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Nur wenn eine gichtische, rheumatische oder herpetische Metastase als mitveranlassende Ursache anzuklagen ist, wird der allmälige

Uibergang zu warmen Bädern erspriesslich seyn. -

– - - H. Menstrualleiden und Leuc0rrh0e. Wenn die Entwicklung der Menstrual funktion

gehemmt ist, oder die bereits zu Stande gekommene Reinigung zu sparsam fliesst, mit Hysterie, schmerzhaften Krämpfen und Convulsionen auftritt, wenn sie gänzlich weggeblieben oder in ihrem Gange plötzlich unterdrückt wurde, und diese Anomalien mit einer Störung der Hautfunktion, einer psorischen oder skrop hulösen Dyskrasie oder Rheumatismus in ursächlichem Verhältnisse stehen, dann werden sich die Teplitzer Bäder hilfreich bewähren, indem sie schmerzund krampfstillend wirken, die Hautfunktion zur Norm zurückführen, und die dyskrasischen Stoffe, wodurch die Beeinträchtigung der Geschlechtssphäre begründet ist, nach Aussen leiten und ausscheiden. Wo hingegen die Irregularität des Lunarflusses örtliche Organisationsfehler, allgemeine Vollblütigkeit, einen hohen Grad von Schlaffheit, Erschöpfung durch vorhergegangenen Blut- und Säfteverlust, öfteren Abortus, geschwächte Verdauung, erhöhte Venosität, Hämorrhoiden, Infarkten und Aftergebilde der Gebärmutter zur Quelle hat, da werden die hiesigen Bäder unwirksam bleiben oder gar entschiedenen Nachtheil bringen. Dass der weisse Fluss, wenn er gichtischer, rheumatischer, skrophulöser, rhachitischer Natur ist, oder nach zurückgehaltener Hautausscheidung, nach unterdrückten Fuss- und Achselschweissen, habituellen Geschwüren und Hautausschlägen vikarirend auftritt, sich in Teplitz vermindere oder gänzlich verliere, haben Wir bereits andernorts mehrfach erwähnt. Doch erzeugen die oben genannten ätiologischen Momente die jetzt so sehr verbreitete Leucorrhoe unstreitig seltener und wir entdecken vielmehr bei genauer Erforschung der Ursachen gewöhnlich solche, die nur durch den Gebrauch kräftiger auflösen der oder stärken der Mineralwässer beseitigt werden können. – Obgleich für ähnliche Fälle Teplitz nicht der rechte Ort ist, so hat doch das Bad beim gleichzeitigen Gebrauche des Kreuzbrunnens, des Ragozzi, des Eger- oder Liebwerdaer Sauerbrunns dadurch als Unterstützungsmittel seinen Werth, dass es den scharfen übelriechenden Schleimfluss, der manchmal die benachbarten Partien aufäzt, mildert, das oft unerträgliche Jucken besänftigt und nicht selten bedeutende spastische Erscheinungen, als Ischurie, Strangurie und dgl. mässigt. – Zuweilen nimmt der weisse Fluss während der Badekur beträchtlich zu, schreitet aber dann um so rascher der Heilung entgegen.

Speci e lle Gebrauchsweise.

Beikrampf- und schmerzhaften Menstrualbeschwerden hysterisch reizbarer Subjecte entsprechen die lauen Quellen, bei verminderter Thätigkeit der irritablen Sphäre und bei metastatischen Ablagerungen die warmen, ja selbst die heissen, wie z. B. beim Rheumatismus der Gebärmutter, wo man sogar die Blutung nicht scheuen darf, indem sie gewöhnlich mit dem Ausbruch von Schweissen nach Bädern stille steht. – Trockene und blutige Schröpfköpfe auf die innere Fläche der Schenkel applizirt, und Thermalfussbäder sind bei entsprechenden Verhältnissen nicht zu versäumen. – Während dem Gange der Menstruen ist das Bad zu vermeiden, wo sie jedoch wegen Krampf zu sparsam fliessen, da führt das fortgesetzte Bad oft zum Ziele. – Beim weissen Fluss e gilt in Bezug der Badetemperatur dasselbe wie bei den Menstrualbeschwerden. Hier bedient man sich, wenn keine bedeutende Reizbarkeit der Genitalien zugegen ist, der Injectionen vom Badewasser mit Nutzen. –

Die aufsteigende Douche (im Herrenhausbade) ist nur dann zu empfehlen, wenn das Menstrualleiden oder die Leucorrhoe mit grosser Schlaffheit und Atonie der Sexualorgane gepaart erscheint. – Uibrigens ist es rathsam, selbst in den für Teplitz geeignetesten Fällen dieser beiden oft hartnäckigen Formen die Badekur mit dem Trinken eines zweckmässigen Mineralbrunnens zu vereinigen.

