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BIBLIOTHECA REGLA LHAUESLE

VORWORT.

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Meine Schulausgabe des 21. und 22. Buches des Livius soll den Schüler in den Stand setzen, sich ohne zu grofsen Zeitaufwand blofs mit Hilfe eines Schul-Lexikons hinlänglich auf den Unterricht vorzubereiten, ohne dafs jedoch der mündlichen Erklärung des Lehrers über Gebühr vorgegriffen würde. Für die lateinische Orthographie war das vor kurzem in demselben Verlag erschienene Büchlein Tabellarisches Verzeichnis der hauptsächlichsten lateinischen Wörter von schwankender Schreibweise" mafsgebend. Text und Kommentar wurden den Ergebnissen der neuesten Forschungen angepasst. Zur Orientierung dienten hierbei die Jahresberichte über Livius von Herrn Prof. H. J. Müller. Vor allem wurde die Ausgabe des Herrn Prof. Wölfflin zurate gezogen, sowie seine livianische Kritik und seine Schrift über Coelius Antipater. Zudem wurde ich vor einem Dezennium von Herrn Wölfflin in das Studium des Livius und speziell in die Forschungen über die Quellen der dritten Dekade eingeführt.

Burgdorf bei Bern, im August 1882.

Franz Luterbacher.

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TITUS LIVIUS

wurde 59 v. Chr. unter Cäsars Konsulat zu Patavium (j. Padua) geboren und starb daselbst 17 n. Chr. in demselben Jahre, wie der Dichter Ovid. Den gröfsten Teil seines Lebens aber brachte er in Rom zu. Wahrscheinlich war er begütert, und ohne Zweifel hatte er in seiner Jugend eine sorgfältige rhetorisch-philosophische Bildung erhalten. Mit Staatsangelegenheiten und mit dem Kriegswesen hat er sich nie ernstlich beschäftigt.

Er schrieb: a) philosophische Abhandlungen mit dialogischer Einkleidung, b) eine Anweisung über die Bildung zum Redner in Form eines Briefes an seinen Sohn, und c) eine römische Geschichte.

Nachdem nämlich Augustus zur Alleinherrschaft gelangt war, stellte sich Livius die grofse Aufgabe, eine abschliefsende Darstellung der Geschichte seines Volkes bis zum Untergang der Republik zu verfassen; und später entschlofs er sich dann, dieselbe auch auf die Regierung des Augustus auszudehnen. Er begann das Werk wahrscheinlich 26 v. Chr. und arbeitete daran bis an sein Lebensende. So stellte er denn während vier Jahrzehnten mit bewunderungswürdiger Ausdauer in 142 Büchern die Geschichte Roms von der Gründung der Stadt bis auf den Tod des Drusus im Jahre 9 v. Chr. dar, indem er wohl zuletzt in 150 Büchern bis zum Tod des Augustus (14 n. Chr.) gelangen wollte.

Von diesem gewaltigen Geschichtswerke sind nur 35 Bücher und einige Bruchstücke auf uns gekommen. Das erste Buch geht bis zum Sturz des Königtums. Die Bücher II-X reichen bis zur Niederwerfung der Samniten im Jahre 293. Die Bücher der dritten Dekade (d. h. XXI-XXX) sind unsere ausführlichste Quelle für die Geschichte des zweiten punischen Krieges (218—201). In den Büchern XXXI-XLV wird die Erzählung weiter geführt bis zum Triumph des Ämilius Paulus über den letzten macedonischen

TITI LIVII LIB. XXI.

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