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Zu den oben beschriebenen plutonischen Gesteinen gehört auch der bekannte Keratitporphyr von Wisterschan, welcher einen mässig hohen Hügel bei Neuhof bildet. Er unterscheidet sich ganz und gar nicht von vielen Phonolithporphyren der Umgegend, welche allmälig in ihn übergehen, wofür auch schon das isolirte Vorkommen mitten in unserem Basaltgebirge spricht. –

Das Thal zwischen dem Erz- und Mittelgebirge füllt die so weit verbreitete Braunkohlenablagerung aus, welche aus dem saazer Kreise sich herüberzieht, und bei Teplitz durch den hervortretenden Feldsteinporphyr und die grobe Kreide, so wie durch die sich mehr vordrängenden Basaltberge sehr eingeschränkt wird, so dass sie kaum die Breite einer Stunde hat. Hinter Turn aber dehnt sie sich gleich wieder aus, indem sie das zwischen den teplitzer, kulmer und türmitzer Bergen gelegene Becken erfüllt. Von Kulm endlich erstreckt sie sich in dem kaum eine Stunde breiten Thale bis an die Stadt Aussig. Sie ist durch die basaltischen Kuppen und Rücken des Mittelgebirges vielfach zerstückt; daher die isolirten Partien, welche die Seitenthäler hie und da ausfüllen und mitunter zu bedeutenden Höhen emporsteigen, wie z. B. bei Schallan. Ihre Schichten sind schwach geneigt nach der Richtung der Bergabhänge, auf welche sie aufgelagert sind. Bei Kleinaugezd z. B. senken die Kohlen sich nordwärts gegen das Erzgebirge, also dem Abhange des teplitzer Porphyrplateaus conform. Bedeutende Verrückungen der Schichten durch plutonische Gebilde sind in der nächsten Umgegend von Teplitz nicht wahrzunehmen, wohl aber bei Bilin, Aussig, und besonders jenseits der Elbe.

Die obersten Schichten bildet Gerölle und lockerer

Sand, der sich nur bei Dux zu einem wenig festen, eisen

schüssigen Sandsteine verbindet. Das unmittelbare Dach

der Braunkohle bildet im Allgemeinen grauer Thon, der zuweilen plastisch, oft schiefrig ist. In dcr Nähe der Kohlenflötze, deren Hangendes und Liegendes er gewöhnlich ausmacht, wird er von beigemengtem Bitumen schwarz gefärbt. Er enthält häufige Abdrücke von Dikotyledonenblättern, Koniferen – Zweigen und Zapfen, versteinertes Holz derselben, sehr selten Süsswassermuscheln. Bei Kleinaugezd wird die Kohle von einer mehr als fussmächtigen Schichte einer eigenthümlichen Breccie bedeckt, bestehend aus meistens haselnussgrossen Quarzgeschieben, welche durch hexardeischen Eisenkies zusammengekittet sind. Die Braunkohle selbst zeigt hie und da noch sehr deutliche Spuren der Holztextur, ja bei Aussig bestehen ganze Flötze fast aus reinem bituminösen Holze. Adern von Pechkohle durchsetzen sie mitunter, oft geht sie in Erdkohle über. Pflanzen, Früchte und andere organische Reste fehlen ihr ganz, nur liegen häufige Stücke verkieselten oder mit Schwefelkies oder Sphärosiderit imprägnirten Holzes darin zerstreut. Auch hat sie, ausser häufigem Eisenkies und hin und wieder etwas basisch-schwefelsaurem Eisenoxyd, keine fremden Beimengungen. Sie ist oft von bedeutender Mächtigkeit, ja einzelne Flötze erreichen die Stärke von 1 O Klaftern. Das Tiefste der Braunkohlengebilde ist gewöhnlich wieder Sandstein, der bei Ossegg in bedeutender Mächtigkeit zu Tage ansteht. Er ist fest, quarzig, mitunter konglomeratärtig. enthält häufige Feldspathkörner, Gneissbrocken und zahlreiche Steinkerne einer Anodonta, ein- zelne Nüsse und Koniferenzapfen. Auch bei Türmitz tritt er am Fusse des Rownei wieder auf, aber als lockeres feinkörniges Gestein ohne Peträfakten. Eine bei weitem grössere Ausdehnung erlangt er im Inneren des Mittelgebirges, ohne jedoch auch da grosse zusammenhängende Massen zu bilden. Das Liegende der Braunkohlenformation ist in der Umgebung von Teplitz beinahe nirgends aufgedeckt.

