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Nachträge.

Zu §. 1. Ein Supplement dieser Darstellung gab Roth zur Theorie und innern Geschichte der R. Satire §. VIII-X. nach den strengsten Normen der Sittlichkeit. Er entwickelt erstlich das nationale Prinzip der Nützlichkeit für das Gemeinwesen, vor dem Recht und höhere Sittlichkeit schweigen mufsten; dann die Macht des bürgerlichen Herkommens, des mos maiorum und des decorum, das den Werth einer sittlichen Offenbarung gehabt und über Recht und Religion entschied; zuletzt den Einfluss der Griechischen Bildung und Philosophie, wodurch ein rein menschliches Gefühl neben der ausschliefsenden nationalen Ansicht aufkam; hieraus leitet er die Widersprüche der Zeiten her, die zwischen einem doppelten sittlichen Standpunkte getheilt waren. Am wenigsten wird man die Zeichnung des strengen Römerthums bestreiten: hiefür genügt das Ideal des Römischen Staatsmannes, das in der charakteristischen Rede des Metellus bei Plin. VII, 43. aufgestellt ist. Letzterer sagt offen XXV, 2. nostri, omnium utilitatum et virtutum rapacissimi.

Anm. 31.

§. 14. Zu vergleichen mit Schmidt Geschichte der Denk- und Glaubens

freiheit K. 5.,, Der litterarische Verkehr und der Buchhandel." Die Philologen werden aus dieser interessanten Darstellung einiges in Thatsachen und Kombinationen entfernen, was auf Hyperbeln bei Martial, Iuvenal u. a. oder auch auf Zufälligkeiten gegründet ist.

Merkwürdige Notiz Plin. VII, 48. von Stephanio: qui primus togatus saltare instituit.

Anm. 45.
Anm. 56.

Mancherlei Autographa erwähnt Plin. XIII, 12. f.

25

Die vollständigste Monographie: Schmidt Das Staatszeitungwesen der Römer" in seiner Zeitschrift für Geschichtswissenschaft Bd. 1. 1844. p. 303–355. Vgl. Anm. 126.

39

Anm. 69. Schlufs. Diesen Stoff behandelt ausführlich L. Lersch Römische Diorthosen vom 1. Jahrh. v. Chr. bis zum 6. nach Chr." im Museum des Rheinisch - Westphälischen Schulmänner - Vereins Bd. 3. 1845. p. 229–274.

Anm. 84. Zur Litteratur des Pomponius Laetus gehören noch die Kommentare über Virgil und andere Römische Autoren, die man aus seinen Vorlesungen zog: wovon Naeke Opusc. I. p. 119 - 143.

Anm. 85. Ueber den Gang der neueren Lateinischen Poesie in Italien gab Orelli (Beiträge z. Geschichte der Italiänischen Poesie, Zürich 1810. Heft 2.) eine lebendig und mit Einsicht geschriebene Darstellung.

Anm. 92. Ueber Caselius hat einen guten Artikel Rotermund, Das ge

lehrte Hannover.

Anm. 109. 112. Diese Vorarbeiten sind zusammengefasst und vervollständigt von Mommsen, Die Unteritalischen Dialekte, Leipz. 1850. wozu gleichzeitig als Aktenstück hinzukam: J. Friedländer Die Oskischen Münzen.

b

Anm. 113, 18. mufs heifsen: Sprachdenkmäler, Berl. 1849. 4. Heft 1. Lautlehre; 1850. Heft 2. Formenlehre.

Anm. 120.

Anm. 159.

Anm. 182.

Anm. 199. vor Sein Epos: und Iahn Prolegg. p. 75-79.

Anm. 200, 10. hinzuzufügen: derselbe rühmt II, 25, 22. Titus habe über einen Kometen geschrieben praeclaro carmine.

Anm. 242.
Anm. 243.

Der neueste Versuch: A. Fuchs Die Romanischen Sprachen in
ihrem Verhältnisse zur Lat. Halle 1849.

nach rusticabantur: Noch merkwürdiger IX, 3. immane su-
spicio dictandi istud in vobis tropologicum genus ac figu-
ratum limatisque plurifariam verbis eminentissimum.
Band 21, 1847.

S. 312, 1.
S. 323, 28.

Aehnlich solchen acta publica ist die ex voto aufgestellte Inschrift von Sora in 5 Saturnischen Versen, herausgegeben von Henze im Rhein. Mus. N. F. V. p. 70. ff.

Ueber Porcius Licinus (diese Form ist der anderen Licinius vorzuziehen), der etwas älter als Hortensius war, Stahlberg de Attio p. 24. sq.

Auch Horazens Freund Aristius Fuscus mufs in den litterarischen Kreis des Asinius Pollio gehören, da sein liber ad Asinium Pollionem (Wiener Anal. gramm. p. 452. berichtigt von Haupt Grat. p. 40.) genannt wird.

