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fremder Truppen 1 S 13 und 1814 herbeiführten, wurde Teplitz von Epidemieen nur selten heimgesucht. Selbst die verheerende Cholera hat sich hier nur auf einige Opfer beschränkt. Uiberhaupt ist der Gesundheitszustand des so ziemlich bevölkerten Teplitz ein höchst erfreulicher, und Greise von 80 bis 90 Jahren gehören hier zu den nicht seltenen Erscheinungen.

Chausseen und Wege.

Die Verbindung unseres Kurortes mit Prag, Dresde n und Karlsbad, so wie der Verkehr mit den benachbarten Orten wird durch gute Chausseen erleichtert, die von hier aus nach verschiedenen Richtungen gehen, nämlich:

1. Uiber Bilin und Schlan nach Prag.

2. Uiber Schönau, Lobositz, Theresienstadt ebenfalls nach Prag.

3. - Uiber Settenz, Dux, Brüx , Saaz nach- Carlsbad, Eger, Marienbad.

4. Uiber Turn, Kulm, Peterswald nach Dresden; ein Zweig dieser Chaussee geht über Arbesau nach Aussig, und ein anderer nach Tetschen: Letzterer verbindet Teplitz mit der Elbeschifffahrt, und setzt den Reisenden in den Stand über Schandau bis Dresden und von hieraus mittelst der Eisenbahn bis Leipzig in einem Tage zu gelangen. Die genannten Strassen sind zugleich Post- und Com m erzialstrasse n. Ausser ihnen führt noch

5. eine Landstrasse über Eichwald nach zi n nw al d,

im Erzgebirge an der sächsischen Gränze. Nach den übrigen Ortschaften führen mehrere in gutem Stand erhaltene Land wege. . . .

Häuser- und Einwohnerzahl. Erwerbsquellen.

Die Stadt zählt 422 Häuser und zwar 343 in der eigentlichen Stadt, 31 im Schlossbezirke, und 48 in der Judenstadt. Das Dorf Schönau zählt 85 Häuser, die sich jedoch mit jedem Jahre vermehren. Die Stadt hat gegen 3000 und Schönau 650 Einwohner. Eine Hauptnahrungsquelle derselben ist das Herbeiströmen vieler Tausende von Kurgästen während des Sommers. Was die Gewerbsverhältnisse betrifft, so ist der Betrieb der Landwirthschaft unbedeutend. Desto blühender ist der Zustand der eigentlichen Gewerbsindustrie. So gibt es hier 16 Bäcker, 2 Büchsenmacher (deren Arbeiten bis nach Mexiko verschickt werden), 1 Buchdrucker, 4 Buchbinder, 4 Conditors, 5 Drechsler, 5 Fassbinder, 2 Färber, 12 Fleischer, 2 Friseurs, 63 Gast- und Schankwirthe, 2 Gärber, 4 Gold- und Juwelenarbeiter, 5 Griesler, 2 Handschuhmacher, 2 Haarflechter, 5 Hutmacher, 3 Instrumentenmacher, 1 Kammmacher, 1 Kirschnermeister, 1 Knopfmacher, 1 Kupferschmied, 2 Kaminfeger, 3 Lebzelter, 5 Lohnkutscher, 3 Maler, 9 Musiklehrer, 5 Maurer, 2 Messerschmiede,5 Müller, 1 Nadler, 2 Nagelschmiede, 2 Riemer, 2 Sprachmeister, 6 Sattler, 4 Seifensieder, 3 Spengler, 3 Seiler, 5 Schmiede, 5 Schlosser, 33 Schneider, 38 Schuhmacher, 14 Tischler, 2 Töpfer, 3 Tuchscherer, 5 Uhrmacher, 1 Wachszieher, 1 Wagner, 1 Weissgärber, 1 Zimmermeister und 1 Zinngiesser. Uiberdiess zählt Teplitz viele Buch-, Kunst-, Glas-, Galanterie-, Putz-, Schnittwaaren –, Tuch-, Leder-, Spezerei-, und Weinhandlungen. Sämmtliche Einwohner sprechen deutsch, und charakterisiren sich durch Dienstfertigkeit und freundliches Benehmen, mit denen sie den leisesten Wünschen der Gäste zuvorkommen. - - :)

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Teplitz hat mit Inbegriff Schönau's 5 öffentliche Plätze und 14 Strassen. Zu den ersteren gehören: Der Schlossplatz mit der hohen Dreifaltigkeitsstatue, der Marktplatz, der Bad e p 1 a tz, der Waldthorplatz, und der Mühlplatz. Die Strassen sind: Die graupner-, die lange-, die Fleischbank-, die grüne Ring-, die Papier-, die Juden-, die Bade-, die Kirchen-, die Herrengasse, die Mühlstrasse, die kleine Mühlgasse, die Lindenstrasse, die Sand- und Steinbadgasse. Uibrigens befinden sich noch Häuser an der Chaussee längst der Rückseite des Spitelgartens, vor dem Waldthore, am Spitelberge und vor dem graupner Thore.

