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Bei Anschwellungen der Schilddrüse sah ich nie einen nahmhaften Erfolg.

2. In den Skropheln der Schleimhäute.

Diese mögen als Blen norho e der R e spirationsorgane, der Urethra oder Vagina auftreten, so leisten die Bäder oft grossen Nutzen, indem sie die begründende Anomalie bessern, die äussere Haut antagonistisch reizen, zur lebhafteren Ausscheidung anregen, und die nervösen Erscheinungen, die sich zu diesen Formen so gerne gesellen, als Dysurie, Strangurie u. dgl. beruhigen. – Einen ausgezeichneten Erfolg beobachtete ich bei einem hartnäckigen Fluor albus nach abgeheilter skrophulöser Flechte, wobei allgemeiner Furunkelbildung das scharfe fast ätzende Sekret sich gleich anfangs milderte und nach und nach gänzlich ausblieb.

3. In Skropheln des Knochensystems.

Schon zur Bekämpfung der rhachitischen Dyskrasie, die als eine Species der Scrophulosis zu betrachten ist, wo die Knochen wegen mangelhafter Ablagerung des phosphorsaueren Kalkes weich, biegsam werden, allen Bewegungen der Muskeln nachgeben, sich krümmen und so manigfache Missbildungen veranlassen, bietet das Teplitzer Bad ein kräftiges Unterstützungsmittel, und vermag bei gehöriger Ausdauer seines Gebrauches der ferneren Entwicklung dieses Uibels Einhalt zu thun. Wir sehen oft rhachitische Kinder, die mehrere Jahre hintereinander Teplitz besuchen, wenn die Dyskrasie nicht schon zu weit vorgeschritten war, sich auffallend bessern. Ihr Knochensystem gewinnt, unter gleichzeitigem Zurücktreten des allgemeinen Drüsenleidens, nach und nach an Consolidirung, und nicht selten schwindet dann das Uibel zur Zeit der Pubertät bis auf geringe Spuren gänzlich. Dass jene Fälle, wo bereis grosse Kachexie obwaltet und bedeutende Difformitäten die

Funktion edlerer Organe beeinträchtigen, nicht Heilgegenstand unserer Thermen seyn können, ist natürlich.

Die skroph ulöse Knochen anschwellung, welche gewöhnlich die Mitte der langen Knochen und manchmal auch die untere Kinnlade befällt, so wie jene, wo die Phalangen der Hand gleichsam olivenförmig intumesziren (Paedarthrocace) und so leicht zum Aufbruch und Geschwürbildung hinneigen, finden bei gleichzeitiger Unterstützung durch innere Mittel, wenn auch auf langsamem Wege, Besserung in unseren Bädern. Sowohl die Geschwulst, als der empfindliche Schmerz beim Drucke vermindert sich allmälig. Selbst wenn bereits Exulceration mit torpider Geschwürsfläche eingetreten ist, so erleichtert das Bad durch Anregung der letzteren die Exfoliation des Knochens und beschleunigt so den Genesungsprozess. A

Hier muss ich noch zwei Formen von Gelenkskrankheiten besonders erwähnen, welche sich im Verlaufe der Skrophelkrankheit entwickeln und an unseren Quellen so häufig vorkommen.

Es ist die Erarthrocace (freiwilliges Hinken) und der Tumor albus genu (weisse Kniegeschwulst).

Das freiwillige H i n ken, welches auf einer Entzündung des Hüftgelenkes beruht, die von dem knorplichen Uiberzuge oder der spongiösen Substanz des Gelenkkopfes, seltener von der Synovialhaut ausgeht, und nach kürzerer oder längerer Dauer mit Verkürzung des Schenkels, unheilbarem Hinken, oder gar mit Beinfrass, Verjauchung und Zehrfieber endet, kann nur während seines ersten Stadiums in unseren Bädern Heilung finden. Doch auch hier ist grosse Umsicht nöthig. Wenn die Zufälle der Entzündung akut sind, Schmerz und Geschwulst bedeutend auftreten, so ist eine kräftige topische Antiphlogose bei möglichster Ruhe das einzige Heilmittel, und selbst das laue Bad wird wegen der

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unvermeidlichen Bewegung des kranken Gelenkes einen entschiedenen Nachtheil bringen. Nur wenn das erste Stadium einen mehr schleichenden Verlauf nimmt, und unter abwechselnder Besserung Monate, ja oft Jahre lang dauert, ist der Gebrauch der Teplitzer Bäder erspriesslich, indem sie die zu Grunde liegende skrophulöse Dyskrasie zu heben oder wenigstens zu mässigen vermögen. Tritt während den Bädern lokale Verschlimmerung ein, so muss man mit solchen sogleich aussetzen und zu Blutegeln oder Schröpfköpfen seine Zuflucht nehmen. Ist bereits das zweite Stadium eingetreten, nämlich Verlängerung des Schenkels mit dem charakteristischen Knieschmerze, so ist von unseren Quellen nur insofern etwas zu hoffen, als sie erweichen, zertheilen, und die Resorption erhöhen, wodurch die Schmerzen geringer werden, und der ganze Krankheitsprozess einen mildern Verlauf nimmt. Ist endlich das dritte Stadium, Verkürzung des Schenkels, da, dann ist von Teplitz eben so wenig wie von jedem anderen Mittel völlige Genesung zu erwarten.

