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tigkeit des Sandes nachdrücklich betont (primum de harena quaerendum). NB. die Mischungsverhältnisse sind bei Beiden gleichmässig angegeben.

ad 36, 176 ff. Im Folgenden werde ich mich sehr kurz fassen, da die Excerpirmethode des Plin., wie oben gezeigt worden ist, schon genügend die Ablehnung der D.'schen Hypothese rechtfertigt.

§. 176 ist die Einleitung zum folgenden Abschnitt und daher sicher aus derselben Quelle herrührend.

Ferner schreibt Plin. einen zweimaligen Kalkbewurf vor, Vitruv einen dreimaligen. An eine selbständige Aenderung des Plin. ist nicht zu denken. Eine Flüchtigkeit ist aber ebensowenig anzunehmen (cf. 36, 173), vielmehr ist zu sagen: Plin. folgt seiner Quelle ohne Aenderung, Vitruv erlaubt sie sich als Fachmann. Der Schluss von 177 ist als Einschiebsel kaum zu erweisen.

ad 36, 178. Mehr als Vitruv hat Plin. 1) antiqua ratio, 2) Ephesiae quae prius fuit. Das sind keine Zusätze. Vitruv hat die erste Angabe offenbar ausgelassen, weil sie seinem Zweck nicht entsprach, die zweite aus Versehen. Gegen eine Benutzung Vitruvs spricht speciell noch die Anordnung des Plin. Dieser behandelt die tuskische Ordnung zusammen mit den übrigen, Vitruv von ihnen getrennt. Plin. würde diese ganz sicher am Schluss angefügt haben, ähnlich wie die attischen Säulen, wenn er Vitruv ausgeschrieben hätte.

ad 186 ff. Bei Vitruv fehlt Graeci invenere §. 186 und et est forma terrena §. 188. Ungeschickt ist die letztere Wendung allerdings, allein für einen eigenen Zusatz des Plin. spricht sie auch nicht. Plin. wird seine Quelle nur ungeschickt excerpirt oder die Bemerkung vielleicht anfänglich übersehen und später nachgetragen haben.

Hienach dürfen wir hoffen, die Ansicht D.'s einer so ausgedehnten Benutzung Vitruvs durch Plin. genügend widerlegt zu haben.

Die Frage nach der gemeinsamen Quelle haben wir einigemale beiläufig berührt. Ob Vitruv und Plin. dem Varro alle oder bloss einige Fragmente verdanken, die übrigen einem andern Römer, oder ob Vitruv zuweilen den Mittelsmann ver

schmäht hat, ist schwierig zu entscheiden und sollte hier auch gar nicht untersucht werden. Ich erlaube mir noch zum Schluss einige Stellen zu notiren, welche bei einer späteren Quellenuntersuchung des Vitruv Berücksichtigung zu verdienen scheinen und welche auch demjenigen, der durch uns noch nicht völlig überzeugt sein sollte, weitere Beweismomente für eine gemeinsame Quellenbenutzung des Plin. und Vitruv gewähren. Vitr. 1, 4, 10 = Plin. 27, 34. Vitr. 1, 5, 8 = Plin. 35, 182. Vitr. 1, 6, 4f. = Plin. 2, 119. Vitr. 2, 8, 11

Plin. 36, 30. Vitr. 8, 1, 6 =Plin. 31, 43. Vitr. 8, 4, 22 = Plin. 31, 15.

Vitr. 2, 6, 1

=

Pl. 35, 166.

Vitr. 3, 1, 8

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Pl. 33, 44.

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Die zum Theil recht interessante kritische Ausbeute, welche Detlefsen aus der Vergleichung beider Texte gewonnen hat, bleibt trotz unserer Negirung seiner Hypothese fast durchweg unangefochten, weil der Unterschied zwischen einer Verwerthung derselben Quelle durch 2 Autoren und der Benützung des einen durch den andern für die Kritik nicht sehr gross ist.

