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IX. Auszug aus der Sophonisba des Trißino und der Rosemonda

des Ruccelai.

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en dem vierten Hauptstücke der vorherge

henden Geschichte der italiänischen Schau: bühne, wird man angemerkt haben, daß

die Sophonisba des Trißino und die Rosemonda des Ruccelai für die ersten italiänischen Trauerspiele anzusehen sind, welche nach den Regeln und in dem Geschmacke der Alten in dieser Sprache verfertiget worden. Ich vermuthe daher, daß man begierig seyn wird, fie näher tennen zu lernen, und in dieser Vers muthung will ich die Auszüge mittheilen, welche' eben der Herr Xiccoboni, in dem zweyten Theile seiner Geschichte, davon geliefert hat. Sie wer : den in dieser Bibliothek schwerlich einen bessern Plak finden können.

Sophonisba. EinTrauerspiel des Gio. Giorgio Trißind.

Die Personen sind: Sophonisba, Bers minia, ein Chor

Weiber, ein Boche, traßi. niffa, Lalius, ein anderes Boche, Cato,

2.4 Scipio,

Scipio, Syphar, ein Bedienter der So. phonisbe und eine von ihren Kammerfrauen. Die Scene ist in dem föniglichen Pallast zu Cirta einer Stadt in Numidien.

Das Stücke eröfnen Sophoniebe und Berminia. Nachdem Sophonisbe des Ur. sprungs der Stadt Karthago, der verschiedenen Kriege zwischen den Karthaginensern und Rós mern und der Litfachen ihrer Verheyrathung mit dem Syphar, ohngeachtet ihrer vorhergehenden Versprechungen mit dem Maßinissa, erwähnt; bezeigt sie ihre Furcht wegen des Ausganges der Schlacht, die vor den Mauern der Stadt Cirta gehalten wird. Sie ist durch einen Traum erschreckt worden; berminia spricht ihr Muth ein und begiebt sich weg, um ein Opfer anorda ten zu lassen,

Es fommt ein Borge, welcher die Nieders lage der farthaginenfischen Armee meldet. Er fagt, daß Syphar von den Römern gefangen genommen worden, daß Maßinissa in die Stadt eingedrungen und sich dem Pallaste nahe. So phonishe will ihn sehen.

Maßinissa fömmt. Sobald ihn Sophonisbe sieht, wirft fie fich zu seinen Füssen, und bittet ibn um die Gnade, fie* von der Knechtschaft der Römer zu erretten, welche für sie, in Ansehung ihrer Würde und des Basses, den sie wider diese Republit mit der Milch eingesogen, das aleråusserste Unglück feyn würde. Maßinissa,

Dec

der eine Königin, die er ehedem geliebt, wei. nend zu seinen Füssen sieht, wird gerührt, und verspricht ihr alle Hülfe, die in feinen Kräften stehen werde. Sophonisbe wiederholt ihre Bitte, und wirft fich aufs neue zu feinen Füssen. Maßinissa endlich fasset den Entschluß, sie zu vertheidigen, giebt ihr sein Wort und schwöret darauf, daß die Römer, so lange er noch tebe, niemals Herren über ihre Frenheit werden sollten. Hierauf gehen sie zusammen in den Pallast. Der Chor beweinet das vergangene Unglück und wünschet glücklichere Cage,

Lálius tritt auf, und nachdem er die Pracht der Stadt bewundert, fragt er den Chor, wo Maßinissa feyn moge. Ein Boche kommt aus dem Pallaste heraus, und meldet, daß Maßi. nissa die Sophonisbe geheyrathet habe; daß diese Prinzeßin zwar Anfangs wegen ihrer Pflicht, die fie an den Syphar, ihren Gemahl, vers binde, Schwierigkeiten gemacht 'und durch die Erinnerung des Kindes, welches sie von işm þabe, fey zurück gehalten worden; daß sie abec endlich doch darein gewilliget, weil sie Maßi. nissa versichert, daß sie durch kein ander Mittel von der Knechtschaft der Römer errettet werden könne. Lælius erstaunet über diese Nachricht, und wird den Maßinissa gewahr. nicht, als ob er seine Heyrath erfahren habe, sondern sagt ihm bloß, daß alle Gefangene, und besonders die Königin Sophonisbe nach Rom

geschickt

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Er thut

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geschickt werden mußten. Maßinissa bringt einige Gründe vor, um die Königin davon aus. zunehmen; doch weil sie dem Laliys feine Genüge thun, so gesteht er es endlich, daß er die Prinzeßin geheyrathet habe. Lålius vermeiset ihm feine Kühnheit, und läßt ihm das Unglück, dem er sich durch diese Verbindung aussege, aus demjenigen schliessen, in welches diese Prinzeßin ihren ersten Gemahl den Syphar gestürzt habe. Masinissa zeiget ihm, was er für ein Recht auf die Sophonisbe habe und stüßet fich auf die Dienste, die er der Reo publik geleistet. Er fagt, daß ben dem Bunde, den er mit den Römern geschlossen, diese sich anheischig gemacht, ihn in seine Staaten und in alle seine Redte wieder einzuseßen, von welchem Versprechen sie gleich denjenigen Punct uners füllet lassen würden, der ihm am meisten am Herzen liege, wenn sie ihm seine Gemahlin ent. ziehen wollten. Lålius findet auch diese Gründe noch nicht zureichend, und der Wortwechfel wird lebhafter.

Cato fommt darzwischen, welcher alles mit angehört und den Ratt, giebt, es auf die Ent: scheidung des Scipio ankommen zu lassen. Sie find es zufrieden und gehen ab.

Der Chor fchmeichelt sich, daß Scipio der Königin geneigt fern werde.

Man sieht den Scipio, von den Häuptern seiner Armee und den Gefangenen beleitet, aufs

treten,

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treten, unter welchen leßtersich Snphar befindet. Dieser gestehet dem Scipio, daß ihn seine Hera rath mit der Sophonisbe von den Römern ab. spånnstig gemacht habe, und hofft feinen Trust und seine Rache in den Ursachen seines Unglücks zu finden; denn da Sophonisbe den Maßinissa gehenrathet, so ist er schon ganz gewiß davon überzeugt, daß sie ihn in eben diesen Abgrund mit sich hinein ziehen werde. Nachdem ihm Scipio seine Hochachtung zu erkennen gegeben, befiehlt er, daß man ihm die Ketten abneh. men und ihn in sein Zelt führen folle. Scipio sagt zu dem Cato, man müsse sich in Ucht neh. men, daß die Königin aus dem Maßinissa nicht einen neuen Feind der Römer mache. Cato þinterbringt ihm die Verbindung des Maßinissa mit dieser Prinzeßin, desgleichen die Vorroirfe, die ihm {elius Deswegen gemacht, und den Schlüß, den sie gefaßt, es auf seine Entscheis dung dieser Sache ankommen zu lassen.

Masinissa kommt darzu, und Scipio läßt sein ganzes Gefolge abtreten. Er empfängt ihr sehr gütig, er rühmt feinen Muth und die Dienste, die er der Republik erwiesen, und verspricht ihm wirkliche Proben von der Dancbarkeit des Senats. Zugleich aber råth er ihm auch, weil boch die Königin Sophonisbe als eine Gefan= gene nach Kom geführet werden müsse, seine Leidenschaften zu überwinden, und so viel Eus gend durch die Schwachheit feiner Liebe nicht zu

vernidays

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