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m in era lmoor er den, wo nämlich der theils aus azotisirten, im Wasser unlöslichen, theils mehr kohligen, im Wasser löslichen, zersetzten organischen Substanzen gebildete Extraktivstoff vorherrschend ist, und der übrige Mineralgehalt in weit untergeordnetem Verhältnisse steht. Um die therapeutische Wirksamkeit unseres Moores auf theoretischem Wege bestimmen zu können, müssen wir nicht nur den pharmakodynamischen Werth seiner chemischen Eigenschaften prüfen, sondern auch seine me c h an is c h e n berühren, und den Nutzen erwägen, der aus seiner Verbindung mit unserer Therme hervorgeht. Zu den festen Stoffen, die zur Gesammtwirkung beitragen, gehören: die schwefel saueren, salzsau eren, kohlen saueren und humus saueren Natron-, Kalk- und Talk salze, das Eisen und die eigentliche humusreiche Moor er de. Die erwähnten Salze sind grösstentheils dieselben, wie in unseren Heilquellen, obgleich sie hier in einer grösseren Menge und concentrirteren Form erscheinen. Sie verleihen dem Moore eine auflösen de , verflüssig e n de und die Absonderungen befördernde Eigenschaft, welche jedoch durch die stärken de und adstringir en de Kraft des in nicht unbedeutender Quantität vorhandenen Eisengehalts gemildert wird; so, dass aus dieser Mischung ein höchst wirksames tonisches Auflösungsmittel hervorgeht, das in allen mit Schwäche complizirten Stockungen und Indurationen von grossem Werthe ist*).

*) Das Eisen erscheint hier theils an die Humussäure gebunden in der Gestalt eines löslichen Salzes, theils als Oxyd. Man könnte wohl hier einwenden, dass letzteres seines unlöslichen Zustandes wegen nicht wirksam sei, allein man bedenke bloss, dass die analytische Chemie auch im Eisenmineralschlamme Von welcher Wirksamkeit die eigentliche humusreiche Moor erde allein, auch ohne jede Beimischung anderer mineralischen Substanzen sei, bezeugen die einfachen Erdbäder, denen man schon in den frühesten Zeiten eine auflösende, erweichende und durch dringende Kraft beilegte, und die auch in manigfaltigen Krankheitsformen mit dem glücklichsten Erfolge angewendet wurden. Prof. Osann sucht im vorherrschenden kohlenstoffhaltigen Extraktivstoff eine jener der Kohle analoge, absorbirende, austrocknende, tonisirende Wirkung, wodurch der Kohlenmineralmoor eine besondere Bedeutung für abnorme Bildungen und Sekretionen des Hautsystems erhält. Andere schreiben sogar dem Principium taninum dieses vegetabilischen Extraktivstoffes die stärkende Wirkung der Moorbäder zu, indem sie solche einestheils mit den Lohbädern vergleichen.

Unter den gasartigen Stoffen, die als ein Produkt eines fortwährenden Gährungsprozesses zu betrachten sind, ist bloss die Hydrothion säure wichtig. Durch dieses hepatische Gas gewinnt unser Moorbad eine um so grössere Bedeutung in allen jenen Fällen, wo durch vermehrte und regelmässige Abscheidung in den verschiedenen Sekretionsorganen, besonders aber in der äusseren Haut, Krankheitsstoffe gelöst und ausgeführt, und wo ursprünglich in einem Hautleiden begründete und von ihm ausgegangene chro

zu Schwelm, Verden, Helmstädt, Vlotho, Lauchstädt, zu Piestyan in Ungarn, zu Medewi in Schweden u. a. 0. das Eisen nur in der Form des Ochers uns zeige, und dennoch spricht die Erfahrung für die ausgezeichnet stärkende Wirkung dieser Schlammarten auf den menschlichen Organismus. Auch im Kohlenmineralschlamme zu Franzensbrunn finden wir den Eisengehalt grösstentheils, und in jenem zu Marienbad einzig und allein in der Gestalt des Oxydes.

nische Krankheiten beseitigt werden sollen. Hier ist zu bemerken, dass Kranke mit reizbaren Lungen im Schwefelwasserstoffgase keine Gegenanzeige dieses Bades finden, indem die Erfahrung lehrt, dass solche in einem an Hydrothiongas reichen Luftgemische in der Regel sich wohler fühlen, leichter athmen und seltener husten, als in der gewöhnlichen Atmosphäre. Uiberhaupt beobachteten Kortum, Schenk, Gebhardt, Quarin, Beddoes und Garnet, dass diese Gasart die Reizbarkeit und Empfindlichkeit der Respirationsorgane vermindere und deshalb bei chronisch-entzündlichen und phthisischen Affektionen derselben wohlthätig wirke. Dass unser Moorbad durch diesen Gasgehalt auch in jenen Nervenkrankheiten, Dyskrasien und Kaehexien, die in chronischen Metallvergiftungen, besonders jener des Merkurs, ihren Ursprung haben, sich heilsam bewähren müsse, verdient eine besondere Beachtung.

