Immagini della pagina
PDF
ePub

Isidor bei Plinius 1. 2-6.

Ueber die Art der Quellenbenutzung des Plinius sind bis jetzt nur Vermuthungen aufgestellt worden. Denn beweisend können Behauptungen nicht genannt werden, die sich nur auf Einzelbemerkungen stützen. Bei einem so weitschichtigen Werk, wie das des Plinius ist, wird man eine durchgehende Gleichmässigkeit der Kompilation überhaupt nicht erwarten dürfen. Es ist vielmehr nothwendig, für jedes einzelne Gebiet gewisse Eigenthümlichkeiten der Quellenbenutzung festzustellen. Ist man damit zum Abschluss gelangt, so wird durch die Vergleichung der gefundenen Resultate ein einigermassen sicheres Urtheil gewonnen werden können. Um einen Anfang zu machen soll im Folgenden etwas genauer die Art der Benutzung des Isidor, Agrippa und Varro durch Plinius betrachtet werden.

Wir beginnen mit Isidor. Ueber ihn habe ich gehandelt de Varrone et Isidoro etc. (Ritschl acta t. III), wo gezeigt wurde, dass er erst bei der zweiten Recension der plin. Encyklopädie verwerthet worden ist. Ich habe bei wiederholter Vergleichung nicht Anlass gefunden von der ausgesprochenen Ansicht im Allgemeinen abzugehen, nur möchte ich sie nicht mehr mit voller Sicherheit für den letzten Theil der Chorographie des Plinius aufrecht erhalten. Ich gebe die Möglichkeit zu, dass Plinius seinen Autor, den er im Laufe der Arbeit kennen lernte und aus dem er in den schon abgefassten Theil Nachträge einschob, in den letzten Büchern gleich bei der ersten Abfassung zu Rathe gezogen hat. Da ich nicht die Absicht habe früher Gesagtes zu rekapituliren, so begnüge ich mich damit, die schon abgedruckten Fragmente einfach zu citiren;

Oehmichen, Plinianische Studien.

1

nur die in jener Schrift nicht aufgeführten werde ich ausschreiben.

1) 2, 242-246. Ebenfalls auf Isidor wird zurückzuführen sein §. 247, die Angabe des Eratosthenes über Länge und Breite der Erde. Darauf weist die unmittelbare Verbindung mit dem Vorhergehenden, besonders aber der Ausdruck des Plinius: Eratosthenes in omnium quidem literarum subtilitate in hac utique praeter ceteros sollers, quem cunctis probari video.

2) 4, 121. [Longitudinem Europae Artemidorus atque Isidorus a Tanai Gades (LXXVII) XIIIIM prodiderunt.] Vermuthlich ist das Mass, das Polybius giebt, gleichfalls aus Isidor entlehnt. Denn dass der Letztere direkt benutzt worden sei, ist sehr zu bezweifeln, vgl. Agrippa zu 5, 9 und das folgende Fragment.

3) 5, 40. [Polybius et Eratosthenes diligentissimi existimati ab oceano ad Carth. magnam (XI) M, ab ea Canopum, Nili proxumum ostium (XVI) XXVIII M fecerunt, Isidorus a Tingi Canopum (XXXV) XCVIIII M, Artemidorus XLM minus quam Isidorus.] Dass hier Polybius und Eratosthenes aus einer vermittelnden Quelle entnommen sind, ist augenscheinlich.

4) 5, 47. adhaeret Asia [——] Maria (excl.).

5) 5, 129. [huius circuitum . . . Timosthenes CC] cf. fr. 34.

6) 4, 102. [circuitu . . . tradunt]. Der Nachtrag ist kenntlich an der geänderten Konstruktion.

