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Bei Krankheiten der Extremitäten wende man die Douche so stark an, als man es füglich vertragen kann; aufs Gesicht jedoch, auf die Brust, auf den Unterleib und andere empfindliche Theile gebietet die Vorsicht mit dünnem Strahle und schwachem Drucke den Anfang zu machen. Wird im Verlauf des Gebrauches ein Organ entzündlich gereizt, tritt dauernd vermehrte Empfindlichkeit, Geschwulst und Röthe hinzu, so setze man die Douche aus. Nur wenn es in unserer Absicht liegt, bei torpiden Entartungen äusserer Theile mittelst Entzündung Reaktion zu erwecken, kann ein sehr mässig fortgesetzter Gebrauch der Douche gestattet werden. Die Temperatur der Douche sey 28 – 30° R. – Die Zahl der Douchebäder richtet sich nach der Constitution des Kranken und der Beschaffenheit des leidenden Theiles. Bei sehr hartnäckigen Uibeln reizloser Individuen, vorzüglich bei veralteten Gelenkssteifigkeiten und Kontrakturen, kann man die Douche täglich, ja auch zweimal des Tages gebrauchen. Das Regen- oder Schauer bad – das sich im Stadtbade. wohleingerichtet vorfindet, und auch in den übrigen Douchebädern durch Anschrauben eines durchlöcherten Endtheils, oder durch geschicktes Brechen des Strahles mittelst des Fingers hervorgebracht werden kann – steht der Douche an Kraft bedeutend nach, und man bedient sich dieses gelinden Erregungsmittels, wo der kranke Theil seiner übergrossen Empfindlichlichkeit wegen auch den schwächsten Strahl der gewöhnlichen Douche nicht verträgt, oder wo man einen allgemeinen Reiz auf das Hautorgan beabsichtigt. Die aufsteigen de Douche – die im Herrenhaus vorgerichtet ist und auch dadurch leicht zu Stande kömmt, wenn man an die Mündung der Zuleitungsröhre eine zweite biegsame Röhre befestigt und diese dann in die Mutterscheide oder den Mastdarm leitet – wird bei mangelhafter Menstruation, Fluor albus und Sterilität, in sofern Torp idität vor waltet, ferner bei Verhärtungen der Genitalien und Strikturen des Mastdarms mit Nutzen angewendet.

Hier muss ich noch die so häufig vorkommende Frage, ob es gleichgültig sei, an der Quelle oder zu Hause in der Wanne zu baden ? beantworten.

Den Bädern in den Badehäusern, also in der Nähe der Quellen, gebührt unstreitig der Vorzug, indem jede Therme durch das Getragen werden nicht nur an ihrer ursprünglichen Temperatur, sondern auch an Gasgehalt verliert, und so gleichsam durch den Zutritt der Atmosphäre eine Zersetzung – Tödtung – erleidet. Erwägt II ZRIl ferner, dass der Körper im Bassin durch die Einrichtung des ununterbrochenen Zu- und Abflusses von einer stets neugebornen, unzersetzten Fluth umspült werde, dass man dadurch eine gleiche, unveränderte Wärme geniesse, und dass das grössere Badebecken dem Kranken eine jede Art nützlicher Bewegung gestatte, so geht der Vortheil des Badens an der Quelle genügend hervor. Auch gewährt das Baden im Bassin den eigenen Nutzen, dass man sich des aus der Zuleitungsröhre fliessenden Wassers, welches um einige Grade wärmer ist, während des Aufenthalts im Bade als kleine Douche auf gelähmte, steife, geschwollene oder sonst kranke Theile bedienen kann, welchen Vortheil man bei Hausbädern völlig entbehren muss.

Obzwar jedoch die Haus bäder in ihren Wirkungen schwächer sind als die Bäder an der Quelle, so gibt es doch Fälle, wo es die Vorsicht nöthig macht, die Wirkung der Teplitzer Bäder gleichsam auf diese Art zu mässigen. Nicht selten kommen nämlich Kranke nach Teplitz, wo der Erfolg der Bäder sehr zweifelhaft oder gar gewagt ist. Hier ist es gut, früher mit Hausbädern kleine Versuche zu machen, um so gleichsam das Arzneimittel in mässiger Gabe zu prüfen. Eben so ist es rathsam, dass Kinder, schr Alte, übermässig reizbare und schwächliche Personen, dann solche, die noch niemals warme Bäder gebraucht haben und mit wahrer Scheu und Aengstlichkeit sich dazu entschliessen, ferner Kranke, die sich für Teplitz. eignen, die aber an Nebenzufällen leiden, bei denen durch die wärmere und dunstige Atmosphäre der Badelogen eine Verschlimmerung zu fürchten wäre, mit Hausbädern den Anfang machen und sich allmälig zu den Bädern an der Quelle vorbereiten. Auch müssen Gelähmte, so manche Kontrakte und Unbehilfliche, die oft nicht die geringste Bewegung ohne heftige Schmerzen zu machen vermögen, so wie sehr Empfindliche, welche nach dem Bade in die freie Luft zu treten wegen Erkältung nicht wagen dürfen, und endlich Jene, die aus ungegründeter Furcht vor Ansteckung im Bassin nach Anderen zu baden Anstand nehmen, sich mit Wannenbädern zu Hause begnügen.

