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Einleitung.

Der vorliegende Band der Recessversammlung veranschaulicht in erster Linie die zunehmende Verschärfung des Gegensatzes zwischen Ost und West innerhalb des hansischen Bundes und lässt die darauf hinwirkenden Umstände mit aller nur wünschenswerthen Deutlichkeit erkennen. Das gespannte Verhältniss zu England, welches, wie der vierte Band gelehrt, im Verein mit dem Schossstreit den ersten Grund dazu gelegt, erlitt durch die Thronbesteigung des Königs Eduard IV. am 4. März 1461 eine neue Abwandlung. Je mehr der neue Herrscher zu Beginn auf die Gemeinen seines Parlamentes Rücksicht nehmen musste, um so empfindlicher hatte der deutsche Kaufmann die volle Missgunst und Eifersucht des von London geführten englischen Handelsstandes zu fühlen. Er sah sich bereits an dem Tage nach der Erhebung von Eduard gewaltsam aus dem Besitz des ihm zustehenden Theiles des Thores von Bischopsgate vertrieben, dar dat fundament van des copmans privilegien bynnen der stat van Londen oppe staet (n. 263 § 10), und dieses Vorgehen der londoner Behörden lehrte ihn in unzweideutiger Weise, dass nicht nur der mit König Heinrich VI. vereinbarte Stillstand von 1456 hinfällig geworden, sondern auch die gesammten hansischen Freiheiten in England durch den Thronwechsel in Frage gestellt waren. König Eduard versagte denn auch nach errungenem Siege die nachgesuchte Bestätigung der Privilegien und machte die Gewährung abhängig von der vorhergehenden Erledigung der Forderungen der englischen Kaufmannschaft auf Gleichstellung der Engländer in den hansischen Gebieten mit den Hanseaten in England und auf Ausschluss des hansischen Zwischenhandels in dem Verkehr zwischen England und den ausserdeutschen westlichen Küstenlanden (n. 147). Die erste Forderung richtete sich hauptsächlich gegen Preussen und insbesondere gegen Danzig (n. 263 § 30), die zweite traf die Rhedereien der östlichen Seestädte, und so gaben beide den um Köln sich schaarenden Binnenstädten des Westens keinen sonderlichen Anstoss. Auf ihren Versammlungen zu Wesel drangen sie eifrigst auf die Veranstaltung einer Tagfahrt mit England behufs Erzielung einer Bestätigung der Privilegien, fanden jedoch bei den Genossinnen im Osten nicht das erwartete Entgegenkommen. Lübeck betrachtete sich Angesichts des Umschwungs in England folgerichtiger Weise als mit dem Inselreich wie vor 1456 im Kriegszustande befindlich, lehnte den Antrag der weseler Tagfahrt, soweit er Lübecks Mitwirkung erheischte, rundweg ab und stellte den westlichen Städten anheim, nach eigenem Ermessen zu handeln. Hamburg ertheilte denselben Rath, jedoch unter Hinweis auf den Fortgang des Krieges in Preussen, welcher den Abschluss eines endgültigen Vertrages mit England als aussichtslos erscheinen lasse, wente de Engelschen mit den van Prutzen mer dan mit allen

anderen steden van der henze to schickende hebben, so gy sulvest wol weten 1. Danzig endlich, durch den Kampf gegen den Orden vollauf in Anspruch genommen, musste sich begnügen, auf Lübeck in versöhnlichem Sinne einzuwirken. Köln und seinen Genossinnen blieb hiernach nichts übrig als allein vorzugehen, und es gelang ihnen, dem hansischen Kaufmann ungeachtet der Feindseligkeit des englischen Unterhauses eine Frist zu erwirken. Doch sollte vor Ablauf derselben eine hansische Gesandtschaft in England erscheinen, und diese Bedingung veranlasste neue Reibungen. Lübeck, welches kein grosses Vertrauen auf die Festigkeit des Thrones von Eduard setzte, verweigerte abermals seine Mitwirkung und wies sogar die Forderung auf Einberufung eines Hansetages um Englands willen kurzer Hand zurück, während Hamburg wiederum in vermittelndem Sinne der Gesandtschaft zustimmte, zugleich aber wie früher den Austrag aller Zwiste auf die Zeit nach Beendigung des preussischen Krieges verschoben wissen wollte. Die westlichen Städte entsandten daraufhin eine Botschaft, welche lediglich im Namen und Auftrag des süderseeschen Drittels verhandeln sollte, allein auch England wollte nicht abschliessen, ohne sich die Fahrt auf die Ostsee zu sichern. Die Gesandtschaft konnte den Erfolg verzeichnen, dass dem deutschen Kaufmanne eine neue Frist gewährt wurde, aber sie musste auf den Abschluss eines einseitigen Abkommens verzichten und in die Abhaltung einer allgemeinen Tagfahrt zwischen England und Hanse willigen, an welcher obendrein auch Dänemark sich betheiligen sollte.

