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zogen, welche Zinnstein oft in grosser Menge führen, und deren bis jetzt neun aufgeschlossen sind. Sie haben eine Mächtigkeit von 1 Zoll bis 4 Fuss, und laufen der Oberfläche der Granitmasse ziemlich parallel, indem sie sich gegen die Peripherie allseitig senken, wobei sie sich gewöhnlich auskeilen. Nur selten setzen sie selbst in den Porphyr hinüber fort. Sie führen ausser dem Quarz, Glimmer und Steinmark auch Flussspath, Apatit, Schwerspath, Eisenspath, Uranglimmer, Talk, Turmalin, Topas, Piknit, Tungstein, Scheel-, Grün- und Weissbleierz, Kupferlasur, Wolfram, Zinnstein, Rotheisenstein, Kupferkies, Kupferglanz, Schwefelkies, Bleiglanz, Blende u. s. w. Sie werden überdiess von zahlreichen, meist senkrechten Klüften und Gängen durchzogen und vielfach verworfen. Doch auch im Feldsteinporphyre selbst setzen viele Klüfte und Gänge auf, in deren Nähe der Porphyr in eine dichte hornsteinartige Masse umgewandelt und zinnsteinhaltig ist. Die Gänge sind durch sehr eisenschüssigen, mit Zinnstein imprägnirten Letten ausgefüllt. Auf ihnen wird der Bergbau im Seegrunde betrieben. Der südliche Fuss des Erzgebirges verbirgt sich grösstentheils unter den Braunkohlengebilden; nur an vier Punkten, in der nächsten Umgebung von Teplitz, wird der Gneiss von Quadersandstein überlagert, und diess in geringer Ausdehnung. Diese isolirten Sandsteinablagerungen scheinen eine Fortsetzung der grossen nördlichen böhmisch – sächsischen Sandsteinmasse zu seyn, die am Fusse des Erzgebirges westwärts sich erstreckt. Der wahrscheinlich zusammenhängende Streifen wird mehrfach durch aufgelagerte Braunkohlenflötze und die dazu gehörigen Gebilde unterbrochen, und dem Blicke entrückt. Daher das engbegränzte inselförmige Auftreten des Quadersandsteines bei Deutzendorf; das zweitemal zwischen Klostergrab und Strahl, und endlich zum drittenmale zwischen Jüdendorf und Rosenthal. Weiter gegen Osten bei Liesdorf erscheint er zum viertenmale, wo er sich auch am meisten verbreitet, und sich fast bis zum arbesauer Posthause, nach Zuckmantel und Kninitz erstreckt. Er bildet meist niedrige, selten sehr klippige Hügelreihen, die dem Fusse des Erzgebirges parallel laufen. Er ist bald sehr fest, beinahe quarzig, bald locker und lose, fast stets sehr feinkörnig, in horizontale starke Bänke getheilt, und führt stellenweise viele Petraefakten, besonders Erogyra columba und undeutliche Pflanzenreste, z. B. bei Deutzendorf, Jüdendorf und Kninitz. Bei Strahl schliesst er Porphyrgeschiebe, so wie durch die ganze Masse vertheilten Porphyrgruss ein. Im letzteren Falle ist er ganz identisch mit dem vorerwähnten Sandsteine vom Janig. Auch am Kamme des Erzgebirges tritt der Quadersandstein dreimal, aber ebenfalls unter beschränkten Verhältnissen auf, und zwar zwischen Schönstein und Oberwald, am Sandhügel bei Jungferndorf und am südöstlichen Fusse des Spitzberges bei Schönwald, wo er von säulenförmigem Basalte mit Olivin und muschlichem Augite durchbrochen ist. – Die grosse nördliche Sandsteinablagerung, die aber ausserhalb der Gränzen unseres Bezirkes liegt, beginnt erst bei Schönwald, Tissa und Reitza, und setzt von da ununterbrochen nach Sachsen hinüber fort. Eben so fragmentarisch tritt der Kreidenmergel, das andere Glied unserer Grünsandformation, auf, nicht nur in der Umgebung von Teplitz, sondern bis an die südliche Gränze des leitmeritzer Kreises, wo er dann, nicht mehr zerstückt von plutonischen Gebilden, sich in der Ebene am Ufer der Eger- mehr ausbreitet, und mit der grösseren Plänermasse des saazer und rakonitzer Kreises zusammenhängt. Ausser dem schon erwähnten, den Porphyr umgürtenden Plänerdepot von Losch, Hundorf, Settenz, Prassetitz, Schönau und Turn, erscheinen

noch drei kleine Lager am Fusse des Erzgebirges, fast stets in der Nähe des Quadersandsteines, ohne dass jedoch eine Auflagerung auf denselben unmittelbar sichtbar wäre, und zwar bei Ossegg, Strahl und Mariaschein. In der Ebene tritt er nur einmal – beim duxer Jägerhause – aus der Braunkohlenformation zu Tage.

Der Pläner zeigt sich meist als Thonmergel, selten als dichter Kalkstein, und bildet fast stets horizontale oder nur wenig geneigte, – 6 Fuss mächtige Schichten, die bei Hundorf, Losch, Strahl u. s. w. mit Lagen eines grauen schiefrigen Thonmergels wechseln, der viele Pflanzenreste enthält. Der Pläner selbst ist reich an Thierversteinerungen, besonders den Gattungen Plagiostoma, Terebratula, Inoceramus, Lima, Pecten, Trochus, Salenia , Cidaris, Ammonites, Nautilus, Scaphites, Turbinolia, Serpula u. s. w. angehörig, so wie an Haifischzähnen. Alle diese Reste sind den mittleren Schichten des Pläners eigenthümlich und charakterisiren unser Gestein als Plänerkalk. Die oberen und unteren Schichten – der Plänermergel und der Plänersandstein – fehlen bei Teplitz ganz.

