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Das würde eine wochenlange Arbeit erfordern, zu der ich jetzt weder Zeit noch auch Lust habe, da ich sie für überflüssig halte. Eine sorgfältige Quellenuntersuchung der geoponischen Theile des plin. Werks, das sei hier hinzugefügt, würde nicht allein an und für sich sehr lohnend sein, weil gerade in diesem Gebiet durch erhaltene Schriften ein grösserer Anhalt geboten ist, sondern sie wäre auch zur Aufklärung der übrigen Theile von nicht zu unterschätzender Wichtigkeit. Für das ganze Werk des Plinius also, das ist unser Resultat, haben wir keinen Grund eine Zusammenreihung von Excerpten anzunehmen. Wer im einzelnen Falle Excerptenrubriken konstatiren will, muss Beweise bringen. Eine Berufung auf andere Theile der N. H. ist nicht gestattet.

Das 37. Buch und seine Quellen.

Maecenas und Xenocrates von Ephesus.

In der Einleitung giebt Plinius an, dass sein Werk aus 36 Büchern bestehe, während es jetzt 37 zählt. Um diesen Widerspruch zu erklären, hat man behauptet, dass der Neffe des Plinius bei der Herausgabe des Werkes nach dem Tode des Verfassers das vorher den einzelnen Büchern vorausgesetzte (cf. 18, 23) Quellenverzeichniss mit dem Inhaltsverzeichniss als Buch 1 verbunden und dadurch die Bücherzahl auf 37 erhöht habe. Diese Behauptung ist unbegründet. Plinius hat vielmehr selbst schon das Inhaltsverzeichniss als 1. Buch gerechnet. Das geht unzweifelhaft aus seinen Citaten hervor, z. B. 37, 13. 62. Vgl. Detlefsen Philol. 28, 707. Urlichs Jahrbücher 1857, 340 glaubt, die Zahl von 37 Büchern sei entstanden durch Trennung der Bücher 14 und 15, die ursprünglich nur ein Buch ausmachten, vgl. Chrest. p. XIV, wo dasselbe vom 17. Buch behauptet wird. Allein es kann nicht bewiesen werden, dass diese Bücher erst nach dem Tode des Plinius getrennt worden seien. Im Gegentheil hat wahrscheinlich schon Plinius selbst Bücher, die im Laufe der Arbeit allzusehr angeschwollen waren, nachträglich getheilt. So ist auch Buch 3 und 4 und vielleicht auch 5 und 6 getheilt worden, cf. de V.

et J. p. 10. Dasselbe könnte auch von andern Büchern bewiesen werden. Wir müssen also nach einem andern Erklärungsgrund suchen. Ich meine, das 37. Buch ist von Plin. ursprünglich nicht beabsichtigt gewesen und erst nachträglich von ihm gefertigt worden. Es können für diese Ansicht einige Beweisgründe vorgebracht werden.

Plin. sagt 36, 200: Et peractis omnibus quae constant ingenio, arte naturam faciente, succurrit mirari nihil paene non igni perfici. Diese Worte sind offenbar am Schluss des 36. B. an unrechter Stelle, sie haben ihren rechten Platz nur am Schluss des ganzen Werks. Entweder muss also Buch 37 ursprünglich vor dem 36. gestanden haben oder nachträglich hinzugefügt worden sein. Das Erstere ist aber nicht anzunehmen, weil die Disposition des Werkes dagegen spricht. Plin. darf wohl die Nachrichten über die Gemmen als ein besonderes Buch der Beschreibung der Steine im 36. B. nachfolgen lassen, darf sie aber nicht vorausnehmen. Also schloss Buch 36 ursprünglich das Werk. Auf dieselbe Ueberzeugung werden wir geführt durch den Anfang von Buch 35: Metallorum quibus opes constant adgnascentiumque is natura indicata propemodum est. . . . restant terrae ipsius genera lapidumque vel numerosiore serie, plurimis singula a Graecis praecipue voluminibus tractata. Plin. giebt hier an, dass die eine Hälfte der Mineralogie absolvirt ist; die andere soll folgen. Jede Hälfte umfasst zwei Bücher. 1. Hälfte Gold und Silber (Buch 33), Kupfer (B. 34), 2. Hälfte = Erdarten (B. 35), Steine (B. 36). Hätte Plin., als er dies schrieb, die Absicht gehabt über die Gemmen ein besonderes Buch zusammenzustellen, so hätte er diese Absicht gleich hier erwähnen müssen. Auch der Anfang von B. 36 scheint auf einen Ausschluss oder wenigstens auf keine abgesonderte Behandlung der Gemmen hinzudeuten: Lapidum natura restat, hoc est praecipua morum insania, etiam ut gemmae cum sucinis atque crystallinis murrinisque sileantur.