Ist nun Vitruv aus den angeführten Gründen kein auctor exquisitus des Plin., so fallen auch die Bedenken weg, die Detlefsen gegen die durchgängige Giltigkeit des Brunnschen Gesetzes vorgebracht hat. Dieses tritt dann in seine volle Geltung und giebt uns jetzt für einige der oben besprochenen Fragmente die beste Gewähr, dass sie nicht aus Vitruv entlehnt sind. Im Index des 16. B. ist Vitruv zwischen Corn. Bocchus und Graecinus aufgeführt, welche im Text §. 216 resp. 241 citirt werden. Danach kann Vitruv erst nach §. 216 benutzt sein. Detlefsen p. 434 wendet dagegen ein, dass Bocchus und demgemäss auch Vitruv schon vor §. 216 ohne Namensnennung von Plin. zu Rathe gezogen sein können. Dieser Einwand liesse sich sonst wohl hören, hier aber ist er nicht recht stichhaltig. Die Angaben des Bocchus nämlich beziehen sich in der ganzen N.H. auf Spanien und lassen sich auch formell leicht erkennen. Im 16. B. findet sich aber vor §. 216 keine Angabe, welche auf Bocchus zurückgeführt wer den könnte, also ist auch eine frühere Benutzung nicht wahr

we

scheinlich. Ferner stehen die 3 letzten Autoren im Index hinter solchen, welche von Plin. erst bei der zweiten Recension benutzt worden sind. Demnach muss man das Gleiche, nigstens vorläufig, auch von den 3 letzten annehmen. Nachträglich benutzte Autoren sind aber nie stark excerpirt worden. Deshalb sind auch wahrscheinlich nur die citirten Stellen wirklich entlehnt (Bocchus 216). Hienach kann Vitruv von Plin. nur §. 218 eingesehen sein, denn ausgeschrieben ist er wohl überhaupt nicht, weil er kein auctor exquisitus ist.

Im Buch 31 und 33 fehlt der Name des Vitruv im Index. Nun kommt es zwar vor, dass Plin einen Namen aus Versehen auslässt. Allein das geschieht doch fast nur bei Autoren, denen Plin. auch sonst nachweislich häufig folgt. Vitruv ist aber nicht einmal ein auctor exquisitus, also ist seine Benützung durch Plin. im 31. und 33. Buch durchaus unwahrscheinlich.

Nach der Tabelle des Index im 35. B. (vgl. oben) ist Vitruv vor §. 70 nicht benutzt, also kann fr. 35, 41 nicht aus ihm stammen. Nach der Tabelle des Index im 36. B. (oben) folgt Vitruv nach Cato Cens., welcher im Text §. 174 citirt wird. Es liegt nicht die geringste Wahrscheinlichkeit vor, dass Plin. diesem selben Cato noch ein anderes Fragment im 36. B. verdankt. Danach ist auch eine Benutzung Vitruvs vor § 174 unwahrscheinlich. Also haben wir auch nach den Indices den vitruvischen Ursprung aller von Detlefsen vor §. 174 aufgezählten Fragmente des 35. B. abzulehnen.

Die Lebenszeit des Aristides von Theben *).

(Anhang.)

Brunn hat in Meyers Allgemeinem Künstlerlexicon Bd. II überzeugend nachgewiesen, dass Aristides Thebanus nicht der

*) In der nachfolgenden Untersuchung bin ich unabhängig und gleichzeitig zu demselben Resultat gelangt wie Hr. Prof. Brunn, der mir ausser dem Vortritt in der Publikation die Benutzung seines Manuskripts gütigst gestattet hat.

Sohn des Nikomachus sein kann, und glaubt ihn für seinen Bruder nehmen zu müssen. Allein da nach Urlichs Vermuthung (Chr.), der auch Brunn beistimmt, statt Aristiaeus (Plin. 35, 108) Aristides zu lesen ist, kämen 3 Aristides heraus und zwar Vater, Bruder und Sohn des Nikomachus, eine Folge, welche etwas zu ungewöhnlich erscheint, um als richtig gelten zu können. Ich glaube, wir dürfen noch einen kleinen Schritt über Brunn hinausgehen und den Aristides Thebanus für den Vater des Nikomachus erklären, somit nur für Grossvater und Enkel den Namen A. festhalten. Urlichs hatte zwar (Rh. Mus. 25, 509) gleichfalls nur 2 A. aufgestellt, aber den berühmteren für den späteren genommen.

