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Die Pflanzentheile, die ihn durchweben, sind lauter solche, die gewöhnlich einen feuchten Standort haben, die Riedgräser (carices), die Dunggräser Cephorbium), der Porsch (ledum palustre) und vorzüglich das Torfmoos (sphagnum palutsre). Dort, wo Alles einer schnelleren Verwesung dieser Pflanzen günstig war, finden > wir dem Torf als eine mehr homogene, schwere, dunkelbraune Masse; an anderen Stellen, wo diese Verwesung nur langsam vor sich gehen konnte, als eine losere, leichtere, mehr schwammige Materie, wo man noch viele unzersetzte Pflanzenfasern sieht. Darin hat es auch seinen Grund, dass die oberen Schichten fasriger, die unteren immer compakter, schwerer und schwärzer werden; denn der Torf bildet sich nicht auf einmal, sondern es bildet sich nach und nach eine Lage über die andere. Erst wenn eine Generation von Pflanzen abgestorben, wächst auf ihren Rückbleibseln eine neue, und so erhebt sich allmälig das ganze Lager; die unterliegenden Schichten haben daher ein höheres Alter, als die oberen, und in ihnen ist die Verwesung schon weiter vorgerückt. Da diese nun, je weiter sie geht, die Rückbleibseln der Pflanzentheile in einen mehr kohlenartigen Zustand versetzt, so werden die unteren Schichten mehr zerstört, schwärzer, kohlenartiger seyn. Aus diesem vegetabilischen Zersetzungsprozesse ist nun die Entwicklung der Gasarten, so wie der sich entbindende Wärmestoff, wodurch solche Moorstellen im Winter nur selten gefrieren, erklärbar. – Der dem in Rede stehenden Moorlager beigemengte Mineralgehalt ist nach der Ansicht des Prof. Wolf als ein Niederschlag der Mineralwässer, die Seit undenklichen Zeiten in der Nähe dieser Moorgründe emporquellen, zu betrachten.

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Chemische Analyse.

Ich danke diese chemische Prüfung den Bemühungen des Hrn. Dr. und Prof. G. Wolf, der solche unter der umsichtigen Leitung des Hrn. Dr. und Prof. Ple isch e 1 unternommen. Da jedoch der beschränkte Raum dieser Blätter die Mittheilung des complizirten Untersuchungsprozesses nicht gestattet, und ich solchen bereits in einer eigenen Schrift *) als Controlle der Analyse bekannt machte, so möge hier die Angabe der Hauptresultate genügen: 1. Ein Hauptbestandtheil der Moorerde ist M oder (Humussäure), Humus oder Ulm in, welcher meist ungebunden, zum Theil aber in Verbindung mit Eisen und Manganoxyd, Kalk, Talk, Natron und Thoner d e darin vorkömmt. 2. Die im Wasser löslichen Bestandtheile sind schwefels aure, salz saure, phosphor saure und h um us saure Salze des Kalks, Talks, Natrons, Eisenoxy duls und Eisen oxy des (dieses jedoch bloss von Humussäure gelöst). 3. An im Wasser unlöslichen Oxyden, Erden und Salzen enthält sie manganhaltige E is e n oxyd e, Talkerde (zum Theil als Moder-Verbindungen), Gyps, phosphor sauren Kalk und Kies e le r d e. 4. Ihre sauere Reaktion rührt nicht von Essigsäure, weder von einer freien Mineralsäure, sondern lediglich von dem mit Humussäure vereinigten vegetabilischen Extraktivstoffe her. 5. Sie enthält freie Hydroth ionsäure als Produkt der Zersetzung der enthaltenen Sulfate durch vegetabilisch – organische Stoffe.

*) Physikalisch-medizinische Darstellung des Teplitzer Kohlenmineralmoors und dessen Anwendung zu Bädern. Von Dr. Gottfried Schmelkes. (Prag 1835.)

6. Der Reichthum an stickstoffhaltigen Substanzen, - erwiesen durch die Produkte der trockenen Destillation, gibt die Bedingungen zur Bildung von Ammoniak und seinen Salzen bei erhöhter Temperatur. 7. Das kohlensaure Natron ist bloss Produkt der Verkohlung des humussauren Natrons und nicht als Karbonat im Moore enthalten. 8. 1 OOO Theile feuchten Moores verlieren bei 100° C. 552,4 Th. an verdampfbarem Wasser. 9. 1000 Theile trockenen Moores geben heftig geglüht 478,2 Th. mit wenig Asche gemengte Kohle, und in der Muffel völlig eingeäschert 347,6 Th. einer vom Eisenoxyde gelbroth gefärbten Asche. 10. Alkohol von 0,835 löst aus 1000 Theilen trockenen und gepulverten Moores 83,7 Th. einer den Erdharzen sehr verwandten Substanz. 11. 1 000 Theile trockenen Moores enthalten: A. An im Wasserlöslichen Bestandtheilen 38,53823 Gr., davon sind:

1. Humussäure und anderer vegetabilischer Extraktivstoff . 30,80050 2. Nach dem Verkohlen noch lösliche Salze, und zwar:

a. Leicht lösliche in kaltem Wasser:

a) salzsaures Natron . . . 0,10996 )
ß) phosphorsaures Natron . . 0,16937
y) schwefelsaurer Kalk . . . 0,88336
ó) schwefelsaurer Talk. . . 0,47269 2,44156
e) schwefelsaures Natron . . 0,01459

#) Natron, das vor dem Ver- kohlen an Humussäure ge

bunden ist . . . . . . 0,69059 b. Unlöslich in kaltem Wasser: 4,51900 a) Gyps . . . .