7) 4, 9. Peloponnesus . . . inter duo maria Aegaeum et Jonium, platani folio similis, [propter angulosos . . . adicit]. Der Anfang des Satzes lässt einen ganz anderen Schluss erwarten. Ein Ausdruck wie sita est ist doch wohl nach inter duo maria etc. erforderlich. Das Verbum wurde gestrichen, um das Ganze mit dem fr. des Isidor zu einem Satze zu verbinden.

8 und 17) 5, 132. Rhodus circuitu CXXV M, [aut si potius Isidoro credimus CIIIM] habitata urbibus Lindo, Camiro, Jalyso, nunc Rhodo. distat ab Alexandria Aegypti [DLXXXIIIM, ut Isidorus tradit, ut Eratosthenes CCCCLXVIIIM], ut Mucianus etc. Die Masse hat Plinius wohl zunächst nach seiner Hauptquelle

Isidor bei Plinius 1. 2-6.

Ueber die Art der Quellenbenutzung des Plinius sind bis jetzt nur Vermuthungen aufgestellt worden. Denn beweisend können Behauptungen nicht genannt werden, die sich nur auf Einzelbemerkungen stützen. Bei einem so weitschichtigen Werk, wie das des Plinius ist, wird man eine durchgehende Gleichmässigkeit der Kompilation überhaupt nicht erwarten dürfen. Es ist vielmehr nothwendig, für jedes einzelne Gebiet gewisse Eigenthümlichkeiten der Quellenbenutzung festzustellen. Ist man damit zum Abschluss gelangt, so wird durch die Vergleichung der gefundenen Resultate ein einigermassen sicheres Urtheil gewonnen werden können. Um einen Anfang zu machen soll im Folgenden etwas genauer die Art der Benutzung des Isidor, Agrippa und Varro durch Plinius betrachtet werden.

Wir beginnen mit Isidor. Ueber ihn habe ich gehandelt de Varrone et Isidoro etc. (Ritschl acta t. III), wo gezeigt wurde, dass er erst bei der zweiten Recension der plin. Encyklopädie verwerthet worden ist. Ich habe bei wiederholter Vergleichung nicht Anlass gefunden von der ausgesprochenen Ansicht im Allgemeinen abzugehen, nur möchte ich sie nicht mehr mit voller Sicherheit für den letzten Theil der Chorographie des Plinius aufrecht erhalten. Ich gebe die Möglichkeit zu, dass Plinius seinen Autor, den er im Laufe der Arbeit kennen lernte und aus dem er in den schon abgefassten Theil Nachträge einschob, in den letzten Büchern gleich bei der ersten Abfassung zu Rathe gezogen hat. Da ich nicht die Absicht habe früher Gesagtes zu rekapituliren, so begnüge ich mich damit, die schon abgedruckten Fragmente einfach zu citiren;

Oehmichen, Plinianische Studien.

1

nur die in jener Schrift nicht aufgeführten werde ich ausschreiben.

1) 2, 242-246. Ebenfalls auf Isidor wird zurückzuführen sein §. 247, die Angabe des Eratosthenes über Länge und Breite der Erde. Darauf weist die unmittelbare Verbindung mit dem Vorhergehenden, besonders aber der Ausdruck des Plinius: Eratosthenes in omnium quidem literarum subtilitate in hac utique praeter ceteros sollers, quem cunctis probari video.

2) 4, 121. [Longitudinem Europae Artemidorus atque Isidorus a Tanai Gades (LXXVII) XIIIIM prodiderunt.] Vermuthlich ist das Mass, das Polybius giebt, gleichfalls aus Isidor entlehnt. Denn dass der Letztere direkt benutzt worden sei, ist sehr zu bezweifeln, vgl. Agrippa zu 5, 9 und das folgende Fragment.

3) 5, 40. [Polybius et Eratosthenes diligentissimi existimati ab oceano ad Carth. magnam (XI) M, ab ea Canopum, Nili proxumum ostium (XVI) XXVIII M fecerunt, Isidorus a Tingi Canopum (XXXV) XCVIIII M, Artemidorus XLM minus quam Isidorus.] Dass hier Polybius und Eratosthenes aus einer vermittelnden Quelle entnommen sind, ist augenscheinlich.