Unsere Auslegung der angeführten Stellen wird bestätigt durch die plin. Darstellung selbst. Es ist bekannt und wir haben bei den früheren Untersuchungen einigemal darauf hingedeutet, dass Plin. nicht die Absicht hat sich zu wieder

holen. Wenn er auf einen schon besprochenen Gegenstand zurückkommt, so verweist er auf das früher Gesagte. Dass er im letzten Theile seines Werks das gleiche Princip befolgt, ist ersichtlich aus 37, 177 wo es heisst: De obsiano lapide diximus priore libro. Im 37. B. bringt er nun aber Mehreres, was schon im 36. B. zu finden war, ohne dass er sich dieses Umstandes erinnert. So 36, 139 ostracitae similitudinem testae habent und 37, 177 ostracias sive ostracitis est testacea, ferner 36, 143 Spongitae lapides inveniuntur in spongeis et sunt marini und 37, 182 Spongitis nomen suum repraesentat. Sodann 36, 146 Sotacus e vetustissimis auctoribus quinque genera haematitarum tradit praeter magnetem: principatum dat ex iis Aethiopico oculorum medicamentis utilissimo et iis quae panchresta appellat, item ambustis und 37, 169 Haematitis in Aethiopia principalis est. Schliesslich 36, 61 (alabastrites) nascitur circa Thebas Aegyptias et Damascum Syriae. hic ceteris candidior, probatissimus vero in Carmania, mox in India, iam quidem et in Syria Asiaque und 37, 143 Alabastritis nascitur in Alabastro Aegypti et in Syriae Damasco, candore interstincto variis coloribus. Ausserdem vergleiche man noch 36, 59 = 37, 90 (onyx), 36, 62 37, 92 (alabandicus), 36, 137 = 37, 189 (pyrites), 36, 146 37, 144 (androdamas), 36, 14737, 186 (hepatites), 36, 148 = 37, 99 (anthracites), 36, 149 = 37, 187 (aetitae). Es mögen unter den zuletzt bezeichneten Stellen die beiden Begriffe im B. 36 und 37 sich nicht allemal decken (so besonders 36, 5937, 90); dann hatte aber Plin. um so mehr die Pflicht auf das früher Gesagte zu verweisen, gerade so wie beim Obsian 37, 177. Jedenfalls beweist diese grosse Anzahl von Verstössen gegen sein Princip, dass er nicht das gewöhnliche Verfahren innegehalten hat. Wir dürfen daraus folgern: Entweder hat Plin. das 37. B. nach dem Jahr 77 ganz neu abgefasst und hinzugefügt, oder er hatte von den Gemmen schon im 36. B. gehandelt, als er sich entschloss diese Materie zu einem Buche zusammenzufassen. Er hätte im letzteren Falle alles Wesentliche später aus dem 36. B. ausgeschieden, einen Theil jener oben genannten Stellen aber zu tilgen vergessen. Mag man den einen oder den andern Fall annehmen, so viel geht

Oehmichen, Plinianische Studien.

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wenigstens auch aus der plin. Darstellung selbst mit Sicherheit hervor, dass der Schriftsteller von Anfang an nicht die Absicht gehabt haben kann die Gemmen in einem gesonderten Buche abzuhandeln.

Nur eine einzige Stelle scheint gegen unsere Behauptung zu sprechen, nämlich 33, 22: Multis hoc modis ut cetera omnia luxuria variavit gemmas addendo exquisiti fulgoris censuque opimo digitos onerando, sicut dicemus in gemmarum volumine, mox et effigies varias caelando, ut alibi ars alibi materia esset in pretio. Wenn man die oben angegebene Möglichkeit einer späteren Ausscheidung der Gemmen aus dem 36. B. zugiebt, so können diese Worte keinen grossen Anstoss mehr gewähren, dann haben wir einfach zu interpretiren: In dem Buche, wo wir (über die Steine und im Anschluss an diese) über die Gemmen sprechen werden. Wenn man aber diese Möglichkeit nicht statuiren will, so habe ich zwar keine andere Erklärung, glaube aber doch, dass man gegenüber den verschiedenen oben angeführten Argumenten die genannte Stelle nicht allzusehr urgiren darf.

