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wurden die drei Lindenalleen, nämlich die nächst dieser Kapelle, die sogenannte finstere Allee im Schlossgarten, und jene im Spitelgarten durch ihn angelegt. Nach dessen Tode im J. 17OO trat sein ältester Sohn Johann Georg die Verwaltung an, starb jedoch schon 1702 mit Hinterlassung seiner in der Hoffnung sich befindlichen Gemahlin. Sein ältester Bruder Franz Carl übernahm die Administration der Herrschaft, und setzte sich, als er nach einem 22jährigen Prozesse seinem Bruder Philipp 130000 Gulden und seinem Neffen Kaspar 120000 Gulden hinausgezahlt hatte, in den alleinigen Besitz von Teplitz. Er war Geheimer Rath der Kaiser Leopold I., Joseph I., Carl IV., der Kaiserin Maria Theresia und ihres Gemahls Kaiser Franz I. Unter seinem Schutze blühte Teplitz immer mehr empor. Er vergrösserte die Herrschaft durch den Ankauf der Dörfer Voitsdorf, Pihanken und Soborten, und später eines Theils von Zinnwald, brachte Graupen, das bereits seit langer Zeit in anderen Händen war, gegen eine Summe von 32000 Gulden wieder an sich, liess den Tischauer Thiergarten anlegen, und erbaute 1703 das Jagdschloss Doppelburg darin, errichtete 1714 das Schiesshaus auf dem Spitelberge, berief 1718 den Bildhauer Mathias Braun, dessen Statuen die Prager Brücke zieren, nach Teplitz, um die 23 Ellen hohe heilige Dreifaltigkeitssäule auf dem Schlossplatze zu setzen, und liess 1731 das Gartenhaus am Schlossgarten aufführen, und die Decke von Johann Franz Müller aus Kaaden al fresco malen. Ihm bewilligte die K. Maria Theresia 1 749 die Errichtung eines Fideicomisses. Sein Sohn Franz Wenzel wurde 1751 der erste Besitzer des Fideicomisses. Dieser nahm gleich bei seinem Antritte einen Umbau und eine geschmackvollere Herstellung des Schlosses vor. Er war k. k. Geheimer Rath, auch Obersthof- und Landjägermeister und wurde 1767 von Kaiser Joseph II. in den Reichsfürstenstand mit der Primogenitur erhoben. Noch in demselben Jahre übergab er den Besitz der Herrschaft seinem ältesten Sohne Johann Nepomuk, und starb 1 788 im 82. Lebensjahre. Johann Nepomuk vermählte sich mit Christine, Tochter des k. k. Feldmarschalls und Grand's von Spanien, Carl Fürsten von Lign e. Er war k. k. Kämmerer, Geheimer Rath, Generalhofbaudirektor und Grosskreuz des Leopoldordens. Keine Zeit wird das Angedenken dieses fürstlichen Mäzenaten verlöschen. Uiberall, wohin wir blicken, finden wir Monumente seines Strebens, den Kurort emporzuheben, und ihn zum reizenden Aufenthalte des Fremden zu gestalten. Die Kastanienallee um den nordwestlichen Theil der Stadt, die Fahrwege nach Doppelburg und Eichwald, der Bau des Moritzhofes, des Fasanjägerhauses, die Verschönerung des Schlossgartens durch neue Partien, des Gartenhauses und seines Saales, die Abräumung des Biliner Thores, der Bau des Amthauses, des Schlosstheaters, die Erneuerung der Schlosskapelle, die Anlegung des Glorietts im Turner Park, die Umstaltung des Herrenhauses und der Fürstenbäder, alle diese Werke, die sein Genius schuf, sind Zeugen seines grossartigen Wirkens. In die Besitzzeit dieses Fürsten fallen auch die wichtigen Veränderungen und Verbesserungen, die zum Emporkommen des Kurortes beitrugen. Dahin gehört die neue Regulirung des Magistrats, der Umbau des Stadtbades, der Stein- und Schlangenbäder, die Errichtung des Dr. Johnischen, des österreichischen, preussischen und sächsischen Militärbadeinstituts und des Bürgerhospitals, so wie die Herstellung so vieler Verbindungsstrassen mit Prag, Dresden und Karlsbad. Doch hat auch unter ihm ein hartes Loos die Stadt Teplitz getroffen. Im J. 1793, am 1. Juni Nachts 11 Uhr, kam am Marktplatze Feuer aus, welches so wüthend um sich griff, dass binnen zwei Stunden 155 Häuser und 1 1 Scheunen in Flammen standen. Der Schaden belief sich auf 399,387 Gulden. Allein die Stadt erholte sich, unterstützt von einer Summe von 30000 Gulden, welche weiland Se. Majestät der Kaiser Franz ungesäumt als Darlehn, gegen Rückzahlung in 20jährigen Fristen, übersandte, so wie durch ansehnliche Beiträge J. J. k. Hoheiten der Erzherzogin Christine und des Herzogs Albert von Sachsen-Teschen, sehr bald wieder, und gewann überdiess durch den Wiederaufbau ein weit schöneres Ansehen, indem statt der bisherigen grösstentheils hölzernen Gebäude nunmehr steinerne errichtet wurden. Noch mehr angefeuert wurde der Verschönerungseifer durch die 12 jährige Steuerfreiheit, welche Se. k. k. Majestät 1807 allen Baulustigen unter der Bedingung ertheilte, dass die neuen Häuser von soliden Materialien und nach einem vom k. Kreisamte gebilligten Plane aufgeführt würden. Diese allerhöchste Gnade hat mit dem gesteigerten Wohlstand der Bürger die Folge gehabt, dass nunmehr auch von den bei der erwähnten grossen Feuersbrunst verschont gebliebenen alten Häusern eines nach dem andern von Jahr zu Jahr verschwindet, und so schon im J. 1825 zwei ganz neue Strassen entstanden waren. Nach dem Tode des Fürsten Johann 1 826 überging Teplitz an dessen Sohn Fürsten Carl. Dieser hegte sorgsam das bereits bestehende Gute und versäumte nichts, was zur Verschönerung des Badeortes und zur Förderung seines Rufes beitragen konnte. Doch leider nur zu früh unterbrach der Tod sein verdienstvolles Streben. Er beschloss am 31. Mai 1831 zu Wien seine irrdische Laufbahn. Sein Sohn Edmund Moritz, Fürst von Clary und Aldringen, geboren am 3. Februar 1 S 13, trat in den Besitz der Herrschaft unter der Vormundschaft seiner Mutter Fürstin Aloysia, geborne Gräfin von Chotek, und übernahm im J. 1835 selbst die Verwaltung der Güter. Dieser für alles Gute und Schöne begeisterte junge Fürst wirket fort mit der Grossherzigkeit seiner Ahnen. Er ist unablässig bemüht, Teplitz und seinen Umgebungen neue Reize zu verleihen und den Wünschen der Fremden mit bedeutenden Opfern entgegenzukommen. Unter den vielen Bauführungen während der kurzen Zeit seines Wirkens erwähnen wir bloss das grandiose Neubad und die Trinkanstalt, die als würdige Denkmäler seines Verdienstes unseren Kurort zieren. Obgleich auf diese Weise das fürstliche Geschlecht der Clary das Loos von Teplitz begründete und sein Gedeihen sicherte für alle Zeiten, so dankt dieser Kurort doch seinen raschen blühenden Aufschwung in den letzten Jahren dem unermüdeten Wirken unseres allverehrten Landeschefs, Sr. Excellenz des Hrn. Oberstburggrafen, Carl Grafen von Chote k. Sein glühender Eifer für Alles, was das Wohl des Landes fördert, rief auch an unseren Quellen die grossartigsten Schöpfungen rasch ins Leben. Durch seinen mächtigen Impuls und durch die persönliche Leitung des würdigen Herrn Kreishauptmanns Klez ans ky bahnten sich Wege, entstanden die reizendsten Anlagen, erhoben sich Badeanstalten, die unübertroffen dastehen und Teplitz in die Reihe der ersten europäischen Bäder versetzen. –