Die mancherlei Schwierigkeiten, welche sich hiernach dem Zustandekommen dieser Tagfahrt entgegenstellten, wurden nicht ohne Zuthun des Kaufmanns in London behoben. Im Sommer 1464 sollte sie in Hamburg stattfinden, allein der Ausbruch der Pest, deren Wüthen in den Jahren 1463 und 1464 wir wiederholt begegnen, verhinderte im letzten Augenblick den Zusammentritt der Versammlung. Sie wurde in das nächstfolgende Jahr verlegt und fand in Hamburg statt, aber die Ergebnisse dieses bedeutsamen Tages waren wesentlich negativer Art. Anstatt des erhofften Ausgleichs wurde das feindselige Verhältniss einer grösseren Gruppe von Hansestädten zu England festgestellt und zugleich der bisher mühsam vertagte Streit zwischen Köln und dem Kaufmann in Brügge zu neuem Leben entfacht.

Die englischen Gesandten hatten den Auftrag, einen Frieden abzuschliessen, besassen jedoch nicht die Vollmacht, sich auf Erörterungen über Schadenersatz einzulassen. Dem gegenüber bestanden Lübeck, Bremen, Rostock und Wismar auf vorhergehende Begleichung ihrer Ersatzansprüche an England, während Köln, Hamburg und Danzig zu vermitteln suchten und in Uebereinstimmung mit den Engländern für den Abschluss eines mehrjährigen Beifriedens eintraten, während dessen Dauer die Ersatzfrage ruhen oder, wie ein zweiter Vorschlag lautete, auf einer neuen Tagfahrt erledigt werden sollte. Lübeck, gestützt auf einen Beschluss seiner Bürgerschaft, widersprach dem in bestimmtester Weise und die Verhandlungen endeten, ohne dass ein Abkommen getroffen.

Köln, tief verstimmt über den für ihn in zwiefacher Hinsicht unbefriedigenden Ausgang, handelte seitdem gemäss dem von seinem Vertreter auf der Tagfahrt verlautbarten Grundsatz, dat eme nicht behorlik duchte, dat de beholdinge der privilegie des kopmans umme der Lubeschen unde etliker anderer stede schaden scholde vorbliven (n. 712 § 27), während die geschädigten Städte die Ersatzfrage um so schärfer betonten, Hamburg dagegen, vermuthlich unter dem Beistand des mit England in Hamburg wieder ausgesöhnten Dänemark, dem deutschen Kaufmann in London eine weitere fünfjährige Frist auswirkte, binnen welcher abermals

1) N. 170, vgl. n. 211 § 2, 263 § 7.

eine hansische Gesandtschaft sich nach England begeben sollte. Danzig vermochte erst nach der Herstellung des Friedens in Preussen, mit welcher unser Band schliesst, kräftiger in diese Verhandlungen einzugreifen.

