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Die Kuppe des Berges schmücken kleine Blumengärtchen, Lauben, durch Laubholz gehauene Gänge und niedliche Mooshütten, die auch zur nächtlichen Beherbergung der Gäste eingerichtet sind, so dass jene, die von hier aus das grossartige Schauspiel des majestätischen Auf- und Niedergangs der Sonne geniessen wollen, eine bequeme Unterkunft finden.

Am Fusse des Berges liegt das Schloss Milleschau, Eigenthum des Grafen H i z an v on H a r ras und Kap Ii erz.

Krz emusch, Kostenblatt und schw a tz.

Das Dorf Krzem us c h liegt eine Stunde von Teplitz entfernt, hat ein geschmackvolles Schloss und einen grossen Garten. Der jetzige Besitzer August Graf L e de bour hat diesen Ort durch eine im italienischen Style erbaute Villa, und durch einen angenehmen Fahrweg bis an die sogenannte Teufelsmauer verschönert. Von dem hier errichteten Gloriett eröffnet sich eine romantische Aussicht in das Bilathal.

Das ebenfalls dem Grafen v. Le de bour gehörige Kostenblatt ist durch seine nahgelegene Burgruine interessant. Nach geschichtlichen Urkunden wurde diese Veste schon im J. 1434 von Jakub e k Wio e zow ic mit Sturm eingenommen und zerstört. Die wilde Gegend, aus der diese 400jährigen Trümmer hervorragen, gewährt einen schauerlichen Anblick, und ist eines Besuches werth.

Das Schloss Schwatz, so wie die Herrschaft gleichen Namens, ist ein Besitz des Prager Erzbisthums. Es gehörte im 13. Jahrhunderte dem Kloster der Chorfrauen, unter dem Namen der Beschützerinnen des h. Grabes, wurde aber im J. 1421 durch die Hussiten zerstört. Seine gegenwärtige Gestalt dankt das Schloss dem Fürsten Erzbischofe von Sa 1 m – Sa 1 m, der zugleich den geschmackvollen englischen Garten anlegte. Die Bila, welche unterhalb des Gartens vorbeifliesst, verlässt hier das anmuthige Thal, um sich im Basaltgebirge dem Blicke zu entziehen.

Bilin. Die von Teplitz 2 Stunden entfernte Munizipalstadt Bilin mit 365 Häusern und 3 100 Einwohnern liegt am Fusse des Mittelgebirges in dem anmuthigen Thale der Bila. Die Herrschaft ist seit dem J. 1464 ein Besitzthum

der Lobkowitze, und der gegenwärtige Besitzer ist Ferdinand Fürst von Lobkowitz, Herzog von Raudnitz.

Das merkwürdigste Gebäude der Stadt ist das im J. 1680 von Christoph Freiherrn von Lobkowitz erbaute Schloss, das unter anderen Sehenswürdigkeiten die reiche Mineraliensammlung des verstorbenen k. k. Bergraths Dr. Reuss aufbewahrt. Nicht uninteressant für den Alterthumsforscher sind seine unterirdischen Gänge, von denen einer bis in das Ziskathal hinausführt, und der andere unter der Schanze fortläuft; sie sind jedoch grössentheils verschüttet, und vor einigen Jahren fand man daselbst Pfeile und Bruchstücke verschiedener Rüstungen, ja selbst Menschenknochen.

Der Stadt im Süden, eine kleine Stunde von derselben entfernt, erhebt sich der durch seine grotteske Form und Höhe ausgezeichnete, aus Klingsteinporphyr bestehende, an Klüften reiche Bilin er Stein (Bofzen). Er bildet eigentlich zwei besondere Absätze, von welchen der obere säulenförmig, der untere tafelförmig gespalten ist. Auf allen Seiten, von denen man den Biliner Stein erblickt, gewährt seine schroffe und klippige Gestalt einen überraschenden Anblick. A 1 ex a n der v. Humboldt, de Luc, De c am era, Andrada, Daubuisson und andere berühmte Naturforscher, die diesen Berg bestiegen, nennen ihn einen Glanzpunkt. ihrer Weltreisen. Im J. 1806 hat auf dessen Gipfel Se. k. H. der Erzherzog R. a in e r barometerische Messungen vorgenommen. Auch in Bezug der ent

zückenden Aussicht wetteifert dieser Höhepunkt mit den vorzüglichsten Böhmens. Ringsumher liegen zu unseren Füssen die reizendsten Landschaften, und weithin trägt uns der Blick bis zu den Sandsteingebirgen des Egerspiegels und den Porphyrschieferkegeln der Lausitz. - Seinen fast europäischen Ruf dankt B iI in den eine halbe Stunde westlich von der Stadt entspringenden Sauerbrunn quellen.

Sie zeichnen sich durch ihren grossen Reichthum an kohlensaurem Natrum und kohlensauerem Gase aus, wodurch sie unter den alkalinischen Heilquellen Deutschlands die erste Stelle einnehmen, und sich bloss mit Vals, St. Nectaire und Vichy in Frankreich, so wie mit Tarasp in der Schweiz vergleichen lassen. Grossen Nutzen gewährt dieser Säuerling bei Blennorrhoen der Urinwege, Griesbildung, skrophulösen Leiden, veralteten Brustkatarrhen, Schleimasthma, Magensäuere, Verschleimung und Schwäche der Verdauungsorgane, Gallensteinen und Hämorrhoidalbeschwerden. Doch ist der medicinische Gebrauch dieses Säuerlings, leider, nur zu wenig verbreitet. -

Als Erfrischungsgetränk wird diess Wasser theils an Ort und Stelle getrunken, besonders im Sommer von Teplitzer Kurgästen, grösstentheils aber (man rechnet jährlich 90000 Krüge) wird es versendet. Mit Oesterreicher oder Rheinwein und Zucker gemengt, schäumt es wie Champagner und bietet einen wahren Labetrank.

Die mit einem Tempel überbaute Hauptquelle heisst die Josephs quelle, und aus ihr allein geschehen bisher die Versendungen. Dieser westlich liegt die von einem Gewölbe umgebene Carolinen quelle. Ausser diesen beiden gefassten Quellen entspringen noch aus den Seitenwänden des Abflusskanals mehrere kleine Nebenquellen.

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Der Abfluss aller Quellen wird auf 15 Pfannen abgedampft, und das erhaltene kohlensauere Natron zur Fällung der Magnesia aus der von Said schitz hierher gebrachten Bitterwasserlauge verwendet. Die auf diese Weise in einem eigenen dazu angelegten Laboratorium gewonnene kohlensaure Magnesia übertrifft die englische an Reinheit und Leichtigkeit.

Abwärts von der Josephsquelle steht das Packhaus, wo die zur Versendung bestimmten gefüllten Flaschen (die eine herrschaftliche Fabrik liefert) in Kisten verpackt werden. Im oberen Stockwerke sind einige Zimmer zur Bewirthung der Trinkgäste. Auch sind in der Umgebung der Quellen geschmackvolle parkähnliche Anlagen, die an mehreren Punkten interessante Aussichten bieten.

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