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Einleitung.

A. Der Inhalt.

Wenn der sechste Band der Hanserecesse seinem Vorgänger erst nach längerer Zwischenzeit folgt, so crklärt sich das theils durch die Ucbernahme einer andern zeitraubenden Arbeit, die der Herausgeber ebensowohl der Wissenschaft, wie dem Andenken eines verehrten Freundes schuldig zu sein glaubte, theils durch die Ungunst seiner persönlichen Verhältnisse, die ihn zwangen, alle Kraft an den Versuch zu setzen, auf einem ihm bisher nur oberflächlich bekannten Boden so heimisch zu werden, wie er sich nach fast zwanzigjährigen Studien in der Geschichte seiner Vaterstadt fühlen durfte.

Der nunmehr vollendete neue Band enthält das Material zur Geschichte des hansischen Städtebundes von 1411-1418. Der ursprünglich für ihn ins Auge gefasste Abschluss mit dem Jahre 1420 liess sich nicht bewerkstelligen, wenn die dem Herausgeber anvertraute Aufgabe ebenmässig gelöst werden sollte.

In diesem Zeitabschnitt der hansischen Geschichte ist das vornehmste Ereigniss die Wiedereinführung des alten Raths in Lübeck am 16. Juni 1416. Der 1408 erfolgte Aufstand, der nach und nach eine Reihe von Städten ergriffen hat, führt eine Lockerung des hansischen Bundes herbei und schwächt seinen Einfluss nach aussen. Durch die Gewaltthat König Erichs von Dänemark, der die nach Schonen gekommenen Lübischen Kaufleute gefangen nimmt und die Wiederherstellung des alten Rathes zur Vorbedingung macht für ihre endgültige Freilassung und für die Herausgabe des ihnen abgenommenen reichen Guts, wird ein Umschwung herbeigeführt; den bisherigen Machthabern, deren staatsmännische Unfähigkeit in den Verhandlungen am Hofe König Sigismunds klar zu Tage getreten ist, wird von der Partei der gefährdeten Kaufleute das Heft aus den Händen gewunden, und mit der Wiedereinführung des alten Raths, an der auch König Sigismund, zunächst aus pekuniären Gründen einen thätigen Antheil nimmt, beginnt eine planmässige Wiederherstellung der aristokratischen Verfassung in allen Hansestädten, eine Wiederanknüpfung der gelockerten Bande der Hanse, ein Wiederaufrichten ihres politischen Einflusses, vornehmlich im Norden, in ihrem Verhältniss zwischen Dänemark und den Holsteinern in dem bedeutungs- und wechselvollen Kampfe um Schleswig.

Für die inneren Verhältnisse der Hanse sind zunächst die Statuten von hervorragender Wichtigkeit, die nach einem ersten Anlauf von 1412 und einem Entwurf von 1417 (Nr. 398) endgültig 1418 beschlossen worden sind (Nr. 557); mit ihren scharfen Bestimmungen gegen den Aufruhr vergleiche man die Anstrengungen, die gemacht werden, um das alte Regiment in den einzelnen Städten wiederherzu

