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Programm

des

Gymnasiums zu Wittenberg

Ostern 1890.

Inhalt:

1. Über die Verwertung des Livius im Geschichtsunterricht vom Oberlehrer Haupt.

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Le 16.522.5

HARVARD COLLLGE LIBMARY

FROM THE LIBRARY OF ALBERT ANDREW HOWARD

NOVEMBER 24, 1925

Über die Verwertung des Livius im Geschichtsunterricht.

Von Carl Haupt.

I. Teil.

Wenn die heftigen Angriffe auf Lehrplan und Lehrgang des humanistischen Gymnasiums in neuerer Zeit eine gewisse Konnivenz in Kreisen gefunden haben, denen man sonst Vorliebe für die damit verbundenen Bestrebungen nicht zutrauen möchte, wenn den Verdächtigungen, mit denen die Vertreter der Altertumsstudien bedacht werden, immer weitere Anerkennung gezollt wird, so sind wir unsererseits auch darüber einig, dass mit blossem Abstreiten der gerügten Mängel nichts erreicht wird, sondern dass es unsere Pflicht ist, ernsten Sinnes und vorurteilslos auf die etwaige Berechtigung der Vorwürfe einzugehen und dieselben einer rein sachlichen Prüfung zu würdigen.

Soweit sich dabei Mängel in der pädagogischen Vorbildung der Lehrer ergeben haben, ist man an massgebender Stelle mit Eifer bemüht, helfend und fördernd einzugreifen, durch zweckentsprechende Einrichtungen die Lücken zu beseitigen und eine Lehrweise zur Geltung zu bringen, die rücksichtsvoller eingeht auf die Fassungskraft, welche die betr. Entwickelungsstufe des jugendlichen Geistes gerade entfalten kann, als dies vielleicht früher hier und da geschehen sein mag.

In der That, wenn es auf irgend einem Gebiete wissenschaftlicher Thätigkeit gestattet ist, aus der aufgewendeten Mühe, aus der Fülle der mitschaffenden Kräfte und aus ihrer Regsamkeit einen verheissungsvollen Schluss zu ziehen auf die Grösse des zu erwartenden Erfolges, so müssen auch die leidenschaftlichsten Gegner uns das Zugeständnis machen, dass wir alle Ursache haben, vertrauensvoll in die Zukunft zu blicken. Werden doch in einer Menge von Zeitschriften praktische Winke und Anleitungen gegeben, während umfassende wissenschaftliche Werke immer von neuem die einschneidendsten pädagogischen Fragen und Aufgaben behandeln und unser Nachdenken auf diesem Felde immer in Thätigkeit erhalten. Ja, „die Lehrproben und Lehrgänge“ führen uns unmittelbar hinein in die Werkstätte des Unterrichtsbetriebes und stellen uns an praktischen Beispielen die Anforderungen vor Augen, denen genügt werden muss, wenn von seiten des Lehrers alles zur Erreichung des Unterrichtszweckes Erforderliche geleistet sein soll.

Besonderer Anerkennung würdig erscheinen uns in diesem Zusammenhange die Versuche des verdienstvollen Herausgebers jener Hefte, in der Behandlung der römischen Geschichte das Einprägen der Daten durch eine grössere Übersichtlichkeit zu erleichtern und zugleich durch Veranschaulichen der Verhältnisse und Richtigstellen der mitwirkenden Beziehungen den Einblick in den Gang der Entwickelungen zu verdeutlichen; und zwar wird alles dies erreicht unter der lebhaften Mitarbeit der Schüler selbst, damit dieselben in dem schliesslich Gewonnenen die Ergebnisse eigener Thätigkeit wieder finden und somit die beste Gewähr dauernden Besitzes in einer klaren Erkenntnis mit hinweg nehmen.

Der Geschichtsunterricht, zumal in den oberen Klassen, muss in der That denn doch etwas mehr leisten, als eine blosse Anhäufung von Zahlen und toten Daten, die dem erst durch solche

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