1. Römische Quellen. In der Einleitung zu diesem Buche §. 1-20 werden vorzüglich römische Verhältnisse erwähnt. Es ist demnach vorauszusetzen, dass auch Römer die Gewährsmänner des Plin. sind. Damit stimmt vortrefflich, dass nur Römer in der Einleitung citirt werden, sonst fast gar nicht mehr und dass eine Benutzung griechischer Quellen, welche erst §. 24 genannt werden, vor §. 21, dem Beginn der eigentlichen Beschreibung, nicht gut stattgefunden haben kann. Wir untersuchen zunächst die Quellen zur Einleitung. Urlichs Quellenregister 1878 p. 17 folgert, dass wir dem Varro die Nachrichten über die älteren Besitzer 'von Gemmen und die Künstler insgesammt zuschreiben dürfen, weil dieser ausdrücklich angeführt werde. Es thut mir leid in diesem Punkte widersprechen zu müssen. Ich glaube vielmehr, dass Varro im 37. B. gar nicht direkt benutzt worden ist. Das einzige Citat, welches sich § 11 findet, lautet: ut Varro aliique aetatis eius confirmant. Da nun Plin., der seine Quellen zu nennen nie versäumt, andere Zeitgenossen des Varro nicht angiebt, so ist klar, dass er sein Referat nicht nach ihnen, also auch

nicht nach Varro bringt, sondern nach einem jüngeren Schriftsteller, der seinerseits schon die verschiedenen Berichte zusammengefasst hatte. Auch der Text spricht nicht für eine direkte Benutzung des Varro. Wenn dieser nämlich die Nachrichten über die ältesten Besitzer u. s. w. dem Plin. überliefert hätte, müssten Zusätze aus einem späteren Autor angenommen werden. So für alle Angaben, die sich auf die augustische Zeit beziehen, also §. 4 Schluss, §. 8 Schluss, §. 10 und wohl auch §. 11 Schluss, da der Tempel des Apollo Palatinus erst im Jahr 726 geweiht wurde und die Angabe sich auch wohl auf dieses Jahr bezieht, wie Urlichs S. 18 selbst bemerkt. Zusätze hat ja nun Plin. häufig genug gemacht, sie lassen sich aber fast durchweg als solche erkennen, wie z. B. in unserem Buche die aus Bocchus. Das Gleiche ist in den angegebenen Stellen aber nicht der Fall. Sie sind vielmehr innig mit dem Vorausgehenden verbunden sowohl dem Sinne nach als auch theilweise äusserlich durch die Verknüpfung mit que. So lange also die oben gekennzeichnete Art der plin. Kompilation nicht als unrichtig bewiesen wird, können verschiedene Quellen in den genannten Partien nicht angenommen werden. Auch darauf darf man sich nicht berufen, dass mit Varros Namen der Index beginnt. Der Hauptautor des Plin. hat zwar nach dem Brunnschen Gesetz in der Regel seinen Platz zu Anfang der Liste, aber es muss nicht immer der Erste sein. Plin. benutzt im Gegentheil öfter seinen Gewährsmann von Anfang an, ohne ihn zu nennen. Erst später, wenn er in der zuerst benutzten Quelle einen andern Autor citirt fand, oder wenn er einen andern selbst konsultirte, scheint Plin. die Liste begonnen zu haben, so dass nicht immer der zuerst ausgeschriebene Gewährsmann den ersten Platz erhielt. Dies lässt sich z. B. erkennen im 3. B. Dort stehen im Index die Autoren in folgender Ordnung: Turranius Gracilis, Cornelius Nepos, T. Livius, Cato cens., M. Agrippa, M. Varro, im Text aber in dieser: Turranius Gracilis §. 3, T. Livius ac Nepos Corn. §. 4, (Cato fehlt), M. Agrippa §. 8, M. Varro §. 8 und doch ist der auctor primarius Varro schon vor Turranius Gracilis verwerthet worden, nämlich §. 3 und dann wieder §. 4, cf. de V. et J. fr. 2 u. 3. Ebenso verhält es sich im 6. B.

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