stellen, in Rostock (Nr. 319-21) und Soest (Nr. 580), besonders in Hamburg (Nr. 68, 72-74, 352, 417-21a, 509) und Stade (Nr. 528), sowie auch die Massregeln gegen die Läbischen Aufrührer Poling und Plote, die in Perleberg und Stolpe Unterschlupf gefunden haben, und gegen die Franziskanermönche Kampow und Schönenberg. Lübeck verbündet sich 1414 mit Hamburg (Nr. 139), 1417 mit Lüneburg, Wismar, Rostock, Stralsund und Greifswald (Nr. 338); Lübeck und dessen Nachbarstädte werden 1418 von den übrigen Hansestädten ersucht, van erer aller wegene. . . der stede unde copmannes beste to provende, unter dem Versprechen, wes se in der stede unde copmannes beste vortsetteden unde deden, des wolden se en bistendich wesen (Nr. 556 § 87). Ueber die bisher völlig unerklärten Privatkontore Hamburgs erhalten wir, zunächst wenigstens über dasjenige zu Sluys, erwünschte Auskunft (Nr. 474). - König Sigismund betheiligt sich nicht nur an der Ordnung der inneren Kämpfe Lübecks, sondern greift auch sonst mannichfach ein in die Angelegenheiten der Hanse, in die Handelsbeziehungen zu Venedig (Nr. 99, 187, 188), in die Streitigkeiten mit England (Nr. 444-51), in das Verhältniss zu den Oldenburgern (Nr. 571) und zu Friesland (Nr. 571, 592); über seine Persönlichkeit urtheilt Nikolaus Vöge von Stralsund (Nr. 192: dysse konyngh wert eyn mechtych keyser), über seine Absichten in Bezug auf die Hansestädte Richard Lange von Reval (Nr. 592: des keysers bodden menen men gelt unde hulpe ereme heren). Die in Folge des Läbischen Aufruhrs entstandene Schwäche in der Leitung der hansischen Angelegenheiten macht sich in dem Verhältniss zu den Schotten und zum Lande Flandern besonders wahrnehmbar, das Bewusstsein der Kräftigung in dem Einschreiten gegen die livländischen Städte wegen der NowgorodFahrt (Nr. 397 §§ 66-70) und gegen die preussischen Städte wegen des Pfundzolls (Nr. 556 § 88), die Anerkennung der wiedergewonnenen Kraft in König Erichs Bestreben, die Städte zu einem Bündniss mit ihm zu bewegen (Nr. 385), und mehr noch in dem von den Städten vereinbarten Stillstand zwischen Erich und den Holsteinern von 1417 Nov. 15 u. 17 (S. 481). Ueberhaupt aber bieten die Recesse für die Erforschung der deutsch-dänischen Beziehungen während dieser Zeit ein Material dar, dessen Reichthum hoffentlich nicht verfehlen wird, auch in Deutschland zu einer Revision der Geschichte derselben anzuregen.

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B. Das Material.

I. Recesse.

Von den Recesssammlungen wurden benutzt:

1. Die Handschrift zu Hamburg von 1369-1411 (1416) für 29 Nummern: 50-53. 199. 259. 261. 262-66. 271-74. 276. 277. 285. 286. 288-90. 399. 444. 446. 447. 450. 451. Die nunmehr erschöpfte Handschrift hat uns im Ganzen Texte für 210 Nummern dargeboten.

2. Die Handschriften zu Wismar: Band I von 1363-1414 für 9 Nummern: 37-40. 50-53. 68 B, in den früheren Bünden für 167, zusammen für 176 Nummern. Band II von 1416-1436 für 128 Nummern: 229. 242. 244–51. 259. 267. 287. 293-97. 306-10. 312. 314. 319. 321-29. 332-37. 339-48. 350352. 385-89. 391. 397 A. 398-400. 404. 406. 409. 410, 412-14. 417--21. 422428. 455. 456. 465-70. 478. 479. 489-97. 503. 506, 509, 528. 556. 557, 557 a. 558565. 567-90. 594-96, 602. 605-607.

3. Die Handschrift zu Rostock von 1448-1461 für 1 Nummer: 398. 4. Die Handschriften zu Köln: Band I (B 13) von 1385-1461 für 33 Nummern: 68 A. 556 A. 557. 558-65, 567 -76. 579-90. Band II (B 28)

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Hansea

von 1388-1472 für 21 Nummern: 230. 261-71. 274. 380. 474. 475. 556 B. 572. 573. 577. 578. Band III für 5 Nummern: 556 B. 572. 573. 577. 578. tica Nr. 302 (B 2) für 5 Nummern: 556 B. 572. 573. 577. 578.

5. Die Handschriften zu Danzig: Stadtbuch IV von 1402–1415 für 24 Nummern: 7. 14. 15. 23. 24. 27–30. 35. 36. 41. 44. 46. 76. 77. 119. 120. 123– 126. 142. 185; in Band V für 204, im Ganzen für 228 Nummern. StändeRecesse Band I von 1415-1450 für 2 Nummern: 510. 628.

