen. Von den lateinischen darf man aber wohl annehmen, dass so ziemlich alle im Text citirten auch direkt benutzt sein werden. Ich meine folgende: (acta) Aelius Stilo, Agrippa, Agrippina, Valerius Antias, Antonius Castor, Asconius Pedianus, Ateius Capito, Julius Atticus, L. Attius, Augustus, Cornelius Bocchus, Caecilius, Caelius Antipater, Caepio, Cassius Parmensis, Cato, Cornelius Celsus, Cicero, Claudius, Columella, Cremutius Cordus, Deculo, Domitius Corbulo, C. Epidius, Fabianus, Fabius Pictor, Fabius Vestalis, Alfius Flavus, Fenestella, Annius Felialis, Gellianus, Gnaeus Gellius, Graecinus, Granius, Cassius Hemina, Horatius, Hyginus, Jacchus, Junius Gracchanus, Antistius Labeo, Laberius, Pompejus Lenaeus, Licinius Calvus, T. Livius, Lucilius, Licinius Macer, Maecenas, Mamilius Sura, Manilius, Masurius Sabinus, Medius, Messala orator, Messala senex, Me

tellus Scipio, Mucianus, Cornelius Nepos, Nigidius, Ovidius, Ofilius, Petrichus, L. Piso, Plautus, Flavius Procilius, Rabirius, Sabinus Tiro, Sasernae pater et filius, Scrofa, Seneca, Servius Sulpicius, Sextius Niger, Silanus, Sornatius, Statius Sebosus, Suetonius Paulinus, Sulpicius Gallus, Tergilla, Titus Caesar, Trebius Niger, Trogus, Q. Tubero, Tuditanus, Turranius Gracilis, Umbricius Melior, Corn. Valerianus, C. Valgius, Varro Reat., Vergilius, Verrius Flaccus. Das sind zusammen 88 resp. 90 (acta, Saserna). Von den griechischen Autoren sind ziemlich sicher folgende als direkte Gewährsmänner des Plinius zu verzeichnen: Isidorus, Theopompus, Polybius, Juba, Alexander polyhistor, Metrodorus Scepsius, Theophrastus, Democritus, Aristoteles, Pasiteles, Apion, Xenocrates, zusammen 12. Im Ganzen also 100 resp. 102 auctores. Die gemachten Angaben sollen keineswegs als sicher gelten. Eine genauere Eruirung der centum exquisiti auctores, eine Arbeit von mehreren Jahren, würde Modifikationen erheischen; für einige Römer würden vielleicht Griechen einzusetzen sein. Aber auf eine gewisse Wahrscheinlichkeit darf unsere Rechnung wohl Anspruch machen. Ist das aber der Fall, dann ist Vitruv so gut wie Mela von den centum auctores auszuschliessen, dann ist er von Plin. wie so viele andere der römischen Gewährsmänner nur vergleichungsweise eingesehen worden. Daraus folgt aber weiter, dass die von Detlefsen angeführten Fragmente nicht aus Vitruv stammen, denn einem auctor exquisitus müssen sie entlehnt sein, mag dieser von Plinius partienweise als Hauptquelle oder zusätzlich als Nebenquelle benutzt worden sein.

B. Gegen Detlefsens Annahme spricht ferner die Excerpirmethode des Plinius. Ueber sie haben wir oben in einem gesonderten Kapitel gehandelt. Unser Resultat war, dass Plinius seiner Hauptquelle partienweise und sehr oft wörtlich zu folgen pflegt und dass er Zusätze aus andern Quellen in der Regel in selbständigen Sätzen macht. Ueber den letzten Punkt vergleiche man besonders die Fragmente des Isidor und Agrippa und die zu den kunsthistorischen Abschnitten gemachten Zusätze. Nehmen wir nun einmal den Fall an, dass die von Detlefsen aufgeführten Fragmente aus Vitruv direkt

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