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A b rifs

der

allgemeinen Weltgeschichte

für die

obere Stufe des Geschichtsunterrichtes

von

Dr. David Müller,

Professor.

Facta sind in den Bücbern, der Schlüssel
ist im Herzen und in der Welt Lauf.

Joh. v. MÖLLER.

Theil 1.

Das Alterthum,

BERLIN.
WEIDMANNSCHE BUCHHANDLUNG.

1870.

602630

VORWORT.

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Statt einer Vorrede, die leicht zu lang ausfallen dürfte, antworte ich nur auf die Frage, die Jeder, der ein Lehrbuch schreibt, an sich gestellt denken muss, nemlich die: Wie soll die Benutzung desselben stattfinden?

Die Beantwortung richtet sich nach der Methode Dessen, der es verwenden will. Wenn der Geschichtslehrer der oberen Classen gewöhnt ist, vorzutragen, so bietet dieser „Abriss“ zunächst die Facten, und ich glaube, so knapp und gedrängt, dass die einzelnen Paragraphen einer weiteren Ausführung nirgend vorgreifen. Mithin kann das Buch die Wiederholungen von Stunde zu Stunde und noch besser die zusammenfassenden Repetitionen ganzer Abschnitte erleichtern oder ermöglichen.

Ich halte nun freilich die Vortrags- und Kathedermethode nicht für die richtige, wenigstens nicht für die ausschliessliche. Ich habe mich darüber schon 1864 in der Vorrede zur ersten Auflage meiner Geschichte des deutschen Volkes“ ausgesprochen, auf die zu verweisen mir hier gestattet sein möge. Vortrag des Lehrers ist, meiner Meinung nach, unbedingt nöthig bei schwereren Parthien, z. B. bei Auseinandersetzung von Verfassungsverhältnissen, wo der Lehrer von vornherein durch Präcision des Wortes Anschauungsbilder geben soll, wie man sie

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lesend aus dem Buche nur schwer gewinnt. Oder, ist der Lehrer (wie wünschenswerth) lebhaft und phantasievoll, so wird er sich selbstverständlich die plastischen und drastischen Momente für den Vortrag nicht entgehen lassen wollen. Aber bei den einfacheren, ebneren Parthien kann auch der Schüler, der sich aus seinem Lehrbuch präparirt, Referat oder Vortrag übernehmen. Eben dasselbe ist möglich bei Abschnitten, für deren Behandlung der Lehrer keine Zeit mehr gewinnen konnte, weil er (was unter Umständen gewiss vollberechtigt ist) sich bei bedeutenderen Stellen länger verweilt hatte, als ein gleichmässiger Plan erlaubte. Der Lehrer hat dann, dieser Selbstthätigkeit des Schülers gegenüber, zu berichtigen, was misverstanden, Einzelnes vielleicht auszuführen, das Ganze zusammenzufassen. Das wäre dann eine zweite Methode, die ich im Auge habe, die die erste nicht ausschliesst, sondern sie ergänzt und belebt, indem sie sich mit ihr verbindet. Gerade für sie bedarf aber der Schüler einer zusammenhängenden, stilisirten Darstellung, und Tabellen und bloss skizzirte Abrisse können dafür nicht genügen, so brauchbar sie sonst sein mögen. Ja der Schüler kann, wenn er Zeit und Lust hat, in seinem Vortrage den aufgegebenen Paragraphen durch sein Privatstudium erweitern und ausführen. Und hiermit stände ich dann an der dritten Stufe der Benutzung, auf die ich den Hauptwerth lege.

Es ist diese: der Schüler soll auf der obersten Stufe seiner Vorbildung für die Universität (und vielleicht begleitet ihn auch das Lehrbuch als Rathgeber noch auf diese hinüber) in das Geschichts studium eingeführt werden. In den oberen Classen bieten dazu die einfachste Gelegenheit die Aufsätze und Vorträge, sowohl die deutschen, wie die lateinischen. Sind bei diesen die historischen Themata mit Recht vorwiegend, so kann der Schüler über Quellen und Hilfsmittel') sich in seinem Lehrbuche der Geschichte Rath erholen. Hat er Zeit, Neigung und Beruf, so wird es ihn erfreuen, von Quelle zu Quelle weiter vorzuschreiten und so in die Seele der Geschichte einzudringen. Und vielleicht ist es nicht bloss dem Schüler willkommen, wenn sich hier für einen Blick Quellen, Hilfsmittel und wichtigste Belegstellen zusammengefasst finden; wenngleich es nicht in meiner Absicht lag, ein erschöpfendes Repertorium zu bieten.

Da es sich um alte Geschichte, mithin um griechische und lateinische Quellen handelt, so könnte mein Buch leicht den Schein gewinnen, als sei es nur für Gymnasiasten bestimmt. Aber ich sehe nicht ein, warum es nicht der Realschüler und Polytechniker ebensowohl gebrauchen könnte, selbst wenn ihm die griechischen, vielleicht auch die lateinischen Citate und Worte unverständlich bleiben. Quellen und Noten, so redliche Arbeit sie mir gemacht haben, nehmen einen so kleinen Platz ein, dass sie weder das Buch wesentlich vertheuern, noch die Benutzung für den, der alten Sprachen Unkundigen, stören werden. Die Angabe der Hilfsmittel aber ist für Jeden da, der sich für Geschichte interessirt: sie werden in den folgenden Bänden naturgemäss eine immer grössere Bedeutung gewinnen. ·

In der Vertheilung des Stoffes glaube ich nicht fehl gegriffen zu haben. Die eigentlich classische griechische und römische Zeit, welche Hauptsache bleibt, hat von den 18%, Bogen meines Textes erstere 6, letztere 7 Bogen bekommen; die orientalische als Einleitung 2%2; die Zeit des römischen Imperiums, als die breite Brücke die zum Mittelalter hinüberführt, 3. Dem

1) Erstere sind in den, die Paragraphen einleitenden Noten unter I, letztere unter II angegeben.

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