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dies ist ein von Mowat nicht erkannter Vers. Er fasst die Namen der 15b 32 und 19b 5 aufgeführten Pflanze zu

sammen.

28a 13: liturgirium est facx auri sive argenti sive eorum spuma, est quando simpliciter auri. Da quando nicht aliquando bedeutet (obwohl es häufig in diesen Glossen der Fall zu sein scheint) ist ein est zu streichen oder das Komma vor quando zu setzen.

30b 3: mirath est quidam paniculus sicut pinguedo subtilis extensa circa intestina ad modum cuiusdam rethis. Man schreibe mirach: vgl. Jos. Hyrtl, das Arabische und Hebräische in der Anatomie (Wien 1879) S. 177 ff. In demselben Buche wird man S. 210ff. für saluatella 38a 7, p. 221 ff. für syphac 39b 34 und für manches andere in diesen Glossen ausführliche und gelehrte Erläuterung finden.

30b 26: Muscus nomen est equivocum, ad idem, aromaticum et ad illam lanuginem quae vestit arbores et similiter vestit lapides torrentes: also muscus = „Moschus“ und „Moos“. Das sinnstörende Komma nach idem ist zu tilgen. Equivocum ad . . et ad .. so öfters in diesem Schriftchen, z. B. 33 b 23.

33b 16: Petroleum id est olivum quod resudit de petra. So barbarisch das Latein von Joh. Mirfeld auch ist, so hat er doch nicht resudere für resudare gesagt: 36 b 20 resina potest appellari omnis gumma a resudo, resudas.

42b 3: trociscus id est rotunda confectio. trocus enim interpretatur rotundus et idem dicti sunt trocisci, eo quod habeant formam rotundam. Es ist ide für ūde inde verlesen oder verschrieben.

Zum Schluss will ich noch darauf hinweisen, dass ein Theil des in den Sinonoma zusammengetragenen Materials sehr alt ist. Es lässt sich das dadurch belegen, dass vieles davon schon in alten medicinisch-botanischen Glossaren steht. Eine Haupthandschrift, die eine Menge derartiger Glossare enthält, der cod. Vaticanus Christinae reginae 1260, ist schon 407 im 10. Jahrhundert geschrieben. Die grosse Verderbtheit dieser Ueberlieferung weist aber auf eine längere Tradition hin, die an sich schon wahrscheinlich ist, da die einzelnen

Glossare offenbar aus kleineren Bestandtheilen contaminirt sind. Das hohe Interesse, welches diese Sammlung hauptsächlich in sprachlicher Hinsicht bietet, hat mich bestimmt, auch diese Glossare zu copiren, und ich werde sie gelegentlich publiciren. Die baldige Veröffentlichung eines alten Glossars gleicher Beschaffenheit aus Siena haben wir von Joh. Schmidt? in Halle zu erwarten. Als Beleg für die Uebereinstimmung theile ich einige Parallelen aus dem Vaticanus mit: Sinonoma

cod. Vat. Christ. 1260 10b 32 andrago portulaca f. 175'b andraginis porcada? 36 anagallicum scu anagal 175'a anegalico consolda maior

lis i. consolida maior 11b 36 astula i. pionia

175'c astula pionia 13 b 5 brateos vel bracteos i. 172vc bratcos savina herba savina

175'c brateus savina 13b 9 bracus frondes spinae 175'c bracus frondis sping

172'c bitumen iudaicum aspal20 butimen iudaicum aspal

trus tum idem

175'c bitumen iudaico.i. spal

trus

(1) Siehe Hermes XVIII (1883) S. 521 ff.]

2) porcada d. h. natürlich porcacla, lässt sich sprachlich erklären. portulaca mit Syncope portlaca und dann porclaca, wie veclus (italien. vecchio) vetlus, vetulus; secla (ital. secchiu) setla, setula, und Aehnliches. Aus porclaca wurde durch Metathesis porcacla.

situla

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VI.

Vulcanius' Onomasticon vocum latino-graecarum.'

Bonaventura Vulcanius hat dem im Jahre 1600 zu Leiden herausgegebenen Thesaurus utriusque linguae' unter dem neuen Titel: "Onomasticon vocum latino-graecarum, prioribus illis glossariis praestantia selectissimorum vocabulorum nihilo inferius; olim quidem Argentorati An. M.D.XXXVI. editum, et Calepino praefixum: Nunc vero ab innumeris iisque foedissimis mendis, quibus scatebat, repurgatum. Opera Bon. Vulcanii Brugensis' ein lateinisch-griechisches Glossar beigefügt, das nach dem aus Codex Parisinus 7651 durch Stephanus edirten sogenannten Philoxenusglossar das umfangreichste - es enthält 9652 Glossen – und gelehrteste aller lateinisch-griechischen Glossare ist.

