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chenauftreibungen u. dgl. leiden, welche Uibel, wenn sie hartnäckig auftreten, gewiss durch den gleichzeitigen Moorgebrauch rascher der Besserung entgegenschreiten *). Was die Gegenanzeigen für den Gebrauch der Moorbäder betrifft, so sind es dieselben wie bei den Wasserbädern; nur muss hier noch der starke Druck, den die Moorbäder auf den Körper üben, und wodurch die Respiration erschwert wird, berücksichtigt werden, weshalb sie bei Jenen, die an Brustcongestionen oder Kurzathmigkeit leiden, grösserer Vorsicht bedürfen.

Vergleich mit anderen Schlamm- und Moorbädern.

Unsere Moorbäder unterscheiden sich von sämmtlichen Schlammbädern dadurch, dass letztere aus dem schlammartigen Niederschlag oder Bodensatz der Mineralquellen gebildet werden, und dass in unserem Moore oder M o or to r fe die vegetabilischen, im S c h 1 am me jedoch die mineralischen Bestandtheile vorherrschen.

Mit den Moorbädern zu Marienbad und Carlsbad haben die unseren die grösste Aehnlichkeit. Im Vergleich zum Marienbader Moor *) zeigt zwar der Teplitzer eine grössere Quantität löslicher Salze und ein bedeutendes Vorherrschen des Eisenoxydes, doch lässt sich das genaue Verhältniss der einzelnen Bestandtheile nicht mit Verlässlichkeit angeben, indem

*) Uiberhaupt sollten wohl die Worte des so praktischen Hofraths Dr. Heyfel der mehr beherzigt werden, indem er sagt: „Noch werden die Moor- und Schlammbäder bei weitem nicht nach Gebühr gewürdigt, sonst würde man sich überall beeilen, sie einzurichten, und da, wo sie bestehen, ihnen einen höheren - Grad von Vollkommenheit zu geben bemüht seyn.“

*) Vergl. Reuss und Steinmann’s Analyse (das Marienbad u. s. w. Prag 1818).

wiederholte Analysen stets differente Resultate liefern, was darin seinen Grund hat, dass die für die Analyse gewählte Partie einer solchen Erdart an verschiedenen Stellen desselben Lagers dem Gehalte nach abweicht. Trotz der analogen Beschaffenheit unseres Moores mit jenem Marienbads und Carlsbads, sind doch keineswegs die daraus bereiteten Bäder in ihren Wirkungen identisch, sie erhalten vielmehr durch den Beitritt der verschiedenen Mineralquellen ihren eigenthümlichen Charakter. Wer daher den mächtigen Unterschied der an Kohlensäure so reichen Marien quelle, der Carlsba der Glaubersalzwässer, und der Teplitz er azotreichen alkalischen Therme kennt, dem wird die Modifikation der Wirkungen dieser einzelnen Moorbäder genügend einleuchten.

Wenn wir endlich unseren Moor dem von Franzensbad entgegenstellen, so müssen wir den weit reicheren Eisengehalt des letzteren (als schwefels. Eisen) unbedingt anerkennen, wodurch er an stärken der und zusammenziehen der Kraft den unsrigen weit übertrifft.

Eintheilung der Moorbäder.

Diese werden eingetheilt:

A. Hinsichtlich der Ausdehnung, in der sie . auf den Organismus wirken:

1. in Ganz bäder, wo der Badende bis zur Brust oder auch bis zum Kinn in denselben sitzt.

2. in Ha Hbbäder, wo das Bad nur bis zur Nabelgegend reicht.

*** 3. in Partialbäder, wo nur einzelne Theilege

badet werden, z. B. der Arm, die Hand, eine Unterextremität.

4. in Lokalbäder (cataplasmata), welche in Form von Breiumschlägen auf einzelne Stellen des Körpers gebracht werden, z. B. auf die Leber- oder Milzgegend, auf ein Gelenk.

B. Hinsichtlich des Wasser gehaltes:

1. in dickflüssige und

2. in dünn flüssige, in wiefern sie nämlich durch das geringere oder grössere Quantitätsverhältniss des beigemischten Wassers die Consistenz eines dicken oder dünnen Breies haben.

3. in trock e n e , wo der erhitzte Moor ohne Wasser als Bähung angewendet wird.

C. Hinsichtlich der Temperatur:

in laue, warme und heisse , deren Unterschied

derselbe ist, wie bei den Wasserbädern.

Die Moorbadeanstalt und die Bereitungsmethode der M00rbäder.

Die Moorbäder werden im Stadtbade und im Schlangenbad e bereitet, theils wegen der höheren Temperatur, theils wegen des grösseren Wasserreichthums jener Quellen *).