Es sind daher für ähnliche Fälle in den meisten Häusern zweckmässige Badewannen vorräthig, und die reichhaltige Stadtquelle bietet eine solche Wassermenge, dass eine grosse Anzahl Badegäste mit Bädern zu Hause versorgt werden kann, und gewährt zugleich mittelst ihrer hohen Temperatur den Vortheil, dass das zugetragene Wasser noch stets warm genug ist, um als Bad benützt zu werden. Die kühleren und ärmeren Schönauer Quellen erlauben die Anwendung zu Hausbädern nicht.

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IX. Uiber die Anwendung anderweitiger
ATZIleimittel. Während der BadekUT.

Es ist rathsam, um die Wirkungen der Heilquellen wo möglich rein zu erhalten, den Nebengebrauch von anderen Arzneien zu vermeiden. Meistens haben Kranke, welche die Bäder besuchen, den Arzneischatz bereits erschöpft, und sich an Palliative so sehr gewöhnt, dass ihre Empfänglichkeit für solche schon völlig abgestumpft ist. Dazu sind die chemisch-animalischen Veränderungen, welche unsere Bäder behufs einer Heiloperation im Organismus hervorbringen, noch viel zu wenig bekannt, als dass wir ihr Verhalten gegen andere Arzneikörper im Bereiche des organischen Lebens genau beurtheilen könnten, und es wäre sehr leicht möglich, dass der Fortgang des mittelst der Therme eingeleiteten Heilprozesses durch die Eingriffe anderer Heilmittel gestört werden könnte.

Nur der gleichzeitige innere Gebrauch anderer Mineralwässer gestattet eine Ausnahme, indem diese auf eine den Bädern mehr homogene Weise die organischen Kräfte in Anspruch nehmen, und gleichsam als ein neuer Reiz auf den an Arzneien bereits gewöhnten Körper wirken. Wir lassen demnach in jenen Fällen, wo die Bäder allein nicht allen obwaltenden Indikationen entsprechen, die Kranken gleichzeitig Kreuzbrunn, Eger-Sauerbrunn und Salzquelle, Bitterwasser, Ragozzi, Bilinersauerbrunn, Adelheitsquelle, Obersalzbrunn, und andere in- und ausländische Mineralwässer trinken, jenachdem nämlich der individuelle Krankheitsfall den Nebengebrauch der einen oder der anderen Heilquelle erfordert.

Wird gebadet und getrunken zugleich, so ist es am vortheilhaftesten, am frühen Morgen das Mineralwasser zu trinken, und zwar becherweise in kurzen Zwischenräumen von 10 bis 20 Minuten und bei mässiger körperlicher Bewegung. Eine halbe Stunde nach dem letzten Becher kann man ein leichtes Frühstück, und eine Stunde nach diesem das Bad nehmen. Viele wollen eine entgegengesetzte Ordnung einführen, nämlich früher baden und dann erst trinken, was jedoch darin seinen Nachtheil hat, dass sich die Kranken, indem sie nach dem Bade bei vermehrter Transpiration stundenlang im Freien umhergehen, sehr leicht Erkältungen aussetzen. Dass der gleichzeitige Gebrauch eines Mineralwassers eine diesem entsprechende Diät erfordere, bedarf wohl kaum der Erwähnung. Obgleich wir mit Ausnahme der Mineralwässer jeden Nebengebrauch anderweitiger Arzneien im Allgemeinen widerriethen, so müssen wir doch in solchen Fällen zu diesen unsere Zuflucht nehmen, wo während der Badekur anomale Wirkungen und symptomatische Beschwerden hervortreten. So ist z. B. wo die Verdauung durch das Bad bedeutend leidet, ein bitteres Magenelixir eine Stunde vor der Mahlzeit an seinem Orte. Wichtiger noch wird die Anwendung von Arzneien, wenn die Leibesöffnung hartnäckig stockt, was bei heissen Bädern so häufig der Fall ist. Hier eignet sich am zweckmässigsten der Gebrauch gelind lösender Pillen von Rhabarber, Senna, Seife und Pflanzenextrakten u. dgl., oder mässige Gaben von Glauber-, Bitter- oder Karlsbader Salz, des Morgens oder des Abends genommen. – Was übrigens eine solche palliative Besänftigung oder Beseitigung einzelner symptomatischer Beschwerden betrifft, so kann keine allgemeine Vorschrift fürs ärztliche Eingreifen gegeben werden, und es muss in jedem einzelnen Falle der Einsicht des Arztes anheim gestellt bleiben. Schliesslich muss ich noch, da ich vom Nebengebrauch anderer Mittel spreche, das Schröpfen er

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