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barba wird S. 18 belegt. Sie findet sich auch in der Form sterillum : barba de capra, wo de capra in vulgärer Ausdrucksweise den Genetiv vertritt. Da nun im Vaticanus 3321 und Casinensis 439 iocat hinzugefügt wird, so ist mit Rücksicht auf Festus S. 330b 33 herzustellen sterillum : caprae barba vocatur.

9. Ein weiteres Beispiel für vulgärlateinischen Gebrauch von katá (S. 29 Anm. 1) bietet Anthimi epistola 77: cata modicum.

10. J. S. Semler hatte, wie S. 31 Anm. 4 gezeigt ist, wenig Glück mit seiner Bearbeitung der 'Isidorus’-Glossen: denn er ‘konnte in deutschen Landen die Lucina, die ihm bei der Veröffentlichung helfen sollte, nicht finden!. Von einem weitern vergeblichen Versuch erfahren wir aus einem Briefe Semlers an Petrus Bondamus vom 17. Juli 1750, abgedruckt von Keil vor dem Halle’schen index lect. aest. 1877 S. IV. Dort sagt er ganz ähnlich: ‘tanto tempore adhuc non invenio Lucinam’, und sucht durch Bondam einen Verleger zu gewinnen, von dem er gar kein Honorar, nur zwölf Freiexemplare beansprucht.

11. draquiti : manus inuidi (S. 44 Anm. 1) ist in di aquili : manes inferi zu bessern.

12. Das Adjectivum bel(l)uus (S. 70) ist schon bei Cicero nachweisbar: vgl. Augustini regulae S. 520, 28 K: exiguus, beluus (belluus 5), ut Cicero dixit.

13. Räthselhaft und von vielen vergeblich mit Conjecturen bedacht ist bombum : sorbellum (S. 77). Einen Schritt weiter führt die schon verzeichnete Variante des Sangallensis 912 sorbillum, der Lösung nahe aber erst der Vaticanus 1468

mit seinem bombum : sordidum. Man wird bombum : sordidum 707 [sonum] zu ergänzen haben: vgl. die S. 78 verzeichneten Glossen bombus : sonus tumidus und bumbus : vox inepta.

14. Für bromosus (S. 80) bringt de Vit in seiner Bearbeitung des Forcellini zwei Stellen aus Zeno bei. Besonders aber ist zu vergleichen Anthimus ed. Rose S. 52 a, wo ausserdem exbromare, bromidus, bromiditas, inbromidari belegt werden.

und sogar

15. S. 84 bustantes : funestantes. Es ist funerantes zu emendiren.

16. In dem Verse et reprobet proba: quae bona sunt capiet (S. 103) schreibt Hagen a. a. 0. S. 342 reproba. Indem ich auch den Reim herstelle (vgl. V. 1 und 2), bessere ich den ganzen Vers so: et prava reprobet: quae bona sunt capiet.

17. adnectans (= adnictans) : donans (S. 108) schien als ‘zuwinkend, gewährend' verstanden werden zu können. Es ist aber adnectens : nodans zu bessern, wie die vollständigere Ueberlieferung im Casinensis 90 S. 9 beweist: adnectens : nodans, ligans.

18. annet : fulget (S. 108) hat gewiss nicht irgend welches Urlatein gewahrt, sondern ist nur verderbt. Zweifelhaft bleibt freilich die Heilung. Denn auch das offenbar hierher gehörige annare: fulgere des Casinensis 90 S. 21 giebt keinen sichern Fingerzeig. Ein Heilmittel, welches innerhalb des Buchstabens a bliebe, weiss ich nicht; doch kommt das Einreihen unter falsche Buchstaben bisweilen häufiger als S. 10 dargestellt ist – vor. Man kann also an [c]andet : fulget denken. Noch leichter ist das Verschlagen unter a zu erklären, wenn anıtet aenitet = enitet geschrieben wird. Ganz ebenso sind S. 423 amitatores und adax nachgewiesen. Sehr begünstigt wird diese Besserung durch Casinensis 90 S. 87, wo wir wirklich enitet fulget .. finden.