Gleichzeitig mit dem Abbruch der Friedensverhandlungen mit England gelangte auch der Schossstreit, dessen Ursprung der vierte Band dargelegt, zu einem unerfreulichen Abschluss. Der Kaufmann zu Brügge, dem die Angehörigen der westlichen Städte die Zahlung des Schosses ausserhalb von Flandern verweigerten, sah hierdurch wie durch die immer zahlreicher werdenden „fremden Läger" ausserhalb von Brügge seine Stellung in Flandern gefährdet. Seine wiederholten Mahnungen hatten bei den weseler Versammlungen keinen Erfolg, er wurde von der einen Versammlung auf die nächste vertröstet und der Austrag des Streites an den Hansetag verwiesen. Als er nun schliesslich in Hamburg ein den bremer Spruch von 1449 bestätigendes Urtheil erlangte, legten Köln, Nimwegen und Wesel Verwahrungen dagegen ein, wurden aber von den Städten abgewiesen. Köln brachte hiernach auch dem Kaufmann zu Brügge gegenüber seine Verstimmung zum Ausdruck. Ohne wie früher des Hansetages als des entscheidenden Forums zu gedenken, berief es sich nun auf seine Eigenschaft als Mitoberster der Hanse und verbot aus eigener Machtvollkommenheit die Forderung des Schosses von den Kölnern (n. 779). Als der Kaufmann trotzdem auf dem antwerper Pfingstmarkte von 1466 den hamburger Spruch zur Ausführung zu bringen versuchte, kam es zu offenem Bruch. Die Kölner verweigerten die Zahlung und fanden Schutz bei Antwerpen, worauf der Kaufmann sich mit einer Denkschrift an die östlichen Städte wandte, welche die Lage wenn auch einseitig so doch klar und anschaulich darlegt (n. 800). Die Städte, vor die Wahl zwischen Kaufmann und Köln gestellt, entschieden sich für den ersteren. Auf der lübecker Tagfahrt im Juli 1466, an welcher nur wendische Städte theilnahmen, wurden die früheren Beschlüsse über Stapel und Schoss erneuert, der Besuch der antwerper Märkte verboten und dem Kaufmann anheimgegeben, die Kölner in den Landen des Herzogs von Burgund als ausserhalb der Hanse stehend zu behandeln! Die Beschlüsse wurden zugleich den Hansestädten, mit Ausnahme von Köln, zur Nachachtung mitgetheilt. - Die Folgen dieses entscheidenden Schrittes wird der nächste Band zu behandeln haben.

Zu derselben Zeit, da die hansische Politik sich dergestalt im Westen neuen Schwierigkeiten gegenübergestellt sah, kam im Osten ein dieselbe in mannigfacher Beziehung schwer belastendes Moment in Wegfall. Am 19. Okt. 1466 bereitete der thorner Frieden dem vierzehnjährigen Kriege in Preussen ein seit langem ersehntes Ende. Wiederholt hatte er den innern und äussern Frieden auch der Hanse bedroht und sie in ihrem Handeln, namentlich auch England gegenüber, hemmend beeinflusst. Die rücksichtslose Energie, mit welcher Danzig den Krieg führte, der Gegensatz der livländischen Ordensstädte zu den polnisch gewordenen preussischen, das Ausliegerthum des letzteren wie des Ordens, die allerdings sich mehr auf Worte beschränkende Parteinahme des Königs Christian zu Gunsten der deutschen Ritter1, sie veranlassten zum öfteren Rüstungen zur Sec, scharfe Auseinandersetzungen unter den Städten und Verhandlungen der verschiedensten Art. Es galt die Ostseefahrt zu schirmen, den offenen Kampf zwischen den livländischen und preussischen Städten zu verhüten, die schlecht verhüllte Feindseligkeit zwischen Dänemark und Danzig, welche durch den Aufenthalt des vertriebenen Königs Karl von Schweden in Danzig stetig genährt wurde, zu immer neuen zeitweiligen Friedensschlüssen zu bewegen. Diese und andere fast Jahr um Jahr sich wiederholenden Aufgaben und

1) Vgl. S. 600 Anm. 2.

Misshelligkeiten jederlei Art, dann auch die Rücksicht auf die Verwicklungen mit England, bewogen Lübeck zu dem in der That gewagten und zugleich für Lübecks Stellung charakteristischen Versuch, den ohne Entscheidung sich endlos hinziehenden Kampf durch städtische Vermittlung zu beenden. Das Unternehmen, dessen Akten einen breiten Raum in diesem Bande einnehmen, misslang, hatte indessen immerhin den Erfolg, dass die Parteien zum ersten Mal volle Klarheit über ihre gegenseitigen Ansprüche und Forderungen erhielten. Der thorner Friede von 1466 hat im wesentlichen lediglich das bereits 1464 Verhandelte bestätigt.