Neue Ausgabe der Aulularia des Vitalis. in Biblioth. de l'Ecole des Chartes deuxième serie T. IV. p. 486. ff. Anm. 270. proba heifst es bei Ovid A. A. II, 300. Es fragt sich was.

Seneca selber gesagt hat.

S. 358. Zu den Dissertationen über Livius Andronicus kommt hinzu ein Programm von Klufsmann, Rudolst. 1849.

Anm. 317.

Lachmann prooem hib. Berol. 1849. glaubt dafs die Didascalica in Sotadeen geschrieben waren.

Anm. 369. Schlufs. Ueber die Consolatio das gründliche Programm von M. Haupt zugleich mit berichtigtem Texte: Epicedion Drusi c. commentariis, L. 1849. Er hat erwiesen dafs der Verfasser, ein fleifsiger Leser Ovids aber mittelmässig in der Latinität, ein Italiäner aus dem 15. Jahrh, war. Die genaue Sachkenntnifs macht es indessen wahrscheinlich dafs dieser eine Vorarbeit benutzte.

Anm. 370. Schlufs: und Edélestand du Méril, Mélanges archéolog. Par.

1850. dessen letzter Aufsatz handelt De Virgile l'enchanteur. Nach der Ansicht von Heinrich gehört dem Caesius Bassus auch der Prolog zu Persius, dessen Satiren er herausgab. Kleine aber nicht gute Nachträge zur Anthologia Latina liefern Revue de Philol. I. 403. ff. Haupt in Ber. über d. Verhandl. d. Sächs. Gesellsch. VI. 1846. u. a.

Anm. 436.
Anm. 437.

Anm. 469. Schlufs: und Lachmann prooem. hib. Berol. 1849. Anm. 486. A. Wagener Catonis Originum fragm. emend. Bonner Dissert. 1849.

I. Poeth de Fenestella, Bonner Diss. 1849.

Anm. 489.
Anm. 503. Dirksen Die histor. Beispielsammlung des Val. Maximus (Abh.
d. Berl. Akad. 1847.) handelt ausführlich von seinem Plan und
Standpunkte.

Anm. 565. Schlufs: und das hexametrische Kompendium bei Struve im Gör

litzer Progr. 1841. In dieser Anm. wäre noch zu nennen I. I. v. der Kloes de praeceptoribus in rhetorum scholis ap. Rom. Trai, 1840, wenn diese Dissertation irgend einen Werth hätte.

Einleitung.

I. Allgemeine Charakteristik der Römischen Litteratur.

Die Charakteristik einer Litteratur beruht auf ihrem Standpunkt; der Standpunkt ist aber aus einer vollständigen Betrachtung der Nationalität abzuleiten. Denn es leuchtet ein dafs die Werke selbst des Genies und der schöpferischen Geister, wiewohl sie selbständig sind und durch einander ergänzt eine zusammenhängende Welt darstellen, doch unter einem allgemeinen und höheren Einfluss entstehen, dafs sie eine der Nation angewiesene Bestimmung erfüllen helfen und die Lebenspulse derselben, ihr Geblüt und ihre geistige Kraft in jedem Gliede der Litteratur sichtbar werden. Wenn also das litterarische Vermögen mit den edelsten Thätigkeiten des nationalen Lebens, besonders mit dem Mafse politischer und sittlicher Gaben, sowie mit dem Grade der Durchbildung im genauesten Zusammenhange steht: so ist die Litteratur der treueste Spiegel und gewissermassen die Physiologie einer Nation. Ob die Grenzen derselben weiter oder enger sollen gezogen werden, in welchem Geist und künstlerischen Sinne sie behandelt werde, überhaupt der Umfang ihrer Gattungen und sämtliche Thatsachen, die vom innerlichen Leben und von seiner räumlichen Darstellung zeugen, dies alles bestimmt sich durch die gesellschaftlichen Mittel und Zwecke des Volks. Der Volkscharakter und die Individualität des Volks, die Spra1

Bernhardy Grundr. d. Röm. Litter.

che, die Erziehung und der Unterricht, zuletzt der Höhestand der Kultur sind daher die schaffenden Kräfte, welche zusammengefasst den allgemeinen Standpunkt der Römischen Litteratur ergeben.

Erstes Kapitel.

Der Römische Volkscharakter.