19. Die im Rhein. Museum XXXI S. 60 [Vgl. oben S. 82] näher belegte Glosse abreptabat : ire incipiebat (S. 108) ist abreptabat : [ab]ire incipiebat zu ergänzen, worauf der Sinn und die Variante abira im Leidensis 67 E führen.

20. Die glosse gerro : nocatoriu (S. 117, 26) habe ich in den 'Analecta Plautina' S. 200 gerro : nogator geschrieben. Das richtige, vulgärer Sprache gemässe ist aber vielmehr gerro : nogatorius: vgl. cod. Monacensis 19439 f. 47*b nequam : nuguturius.

21. S. 134 f. habe ich die greulich verderbte Glosse des Amplonianus (vgl. F. Oehlers Ausgabe S. 386, 19) veretrum : virilia masculi quasi numen ignisquae colobatur in urbe roma so hergestellt:

708

Veretrum ; virilia masculi

(Vesta : dca) quae colebatur in urbe Roma quasi numen ignis Es ist aber nicht unmöglich, dass sogar drei Glossen in Eine zusammengezogen sind:

Veretrum : virilia masculi
(Vesta : dea) quae colebatur quasi numen ignis
(Velabrum : locus) in urbe Roma

Vgl. cod. Leidensis 67 E f. 58" b: Velabrum : locus in urbe roma.

22. In der Amplonianischen Glosse rumen : quidam sinus in regula certorum animalium in quo servant cibos quos propterea narrandus (S. 136, 14) wurde gula und postea ruminantur vermuthet. Dies bestätigt mit Ausnahme des letzten Wortes eine in Augustinus regulae S. 501, 9 eingedrungene Glosse, nach der wir so bessern und ergänzen: rumen : quidam sinus in gula certorum animalium, in quo servant cibos postea massandos, unde ruminare dicimus. massare = masticare ist Frequentativum zu mandere, wie z. B. minsare (denn so ist mit Vaticanus 1468 und anderen in der S. 419 mitgetheilten Glosse mensare : saepius mingere zu schreiben) zu mingere. Zwischen den in den Text des Grammatikers gedrungenen Glossen und unseren Glossaren finden sich auch sonst manche Berührungspuncte. So ist S. 498, 9 eingedrungen: liticen quin lituis dicet. Man schreibe liticen : qui lituis canit nach Anleitung der S. 136 eruierten Glosse liticen : qui cum lituo canit. Andere Glossen bei Augustin sind oscen : avis quae ore dat augurium und pomerium : locus post muros. Wir haben also hier den interessanten Fall, dass ein Leser des Grammatikers sich für die ihm dunkeln Worte aus Glossaren Raths erholte. Einen ähnlichen habe ich S. 238 Anm, 4 nach C. Wachsmuth erwähnt.

23. aa : uox dolentis est idē uacuae (S. 138) ist zu schreiben: a! a! : vox dolentis est, id est 'vae! vae!'.

24. praesegmina : partes corporis recisae (S. 259), ramentum (S. 407) und tutulos dicebant sacerdotes brevium templorum (S. 377) sind als Fulgentiana zu streichen.

25. Zu nugigerulus (S. 261) vgl. Iuliani ars (cod. Am

plonianus 2o 10 f. 5): Quid intellegitur nugigerulus? Nugarum (nugas m. 2 aus nunc as die Handschrift) portitor. Eine entsprechende Bildung ist rumigerulus: vgl. rumigeruli : rumorum portitores im Vaticanus 1468 f. 72 b (remigeruli remigerorum die Handschrift), und salutigerulus: vgl. Prodromus S. 200.