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Die bemerkenswerthesten Gebäude sind:

1. Das fürstliche Schloss am Schlossplatze. Dieses erhielt seine gegenwärtige Gestalt zuerst im J. 1751 durch den damaligen Besitzer Franz Wenzel Grafen von Clary-AI dringen, so wie später durch dessen Nachfolger, den Fürsten Johann. Es ist die gewöhnliche Sommerresidenz der fürstlichen Familie. In den Seitenflügeln befindet sich das 1732 erbaute Gartenhaus und das 1787 errichtete Schauspielhaus. Hinter dem Schlosse breitet sich der grosse mit geschmackvollen Anlagen und schattenreichen Gängen geschmückte Schlossgarten aus. »

2. Die Schlosskirche, dicht an dem Schlosse. Sie wurde 1568 von Wolf WFe zowic, der auch daselbst begraben liegt, erbaut, und durch den Fürsten

Johann 1790 erneuert. Das Altarbild, der heilige Cajetan, ist von Skr eta.

3. Die Stadt- oder D e c h an teikirche, neben der vorigen, wurde im 12. Jahrhundert gegründet und 1700 ganz neu errichtet. Die älteste Glocke ist vom J.. 1332, eine spätere vom J. 1 659. Das Innere der Kirche hat nebst dem Hochaltar 5 Seitenaltäre. Unter den Gemälden sind die heil. Familie des Erlösers von Reiner, und die 14 Nothhelfer von Brande 1 wahre Kunstwerke zu nennen.

4. Das herrschaftliche Amt haus.

5. Das Rathhaus auf dem Marktplatze, zu welchem ein schöner Aufgang führt. Man bewahrt in dessen Archive zwei altböhmische, in den J. 1560 und 1566, wo sich noch Alles in der hiesigen Gegend zur Lehre des Johann Huss und Martin Luther bekannte, auf Pergament geschriebene und mit bunten Randbildern verzierte Kirchengesangbücher, nebst den Singnoten.

6. Sämmtliche Badehäuser und S pital gebäude, die später besonders angeführt werden.

Privathäuser und Gasthöfe.

Die meisten Privathäuser sowohl in Teplitz als in Schönau sind im modernen, gefälligen Style erbaut, fast alle zur Aufnahme der Kurgäste eingerichtet, und daher mit reinlichen Betten, Matratzen, eleganten und bequemen Meubeln, feinem Tischzeug und Geschirr, so wie grösstentheils mit Remisen und Stallungen versehen. Mehrere derselben wie z. B. Fürst Ligne, das goldene Kreuz und das goldene Herz (am Schlossplatz), das deutsche Haus (am Badeplatz), die Habsburg und Herrmannsburg (in Schönau) u. s. w. sind so grossartig, dass sie einer Residenz zur Zierde gereichen könnten.

Zu den vorzüglichsten Gast- und Einkehr häusern gehören: Stadt London, die Post, das weisse Ross, der goldene Hirsch, Hötel de France, Hötel de Russie, das schwarze Lamm, der preussische Hof (in der Stadt) und der König von Preussen (am Mühlplatz). Als blosse Speise- und Kaffeehäuser sind besonders bemerkenswerth: der Gartensaal, der deutsche Saal, die Königin von England, das schwarze Ross, die goldene Taube, die untere Bergschänke (in der Stadt); das Waldschlösschen, Stadt Berlin, der Felsenkeller, der römische Kaiser, der Neptun (in der Mühlstrasse) und die Habsburg (in Schönau). Die besuchtesten weinzimmer sind: Der englische Gruss und der egyptische Joseph.

Die Localbehörden und die k. k. Curinspection.

Teplitz ist eine herrschaftliche Schutzstadt; der Schlossbezirk jedoch und die Judenstadt gehören, so wie Schönau, unter die Gerichtsbarkeit des herrschaftlichen Oberamtes.

Der seit 1812 regulirte Magistrat besteht aus einem geprüften Bürgermeister, einem geprüften und zwei ungeprüften Räthen, einem Sekretär, einem Auskultanten und drei Kanzellisten. Dieser Behörde liegen alle Angelegenheiten des Civiljustiz-, politischen-, und polizeilichen Faches in Bezug auf die Einheimischen ob. Die städtischen Gefälle werden von einem Anwalte, drei Repräsentanten, einem Rentmeister, der zugleich Steuereinnehmer ist, administrirt. Das Polizeiwesen versieht ein Marktcommissär und zwei Revisoren. Die städtische Polizeimannschaft besteht aus 1 Feldwebel und 5 Gemeinen. -

Das herrschaftliche Oberamt wird durch einen Oberamtmann, einen Justizdirektor, einen Burggrafen, einen Kastenamtsverwalter, einen Rentmeister, einen

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