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6. Die Handschrift zu Thorn: Band II von 1398-1416 für 37 Nummern: 2. 16--19. 44, 50–53, 56. 63. 64. 68 A. 71. 96. 97. 118. 123-26. 196. 257. 261-71. 275. 284; in den früheren Bänden für 286, im Ganzen für 323 Nummern.

An einzelnen Recessen lieferten:

7. Das Stadtarchiv zu Lübeck 78 Nummern: 68 A. 70. 319. 321. 324. 325. 337. 339–41. 344. 345. 348. 350. 362. 396 a. 396 b. 397 A. 397 B. 398. 401— 414. 416. 418. 419. 421. 421 a. 424. 425. 427. 428. 428 a. 432–34. 556 A. 558–65. 567-72. 574 - 80. 582-90: die Recesse zu Lüneburg 1412 Apr. 10, Lübeck und Rostock 1416 Nov. 25, Lübeck 1417 Jan. 20, Rostock und Lübeck 1417 Mai 20, Lübeck 1418 Juni 24.

8. Das Stadtarchiv zu Hamburg 1 Nummer: 57, den seit 1842 nicht mehr vorhandenen Münzrecess von 1411 Sept. 29.

9. Das Stadtarchiv zu Bremen 1 Nummer: 68 A, den Recess zu Lüneburg 1412 Apr. 10.

10. Das Stadtarchiv zu Lüneburg 1 Nummer: 57, den Münzrecess von 1411 Sept. 29.

11. Das Rathsarchiv zu Stralsund 4 Nummern: 503--506, den Recess zu Lübeck, Schleswig und Flensburg 1417 Nov. 6.

Das Stadtarchiv zu Braunschweig 1 Nummer: 68 A.

13. Das Stadtarchiv zu Hildesheim 1 Nummer: 68 A.
14. Das Stadtarchiv zu Göttingen 1 Nummer: 68 A.

15. Das Stadtarchiv zu Zwolle 13 Nummern: 261-71. 274. 556 B: die Recesse zu Lübeck 1416 Mai 24 und Lübeck 1418 Juni 24.

16. Das Stadtarchiv zu Danzig 67 Nummern: 208. 256. 261-71. 275. 284. 292. 397 A. 399–411. 415. 427-31. 556 A. 557. 558-65, 567-71. 574-80. 582-90: die Recesse zu Elbing 1415 Aug. 31, Danzig 1416 Apr. 24, Lübeck 1416 Mai 24, Elbing 1416 Juli 7, Rostock und Lübeck 1417 Mai 20, Lübeck 1418 Juni 24. 17. Das Stadtarchiv zu Elbing 5 Nummern: 397 A. 401-404, den Recess zu Rostock und Lübeck 1417 Mai 20.

18. Das Staatsarchiv zu Königsberg 1 Nummer: 56, den Recess zu Wormditt 1411 Dez. 5.

19. Das Rathsarchiv zu Reval 21 Nummern: 68 A. 69. 397 A. 404. 406. 409. 410. 412. 413. 417-21. 422-28: die Recesse zu Lüneburg 1412 Apr. 10, Rostock und Lübeck 1417 Mai 20.

II. Urkunden.

Von den wendischen Städten ergaben:

1. Das Stadtarchiv zu Lübeck 57 Nummern1, von denen 2 dem Kopiarius von 14082, 2 dem Niederstadtbuch und 1 dem Kopiarius Lauenburgischer Urkunden entnommen wurden.

4

1) 33. 100-102. 105. 106. 127. 130-35. 190. 191. 199-207. 267-70. 305. 311. 338. 353. 390. 398. 445. 449. 452-54. 534. 537-44. 612-16. 618. 620-22.

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2. Das Stadtarchiv zu Hamburg 3 Nummern 1.

3.

