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eines nicht Gestorbenen, auf die wieder ein Tod erfolgt sei *). Denn es leuchtet ein, daß dieselbige Beziehung , welche zwischen dem Inhalte der Worte Jesu von sich selbst und der Auferstehung Statt findet, auch den Zusammenhang der Auferstehung init der Himmelfahrt fest begründet. Denn gerade insofern schließt sich die Auferstehung an die Bezeichnung des eigenthůmlich gåttlichen Karakters Christi als Mitt: lers an, als sie das Unterpfand eines voll-persónlichen, himmlisch-leiblichen Lebens ist.

Die Gründe, mit welchen der Razionalismus nun die Wahrheit einer solchen Auferstehung, welche auf wahren Tod gefolgt ist, und auf welche wahre Himmelfahrt gefolgt ist, bestreitet, werden schon dadurch verdåchtig, daß sie grdßtentheils unter dem Einflusse des schiefen Gesichtspunkts, als könne die Auferstehung nur ein åußeres Nebenwerk der christlichen Religion sein, welches als unwichtig darzustellen, sogar razional-religiós sei, aufgestellt sind, denn dieser Ges sichtspunkt konnte unmöglich den Blick für den einfachen Zus sammenhang und die hohe Glaubwürdigkeit dieser Geschichte offen erhalten. Aus diesem Grunde kann es nicht Pflicht der Polemit sein, die einzelnen Gründe des Nazionalismus gegen die Auferstehung als göttliches Wunder ausführlich zu widerlegen. Doch ist zu bemerken, daß sie sich nur auf folgende zwei reduziren : 1. Es ist wahrscheinlich, daß Jesus am Kreuze nicht gestorben sei. 2. Es ist wahrscheins lich, daß Jesus nadı seiner Wiederbelebung wieder gestorben sei. Es ist genügend hierauf Folgendes zu antworten : 1. Das Erste wurde mit den Worten Jesu streiten, welcher wieder: holt versichert hat, er würde getödtet werden, und eine Uns wahrheit in dieser Aussage stimmt nicht mit dem Karakter der Wahrhaftigkeit, den der Razionalismus selbst Jesu beilegt. Eine Täuschung in Ansehung seines Lodes, von welchem Jesus doch behauptet, daß er zum Heile der Welt nothwendig sei, würde ihm den Karakter der Schwärmerei aufprägen, wiederum gegen die Vorausseßzung des Razionalismus, welcher Jesus für den Vernünftigsten aller Mensdhen erklärt. Die Annahme, daß die angeführten Vorausfagungen nicht von Jesus herrühren, ist wilführlich. 2. Die Wahrscheinlichkeit, daß Jesus nicht in verklarter beiblichkeit die Erde verlassen habe, wird vorzüglich darauf gegründet, daß Matthäus und Johannes die Himmelfahrt nicht erzáhlen *). In Ansehung des zweiten ist dieser Umstand ganz gleichgültig, da dieser Evangelist von Jesus ausdrücklich er: zählt, daß er gesagt habe, er werde auffahren (Joh. 20,17),

*) So von Ammon Fortbildung des Christenthums zur Weltre:

ligion, 2te Ausg. Th. 2. S. 19, wo von dem, der „die uns wahrscheinlichkeit einer mittelbaren Wiederbelebung Jesu für etwas nie flar zu Beweisendes hält (d. h. ohne Zweifel, etwas deutlicher gesagt, der Jesus für nicht wirklich aufer: standen hält), behauptet wird, „er könne doch vollkommen gewiß sein, daß Jesus von den Todten erweckt sei durch die Herrlichkeit des Vaters.“ Welch eine unerquickliche Verbin: dung des Zweifels und des Nichtglaubens mit der Behaup: tung und dem Ausdrucke des Glaubens! Und wie viel kon: requenter der neuere spekulative Deismus, der dreisthin sagt: Es ist erdichtet.