Bei Mariaschein und Hundorf beherbergt der Pläner überdiess viele Pflanzenabdrücke, besonders von Fukoiden und einzelne Zweige von Koniferen. Ausser krystallisirtem Kalkspath, Eisenkies, und sehr seltenen Feuersteinknollen enthält er keine fremden Beimengungen. Von plutonischen Gesteinen wird er nur an sehr wenigen Stellen durchbrochen, und da ist die Berührungslinie beider Gesteine verdeckt. Nur am nördlichen Fusse des Wacholderberges unterhalb Neudörfel scheinen die Metamorphosen, die der Pläner durch den Basalt erlitt, sich weiter auszudehnen, denn auch in einiger Entfernung vom Basalte findet man den Pläner braun oder dunkelgrau, klingend, härter und fester, von Kieselmasse imprägnirt und voll von sphäroidischen Thoneisenstein konkretionen.

Gleieh im Osten von Teplitz beginnen die Kuppen des Mittelgebirges sich zu erheben, welches hier in seinem – von Südwest nach Nordost gehenden – Laufe sich bedeutend ins Thal vorschiebt und es verengen hilft. Oberhalb Teplitz zieht es sich wieder weiter nach Osten zurück, um der sich ausdehnenden Ebene von Kulm und Karbitz Raum zu geben. Bei Kulm endlich schliesst es den Bogen, und stösst ganz mit dem Erzgebirge zusammen. Es fällt also nur mit einem sehr geringen Theile in das nächste Gebiet von Teplitz. Hierher gehören als isolirte Kuppen: der Wacholderberg, der Wachhübel, der Schlossberg und Kirschberg mit seinen Begleitern, der Neuhofer- und WeschnerBerg, der Rücken zwischen Strzizowitz und Schöberitz nnd endlich die bei Soborten, Straden und Kulm sich erhebenden Kuppen, darunter die mit einer Kapelle gezierte Horka. Am weitesten vorgeschoben, nicht weit entfernt vom Fusse des Erzgebirges, liegen die Hügel zwischen Turn, Soborten und Probstau. Zwischen Auperschin, Welboth, Ratschitz, Welbin, Dolanken und Kfzemusch bilden die plutonischen Felsarten grössere zusammenhängende Massen, an welche sich dann gleichsam als Vorläufer die vereinzelten Kuppen bei Kfzemusch und Hostomitz anschliessen. Dichter, dunkelgrauer Phonolith mit glasigem Feldspathe setzt den Schlossberg, den Kirschberg und den östlichen Theil des Wacholderberges zusammen; am ersteren Punkte nimmt er noch dichten Zeolith mit gelbem Sphen, am Kirschberge einzelne Hornblendesäulchen auf; am letzteren ist er in eine grauweisse porzellanerdige Masse aufgelöst, in der die Krystalle des glasigen Feldspaths noch unversehrt liegen. – Am Kirschberge umhüllt er überdiess bis faustgrosse Knollen eines krystallinisch-körnigen Feldspathes, welcher noch viele Feldspathkrystalle, die oft aufgelöst oder ganz herausgefallen sind, einzelne Parthien von Hornblende und dichtem gelben Zeolithe eingestreut hat, nie aber Quarz. Sie dürften also kaum Einschlüsse des durchbrochenen teplitzer Porphyrs seyn, der so reich an Quarz ist. – Am Weinberge bei Krzemusch steht lichtgrauer trachytähnlicher Ponolith mit Hornblende und gelbem Sphen in regelmässigen vierseitigen Säulen an. Die übrigen Berge bestehen alle aus dunkelgrauem meist tafelförmig abgesondertem Basalte mit Augit, Olivin und Hornblende. Nur an der Horka bei Kulm zeigt er eine ausgezeichnete Kugelform. – Bei Welboth und Hrtina schliesst er muschligen Augit und Titaneisen ein; am Schleenberge bei Hostomitz füllt theils fasriger, theils krystallisirter weingelber Arragon die Zwischenräume aus. Am weschner Berge, wo er schöne Drusen von Natrolith aufzuweisen hat, und an der Ostseite des strzizowitzer Berges geht er von der einen Seite allmälig in Phonolith über, indem er sehr dicht wird, sich in Tafeln sondert, und Feldspathkrystalle aufnimmt, von der andern Seite durch Sichtbarwerden der Gemengtheile in Dolerit. Auf dem letztgenannten Berge wird der Basalt von einem ausgezeichneten. Konglomerat begleitet, welches in grauer oder brauner thoniger Hauptmasse mannigfaltige, zum Theil sehr poröse Basalt – Abänderungen, Trachytstücke, Reste von buntem Mergel, verkieseltes Holz u. S. W. einschliesst, und auf rothem Thone ruht. – In einer Schlucht oberhalb Straka liegt unter dem Tafelbasalte ein graubrauner Mandelstein, welcher ein Konglomerat aus kleinen Basaltfragmenten und bunten Thon zur Unterlage hat. Bei Raudnig ist eine mehrere Klaftern mächtige Masse bunten Thones im Basalt eingeschlossen. Am Sandberge bei Knibitschen sind dünne Lagen basaltischer Gesteine zwischen die Kohlenschichten eingedrungen. Andere bedeutende Veränderungen der Braunkohlengebilde lassen sich nicht wahrnehmen, obwohl fast alle grössere Basaltmassen in der Umgebung von Teplitz aus denselben emporgestiegen sind.

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