[—

4) 5, 47. adhaeret Asia [-] Maria (excl.).
5) 5, 129. [huius circuitum

fr. 34.

[ocr errors]

Timosthenes CC] cf.

6) 4, 102. [circuitu . . . tradunt]. Der Nachtrag ist kenntlich an der geänderten Konstruktion.

[ocr errors]

7) 4, 9. Peloponnesus . . . inter duo maria Aegaeum et Jonium, platani folio similis, [propter angulosos . adicit]. Der Anfang des Satzes lässt einen ganz anderen Schluss erwarten. Ein Ausdruck wie sita est ist doch wohl nach inter duo maria etc. erforderlich. Das Verbum wurde gestrichen, um das Ganze mit dem fr. des Isidor zu einem Satze zu verbinden.

8 und 17) 5, 132. Rhodus circuitu CXXV M, [aut si potius Isidoro credimus CIIIM] habitata urbibus Lindo, Camiro, Jalyso, nunc Rhodo. distat ab Alexandria Aegypti [DLXXXIIIM, ut Isidorus tradit, ut Eratosthenes CCCCLXVIIIM], ut Mucianus etc. Die Masse hat Plinius wohl zunächst nach seiner Hauptquelle

oder Mucian angegeben und darauf erst die des Isidor nachgetragen.

.

9) 5, 150. [a Calchadone . . . tradit]. Ein Zusatz am Schluss ganz ohne Verbindung mit dem Vorhergehenden. 10) 5, 127. [Ex Asia. . . vocatam] wie 9.

...

11) 6, 36. [Non minus . . . detrahit XXVM]. Angabe des Masses vor andern Massen eingeschoben.

12) 6, 70. [Artemidorus . . . tradit]. Offenbarer Zusatz. 13) 6, 163 f. [Timosthenes . . . usque] wie 11.

14) 6, 183. [Nam Timosthenes... Art. DCM]. Hier scheint auch der vorhergehende Abschnitt von primus Dalion an eingeschoben zu sein. Er passt nämlich gar nicht zum Vorhergehenden, da die Massangaben doch sogleich folgen müssten, wenn sie überhaupt angegeben werden sollten. Sie sind aber nicht unbedingt nöthig und der Satz Simili modo et de mensura varia prodidere stimmt ganz gut mit verum omnis haec finita disputatio est eqs.

15) 6. 207. [universus . . . tradidit].

16) 4, 77. [Artemidorus . . . facit.] Mitten unter andern Massen. Das Fragment des Polybius geht vermuthlich auch auf Isidor zurück (vgl. fr. 2). Dass es ein Zusatz ist, wird man nicht wohl bezweifeln können. Mit Auslassung dieser Stelle ist die Satzverbindung tadellos.

17) cf. fr. 8.

18) 5, 135. Samos [aut ut Isidorus CM]. Der Einschub ist nicht zu verkennen, cf. fr. 37.

19) 5, 136, cf. fr. 38.

20) 5, 140. Aus Isidor stammt vielleicht bloss [ut Isidorus CLXVIIIM].

21) 3, 75 [ultra Siciliam quod (sc. mare) est ad Sallentinos Ausonium Polybius appellat, Eratosthenes autem inter ostium oceani et Sardiniam quicquid est Sardoum, inde ad Siciliam Tyrrenum, ab hac Cretam usque Siculum, ab ea Creticum]. Es ist augenscheinlich, dass das Vorhergehende aus einer andern Quelle stammt. Während hier die Namengeber speciell genannt sind, finden sie sich dort nur allgemein mit Graeci und nostri bezeichnet. Ferner ist dort angegeben: ex Graecis alii Tyrrenum vocant, hier: Eratosthenes Tyrrenum

« IndietroContinua »