Wenn wir auf die Geschichte unseres Kurortes während den letzten drei Decennien zurückblicken, so glänzt auch sein Namen als der Schauplatz denkwürdiger Ereignisse.

Schon das Jahr 1813, wo der grosse Befreiungskrieg das nahgelegene Kulm als Böhmens Thermopilä verewigte, heiligt Teplitz der Erinnerung. Bei Teplitz war es, wo sich damals die verbündete österreichische, russische und preussische Armee unter dem Oberbefehl des Fürsten S c h war ze n berg zusammenzog; in Teplitz war das Hauptquartier und das Hoflager der hohen Aliirten, deren Adler sich zum heiligen Bunde vereinten , um siegend zu schweben über die Felder der Ehre bis an die Barrieren von Paris; in der Nähe von Teplitz war es, wo V an d am e, ein Pfeiler der Macht Napoleons, in den Staub sank; hier war es, wo die grosse Völkerschlacht bei Leipzig vorbereitet wurde, und von wo aus sich die Armee der Verbündeten über Komotau, Sebastiansberg und Marienberg dahin in Bewegung setzte; hier war es endlich, wo am 9. September 1813 die erhabenen drei Monarchen Franz, A 1 exander und Friedrich Wilhelm, die in der Weltgeschichte stets als Sterne erster Grösse strahlen werden, den grossen, die Ruhe Europas auf lange Zeit sichernden Allianztractat schlossen. Obgleich Teplitz zu jener Zeit durch die Nähe des Kriegsschauplatzes so manche harte Drangsale erlitten, so erblühte ihm doch daraus ein seltenes Glück, das in der Folge auf seinen zunehmenden Wohlstand einen segenreichen Einfluss übte. Ausserdem, dass es der Hauptzufluchtsort ehrwürdiger Veteranen und Krieger wurde, die ihre Gesundheit dem Dienste zum Opfer brachten, knüpfte auch der verewigte König von Preussen, Friedrich W i 1 h e 1 m III., an die Gefilde, wo der Lorbeer für seine Heldenstirne sprosste, eine süsse Erinnerung, und da er zugleich sein körperliches Wohl unserer Najade vertraute, so beglückte seine hohe Gegenwart jeden Sommer Teplitz durch mehrere Wochen und verherrlichte den alten Ruhm der Quelle. Doch sahen wir nicht den mächtigen Monarchen, der mit an Europas Steuer lenkte – nein – nur den liebenswürdigsten und leutseligsten der Badegäste, der in jedem Blicke, in jedem Worte Milde und Gnade spendete,

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