*) So V. Ammon a. a. D. S. 15: „Matthäus und Johannes

ziehen also über dieses große Greigniß vorsäßlich einen Schleier. – Uber kurze Zeit nach der Bekanntmachung der ersten Lebensbeschreibung Jesu, welche Matthäus_in der Lan: dessprache entworfen hatte, muß sich in der Muttergemeine zu Jerusalem und namentlich unter den Hellenisten dersels ben, mit welchen in der Folge Lufas in Verbindung trat, eine andere Ansicht gebildet haben. S. 17. Zwei seiner mit: telbaren Schüler hingegen, und namentlich Lukas, weisen die den pharisäischen Rigoristen verhaßte Nachricht (?) von der Zurüdgezogenheit Jesu in Galiläa stillsdyweigend zurück, und lassen ihn auf dem Delberge, der neuen Deutung einer alten Weissagung gemäß (Bachar. 14, 4) (?) in den Himmel entrüdt werden“

und es völlig undenkbar ist, daß der Evangelist Jesus eine Vorhersagung ausspredjen lasse, deren Erfüllung er seinen Lesern hátte zweifelhaft lassen wollen. Was Matthäus bes trifft: so deutet schon das von ihm angeführte Wort Jesu: Ich bin bei euch bis an der Welt Ende, auf ein Nahesein von einem himmlisden Zustande aus, dagegen nur mit der Xußersten Gezwungenheit dies von dem Wirken Jesu von einem verborgenen Orte auf der Erde aus zu verstehen ist. : Ist nun auf diese Weise klar, daß die Thatsache der Auferstehung sidh auf das Innigste an den Inhalt der Worte Jesu anschließt, und von demselben gar nicht zu trennen ist: so beleuchten sich beide gegenseitig in Bezug auf den Karakter des Wunders, der beiden (djon für sich einwohnt. Denn daß Jesus sich, in voller Uebereinstimmung mit seiner fittlidyen Volkommenheit und belebenden Einwirkung auf das Innere der Menschen, als den fåndlosen Mittler zwischen Gott und Menschen bezeichnet, setzt an sich schon das Wunder seines vollen und wesentlichen Eingseins mit Gott voraus. Daß er auferstanden ist, nachdem er gestorben war, ist nichts Andes res als die äußere Seite eben dieses Wunders, und dadurch steht der ganze historische Christus als Ein wahres gåttlis ches Wunder da, nur nicht als ein absolutes, da er von einem Weibe geboren ist. Dieses Wunder nun ist der Haupts gegenstand des christlichen Glaubens, und die Kirche hat dieses Wunder früher als die Erzåhlungen der Evangelisten von den Wunderwerken Christi. Denn die Auferstehung wurde gepredigt, ehe die Evangelien gesdyrieben waren. An die Aufs erstehung konnte man glauben, ehe man von den Wunderwer: ken Christi Kunde bekam. Man mußte sdon an sie glauben, auch ohne diese sdon in ihrem vollen Lichte sehen zu können. Denn selbst die, welche sie mit ihren Augen gesehen hatten, und die, laut der Geschichte, dadurch nur auf sehr unvollfommene Weise zum Glauben an den Heiland gekommen waren, fahen sie nach seiner Auferstehung und der sich an sie ansdyließenden Geistesmittheilung nun erst in ihrem wahren

Lichte. Statt also von den Wunderwerken Christi und ihrer unvollkommenen Wirkung aus auf die Untüchtigkeit auch der Auferstehung, den Glauben zu erwecken, zu schließen, wie der Razionaliðinus gegen die Geschichte und gegen die Erfahrung der Kirche thut, soll man vielınehr von der Thats sache der Auferstehung aus und der durch sie zum Glauben gebrachten Welt auf die redite Bedeutung der Wunderwerke Christi zurückschließen. Jetzt erscheinen sie anders. Da Christus selbst als das wahre, persönliche, göttliche Wunder dasteht und als der Herr des Lebens erwiesen ist, erscheinen seine Wunder als natürliche Lebensáußerungen seiner Persönlichkeit, als wahre Wunder, vollbracht aus seinem Eins. fein mit Gott heraus, als Werfe seines Vaters *). Jest erkennen wir sie, nach dem Maaße čer in ihnen sich aussprechenden göttlichen Bereitwilligkeit, auch vermittelst des Irdischen der Seele vorbereitend zu helfen, als theure Mits beweise seiner Herrlichkeit (Joh. 2, 11) **). Hieraus läßt ridh leicht beantworten, was der Nazionalismus von der Unmöglichkeit, gottliche und dåmonisdie Wunder von einander zu unterscheiden, und von dem sein sollenden Widerspruche

