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Noch eins, welches Stolz scheinen könnte, wenn ich's jemand anders als dem Freund meines Herzens schriebe. Es ist schlechterdings unmöglich, dass die älteste Landesgeschichte in irgend einem Buche vollständig, richtig und zusammenhängend erzählt sei, sintemal und alldieweilen ich zu allererst alle Schriftsteller des ganzen Alterthums genau in der Absicht durchgangen bin, um aus denselben alles herauszufinden, was unsere Nation von ihrer Entdeckung bis auf die Völkerwanderung herunter angeht. Stellen und Inschriften zusammengerechnet hab' ich 680 gefunden. Ich beschäftige mich gegenwärtig sie rein und zusammenhängend zu schreiben und wenn ich darf, so schicke ich Ihnen diesen Sommer einmal das ganze Ding. Man kann weder ein vollkommenes abrégé schreiben, noch überhaupt eine gute Geschichte, wenn man nicht mit Einem sichern Blicke alle, wenigstens alle erheblichen Nachrichten eines Zeitalters übersieht und aus derselben Reichthum nach Belieben wählen kann, von welchem weiter handelt ein gewisser Johannes Müller, Bellum Cimbricum p. V-X der Vorrede, mit welchem ich aber nicht mehr ganz einerlei Mei

nung bin.

Joh. Müller an Bonstetten, 26. Mai 1773.

Vorwort.

Dass eine Revision der ältern Schweizergeschichte ein dringendes Bedürfniss sei, wenn die wissenschaftliche Bearbeitung dieses Fachs bei den grossen Fortschritten in der Kenntniss der mittlern und neuern Zeiten eine in allen Partien gleichmässige sein soll, ist allgemein anerkannt.

Wir besitzen zwar treffliche Monographien über einzelne Punkte der vorrömischen und der römischen Geschichte unseres Landes von Fechter, Gerlach, F. Keller, H. Meyer, P. Kaiser, Mommsen, K. L. Roth, G. v. Wyss u. A. Dagegen ist eine quellenmässige Darstellung der gesammten ältern Schweizergeschichte erst einmal, von J. v. Müller, gegeben worden, welche aber, weil sie mit dem Vorzuge einer gefälligen Darstellung und grosser Belesenheit den Mangel ungenügender Kritik und einer allzu beweglichen Phantasie verbindet und zudem vom heutigen Standpunkt der Schweizerischen Alterthumsforschung weit überholt ist, nicht mehr genügen kann. Dazu kömmt, dass nicht nur von der schweizerischen Geschichtswissenschaft in neuerer Zeit manche Partien aufgeklärt worden sind, sondern dass auch die umfassendern Forschungen von Grimm, Zeuss, Duncker, Dieffenbach, Saulcy, Göler, Napoleon, Mommsen u. A. über germanische, keltische und römische Geschichte in so viele auch für die schweizerische Geschichte hochwichtige Fragen ein ganz neues Licht gebracht haben. Wenn nun aber überhaupt die schweizerische Geschichtsschreibung an dem Mangel leidet, dass sie mit der Schweizerichen Geschichts

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