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Theil noch verschütteten Grundes, auf denen, wissenschaftlich betrachtet, das colossale Gebäude des

, Alterthums in Sprache und Schrift aufgethürmt erscheint, ein dringendes Bedürfuiss unsrer Zeit sey,

diess haben Männer von gediegener Reife des Urtheils deutlich genug erkannt und ausgesprochen, und durch ihre Mahnungen und Aufmunterungen an jüngere Freunde und Verehrer der classischen Literatur mehrfach beurkundet. Sie mögen wohl den Grund zu solcher Aufforderung zum Theil in dem Geiste des Zeitalters gefunden haben, zum Theil aber auch geleitet durch den Hinblick auf den Ocean des literarischen Verkehrs unsrer Tage, auf welchem so mancher talentvolle und enthusiastische jüngere Verehrer der Wissenschaft unterzugehen Gefahr laufen könnte, wenn ihn der Durst nach Erkenntniss überwältigte, und er an der Fluth zu sättigen sich sehnte, ohne erst den einfach zarten Tropfen, der sich ihm zum Genusse darbot, indig und tief gekostet zu haben. Damit also in dem Drängen und Treiben unsrer wissenschaftlichen Bildung von Jugend auf der Geist und das Herz an einem liebgewordnen und geliebten Gegenstande erstarke, und sich ermuthige; damit auf diesen einen aus eignem innern Triebe erwählten und ergriffnen theuren Ueberrest des Akerthums das Gesammtleben des Einzelen in wissenschaftlicher Rück« sicht sich beziehe; alle Strahlen geistiger Kraft in diesem Brepopunkte sich sammeln, und somit für die spätern Jahre ein volles und für die studia humanitatis ungetheiltes Gemüth gewonnen werde: aus diesem Grunde ist die Wahl eines Einzigen und Einen aus den Vielen und Mannichfaltigen anzurathen

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und zu empfehlen. Nur beschränke man das Gesagte nicht nach irdischem Massstabe auf Jahre des Lebens, und verstehe unter den jüngern Freunden des classischen Alterthums nicht etwa bloss Jünglinge auf Schulen und Universitäten! Standen die Jünger der ältern Philosophie eines Socrates und Plato bereits an den Stufen des männlichen Alters, und schämten sich selbst Männer nicht, in die Reihen der Schüler jener ächten Weisheit zu treten: dann wird es wohl auch in unsern Tagen keine Schande bringen, auch als Mann nur den jüngern Freunden der Alterthumswissenschaft sich beizuzählen, wenn die Bilder ehrwürdiger und in dem freien Dienste der Musen und Grazien auf Hellas und Roms classischen Fluren ergrauter oder doch an Weisheit und Erfahrung reicherer Priester uns vorschweben? Ein Blick auf das Leben und die Einsicht in die wissenschaftliche Wirksamkeit jener grossen Männer, welche die Bahn ebneten, und das Licht anzündeten und noch unterhalten, durch welches Geist und Leben dem todten Sprachschatze der alten Welt verlichen wurde, und welche durch die Fackel der Vernunft den ewigen Gesetzen des Wahren, Guten und Schönen in Wissenschaft und Kunst des Al. terthums nachspürten ein Blick auf solcher Männer Leben und Wirken erfüllt mit hoher Achtung und tiefer Bescheidenheit alle, denen zwar nicht die Liebe für den erhabnen Gegenstand mangelt, denen aber doch der Genius versagte, ins Innerste des Heiligthums einzudringen und aus reinerer Quelle zu schöpfen. Der Verfasser dieses Commentars würde sich's zum betrübenden Vorwurfe machen, dass er erst später ein Ziel verfolgte, das ihm erreichenswerth dünkte;

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gesetzt auch, die That wäre bei gegenwärtigem Versuche weit hinter dem Vorsatze zurückgeblieben; wenn er sich nicht das Zeugniss geben könnte, dass er theils in frühern Verhältnissen andern auch der Förderung des Jugendunterrichts geweihten Zwecken mit gleicher Theilnahme gedient, theils für diese dem Publikum vorgelegte Arbeit, den wärmsten und reinsten Eifer für ein gründliches und auch Herz und Gemüth belebendes Studium der Sprache überhaupt und des gewählten Schriftstellers ins Besondre in sich

