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DEM ANDENKEN

AN

WILHELM JUNGHANS,

JOHANN MARTIN LAPPENBERG

UND

GEORG WAITZ.

Vorwort.

Diesem achten Bande der Hanserecesse ist wiederum ein Anhang beigegeben, dem ich ein paar kurze Bemerkungen vorauszuschicken habe. Zunächst waren in ihm die Nachträge mitzutheilen, die entweder von mir selbst seit 1874 allmählich gesammelt oder mir von Studiengenossen mitgetheilt worden sind. Auf eine weitere Reihe von Stücken, die ich im Stadtarchiv zu Thorn verzeichnet hatte, die aber, weil inzwischen eine Neuordnung desselben vorgenommen worden war, nach meinen Angaben nicht aufgefunden werden konnten, habe ich, da eine abermalige Reise nach Thorn für mich unthunlich war, leider verzichten müssen. Sodann war die Frage, wie es mit Berichtigungen und weiteren Ergänzungen zu halten sei, in Erwägung zu ziehen. Seit dem Erscheinen des ersten Bandes ist die Zahl derer, die sich mit der wissenschaftlichen Pflege der hansischen Geschichte beschäftigen, in erfreulicher Weise gewachsen, hat sich der Blick geschärft und die Erkenntniss erweitert und vertieft. Auch und insbesondere dem in dieser ersten Reihenfolge der Hanserecesse behandelten Zeitraum von 1256-1430 sind eine Reihe von Arbeiten gewidmet worden, von denen das vom Hansischen Geschichtsverein veranstaltete Parallelwerk der Hanserecesse, das von Höhlbaum mustergültig begonnene und nunmehr von Kunze in ebenbürtiger Weise fortgesetzte Hansische Urkundenbuch, nach Umfang und Bedeutung obenan steht. Auf alle diese Arbeiten Rücksicht zu nehmen, überall mich ausdrücklich einverstanden zu erklären mit dem, was längst Gemeingut der Forschung geworden ist, oder bei Kleinigkeiten meine abweichende Ansicht zu begründen, konnte unmöglich meine Aufgabe sein. Dahingegen schien es mir geboten, mit dem eben jetzt erst veröffentlichten vierten Bande des Hansischen Urkundenbuchs, in dem das für die hansische Geschichte der Jahre 1360-1392 vorhandene reiche Material von einem andern Standpunkte aus einer nochmaligen und naturgemäss eingehenderen Durchforschung unterzogen worden ist, die betreffenden Bände der Recesssammlung in Einklang zu bringen. Dadurch war mir das Anfangsjahr für den Anhang, 1360, gegeben. Die Art und Weise, in der ich Gebrauch machte von dem, was der betreffende Band des Urkundenbuchs wie an neuem Material, so auch an Berichtigungen gebracht hat, wird erkennen lassen, dass es mein Bestreben war, die neuerhaltenen Aufschlüsse für die Recesssammlung zu verwerthen, ohne dem Verdienst eines Andern Abbruch zu thun. Endlich meinte ich die günstige Gelegenheit benutzen zu sollen, um mein Handexemplar, in dem ich bei manchen Stücken, für die ich beim Abdruck auf mangelhafte Vorlagen angewiesen gewesen war, später aufgefundene Originale, bessere oder gleichwerthige Abschriften verzeichnen und eventuell kollationiren konnte, auch den Mitforschern thunlichst

zugänglich zu machen. Die Angabe der neuen Fundorte liess sich ohne grossen Raumaufwand erreichen, während das Ergebniss meiner Kollation nur bei lateinischen Stücken mitgetheilt werden konnte, da bei deutschen Stücken der Verschiedenheit der Mundart und der Willkürlichkeit der Schreibung wegen eine Beschränkung auf die wenigen sachlichen Berichtigungen oder Ergänzungen geboten war.

Mit diesem achten Bande erreicht die erste Reihenfolge der Hanserecesse ihren Abschluss, und die Aufgabe, die mir vor 28 Jahren von der Historischen Commission bei der Königl. Akademie der Wissenschaften anvertraut wurde, ist somit, so gut ich konnte, gelöst worden. Die Gefühle, mit denen ich meinen Antheil an der Arbeit dem Gedächtniss der auf dem Vorblatt namhaft gemachten Männer widme, wird ein Blick in die dem ersten Bande vorangestellte Vorrede ohne weitere Worte verständlich machen.