Um unsere Behauptung zu begründen, wollen wir zunächst die Wahrscheinlichkeit darlegen, dass der berühmte A. bedeutend älter ist als Nikomachus. Wir bestimmen zu diesem Zwecke zuerst die Zeit des Nikomachus. Dieser machte für den Tyrannen Aristratus ein Denkmal des Dichters Telestes. Der Letztere blühte nach Diodor (14, 46) Ol. 95, 3. Seine Zeit kommt aber für uns nicht weiter in Betracht, sondern nur die des Aristratus. Dieser hat nach Demosth. de cor. 295 erst zu Beginn der Herrschaft des Philippos (Ol. 105, 2) sich der Tyrannis von Sikyon bemächtigt, also wird das Werk erst nach Ol. 105, 2 begonnen sein. Vgl. Urlichs Rh. Mus. 25, 508 und Bücheler Rh. Mus. 27, 536 f. Damit stimmt, dass Plin. ihn den Zeitgenossen des Apelles zuzählt (§. 108), ihn also in die Zeit des Philipp und Alexander setzt. Auch die Zusammenstellung der Künstler bei Cicero Brut. 18, 70 (S.Q. 1067) spricht für diese spätere Zeit (Zeuxis, Polygnotus, Timanthes... at in Aetione, Nicomacho, Protogene, Apelle iam perfecta sunt omnia). Die Zeit der Thätigkeit seines Schülers Philoxenus kann nicht genau bestimmt werden, da das Bild, welches dieser für den König Kassander malte (eine Schlacht des Alexander gegen Darius), möglicherweise vor Annahme des Königstitels (Ol. 118, 3) gefertigt worden ist. Jedenfalls spricht sie aber nicht für eine frühere Ansetzung des Nikomachus. Wir werden demnach die Thätigkeit dieses Künstlers nicht viel vor der Blüthe des Aetion (Ol. 107) beginnen lassen dürfen. Die Richtigkeit dieser Ansetzung erweist sich durch eine Notiz von

Pseudo-Plutarch ñeqì ảo×ýσews 186, 10 (vgl. Gildemeister und Bücheler Rh. Mus. 27, 520 ff.), auf welche ich nachträglich von Brunn aufmerksam gemacht werde. Dort wird erwähnt, dass N. nach 40 Jahren künstlerischer Thätigkeit für Antipater ein Bild gemalt habe, und unter Antipater ist jedenfalls der Aeltere dieses Namens (Ol. 114, 1115, 2) zu verstehen (a. O. 537).

Aristides Thebanus dagegen ist nach Plin. 35, 72 zur Zeit des Zeuxis Schüler des Euxinidas gewesen. Zeuxis blühte nach Plin. 35, 62 Ol. 95 oder richtiger Ol. 86-96 (Brunn KrG.II, 72). Vor Ol. 104 war A. Lehrer des Euphranor (cf. Plin. 35, 111. 128 und 34, 50). Für Mnason fertigte er eine Perserschlacht. Dieser wird kaum vor Ol. 100 geboren sein, da er sich nach Aristoteles polit. 5, 4 Ol. 105, 3 zu verheirathen gedenkt. Wann er sich der Herrschaft bemächtigt hat, ist nicht genau zu bestimmen, wahrscheinlich aber zu derselben Zeit wie Aristratus und viele Andere, also zu Beginn der Regierung Philipps (Ol. 105, 2), nach Urlichs Rh. Mus. 25, 510 f. ca. Ol. 110, 3. Doch kommt dieser Zeitpunkt nicht besonders in Betracht, da das Bild schon vor der Anmassung der Tyrannis gemacht sein kann. Dass dies wenigstens vor Ol. 110 geschehen ist, wird durch folgende Beobachtung wahrscheinlich. Asklepiodor war schlecht gerechnet ein älterer Zeitgenosse des Apelles, da ihn dieser in symmetria bewunderte (Plin. 35, 107 & 80). Des Apelles selbständige Thätigkeit beginnt in Sikyon, wo er mit Melanthius für Aristratus arbeitete, also um Ol. 105, 2. Die Blüthe des Asklepidor bis über Ol. 110 dauern zu lassen, wird danach nicht wohl angehen und die 12 Götter wird A. für Mnason (Plin. 35, 107) vor Ol. 110 gemalt haben, also früher als der Letztere nach Urlichs Tyrann war. Ueber genügende Mittel verfügte Mnason schon vor Ol. 110, wie Urlichs selbst bemerkt, da er vor dieser Ol. in Athen 1000 Sklaven ankaufen konnte, so dass die hohe Summe, welche für die Zwölfgötter gezahlt wurde, uns nicht nöthigt ihre Fertigstellung nach Ol. 110 anzunehmen, wo Mnason möglicherweise erst die Tyrannis und neue Mittel erworben hatte. Ein Bild der Leontion, welches Plin. dem Aristides ausserdem beilegt, kann nicht das Werk unseres A.

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