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Eben so vermehrte die fürstliche Obrigkeit die Fürstenbäder um 4, und die Herrenbäder um 3 neue Becken. Im J. 1831 wurde das steinerne Gebäude zum Gebrauche für die k.k, gemeine Militärmannschaft aufgeführt, welches bis zu dieser Zeit bloss ein Holzdach und Bretterwände hatte. - Im Herbste 1835 wurde in der Umgebung von Teplitz Moor er d e aufgefunden, welche von der prager medic., Fakultät - chemisch untersucht und für Kohlenm in e ralm 0 0 r erklärt worden ist. Im J. 1836 wurden die ersten Moorbäder verabreicht, und zwar im Stadtbad e und im goldenen Kreuz am Schlossplatz. Y - Im J. 1838 trat eine gänzliche Reform des Stadt-, Schlangen- und Schwefelbades ein: Das Stadtbadehaus entsprach keineswegs mehr in Bezug auf Zweckmässigkeit und Eleganz den Ansprüchen einer Zeit, in der sich andere Badeanstalten DeutschIands so mächtig emporhoben. Da noch zu dem die Errichtung einiger zweckmässigen Moorbad e logem Bedürfniss wurde und die Erweiterung des Badegebäudes erforderte, so konnte nicht mehr gesäumt werden, Hand ans Werk zu legen. Durch den segenreichen Einfluss Sr. Excellenz des Hrn. Oberstburggrafen, Carl Grafen von C hot e k, und durch die persönliche eifrige Einwirkung des Hrn. Kreishauptmanns Klez ansky trat bald unter der Leitung des thätigen Hrn. Bürgermeisters Wolfram der kolossale Bau ins Leben. Der Stadtgemeinde War kein Opfer zu gross. Es wurden die amgränzenden zwei Häuser, zu 3 Lilien und zum E 1 ephanten, um 30,000 Gulden C. M. angekauft, und diese, so wie das alte Stadtbadehaus gänzlich demolirt, und aus ihrem Schutte erhob sich noch im Herbste 1 838 11ach dem Plane des k. k. Amtsingenieurs Zopp die jetzige prachtvolle Badeanstalt, die schon am 1. Juni 1839 den Kurgästen eröffnet wurde.

In demselben Jahre erbaute die Schönauer Gemeinde das neue Schlangenbad eh aus, welches in Rücksicht der architektonischen Schönheit und der inneren zweckmässigen Struktur sich, nicht minder als das Stadtbad, den vorzüglichsten Badeanstalten Deutschlands anreihen darf.

Nicht zufrieden mit dem bloss unterstützenden Einfluss, den der erlauchte Fürst Edm und von Clary, als Grundobrigkeit von Teplitz und Schönau, auf die oben bezeichneten neuen Badeanstalten genommen hat, war dieser grossherzige Fürst auch bemüht, durch eigene Opfer die Schönauer Bäder zu erweitern und zu verschönern, um den Glanz und den Reiz dieses Kurortes zu erhöhen. So liess er im J. 1 838 und 1839 das imposante Neuba d erbauen, das unstreitig zu seinen grossartigsten Schöpfungen gehört, und dessen Ausführung dem fürstl. Bauingenieur Herrmann, welchem wir auch den Bau des Herrenhauses und der Trinkanstalt verdanken, neue Verdienste um Teplitz erworben hat.

Durch diese Vergrösserung der genannten Badeanstalten gelangte Teplitz zum Besitz von 86 Spezialbadelogen, so dass, wenn man die Badezeit von früh 4 Uhr bis Abend um 8 Uhr annimmt, 1376 Personen in separirten Becken täglich baden können.

So erhob sich Teplitz durch seine trefflichen Einrichtungen zu einem würdigen Tempel unserer wundervollen Quellen, zu denen jährlich Tausende von Leidenden pilgern, um Heil aus dem segenreichen Borne zu schöpfen.

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IV. Beschreibung der Heilquellen und Badeanstalten in Teplitz und Schönau.

A. Die Heilquellen.

Das Teplitzer Mineralwasser sprudelt aus vielen Quellen, die theils in der Stadt, theils im Dorfe Schönau sich befinden.

Zu jenen der Stadt zählen wir:

1. Die Hauptque Ile – Ursprung oder Sprudel. – Sie kömmt in dem tiefsten Punkte der Stadt, unmittelbar neben dem Stadtbadehause, aus einer Kluft, die fast senkrecht in den von Basaltformation umgebenen Syenitporphyr daniedergeht, mit einigem Geräusch, schnell und mit ziemlicher Gewalt zu Tage, und ist in einen eigenen Behälter gefasst. Sie versorgt das MännerComunbad, zum grössten Theil das Weiber-Comunbad und die Spezialbäder des Stadtbadehauses, ferner sämtliche Fürstenbäder, das Gürtlerbad und die Israelitenbäder.