Die tiefe Missstimmung, welche die Vereinigung von Schleswig-Holstein mit Dänemark in den nächstbetheiligten Städten erregte, war von keiner langen Dauer, und im grossen und ganzen herrschte in den nächstfolgenden Jahren ein freundschaftliches Einvernehmen zwischen dem nordischen Herrscher und den Städten. Dasselbe schloss selbstverständlich allerlei Irrungen und gelegentlich auch gegenseitiges Misstrauen1 nicht aus, allein die stete Geldverlegenheit des Königs und sein Verhältniss zu Schleswig-Holstein wie insbesondere zu Schweden verursachten, dass die Verhandlungen über die gegenseitigen Beschwerden im Sommer 1462 für die Städte befriedigend verliefen und selbst die grobe Ausschreitung der Deutschen in Schonen im Herbst 1463 (n. 369 f.) zunächst keine ernsteren Folgen hatte. Die Städte waren dafür allerdings dem Könige mehrfach zu Willen und enthielten sich insbesondere jeder Einmischung in die schwedischen Händel, wiewohl der heimkehrende König Karl Bündniss und Privilegienbestätigung anbot. Umgekehrt erwies der König den Städten manchen Dienst und rückte inbesondere hinsichtlich des Verhältnisses derselben zu auswärtigen Mächten gewissermassen in die Stelle ein, welche früher der Hochmeister eingenommen. Wenigstens ergingen die Fürschreiben, welche früher der Hochmeister zu Gunsten der Städte erlassen, nunmehr seitens des dänischen Herrschers, und in einem Falle können wir ihren Erfolg nachweisen. Unter dänischer Fürsprache wurden die Beziehungen zu Frankreich, welche sich in den letzten Jahren zufolge gegenseitiger Kapereien recht unliebsam gestaltet, neu geregelt, wenn auch das Hauptverdienst dem neuen König Ludwig zuzuerkennen ist. Das grosse Handelsprivileg, welches er dem hansischen Kaufmann bereitwilligst ertheilte, und das Anerbieten, die gegenseitigen Beschwerden auf einer Tagfahrt auszugleichen, sind um so mehr hervorzuheben, als auch die Franzosen Ursache hatten, sich über hanseatische Zugriffe zu beklagen.

In den sonstigen ausserdeutschen Beziehungen traten keine wesentlichen Veränderungen ein. Der 1458 abgelaufene Friede mit Spanien wurde 1461 auf sechzehn Jahre erneuert, desgleichen der Stillstand mit Holland auf weitere zehn Jahre. Der letztere bestimmte nach Massgabe des kopenhager Friedens von 1441 und dessen Verlängerung im Jahre 1451, dass alle strittige Fragen auf einer in bestimmter Frist abzuhaltenden Tagfahrt durch Schiedsrichter beglichen werden sollten, allein die groninger Verhandlungen von 1463 verliefen ebenso fruchtlos wie die von 1444 und 1455. Beide Parteien fochten gegenseitig die Vollmachten an, und hieraus entspann sich hinterdrein ein Schriftenwechsel mit dem Herzoge von Burgund, in welchem dieser die Städte mit Drohungen und Vorwürfen überhäufte. Doch wird die Vermuthung des Kaufmanns zu Brügge, dass der Herzog schwerlich etwas von den in seinem Namen ausgegangenen Schreiben gewusst habe, der Wahrheit entsprechen, jedenfalls folgte den Drohungen die That nicht nach. Auch in Flandern mangelte es nicht an Reibungen. Der Kaufmann zu Brügge klagte über die Nichterfüllung der ihm bei der Rückkehr 1457 zu Theil gewordenen Ver2) N. 443 § 153 f., 502 Anm., S. 644.

1) S. S. 133.

sprechungen, bezeichnete aber mit Recht das Fernbleiben der Hanseaten vom brügger Stapel als die wesentlichste Ursache seiner misslichen Lage. Auf sein Ansuchen erneuerten die Städte wiederholt das Gebot des Stapelzwanges, doch benahmen die Schossstreitigkeiten demselben alle Kraft und erst die Beschlüsse der hamburger Tagfahrt von 1465 führten einigen Wandel herbei1.