ß) kohlensaurer Kalk und Spuren von
Talkerde, im Extrakt wahrscheinlich 1,69376
humussaure Salze . e 4 s.
y) Kieselerde .

c. Verlust an zerstörter Pflanzen-
äre . . . . . . oassos

S. . . 35,31950 Uebertrag 35,31950

3. Nach dem Verkohlen des wässrigen
Extrakts unlösliche, von der Kohle
eingehüllte mineralische Bestandtheile,
die durch die Säure gelöst waren:
a. Gyps . . . . . . . 0,13029
b. kohlensaurer Kalk . . 0,52037
c. Eisenoxyd . . . . . 1,01602 2,44841
d. Kieselerde . . . . . 0,78173

4. Verlust bei Einäscherung der Kohle
des Extraktivstoffes . . . . . . . 0,77032

B. Nach der Behandlung mit Wasser in Salzsäure lösliche Stoffe und ZWAI" :

38,53823

1. Feuerfeste:

a. Eisenoxyd mit einem geringen Gehalte an Manganoxyd . . . . . 52,12105 b. Thonerde . . . . . . . . . . 13,93991 c. Talkerde . . . . . . . . . . 5,30474 d. Gyps . . . . . . . . . 12.69255 ) 1058791? e. basischer phosphorsaurer Kalk . . 0,37535 f, Kieselerde . . . . . . . . . 21,44552

2. Hydratwasser dieser Oxyde und Salze . . . . . 23,03908

3. Vegetabilisch – organische Stoffe, die beim Glühen zerstört wurden . . . . . . . . . . . . . 123,00649

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D. Gröbere unzerstörte Pflanzenreste . . . . . . 590,12000 E. Sand . . . . . . . . . . . . . . . . 37,80000 daher Verlust . . . . . . . . . . . 1,20972

Summa . . . 1000,00000 Auch der rühmlich bekannte Chemiker Hr. H. Rose zu Berlin hat unseren Moor einer zweiten Analyse unterZ0gen. Da diese rücksichtlich der mineralischen Bestandtheile fast dieselben Resultate bot, so beschränke ich mich, bloss jene höchst beachtenswerthe Stelle, die über die organischen Stoffe unseres Moores spricht, hier Wörtlich anzuführen:

„Der wesentliche organische Bestandtheil des Tep„litzer Moores ist der Humus (Moder, Ulmin) von der „Modifikation, wie dieselbe in den Torfarten sich be„findet. Dieser Stoff ist im Wasser und Säuren unauf„löslich; seine eigentlichen Auflösungsmittel sind die „Alkalien im kaustischen und kohlensauren Zustande; „die Auflösung bildet eine dunkelschwarzbraune Flüssig„keit. – Ich vermuthe daher, dass der Teplitzer und „ähnliche Mineralmoore vorzüglich dann recht wirksame »Schlammhäder bilden können, wenn sie durch alkali„sche Auflösungen oder durch alkalische Mineral„wässer extrahirt werden. Diess kann nur dann ohne »grosse Kosten geschehen, wo dieselben in der Nähe „von solchen Mineralwässern sich befinden, was bei „dem Teplitzer Mineralmoore der Fall ist. – Der vor„herrschende Bestandtheil des Teplitzer Mineralwassers „ist kohlensaures Natron. Ich löste daher so viel kohlen„saures Natron im Wasser auf, als nach Berzelius Analyse „im Teplitzer, Steinbade enthalten ist, und behandelte „damit bei einer Temperatur von 30° R. (einer Wärme, „welche das Steinbad besitzt) den Teplitzer Mineral„moor. Es löste sich vom organischen Bestandtheile so „viel auf, dass die Auflösung eine braune Farbe annahm, „besonders, wenn das Wasser lange mit dem Moore in „Berührung war, „Ich halte es daher für ein glückliches Zusammen„treffen, dass dieser Moor in der Nähe eines so heilsa„men alkalischen Mineralwassers sich befindet, durch „welches derselbe, wie ich vermuthe, erst seine rechte „Anwendung als wirksamer Badeschlamm erlangen kann.“

Die Heilkräfte des teplitzer Moores

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wenn wir die äusseren Kennzeichen und den inneren

Gehalt des Teplitzer Moores betrachten, so gehört er,

nach Os anns Eintheilung, in die Klasse der Kohle n

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