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Erscheinung in einem spezifischen Hautreiz des mit mannigfachen Substanzen geschwängerten Mediums, ob sie in seiner Dichtigkeit und der dadurch bedingten Wärmecapazität, ob in einer eigenthümlichen Gasentwicklung oder endlich in elektromagnetischen Potenzen zu suchen sey, unterliegt wohl noch manchem Zweifel. So viel jedoch ist gewiss, dass bei der Modifikation des Puls es die Wärme nicht das einzige Agens sey, und dass deshalb jede Therme in ihrem Totaleindrucke besonders geprüft werden sollte, um ihren spezifischen Einfluss auf die Cirkulation mit möglichster Genauigkeit nachweisen zu können. Ich habe deshalb eine grosse Anzahl experimentaler Beobachtungen über den Puls beim Gebrauch des Teplitzer Bades angestellt und hielt diess für um so nöthiger, da die Meinung, dass unsere Thermalbäder in Vergleich zu anderen, das Blutsystem mehr erhitzen und aufregen, sich unter Laien und Aerzten vielfach verbreitet hat. Ich erlaube mir jedoch in diesen gedrängten Blättern nur so viele Versuche mitzutheilen, als dahinreichen, um den später daraus gefolgerten, für die Praxis wichtigen Resultaten als Beispiele zu dienen *).

meinen wasserbade von derselben Temperatur die Frequenz des Pulses abnimmt.

*) Sämmtliche Versuche wurden mit möglichster Sorgfalt mittelst eines calibrirten Thermometers von Petitpierre und einer richtigen Sekundenuhr angestellt. Ich habe meine Beobachtungen, über 120 an der Zahl, in mehreren Badehäusern, theils an Gesunden, theils an Kranken verschiedenen Alters und verschiedener Constitution gemacht, und solche oft an einem und demselben Individuum zu verschiedenen Zeiten wiederholt. Vor jedem Versuche wurde die Temperatur der Badestube gemessen, darauf die Wärme des Bades genau bestimmt, und letztere dann in demselben Grade forterhalten. Ich zählte jedesmal die Pulsschläge, und wo ich die Respiration zugleich prüfen wollte,

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auch die Athemzüge vor dem Bade, dann mehrmals nach kleinen Intervallen während desselben, und wiederholte endlich in einzelnen Fällen die Zählung mehrmals des Tages. Ich berücksichtigte zugleich den beträchtlichen Einfluss der Körperstellung auf den Puls, worauf Dr. Guy in neuerer Zeit so dringend aufmerksam machte, und unternahm dem zu Folge die Pulszählung vor und nach dem Bade stets bei ruhigem Sitzen des Badenden. Ebenso liess ich die durch das Auskleiden hervorgebrachte Alteration nicht unbeachtet. – Wer sich in ähnlichen Experimenten versuchte, der hat sich gewiss hinlänglich überzeugt, wie mühsam und mit welchen Schwierigkeiten das Verfahren verbunden sei, und wie unendlich schwer es werde, zu einem verlässlichen Resultate zu gelangen, indem oft die unbedeutendsten Nebenumstände den Versuch vereiteln oder gar zu falschen Schlüssen führen. Hier gilt das: Experientia fallaar, judicium difficile. – Unterliegt schon der Puls so vielen zufälligen Einflüssen, um wie viel mehr findet diess bei der Respiration statt. Schon die geringste Aufmerksamkeit des Kranken auf seinen Athem verändert denselben merklich. Ich machte deshalb den Badenden mit dem Zwecke nie bekannt, und zählte die Athemzüge nach den Bewegungen des Thorax, oder, wo es thunlich war, nach den Schwingungen einer an den Nasenflügel gehefteten Pflaumfeder. Uibrigens beschränken sich sämmtliche Versuche bloss auf die Temperatur von 260 bis 330, indem ausserhalb dieser Gränzen nur höchst selten gebadet wird.