Jedoch scheint zum grössten Theile die Kreideformation dasselbe zu bilden. Bei Klostergrab durchfährt der tiefe Stollen erst die Braunkohlengebilde, dann den Quadersandstein, und gelangt zuletzt in den Gneiss. Bei Ossegg tritt Pläner auf, der deutlich unter die Tertiärgebilde sich einsenkt. Bei Dux ragt ebenfalls der Pläner inselförmig aus ihnen hervor. Zwischen Strahl und Kosten beisst die Kohle in der Nähe des dortigen Pläners aus. An der Lippnei bei Teplitz liegt der dortige Erdbrand deutlich auf dem Pläner. Bei Kleinaugezd jedoch dürfte wohl der Porphyr unter der Braunkohle liegen. Merkwürdig sind die in der Umgegend von Teplitz vorzugsweise häufigen Erdbrände, welche zuweilen eine bedeutende Ausdehnung haben. So reicht z. B. ein Erdbrand von der Lippnei über Zwettnitz, Wisterschan, Auperschin, Eichwald bis nach Zesemitz, Malhostitz, Tschichlitz und Suchai; der andere umfasst die Gegend von Sobrusan, Schellenken, Wschechlab, Straka und Kizemusch. Die gewöhnlichen Produkte sind gebrannter Thon und Sand, Schlacken und Porzellanjaspisse von allen Farben, zu welchen bei Kfzemusch und Sobrusan noch stengliche Thoneisensteine, bei Straka dichte, graue und braune Thoneisensteine mit rothem Striche kommen. Bei Sobrusan finden sich in einem grauen, schlackigen Gesteine mit unzähligen veränderten Quarzkörnern auch Brocken halbgeschmolzenen, grauen Porphyrs, der wahrscheinlich als Geschiebe im Sande vorhanden war. Alle diese Gesteine bilden bald durcheinander geworfene chaotische Massen, bald lassen sie noch Spuren ihrer Schichtung wahrnehmen. Merkwürdig ist es, dass fast alle Erdbrände sich an der Gränze des Braunkohlenterrains in der Nachbarschaft der Basalte befinden, ja oft ganz von ihnen umschlossen werden Es scheint demnach die Emporhebung der glühenden Basaltmassen einen grossen Antheil an der Entstehung

dieser Erdbrände genommen zu haben, um so mehr, da es nicht leicht einzusehen ist, wie ein einfacher Brand, wie er jetzt noch oft in unseren Kohlengruben Statt hat, so ausgedehnte und bedeutende Wirkungen hervorbringen konnte. Eine nicht minder auffallende Erscheinung bieten die im Mittelgebirge und auch in der Nähe von Teplitz, z. B. am Fusse des Schlossberges, am Wachthübel, bei Kfzemusch u. s. w. so häufigen regellos herumliegenden Quarzsandsteinblöcke dar, die man stets mit dem Namen „Trappsandstein“ belegt hat. Sie sind allem Anscheine nach die festen Uiberreste einer zerstörten, der Braunkohlenformation angehörigen, oder auch noch jüngeren tertiären Sandsteinablagerung, wesshalb sie auch so treue Begleiter unserer Kohle sind. Sie sind meist in der Dammerde und dem Gerölle zerstreut. Spuren feuriger Einwirkung, wie sie ihnen manchmal zugeschrieben werden, fehlen gänzlich. . Alle die nun in ihren Umrissen beschriebenen Gebilde vom Gneiss an bis zur tertiären Braunkohle werden an sehr vielen Punkten von jüngeren Diluvial- und Alluvialgebilden überlagert und verdeckt. Hierher gehören Thon, Sand, Gerölle mit den mannigfaltigsten Geschieben, die sich jedoch auf Gebirgsarten der Umgegend beschränken, und endlich Letten, der oft kalkhaltig ist und viele Konkretionen von Kalkmergel, seltener Knollen von Strahlgyps umschliesst. Letten füllt auch einzelne Klüfte im teplitzer Porphyre aus. In einer derselben fand man Knochen und Zähne eines Hippotherium nebst grossen um und um ausgebildeten Krystallen honiggelben Schwerspathes. Alle diese Gebilde liegen meist an den Abhängen der Berge in Thalausschnitten und Biegungen, welche der Ablagerung der vom Wasser fortgeführten Geschiebe günstig waren. Besonders wird der Fuss fast aller Basaltberge von Lehm verdeckt. Seltener steigen sie auf bedeutendere Höhen und sind dann älteren Ursprunges, was schon - der Mangel der Basaltgeschiebe in ihnen beweist. Am verbreitetsten sind Geschiebe von Gneiss, Granit, Porphyr, Quader- und Braunkohlensandstein, Basalt und Phonolith *).

II. Physicalisch-chemische Darstellung der - Quellen,

- A. Physische Eigenschaften. - Farbe des wassers.

Die Farbe des Thermalwassers in grossen Massen, wie z. B. in den Bassins des Stadt- und Steinbades, erscheint bei darauffallendem Lichte meergrün, so wie jene des Alpen- oder Gletscherwassers. – In gläserne Gefässe geschöpft, bei durchgehendem Lichte, ist es farblos, vollkommen hell und klar; nur die Gartenquelle bekömmt unter Anlegen von Gasbläsehen an die Gefässwandungen während des Auskühlens einen sehr geringen opalisirenden Schein, ohne jedoch im Geringsten trübe zu werden, oder durch Filtriren dieses leichte Opalisiren zu verlieren. Keines dieser Wässer lagert, selbst nach monatlangem Stehen, das geringste Sediment am Boden des Gefässes ab.

*) Wer ein näheres Interesse an den geognostischen Verhältmissen von Teplitz nimmt, findet die weiteren Details derselben in meiner Monographie des böhmischen Mittelgebirges, die unter dem Titel: „Die Umgebungen von Teplitz und Bilin in Beziehung auf ihre geognostischen Verhältnisse, geschildert von Dr. Reuss. Mit einer Karte und neun lithogr. Tafeln.“ 1840 bei Me dau in Leitmeritz erschienen ist.

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