Zu den me c h an isch e n Eigenschaften des Moorbades zählen wir die Friktion des Körpers und das spezifische Gewicht. Die Friktion der Hautfläche durch die im Wasser unlöslichen mineralischen und vegetabilischen Bestandtheile nimmt an dem Totaleffekte der Moorbäder einen nicht geringen Antheil, indem dadurch auf mechanische Weise die Hautgefässe und Nerven gereizt, die Cirkulation der stockenden Säfte befördert, und der Ab- und Ausscheidungsprozess unterstützt wird. Bei den Wasserbädern wird die Wohlthätige Operation des Frottirens nur zu oft versäumt, indess sie bei dem Moorbade unerlässlich ist, und in dem darauffolgenden Reinigungsbade umso nachdrücklicher geschieht. Auch das im Vergleich mit dem Wasser grössere spezifische Gewicht kömmt bei dem Moorbade in Betracht, indem solches durch mechanischen Druck auf die peripherischen Gefässe die Stockungen in denselben zertheilt, den Umtrieb des Blutes befördert, und so ebenfalls zur Herstellung des normalen Kreislaufes viel beiträgt. - -: Durch die Verbindung endlich des Moor es mit unserer Therme erhält jener erst seinen eigentlichen Werth; denn der fast analoge chemische Charakter beider, die Löslichkeit des Humus im Alkali der Quelle, so wie die den Moorbädern eigenthümliche breiartige Consistenz, wodurch sie gleichsam ein cataplasma universale bilden, machen die heilsamen Wirkungen auf den Körper umso intensiver und manigfacher. Wenn wir nun das Gesagte zusammenfassen, so lassen sich folgende allgemeine Wirkungen unserer Moorbäder auf den Organismus a priori angeben:

Sie reizen die Haut, wodurch die Transpiration befördert, die Cirkulation der Kapillargefässe und der Umtausch organischer Masse in derselben und den ihr zunächst liegenden Gebilden beschleunigt wird. Sie wirken ferner erweichend, auflösend und zerth eilend auf das Lymph- und Drüsensystem und die häutigen Gebilde, und zugleich belebend, stärkend, vorzüglich auf die Nerven und die erschlafften Muskelfasern.

-:- Specielle Fälle, bei welchen der teplitzer Moor allgemein 0der örtlich anzuwenden ist. Lassen wir nun die Theorie als Leitungsprinzip gelten, und blicken wir zugleich auf die schönen Heilerfolge hin, die wir bereits der Erfahrung verdanken, so ist der Gebrauch des Moores als kräftiges Unterstützungsmittel der Wasserbäder zu empfehlen: * 1 - 1 . Bei chronischen Hautkrankheiten herpetischer, psorischer, impetiginöser Art, so wie bei Erschlaffung der Haut und grosser Geneigtheit zu Schweissen; , - 2. Bei hartnäckigen, chronischen gichtischen und rheumatischen Leiden und ihren manigfachen Formen, besonders bei gichtischen Desorganisationen, Knoten, Geschwülsten, Anchylosen, Kontrakturen und Gelenksteifigkeiten;

3. Bei heilbaren Lähmungen einzelner Glieder, vorzüglich wenn sie aus gichtischen, rheumatischen oder anderen Metastasen entstanden sind;

4. Bei Stockungen, Ansch oppungen und beginnen den Verhärtungen der Leber, der Milz, des Magens, des Pankreas, der Ovarien, der Testikeln, der Gekrös-, Hals- und Leistendrüsen ;

5. Bei rhachitischen Knochenauftreibungen;

6. Bei alten Fuss geschwüren und Caries gichtischer und skrophulöser Art;

7. Bei ödematösen Geschwülsten, die auf Erschlaffung und örtlicher Schwäche beruhen;

S. Bei Neuralgien und Krämpfen, vorzüglich jenen, die in einer unterdrückten Hautausdünstung, verlarvter Gicht, in zurückgetriebenen Hautausschlägen oder Stockungen ihren Ursprung haben;

9. Bei Gelenk steifigkeit und Contrakt uren nach langem Nichtgebrauche eines Gliedes, nach geheilten Geschwüren und Wunden mit Substanzverlust;

10. Bei chronischen Metallvergiftungen und deren Folgen.

Wenn wir die Krankheitsfälle betrachten, in welchen von den Moorbädern ein günstiger Erfolg bevorsteht, so sehen wir, dass in keinem Kurorte sich solchen ein weiterer Wirkungskreis eröffne, als in Teplitz, indem gerade hier der Tummelplatz so vieler Kranken ist, die an den desorganisirenden Nachkrankheiten der Gicht und des Rheumatismus, an Hautausschlägen, Lähmungen, Anchylosen, Contrakturen, Kn0

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