*) Ich habe in diesem und mehreren darauffolgenden Versuchen die Gelegenheit benützt, um vor und nach dem Bade die organische Wärme zu prüfen, und so die Variation derselben bei den verschiedenen Badegraden zu erforschen. Ich applicirte das Thermometer theils unter die Zunge, theils in die Achselhöhle, theils tauchte ich es in den Urin und zwar in dem Momente, wo dieser hervortrat, und in ein erwärmtes Glas aufgefangen wurde. Es ergab sich, wie die Beobachtungen zeigen, dass mit der Vermehrung oder Verminderung der Pulsschläge sich stets zugleich eine, wenn auch äusserst geringfügige, Veränderung der individuellen organischen Wärme bemerkbar machte; allein diese, ich möchte sagen; oscillatorische Schwingung ist höchst unbedeutend und beträgt bei den extremsten Temperaturgraden (26 und 33") selten mehr als 1".

- 2. Beobachtung. . . . " Bei demselben Individuum. i

Vor dem Bade. Luft- ( Puls 69 ) . . . . " temperatur der Bade- Resp. 22 " °”. Minute.

loge 170 Organische Wärme (Urin) 299 Während des Halbba-(nach 5 Minut. Puls 79 Resp. .) in einer des von 330 im Stadt-) » 10 » » 85 » Minute badehause » 15 » » 89 » 32

Von nun an wurde der freie Körpertheil ununterbrochen mit heissem Wasser bespült. Nach 20 Minuten Puls 99 Resp. 33 in einer Minute. > - X> die organische Wärme (Urin) 29,5".

3. Beobachtung.

Bei einem 21jährigen skrophulösen Manne phlegmatischen Tem

peramentes.

Vor dem Bade. Luft- ( Puls 60 ) . . . temperatur der ba-) Resp. 19“ ” Minute. - deloge 159 Organische Wärme (unter der Zunge) 289.

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Bei einem 60jährigen torpiden Arthritiker mit veralteten Knochenauftreibungen. Vor dem Bade. Lufttempe- Puls 64 „ „: Minut ratur der Badeloge 170 Ä. 1s in einer minute.

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Bei einem an rheumat. Ischias leidenden Manne von 52 Jahren.

Vor dem Bade. Lufttem- Puls 68.
peratur der Badeloge 160 Organische Wärme 290.

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Nach 14tägigem Gebrauch dieses Bades wurde derselbe Versuch wiederholt.

Vor dem Bade. Lufttem- (Puls 69 peratur der Badeloge 17° Organische Wärme (Achselhöhle) 299.

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Nachdem der Patient 4 Tage mit dem Bade pausirte, wurde derselbe Versuch wiederholt.

Vor dem Bade. Lufttem- ( Puls 68–69. peratur der Badeloge 160 Organische Wärme (Achselhöhle) 29°.

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Bei einem gesunden Manne von 40 Jahren.
Vor dem Bade. Lufttemperatur der Badeloge 189 – Puls 76.

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Vor dem Bade. Luft- ( Puls 65 ) . . . temperatur der Bade- Resp. 19 in einer Minute. loge 170. Organische Wärme (Achselhöhle) 28,5°.

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bades von 30° im Herr - 30 –>> » 76 » 25 n einer

h ba de » 45 » » 75 » 24 Minute. K U S e » 60 » » 75 » 24

in einer Minute.

9. Beobachtung.

Bei einem 50jährigen Manne mit einer rheumatischen Kniegeschwulst. Vor dem Bade. Lufttem- Puls 68 peratur der Badeloge 17° Resp. 22

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in einer Minute.

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Vor dem Bade. Luft- ( Puls 71 ). einer Minute temperatur der Bade- Resp. 23“ “ e

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Organische Wärme (Urin) 29,5".

11. Beobachtung.

Bei einem leicht zu Blutwallung geneigten Manne von 24 Jah ren, der an einer rheumatischen Lähmung des Armes litt.

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Bei demselben Individuum, unter ganz denselben Verhältnissen wie bei der Beobachtung Nr. 10; nur mit dem Unterschiede, dass der Versuch im Stadtbade vorgenommen wurde, wo die Badeatmosphäre mit dichten Dämpfen geschwängert war und 21,5" hatte. nach 10 Minut. Puls 72 Resp. 24 » 20 » > 73 » 25 » 30 » » 75 » 25 ) in einer Minute.

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