Ich kann nun nachweisen, und werde dies in meiner Arbeit de glossariorum latinorum fontibus et usu' im VII. Bande dieser Acta2 thun, dass dieses 'Onomasticon' weiter nichts ist als eine Zusammenstellung von Lemmata des früher viel benutzten und oft gedruckten Calepinus (d. h. des lateinischen Lexicons des im Jahre 1511 gestorbenen Ambrogio da Calepio) mit beigefügter griechischer Uebersetzung eines Gelehrten des 16. Jahrhunderts. Dieses lateinisch- griechische Vocabular wurde auf Anrathen des Juristen Jacob Spiegel (*Iacobus Spiegel Selestadien. I. V. Doctor, Caes. Regiusque ab Epistolis') der Strassburger Ausgabe des Calepinus von 1537 ‘apud Ioannem Schottum’ beigegeben ‘non quo liber grandesceret, sed et ut graecissantibus satis fieret.

Aus dieser Sachlage folgt hauptsächlich dreierlei: einmal, dass alle textkritischen Schlüsse, die auf diesem Glossar basiren, nichtig sind; ferner dass die aus jenen 9652 Glossen

(1) Acta IV S. 365.]

(2) Vgl. Prodr. S. 194 ff.; dieses Buch war ursprünglich für den 7. Band der Acta bestimmt.]

in unsere lateinischen Lexica übergegangenen Wörter und Belege theils einfach zu tilgen sind, theils ihre Berechtigung aus den bei Calepinus angeführten Autorenstellen herzuleiten haben; sowie endlich, dass alle unsere griechischen Lexica bis auf den heutigen Tag mit vielen im 16. Jahrhundert auf der Studirstube eines Gelehrten entstandenen Wörtern verunziert sind, wie Z. Β. λυκοθήρας μεσοφλέβιον μισήλιος νυκτοYpagù und eine Masse anderer. Labbaeus hat nämlich auch dieses dem Vulcanius entlehnte Glossar eingeschmolzen, wobei er ja alle Glossen umkehrte und so den Umfang verdoppelte. Diese nun auch griechisch-lateinischen Onomastikonglossen sind also unter die echten griechischen Wörter des Philoxenus, Cyrillus u. s. w. gekommen und aus Labbaeus in unsere griechischen Lexica übergeführt worden.

Hierzu noch eine Probe dafür, wie gewissenhaft lateinische Lexicographen die uns überkommenen Reste alter lateinischer Lexicographen verwerthet haben. In dem Klotzschen Lexicon (wenigstens im Buchstaben J, wo ich nachgeprüft habe) sind in höchst bequemer Weise folgende Glossen als ‘Philoxenusglossen' (bekanntlich hat nicht einmal das Philoxenusglossar mit Philoxenus irgend etwas zu schaffen) benutzt: 1) die von Vulcanius edirten lateinisch- griechischen

Glossenexcerpte (bei Labbé mit e bezeichnet); 2) die lateinisch- griechischen sogenannten Servius

glossen (s bei Labbé); 3) die bei Labbé auch mit e bezeichneten, wie sich aber

beweisen lässt, nicht aus den Vulcanius'schen Ex

cerpten entnommenen lateinisch-griechischen Glossen; 4) das von Labbé umgekehrte griechisch-lateinische so

genannte Cyrillusglossar; 5) das von Jacob Spiegel besorgte lateinisch-griechische

Onomastikon, von dem oben die Rede war.

Ueberhaupt liegt unsere lateinische Lexicographie in Bezug auf diese man sollte meinen nicht gar fern stehenden Quellen, nämlich die lexicalischen Sammlungen des Alterthums, entsetzlich im Argen.

So viel vorläufig.

VII.

Zu den lateinischen Glossarien. 1

I. Codex Amplonianus2 p. 329, 83 Exaudituat : excludit ab abditis. Schreibe: Exaedituat : excludit ab adytis.

II. Ebenda Glosse 84: Exasreresto : ex integro, ex omni patrimonio. Schreibe: Ex asse heres esto : ex integro, ex omni patrimonio.

III. Ebenda p. 269, 226: Abbus, praetorium, ubi sunt conscripti qui recitant str tabulae et habet alvis lateris iudices et senatores. So hat Oehler herausgegeben; da aber die Erfurter Handschrift vielmehr hat: Ab(b aus 7)bus praetorium ubi sunt conscripti qui recitanst tabula ē u. s. w., so ist zu 341 schreiben: Album praetorium : ubi sunt conscripti, qui recitandi sunt: tabula est et habet albis litteris iudices et senatores. Diese Schreibung wird, wie ich nachträglich sehe, durch Mai VI, 505b bestätigt, wo nur das Lemma album praetoris lautet.

IV. Cod. Amplonianus' p. 264, 429: Alatus : aura, ventus. Ich glaubte erst Allatus aura : vectus emendiren zu müssen; doch ist vielmehr das Richtige: Halatus : aura, ventus. Vgl. in demselben Glossar p. 261, 227 Astatus : de asta pugnans.

V. Ebenda Glosse 431: Ammus : ager secundus. Die Glosse steht mitten unter Glossen, die mit Al- beginnen; also: Alluvius ager : fecundus.

VI. Cod. Amplonianus2 p. 341, 44: Inferaces vinas infructuosas. Ein eclatantes Beispiel für die Lüderlichkeit Oehlers: die Handschrift hat Inferaces suinas hoc est infructiferas. Es ist zu schreiben: Inferaces siluas : hoc est infructiferas. Vgl. Hieronymus Homil. ex Origine translat. 2 med.: silvae inferaces existimantur.

(1) Acta V S. 340 ff.]

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