Das Stadtarchiv zu Bremen 1 Nummer 2.

4. Das Stadtarchiv zu Lüneburg 21 Nummern3.

5. Das Stadtarchiv zu Kiel 1 Nummer 4.

6. Das Rathsarchiv zu Wismar 29 Nummern3, deren 15 dem Kopialbuch-Fragment von 1414-14166 entnommen wurden.

7. Das Rathsarchiv zu Rostock 8 Nummern, von denen 1 den Kämmereirechnungen, 2 den Gewettsrechnungen, 1 den Weinrechnungen 10, 1 dem Witschop-Buch von 1384-143111 und 1 dem Liber computacionum 12 verdankt werden.

8. Das Rathsarchiv zu Stralsund 3 Nummern 13 und das Gewandhaus-Archiv daselbst 1 Nummer 14.

Von den sächsischen Städten steuerten bei:

9. Das Stadtarchiv zu Braunschweig 1 Nummer 15, die im Gedenkbuch II enthalten ist.

10. Das Stadtarchiv zu Hildesheim 14 Nummern 16, von denen die ersten 4 aus dem Kopialbuch III von 1400-1413, die übrigen 10 aus dem Kopialbuch IV von 1413-1430 gewonnen wurden.

11. Das Stadtarchiv zu Göttingen 5 Nummern17.

Von den rheinisch-westfälischen Städten lieferten Beiträge:

12. Das Stadtarchiv zu Köln 17 Nummern 18, aus dem Liber copiarum Nr. 5 von 1412-1415: 919, aus dem Liber copiarum Nr. 6 von 1416 -1417: 420 und aus dem Liber copiarum Nr. 7 von 1418-1419: 2 Nummern 21.

13.

Das Stadtarchiv zu Dortmund 1 Nummer 22.

14. Das Stadtarchiv zu Osnabrück 1 Nummer 23.

Von den niederländischen Städten ist vertreten:

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15. Das Stadtarchiv zu Deventer mit 6 Nummern 24, die mit Ausnahme der ersten aus den Kämmereirechnungen extrahirt wurden.

Von den preussischen Städten gaben Ertrag:

16. Das Stadtarchiv zu Danzig mit 10 Nummern 25, denen eine weitere 26 anzuschliessen sein wird, deren Abdruck uns nur durch die Vermittelung Toeppens bekannt ist.

17. Das Stadtarchiv zu Thorn mit 2 Nummern 27.

Das Stadtarchiv zu Elbing mit 3 Nummern 28, von denen uns die letzte nur durch die Aufnahme in eine handschriftliche Chronik erhalten ist. Von den livländischen Städten ergab:

19. Das Rathsarchiv zu Reval eine Ausbeute von 106 Nummern 29.

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3) 48. 65. 72-74. 99. 103. 110–12. 187–89. 191. 198. 242. 338. 382. 383. 396. 615.
4) 140.

5) 148-56. 178. 192. 215. 216. 239–41. 243. 436–39. 487.488. 498. 499. 536. 555. 566. 617.
6) 148-56. 215. 216. 239–41. 243.
7) 253. 254. 291. 320. 331. 441. 597. 598.
11) 320.
12) 441.

$) 253.

9) 254. 291.
14) 557.

10) 331.

13) 144. 211. 252.
15) 157.
16) 1. 22. 93. 94. 145. 146. 212. 260. 471-73. 530. 531. 604.
18) 107-109. 122. 141. 179-82. 217. 315. 332. 394. 476. 477. 601. 608.
19) 107-109. 122. 141. 179-82.

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17) 21. 238. 395. 529. 603.

20) 217. 315. 394. 476. 24) 70. 136. 330. 442. 443. 599.

21) 477. 601.

26) 210.

25) 62. 164. 195. 197. 313. 381. 384. 481. 532. 557.

27) 41. 392.

28) 95. 137. 501.

29) 5. 6. 41. 43. 58. 59. 75. 85-92. 117. 158-63. 165-77. 183. 184. 218-28. 232. 233.

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