2. Die städtische Frauen- und Weiberbad quelle. – Sie entquillt dicht an der Hauptquelle, ihr in Südost, aus demselben Syenitporphyr, und hat ihre eigene Fassung. Sie versieht, im Verein mit der Hauptquelle, das Weibercomunbad und sämmtliche Spezialbäder des Stadtbades und liefert zugleich den Wasservorrath den beiden Abkühlbassins.

3. Die fürstliche Frauenzimmer- 0 d er Frauen badquelle. – Sie entspringt unter Entwicklung einer Menge von Gasblasen, östlich von der Weiberbadquelle, nur wenige Schritte von derselben entfernt, und ist in zwei Behälter gefasst. Sie bewässert das fürstliche Frauenbad und theilweise die Herrenhausbäder.

4. Die Sandba dque 1 l e. – Sie bricht östlich von der fürstlichen Frauenzimmerbadquelle aus dem den Boden mehrere Fuss tief bedeckenden Sande unter Gasentwicklung hervor, und ist in keinen Behälter gefasst, sondern wird von einem gemauerten Badebecken aufgenommen, das früher unter dem Namen „das tiefe Bad“ ein kleines gemeines Männerbad bildete. Im J. 1826 wurde solches cassirt, die Quelle überwölbt, die Lokalität zu einem Zimmer für den Bademeister der Fürstenbäder vorgerichtet, das Gewässer selbst aber durch Röhrenlegung in die Herrenhausbäder geleitet, die es theilweise versieht.

5. Die Garten quelle. – Diese kömmt hinter dem Herrenhause im Spital- oder Frauengarten unter geringer Gasbläschenentwicklung hervor. Sie besteht aus vielen kleinen Quellen, von denen die zwei stärksten durch senkrecht darauf gesetzte Röhren, von den übrigen gesondert, in die Höhe geführt werden. Die eine derselben, die zum Trinken benützt wird, führt den Namen der Trinkquelle, die andere, die zu Augenbädern dient, den der Augen que 1 l e. Beide sind nach oben in zirkelförmige marmorne Behälter gefasst. Alle übrigen kleinen Quellen sind unter dem Namen der Bade quelle bekannt, indem sie wegen ihrer niederen Temperatur als Kühlwasser in die Herrenund Fürstenbäder geleitet werden.

Im Dorfe Schönau befinden sich:

1. Die Steinbad que II e. – Ihre Geburtsstätte ist der Syenitporphyr des Schönauer Berges. Früher brachen diese warmen Quellen auf der zwischen dem Schönauer Teiche und der Saubach sich befindlichen, von Pflanzenwurzeln durchzogenen Sumpfwiese hervor. Später wurden sie von den wilden Quellen gesondert, und in ein elliptisches Bassin, welches sich in dem kuppelartig gewölbten Mittelgebäude der Steinbäder befindet, ge

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fasst. Den Boden dieses Behälters deckt ein mehrere Fuss tiefes Sandlager, aus dem das Wasser ununterbrochen unter Bildung perlschnurartig an einander gereihter Bläschen hervorquillt. Die Gasentwicklung ist so stark, dass es, besonders bei niederem Wasserstande, das Ansehen hat, als wäre das Badewasser im Aufwallen begriffen. Die Steinbadquelle versorgt sämmtliche Spezialbäder, das Männer- und Weibercomunbad des Steinbadehauses und zum Theil die Tempelbäder.

Dieser Hauptquelle zunächst kommen noch einige kleine Nebenquellen hervor, die von den Badebecken der angränzenden Spezialbäder aufgenommen werden.

2. Die Tempe 1bad que 11e. – Sie quillt, etwas mehr als acht Klafter von der Steinbadquelle westlich entfernt, ebenso wie diese unter Entwicklung von Gasarten aus dem Sande hervor, und wird von den Becken der Tempelbäder, die sie theilweise bewässert, aufgenommen. - . . 3. Die wiesen quelle. – Diese bricht, 144 Klafter von der Steinbadquelle westlich entfernt, hervor, und ist von derselben durch einen kleinen Bach geschieden. Sie wird zur Abkühlung in die Tempelbäder geleitet. 4. Die Militärbad quelle. – Sie entspringt unter beständiger Bildung von Gasblasen, östlich von der Steinbadquelle, in geringer Entfernung von derselben, und wird von einem Bassin, das selbst zum Bade dient, aufgenommen. - - 5. Die Schlangenbad quelle. – Diese kömmt zwischen dem Schönauer Teiche und dem Berge, etwa hundert Schritte von der Steinbadquelle entfernt, zu Tage, indem sie aus demselben Syenitporphyr, wie die übrigen Quellen, ihren Ursprung nimmt. Die Hauptfassung liegt dem Schlangenbadehause im Süden und ist mit Steinplatten eingedeckt. Sie versieht die Schlangenbäder.

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