*) Joh. 10, 37, 38. Ei oủ 101ų : žnye toở natpós quov, un

TULOTEÚEté quo1. El 101ố, xàv {uoi un 110tɛúnta, vois êpγοις πιστεύσατε· ίνα γνώτε και πιστεύσητε, δτι εν εμοί και

πατήρ καγώ εν αυτώ. **) Wizenmann, die Geschichte Jesu nach dem Matthäus als

Selbstbeweis ihrer Zuverlässigkeit. Mit Vorr. 8. Kleuter. 1789. S. 57: „Diese einzige Thatsache (die Erscheinung eines Christus, wie ihn das Judenthum zeichnet und das Christenthum darstellt) ist das Wunder aller Wunder, ihre Quelle und ihr Ziel. --- Es ist das Grundfaktum, woraus die anderen Wunder natürlich fließen und zu natürlicher Thatjache werden; so wie die Sdöpfung das Grundfaktum ift, nach dem wir nun die Dauer, Veränderung und Fortpflanzung der Dinge natürlich nennen. Vgl. meine Apologetik S. 85, Nißsch Sy: ftem 3te Ausg. . 34.

der Aussprüche Jesu über den Werth seiner Wunder geltend machen will *). Und so dürfen wir wohl aus dem Vorigen den Schluß ziehen, daß die Wunderwerke Christi zwar eine selbstständige primare Bedeutung nicht für den Glauben der Kirche haben; aber eine hohe unvergångliche, befestigende und belebende Kraft durch ihre Beziehung zu dem Ganzen der Person Christi. Derjenige, welcher in Ansehung ihrer Zweifel håtte, könnte immer noch rechtgläubig sein, solange er den wahren Tod und die wahre Auferstehung Christi glaubt ; nicht umgekehrt.

Aus diesen Auseinandersetzungen ergiebt sich nun die Göttlichkeit des Worts Christi im eigentlichen Sinne. Denn die eigenthümliche Lebendigkeit dieses Worts und die Aufs erstehung Christi, zusammengenommen, beweisen, daß die Worte Christi nicht aus der Vernunft, wie sie allen Mens schen gemein ist, sondern aus einem wesentlichen und schlechts hin einzigen Einssein Jesu mit dem Vater allein geflossen sind, und darum sind sie Gottes Wort im eigentlichen Sinne, in einem solchen, wie das Vernünftige an sich nicht Gottes Wort ist, nåmlich so daß jenem Worte als solchem zu glauben eben so vernünftig als religiós ist. Und eben damit sind sie ůbernatürlich entsprungen, da dieses Einssein Christi mit Gott, dieses Sein des Vaters in ihm (Joh. 19, 38) so gewiß etwas Uebernatürliches ist als Gott selbst. Und aus diesem Grunde sind sie auch Offenbarung in einem anderen Sinne als es die Natur ist, oder das Gefühl, oder gar die Vernunft selbst **). Die Begriffe Uebernatürlich und Offenbarung bleiben aber immer die abgeleiteten Begriffe, und von geringerer Wichtigkeit als der Begriff Wort Gottes. Die Befámpfung dieses großen, die ganze Schrift und das christliche Leben

*) Vgl. Wegscheider §. 49. **) Dieses in allen seinen Aussagen an Sinneswahrnehmungen

und Verstandesreflerionen gebundene Vermögen kann in einem religiösen Sinne nicht mit Recht Offenbarung genannt werden.

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