1. Der Charakter des Römischen Volkes, die von ihm in Anspruch genommene gravitas, war ausschliefslich durch das politische Leben bedingt. In Rom ehrte man den Staat als Ideal und höchstes Ziel, vom Staat empfingen die Individuen ihre Pflichten und Neigungen, die subjektiven Interessen gingen während der besten Zeiten der Republik im Gemeinwesen auf. Die Ewigkeit Roms und das Vaterland stehen an der Spitze jeglicher Handlungen und Wünsche, sie pflanzen allen besonderen Lebensformen, öffentlicher, häuslicher oder litterarischer Art, einerlei Prinzip ein, drücken dem Thun und Denken ein gleichmäfsiges Gepräge auf, verknüpfen endlich ein Geschlecht mit dem anderen durch die Hingebung und den vertrauenden Glauben an einen mächtigen politischen Genius (Fata-Fortuna Po. Rom.), dem die übrigen Völker gehorchen sollen 1). Hierin stimmen Privatmänner mit der glänzenden Gruppe der Magistrate; von jenem nationalen Glauben angeregt finden kräftige Charaktere, mitten aus der Menge des Volkes wie in edlen Geschlechtern, einen breiten Raum zur sittlichen Entwickelung. Daher eine Mannichfaltigkeit und Fülle von Staatsmännern jedes Ranges, ausgezeichnet durch energischen Willen, praktischen Scharfblick und bürgerliche Tugenden; ihr gemeinsamer Tummelplatz, auf dem das öffentliche Wirken der weltherrschenden Nation sich bewegt, das forum (occupatio fori, der Römische Begriff politischer Praxis, dem Graecum otium entgegengesetzt) neben der curia des Senats, bewährte sich als Pflanzschule der staatsmännischen Kunst. Was aber als die schönste Frucht aller politischen Erziehung gelten kann, ist die lebendige historische Erinnerung, welche auf allen Punkten ausgesät bald mit stiller Gewalt, bald laut zu den Gemüthern sprach und selber den Wechsel der Verfassung bis in die spätesten Jahr

hunderte des Kaiserthums überdauerte 2). Sie hat nicht nur die Römische Gesellschaft und ihre Mitglieder sondern auch die Litteratur, besonders aber die beiden wesentlichen Repräsentanten der Nationalität, die Gattungen der Geschichtschreibung und Beredsamkeit, mit Charakter erfüllt und mit Würde umgeben. Alle Wirksamkeit war also dort durch grofse politische Ideen bestimmt, durch einen vererbten Takt für das Geschäftsleben geregelt und einzig auf das Handeln in der Oeffentlichkeit (QάTTE) gerichtet. Anders das Griechische Volk: zwar sah es im Staate den organischen Mittelpunkt der bürgerlichen Kreise und es verherrlicht ihn durch den Wetteifer sämtlicher Kräfte, übrigens aber war den Individuen ein volles Mafs der Freiheit und Selbstbestimmung zugestanden, um auf jedem Gebiete der geistigen und sinnlichen Welt mit fröhlicher Lust zu schaffen (Totεiv). In und neben dem Staate blieb mithin den Griechen ein unbeschränkter Raum, auf dem die vielseitigste Produktivität in Litteratur und Kunst gedieh, ohne fremden und äufseren Gesichtspunkten sich zu unterwerfen; das Römische Talent steht dieser Griechischen Vielseitigkeit gegenüber, welche den Idealen und der Vollkommenheit zugewandt ist, auf einem einseitigen Felde. Wie es unter den Einflüssen des Staatslebens nichts als eine kleine Zahl litterarischer Fächer aufnahm, so fühlt es sich allein für praktische und patriotische Thätigkeit befähigt, der zu Gunsten es in der Zurückgezogenheit engerer Lebenskreise jeden behaglichen Genufs verschmäht, mit jenem Ernst und mit der unbeschränkten Wärme, deren die politische Virtuosität empfänglich ist.

1) Die altitalische Vorstellung von Schutzgöttern für Oerter, Personen und Völker spricht auf charakteristische Weise sich im Gipfel dieses Glaubens aus, in der Ansicht dass jedes Volk seinen Genius (Fata) habe, dafs aber die Römische Nation den mächtigsten in der Fortuna Populi Romani, deren sinnliches Abbild die zuletzt von den Provinzialen göttlich verehrte Dea Roma, besitze und mithin ihre Fata (maiora, den übrigen als minora entgegengesetzt) erhaben über die ganze alterthümliche Welt seien. Belege des Sprachgebrauchs bei Burm. in Ovid. Hero. 1, 28. in Lucan. V, 189. bei dessen Neffen in Prop. p. 816. Jener denkt hierbei irrig an eine superstitiosa veterum credulitas; Ruhnkenius in den Ovidischen Dictata sah an fata maiora und minora gleich Bentley in Hor. Epp. II, 1, 6. nur eine Formel. Die älteren Griechen wissen (wiewohl schon eine Túyn cwryg vorkommt) wenig von einer Fortuna gubernans; die welthistorische Fügung jener Tz, die, wie Polybius ofter lehrt, alles zum Römischen Schwerpunkt hindrängte, die Plutarch de Fortuna Romanorum (ὁ Ῥωμαίων μέγας δαίμων in einem begeisterten Lobe p. 324.) anstaunt, führte sie spät zum Kultus der Fortuna Po.

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