Ist es jedoch zu cariöser Zerstörung und Bildung von Abscessen im Hüftgelenke gekommen, ohne dass der Kraftzustand des Kranken noch bedeutend gesunken oder gar Zehrfieber eingetreten ist, so gelingt es manchmal durch unsere Bäder im Verein mit anderen entsprechenden Mitteln die pathologische Sekretion zu beschränken und die Naturkraft in der Abstossung kranker Knochentheile zu unterstützen.

Ist der Krankheitsprozess völlig erloschen, so bleiben, auch im günstigsten Falle, durch anchylotische Verwachsung, neue Gelenksbildung und manigfache Störung des ligamentösen Apparates, Steifigkeit und Lähmung des Schenkels zurück. Hier bewährt sich Teplitz als ein höchst energisches Mittel, um noch wo möglich eine leichtere und freiere Beweglichkeit herzustellen.

Auch die weisse Knie geschwulst, die als Folge einer vorausgegangenen skrophulösen Gelenksentzündung sich bildet, weicht, wenn die harten und weichen Gelenksgebilde noch nicht durch ergossene Lymphe und fungöse Masse oder Exulceration entartet oder gar theilweise zerstört sind, nicht selten der schmelzenden Kraft unserer Thermen. Haben jedoch die genannten Ausgänge Steifigkeit, Anchylose, Kontraktur herbeigeführt, so sind die Bäder im Stande, noch etwas Leben und Biegsamkeit im Gelenke zu erwecken.

Auf die skr op h ulösen Formen der Haut, als: Ausschläge, Geschwüre u. dgl. werden wir anderwärts zurückkommen.

Specie lle Gebrauchsweise. .

Die Skrophelkrankheit eignet sich grösstentheils für die lauen Bäder. Nur wo sich eine allgemeine grosse Torpidität ausspricht, wo in den sogenannten kalten Drüsengeschwülsten bedeutende Unthätigkeit obwaltet, wo Anomalien der Haut, vorzüglich schnell abgeheilte impetiginöse Formen mit in ursächlichem Verhältnisse stehen, und wo man's endlich mit den krankhaften Uiberresten der Skrophelsucht zu thun hat, ist der Gebrauch der warmen und manchmal sogar der heissen Bäder anwendbar. Doch sei man auch in diesen Fällen mit der Anwendung hoher Temperaturgrade sehr vorsichtig, vorzüglich bei Intumeszenzen drüsiger Gebilde, weil nicht selten bei äusserer Atonie schleichende Entzündung und Eiterung in der Tiefe haftet. – Bei Leiden der Brustdrüse lasse man sich nie zu heissen Bädern verleiten, und ebensowenig bei Coacarthrocace, wenn nicht der Krankheitsprozess schon völlig erloschen ist, indem dadurch die oft kaum merkliche entzündliche Reizung des Gelenkes nur begünstigt wird. – Wo das heisse Bad seine Anzeige findet, da vermag oft die vorsichtige Applikation der Douche durch Erweckung der Thätigkeit und Mobilmachung pathologischer Sekrete grossen Nutzen zu leisten. In den desorganisirenden Nachkrankheiten ist sie fast das einzige Mittel, um den möglichst hohen Grad von Bewegung und Gelenkigkeit zu erzwecken. – Beim Fluor albus sind Injectionen der lauen Thermen sehr wohlthätig.

- E. Die chronischen Hautausschläge.

Ich glaube, wenn die therapeutische Kraft der Teplitzer Bäder in irgend einer Krankheit überschätzt wurde, so ist es beiden chronischem Exanthemen. Mehrere der älteren Monographen von Teplitz, namentlich Troschel *), wollen alle Hautkrankheiten ohne Unterschied von der Krätze bis zur Elephantiasis durch Teplitz geheilt wissen. Die Wirksamkeit unserer Bäder in Ausschlägen ist unstreitig sehr gross, allein man muss immer früher das Verhältniss, in welchem die Krankheit der Haut zum übrigen Organismus steht, also die Bedeutung des Exanthems genau berücksichtigen. Es ist bekannt, dass oft gleichen impetiginösen Formen eine verschiedene, und verschiedenen Formen eine gleiche Ursache zu Grunde liege, und dass dem zu Folge die Behandlung stets der begründenden Anomalie entsprechen müsse.

Nur selten treten die chronischen Exantheme als topische, idiopathische Leiden des Hautorgans auf, meistentheils ist die krankhafte Hautveränderung als ein Reflex der abnormen Reproduktion, also nur als Symptom eines spezifisch alienirten vegetativen Lebens zu betrachten. . . . . - . . . . .

Im ersten Fall, wo die Krankheit rein örtlich ist und selbstständig besteht, da vermögen unsere Thermen, ohne alle Beihilfe, gründliche Heilung hervorzubringen, indem sie die Haut erweichen, geschmeidig machen, deren torpide Gefässe zur Thätigkeit erwecken, den abnormen Ausscheidungsprozess regeln und so die feh

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*) Trosche 1 erzählt sogar einen Fall einer binnen 5 Wochen

geheilten Elephantiasis, wo die aus den Hautrissen emporgeschossenen Aftergebilde den Erdschwämmen vollkommen glichen, und, abgeschnitten, nach 24 Stunden wieder hervorkeimten (?).

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