*) Bei dem Bau des neuen Stadt- und Schlangenbades im J. 1838 wurden im ersteren vier und im letzteren eine Badeloge den Moorbädern gewidmet. Jedes dieser Badekabinette wurde mit doppelten Steinbassins versehen, von denen das eine zum Moorbade selbst, das andere zum Abspülbade dienen sollte. Sämmtliche Moorbadebassins wurden durch unterirdische Leitungsröhren mit einem Dampfapparate in Verbindung gesetzt, mittelst welchem die Moormasse erwärmt werden sollte. Diese

kostspielige Einrichtung jedoch entsprach bei der praktischen Anwendung den Erwartungen nicht, und zwar theils durch die höchst ungleichartige Erwärmung des Moores, theils durch die zeitweise völlige Unmöglichkeit derselben in Folge der durch Die Moorbadeanstalt im Stadtbade besteht aus einer Reihe von vier Kabinetten, deren jedes eine doppelte Thüre hat, von denen eine, zum Ein- und Ausgang des Kranken, mit dem gedeckten Corridor in Verbindung steht, und die andere, nach der Rückseite, mittelst eines Ganges zum Erwärmungskessel führt, von wo aus die mit erwärmtem Moore gefüllte Wanne, die kleine Räder hat, bequem und schnell in die Badeloge hineingerollt und wieder weggeschafft werden kann. Ausserdem hat jedes Badezimmer ein Steinbassin zum Reinigungsbade, welches von der Therme bewässert wird.

Das Schlangenbad hat bloss ein Moorbadekabinet von derselben Einrichtung wie im Stadtbade.

Was die Bereitungsmethode der Ganz- und Halbbäder betrifft, so wird der Moor zuerst getrocknet, von Steinen und anderen gröberen Theilen durch das Sieb getrennt, dann mit einer gehörigen Menge heissen Mineralwassers gemengt und in einem grossen kupfernen Kessel mittelst Kohlenfeuer erhitzt. Die heise Masse wird nun in die hölzerne Badewanne gefüllt, und durch Beimischung von Moorerde und Thermalwasser zur Consistenz eines flüssigen Breies und zu jenem Temperaturgrade gebracht, welchen der Arzt verordnet, wobei jedoch der Moor fleissig durchgerührt werden muss, damit der Wärmestoff sich gleichmässig vertheile. So wie die Ganz- und Halbbäder werden auch die Fuss- und Handbäder bereitet, zu welchem Zwecke theils tiefere oder seichtere Kübel, theils kleine Wänn

den Moor selbst verstopften kleinen Oeffnungen der Dampfzuleitungsröhren, theils endlich durch die erschwerte Reinigung der Bäder, indem der Moor in den Abzugskanälen stockte und nur mit grossem Zeit- und Müheaufwand aus den vertieften Bassins entfernt werden konnte. Im Jahre 1840 wurde daher der Dampfapparat völlig ausser Brauch gesetzt, und die jetzige ganz einfache aber zweckmässige Einrichtung getroffen.

chen auf eigenen Gestellen daselbst vorräthig gehalten werden, damit der Patient den kranken Theil bequem einsenken oder untertauchen könne.

Soll der Moor bloss als Umschlag auf kleine Körperstellen angewendet werden, so gibt man ihm die Consistenz eines dicken Breies, der nämlich nur so viel Wasser haben darf, als es nöthig ist, die kleinen Moorpartikelchen zusammenzuhalten. Dann wird solcher entweder auf ein Tuch gestrichen und unmittelbar auf die Haut gebracht, oder in ein leinenes Säckchen gefüllt, und so auf den leidenden Theil applicirt. Auch kann man statt eines Säckchens eine in der Mitte entzwei geschnittene Schweins- oder Rindsblase oder einen Kälbermagen nehmen, wodurch die Wärme des Moores länger gebunden und zugleich die Wäsche besser vor dem Schmutze geschützt bleibt.

Zu trockenen Bähungen (fomentationes siccae) muss der fein gesiebte Moor in ein mit einem Deckel versehenes irdenes Gefäss gefüllt und künstlich erhitzt werden. Jedoch diese Anwendungsform findet höchst selten statt.

Uibrigens können die Partialbäder und Umschläge auch im Hause des Patienten zweckmässig bereitet werden.

Werhaltungsregeln beim Gebrauch der Moorbäder.

1. Der wichtigste Moment ist die genaue Bestimmung der Temperatur. Was ich in dieser Beziehung von den Wasserbädern sagte, das gilt auch von den Moorbädern. Doch lässt sich nach den Beobachtungen von Heidler, Scheu und Reuss im Allgemeinen annehmen, dass der Körper im Moorbade einen höheren Temperaturgrad vertrage, als im Wasserbade, und dass der Einfluss der erhöhten Wärme auf die äussere Haut geltend gemacht werden könne, ohne dass das allgemeine Blutgefäss

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