Der Historischen Commission, die mir einen so ehrenvollen Auftrag ertheilte und das mir einmal geschenkte Vertrauen so lange bewahrt hat, sage ich meinen ehrerbietigsten Dank. Den Freunden und Studiengenossen, die mich mit Abschriften und Kollationen vielfältig unterstützt haben, danke ich nochmals herzlich. Auch der Verlagshandlung, die sich trotz der wiederholten, durch meine persönlichen Verhältnisse herbeigeführten Stockungen in der Drucklegung immer bereitwillig gezeigt hat, meinen Wünschen nach Möglichkeit entgegenzukommen, sei hiermit mein achtungsvoller Dank dargebracht.

Rostock, Dezember 1896.

Karl Koppmann.

Einleitung.

A. Der Inhalt.

Während der Jahre 1426-1430 stehen wieder der Kampf um das Herzogthum Schleswig und das Verhältniss der Städte zu den nordischen Reichen im Vordergrund des Interesses. Nachdem König Erich 1425 Okt. 12 den Vergleich von Sept. 12 für unannehmbar erklärt hatte (7, Nr. 845, 849), liess er im Frühjahr 1426 ein Ausfuhrverbot ergehen und die in seine Reiche gekommenen Schiffe arrestiren (Nr. 35, 36). Auf dem Tage zu Wordingborg, Mai 19, forderte er, dass die Städte ihrem Bündnisse von 1423 Jan. 6 zufolge ihm 500 Gewappnete zum Beistand bei der Bekämpfung der Holstenherren stellen sollten (Nr. 43, 44); die Städte wiesen diese Forderung zurück, weil er es sei, der den Vergleich von Sept. 12 verworfen habe (Nr. 60). Im Juli eröffnete der König den Krieg gegen die Holstenherren (Nr. 69-73, S. 63); nochmalige Verhandlungen, die im August zu Hoddebye und Flensburg stattfanden, blieben erfolglos (Nr. 95); am 22. Sept. zu Rostock beschlossen die Städte, 2400 Mann gegen Erich auszurüsten (Nr. 96), die am 13. Okt. vor dem Wismarschen Tief liegen sollten (Nr. 99), und es ergingen ihre Absagebriefe (Nr. 102-105). Am Kriege betheiligt waren ausser dem holsteinischen Hamburg zunächst nur die Städte Lübeck, Lüneburg, Wismar, Rostock und Stralsund. Dann gelang es ihnen zwar, durch ihren Anschluss an den wieder kräftiger gewordenen Bund der sächsischen Städte (Nr. 34, 37, 39, 156) dieselben im März 1427 zur Absage an König Erich zu bewegen (Nr. 159, 160), aber eine Verstärkung ihrer Streitmacht wurde dadurch wohl nicht erzielt. Die verunglückte Bestürmung Flensburgs in der Nacht vom 28. auf den 29. Mai, bei der Herzog Heinrich von Schleswig das Leben verlor (S. 108—109), und mehr noch der unglückliche Kampf vor Kopenhagen am 11. Juli, der den Verlust der Baiischen Flotte zur Folge hatte (S. 149–150), riefen die Erbitterung der Gemeinden über die wirklichen oder vermeinten Fehler in der Kriegführung hervor. In Hamburg wurde Johann Kletzeke hingerichtet (S. 109); in Rostock und Wismar kam es zur Einsetzung eines neuen Raths (Nr. 289, 325327); in Lübeck gelang es, durch die Gefangensetzung Thidemann Steens die Gemeinde zu beruhigen, König Erichs Versuch, sie wider den Rath aufzureizen, schlug fehl (Nr. 325-327), und den Forderungen Stralsunds (Nr. 287, 288) und Hamburgs (Nr. 403) nach einer Bestrafung der Schuldigen konnten die durch Lüneburgs Vermittelung eingeholten Gutachten Braunschweigs und Göttingens (Nr. 370-373) entgegengehalten werden. Entmuthigt war man aber keineswegs. Am 20. Jan. 1428 beschlossen die Städte, 6800 Mann auszurüsten, die März 28 vor dem Wismarschen Tief liegen sollten (Nr. 343 §§ 1, 6), und am 7. Apr. lag die aus

Hanserecesse VIII.

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