26. S. 272 erklärte ich die sonderbare Ueberlieferung des Amplonianus; alcedo : genus piscis aus

alcedo : genus (avis

allec : genus) piscis Dafür habe ich inzwischen eine Bestätigung im Casinensis 402 f. 6V gefunden, wo folgende Glossen neben einander stehen:

allec : genus piscis

alcedo : pelagi (pelaui cod.) avis 27. murcus 'verstümmelt' war bisher nur aus Ammian XV 12, 3 und als römisches Cognomen (s. Hübner in Fleckeisens Jahrb. 1858 S. 343 ff. 1859 S. 437) bekannt. Ich habe es im Prodromus S. 283 auch aus zwei Glossen belegt und kann jetzt Weiteres dazu beibringen aus einem wichtigen, noch ganz unbenutzten Glossar, das ich seiner Heimat nach glossarium bavaricum' nennen möchte. Alle mir bekannten Handschriften desselben haben murcus : truncatus und marco : trunco. Die zweite Glosse ist murco : trunco zu schreiben und als Verbalform aufzufassen. Dativ oder Ablativ des Adjectivs 709 wird es deshalb nicht sein, weil man sonst als Interpretament truncato zu erwarten hätte. murcare ist regelrecht von murcus abgeleitet, wie curtare von curtus und unzählige andere.

28. Zu II 2 S. 293 ff. (Luciliana) werden bei anderer Gelegenheit Berichtigungen und Nachträge (darunter einige neue Fragmente des Satirikers) gegeben werden.

29. S. 345 Anm. 2 glaubte ich in der Glosse lacerti : murices in brachiis (gloss. Amplonianum? S. 346, 158) emendiren zu müssen surices: denn suris surex wird ausdrücklich mit musculus brachiorum erklärt. Es ist aber nichts zu ändern: denn nicht nur ist murices die einstimmige Ueberlieferung der Quellen (Vatic. 3321; 6018; Casin. 439; glossae

'affatim': murici; glossae 'aa' Casinensis 401 et Vaticani 3320; Amplon. S. 346 b 158; Mai VI S. 530: brachio), sondern dieselbe Form findet sich auch in anderen, von jener unabhängigen Glossen überliefert:

lacertis : brachiis seu muricibus gloss. 'aa' (Cas. 401: brachii seu murici; Vat. 3320 om. glossam. Vat. 14714). Vat. 1468 (t genus piscis add. m. 2).

lacerti : murices brachiorum gloss. 'aa' (om. Vat. 3320; Vat. 14714: lacerti murice; Cas. 401:

lacertis). Da es schon wegen der constanten Glossirung von lacertus durch musculus nicht wahrscheinlich ist, dass murex hier in seiner gewöhnlichen Bedeutung verwendet wurde, so muss man wohl eine vulgäre Nebenbildung (mus-cu-lu-s, *mus-ec-s) annehmen.

30. Zu randum und rabamini (S. 346) ist zu fügen rabar : arbitrabar aus dem cod. Vaticanus 1468 f. 71'a.

31. Das bisher nur auf den glossae ‘Isidori’ S. 695, 41 beruhende solerare solidare (wie marcerare marcidare) S. 353 erhält eine neue, weit sichrere Stütze durch denselben Vaticanus 1468 f. 78*b (von m. 2 eingetragen) solero: firmo vel sustineo vel solum plano.

32. Die Glossen mit columis S. 355 vermehrt der Casinensis 401 der glossae 'aa' durch colomis : salvus, sospes.

33. Das altlateinische proptervos (S. 356), das in den Acta II S. 468 f. durch Zeugnisse der Plautus-Handschriften belegt und aus propetervos erklärt wurde, freue ich mich auch aus einer Glosse nachweisen zu können, die gewiss auf irgend einen archaischen Schriftsteller zurückgeht. codex Monacensis lat. 14388 saec. X hat f. 2224 a propteruus : inprobus (improuus die Handschrift).

34. suspito: salto (S. 366 Zeile 10) ist sospito : salvo zu schreiben. So inzwischen auch Hagen a. a. 0. S. 351.

35. Unter den 'obscura' S. 374 f. wurde auch aufgeführt calixica : exinanita. Der Versuch von Turnebus calix siccus : exinanitus gewährt keine Lösung. Ich glaube das Richtige

gefunden zu haben. Die Glosse steht nemlich in dem alten 710 Vaticanus 3321 saec. VIII f. 18" in der Fassung classica :

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