I. Hämorrhoiden, Anschoppungen der Unterleibsorgane und Steinbeschwerden.

Obgleich Teplitz keineswegs diese drei Krankheitsformen zu heilen im Stande ist, so findet doch der zweckmässige Heilplan an unseren Bädern ein höchst schätzbares Unterstützungsmittel. - Bei dem Heere der Hämorrhoid al krankheiten haben die leicht abführenden Mineralwässer unstreitig den Vorzug; doch wenn zwischen den Hämorrhoiden und der Gicht gleichsam ein Oscilliren statt findet, 6der beide schon früher mit einander abwechselten, wenn das Uibel vorzüglich in nervösen Gebilden sensibler Subjecte haftet, Krampf und Schmerz veranlasst, wenn die Natur durch Hämorrhoidalflechte und Hämorrhoidalschweiss Winke gibt, dass es ihre Tendenz sei, nicht allein durch den Darmkanal, sondern auch durch die Haut das krankhafte Produkt auszuscheiden, dann werden unsere Bäder den durch die lösen den Mittel eingeleiteten Heilungsakt gewiss beschleunigen. Bei den zuletzt erwähnten begleitenden Erscheinungen der Hämorrhoiden leistet schon die lokale Wirkung unseres Bades ausgezeichneten Nutzen. So verlieren sich die eigenthümlichen klebrichten Schweisse, die am Anus, an dem Schenkeln und Genitalien sich zu zeigen pflegen, die benachbarten Theile oft corrodiren und lästiges Jueken erregen, in der Regel schon nach den ersten Bädern, und der herpetische Ausschlag nimmt einen weit milderen und kürzeren Verlauf. Bei Intum es c enzen, An s c h opp un g e n und Infarkten der Leber, der Milz, der Gebärmutter und anderer Unterleibsorgane werden die hiesigen Bäder mit Beihilfe der Douche gewiss beim gleichzeitigen Gebrauche des Kreuzbrunnens, des Ragozzi, der Egersalzquelle oder des Bitterwassers durch ihre erweichende schmelzende Kraft die Lösung fördern.

Vignet, Sparmann, Schwenke und Hansa erzählen auch Fälle, wo Teplitz in Stein beschwerden Grosses leistete. Obgleich, meiner Erfahrung nach, der Werth unserer Bäder als lithontriptisches Mittel nicht hoch anzuschlagen sey, so lässt sich doch ihr wohlthätiger Einfluss auf dieses Uibel nicht läugnen. Ich sah bei mehreren mit Gicht Behafteten während der Badekur Sand abgehen, und einer meiner geachteten Collegen zeigte mir einen erbsengrossen Stein, der einem Patienten in Teplitz abging.

Reuss glaubt, dass das enthaltene kohlensauere Natron die harnsauren Concremente löse. Diese Meinung scheint mir zu rein chemisch und erklärt weder die Wirksamkeit der Thermen bei basischen Concrementen, noch deren Einfluss auf die eigenthümliche Dyskrasie. Viel einleuchtender ist die Ansicht, dass unsere Wässer hier so wie bei der Gic h t - wirken. Die Steinbildung ist ebenso als ein von der Naturkraft ausgehender Eliminationsprozess des im Pfortaderblute sich bildenden eigenthümlichen pathischen Produktes zu betrachten. Bei der Gicht übernimmt die Haut grösstentheils die Ausscheidung, bei der Steinbildung vollziehen diess Geschäft die Nieren. So wie dort die ausgeschiedenen Stoffe in die Gelenke abgelagert werden, so werden sie bei der Steinkrankheit in die Harnwege abgesetzt, und zwar in einer so, dem Leben entfremdeten Beschaffenheit, dass sie oft schon in den Nieren selbst den Bildungsgesetzen anorganischer Substanzen anheimfallen und krystallisiren. Daher gesellt sich oft zur Gicht die Steinbildung, aber stets zur anomalen, selten oder nie zum Podagra.

Insofern daher die Teplitzer Bäder das Hautorgan zur Ausscheidung anregen und die anomale Gichtform in eine reguläre umzuwandeln vermögen, oder wenigstems den Ausscheidungsakt der Nieren äusserlich unterstützen, wirken sie auch wohlthätig in dieser Krankheitsform.

Wenn endlich unsere Bäder grössere Concremente auch nicht zu lösen vermögen, so lehrt doch die Erfahrung, dass sie, lau genommen, bei dem Durchgang derselben die krampfhaft geschlossenen Harnwege öffnen und so die Schmerzen bedeutend mildern.

Wo jedoch ein höherer Grad von Unthätigkeit in den Harnwerkzeugen obwaltet, da ist von Teplitz wenig zu erwarten, und man muss zu stärker erregenden Mitteln seine Zuflucht nehmen.

K. Schwere Verwundungen und deren Folgen; Nachkrankheiten geheilter Knochenbrüche und Verrenkungen.

In diesem Gebiete ist Teplitz als ein Heros deutscher Heilquellen längst anerkannt. Nicht selten gelingt es dem hiesigen Bade, veraltete Wunden, selbst mit fistulösen Gängen, die jedem sonstigen Heilversuche hartnäckig trozten, einer dauernden Heilung entgegenzuführen, besonders, wenn es solchen an zur normalen Eiterung und Granulation nöthiger vitaler Energie gebricht. Wir sehen oft ähnliche torpide Wunden mit schlaffen, blassen Rändern während der Badekur in einen leichten Entzündungszustand gerathen, trockener und schmerzhafter werden, aber bald folgt dieser wohlthätigen Aufregung eine eiterartige Exsudation mit allmäliger Bildung von Fleischwärzchen, wodurch sich nach und nach die Narbe gestaltet.

Oft bleibt jedoch, besonders nach complizirten Schuss- und Hiebwunden mit Substanzverlust, Steifig

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