gefühlt und gepflegt hätte. Allein auch persönliche Umstände vermochten den Herausgeber, sich seit einigen Jahren die Aufgabe zu sotzen, deren Lösung er nicht ohne einige Besorgniss einem grössern Publicum vorlegt. Fände und kennte er hin und wieder Schulmänner, denen ein Gleiches, wie ihm selbst, begeguete, so würde er im Voraus auf Uebereinstimmung hoffen dürfen, wenn er der Gefahr gedenkt, in die ein Lehrer durch seinen Beruf versetzt wird, wenn dieser der Unterrichtsgegenstände zu viele und zu mancherlei ihm auferlegt; wenn die Verhältnisse fordern, und die Pflicht erheischt, dass man dem Einen, dem sich Jemand durch innre Neigung getrieben, gern mit der Gesammtkraft des Willens wide men möchte, entsage und dem Vielerlei die möglich grösste Aufmerksamkeit schen! für verschiedens artige Zweige des

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chern Stützpunkts zu berauben droht, erscheint es als dringendes Gegenmittel gegen Flachheit des Wissens und gegen Zersplitterung der Zeit und Kraft, gleichsam in einem Centralpunkte die verschiednen und mannichfaltigen' Richtungen des Geistes zu vereinen, und, ohne die einzelen Zweige und Aeste des Baumes individueller Erkenntniss zu versäumen, dem selbstgezognen Stamme die grösste Pflege und Sorgfalt zu widmen. Oft aber kann auch der Beruf die nähere Veranlassung sogar geben, dass der Lehrer einer öffentlichen Schule grade dieses oder jenes Thema zur Ausführung sich setzte.

sich setzte. Und diess war der Fall bei dem Herausgeber. Die Commentarien Caesar's gehören unter die schönsten Blüthen und Früchte des classischen Bodens, deren Genusses sich unsre Jugend in den Jahren der Vorbildung für Gelehrsamkeit und Wissenschaft zu erfreuen hat, und der Lehrer nicht minder mit seinen Schülern. Denn vollkommen gilt von ihm, dem grossen Feldherrn und Staatsmanne und anziehenden Schriftsteller, was der jüngere Plinius von seinem Oheime lobpreisend sagen konnte: Equidem beatos puto, quibus Deorum munere datum est aut facere scribenda aut scribere legenda; beatissimos vero, quibus utrumque.

Beide historische Werke des grossen Imperators mit den Zöglingen seines Unterrichts zu lesen, und zunächst auf das richtige Verständniss derselben eine dem Massstabe des Alters und der Classe angemessne Sicherheit und Festigkeit in der latein. Sprachkunde zu begründen, und in Verbindung mit Cicero's auserwählten Briefen, deren historischer Inhalt oft wunderbar im Ausdrucke mit Caesar's Sprache harmonirt, diejenige Fertigkeit und

Gewandtheit im Verständnisse latein. Musterwerke vor. zubereiten, welche für die höhern und höchsten Stufen der Gymnasialbildung geschickt machen, diess ist das Ziel, das zu erreichen dem Verfasser in seinem Wirkungkreise vorschwebt. Es bedarf aber für die Kundigen keiner Erörterung, wie wenig auf das innere Leben einer Schule äussere Schemata, geregelte Stufenleitern, festgesetzte Termine oder Gränzsteine, nach denen das Material des Unterrichts (denn für die Form bürgen keine in manchen Ländern zur Wacht aufgestellten Lehrbücher) - einzuwirken und den vor Augen schwebenden Zweck zu befördern vermögen, wenn nicht der Lehrer selbst, kraft seiner Individualität und geleitet von dem Ideale, welches ihm vorschwebt, durch ein den ganzen Unterricht belebendes höheres Princip, Einheit und Harmonie in die mannichfachen Uebungen und Bestrebungen seiner Zöglinge zu bringen, und das Vielartige durch ein festes Band zusammen zu halten geschickt und geeignet ist. Leichter mag auf Lehranstalten, deren von dem Geräusche der Welt abgesonderte, klösterliche Lage, und durch Jahrhunderte fast hindurch gerettete und erhalıne charakteristische Tendenz und Bestimmung, verbunden mit so mancher darauf eng sich beziehenden organischen Einrichtung des Gesammtlebens der Schüler, ihnen ein vor andern leicht erkennliches, sichtbares Gepräge vor ihren Mitschwestern aufgedrückt hat, jene Einheit des Princips in dem Gesammtunterrichte herzustellen und zu erhalten seyn. Alles nämlich, was das Leben der Zöglinge ernährt, weckt und bethätigt, ist physisch und moralisch auf eine Idee

gerichtet, welche nit dem Eintritte in den abgeschied

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