Im Osten lief der sechsjährige Beifriede mit Nowgorod 1465 ab, und trotz allen Drängens der livländischen Städte auf die Entsendung einer Nowgorod seit langem in Aussicht gestellten Gesandtschaft der überseeischen Städte wurden die Livländer abermals mit der Erneuerung des Friedens betraut. Der Erfolg lehrte, dass ihre Befürchtungen gerechtfertigt, denn nur mit Mühe war Nowgorod 1466 zum Abschluss eines neuen Friedens auf zwei Jahre zu bewegen. Innerhalb desselben sollte eine hansische Gesandtschaft mit Nowgorod über den Ausgleich aller Streitigkeiten verhandeln.

Neben den auswärtigen Verhältnissen sind auch in diesem Bande die heimischen Fehden hervorzuheben. Nächst den in besonderer Lage befindlichen preussischen Städten wurden die sächsischen am meisten davon heimgesucht, Dank der schier unbezähmbaren Raublust des Herzogs Friedrich d. J. von Braunschweig-Lüneburg. — Kaum geringer war die Last, welche Bremen aus der Nachbarschaft des Grafen Gerd von Oldenburg erwuchs, und auch die pommerschen und meklenburgischen Städte standen vielfach, sei es mit ihren Herren, sei es untereinander, in Unfrieden, ebenso Köln hauptsächlich mit Geldern. In Westfalen dagegen hatten die Stürme des letzten Jahrzehnts sich ausgetobt und parallel dem Abschluss der Territorien nach Austrag der soester Händel befestigten sich auch Ruhe und Ordnung.

Zu den Fehden gesellten sich wiederum mancherlei Streitigkeiten in und unter den Städten. Neben dem durchgehenden Zwiespalt zwischen Ost und West mögen der Streit mit dem Kaufmann zu Bergen wegen Erlass einer Rostock, Stralsund und Wismar zu Gunsten von Lübeck stark beeinträchtigenden Frachtordnung (n. 197 ff.) und der mit Lübeck wegen Einführung einer neuen Hafenabgabe unter dem Namen Pfahlgeld (S. 555 ff.) hervorgehoben sein. Die letztere Neuerung wurde um so mehr als unbillig und gefährlich empfunden, als sie allerorten neue Zölle in Aussicht stellte und Dänemark in der That daraufhin in Nachahmung des lübecker Beispiels eine neue Bierzise forderte. - Innere Zwiste ereigneten sich in Magdeburg, Bremen, Stralsund und Wismar aus recht verschiedenen Anlässen, während der langjährige lüneburger Prälatenstreit 1462 unter dänischer Mitwirkung geschlichtet wurde.

Bezüglich der Verfassung des Bundes sei schliesslich darauf hingewiesen, wie einerseits Köln die sogenannten süderseeschen Städte auf den weseler Tagfahrten enger mit sich zu verbinden bestrebt war. Ihm mochte das Verhältniss von Lübeck zu den wendischen Gemeinwesen als Vorbild vorschweben, allein jene seltene Uebereinstimmung der hauptsächlichsten Interessen, welche die östliche Gruppe selbst tiefgehenden Misshelligkeiten zum Trotz zusammenhielt und die Festigkeit der Stellung von Lübeck so wesentlich erhöhte, sie fehlte im Westen, und neben der hier und da unverkennbar hervortretenden Eifersucht machte das territoriale Element sich in ganz anderer Weise geltend als im Osten. Köln sah sich schliesslich selbst in der englischen Frage auf sich allein angewiesen. Andrerseits ist zu beachten, dass Lübeck die hamburger Tagfahrt von 1465 alse een hoved der hense ausschreibt und auch Hamburg in seinen Ladeschreiben Lübeck als Haupt bezeichnet, während bei derselben Gelegenheit im Jahre zuvor diese Bezeichnung fehlt. Diese jedenfalls

1) Vgl. die bezeichnenden Ausführungen in n. 743, n. 810 § 21. 2) Vgl. n. 545, 550.661 ff.

Hanserecesse II. Abth, 5. Bd.

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