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DEM

PHILOLOGISCHEN VEREIN ZU BERLIN

MIT DEN

HERZLICHSTEN WÜNSCHEN

FÜR SEIN BLÜHEN UND GEDEIHEN

GEWIDMET

VOM HERAUSGEBER

IM 30. JAHRE SEINES VORSITZES.

Vorwort zur neunten Auflage.

In den 23 Jahren, die seit der achten Auflage verflossen sind, ist zur Kritik und Erklärung des ersten Buches mancherlei beigesteuert worden, das Beachtung verdient. Ich habe gleichwohl den Wortlaut nur wenig geändert, weil wir nicht wissen, welche sprachlichen Erscheinungen auf Rechnung der ersten Dekade und insonderheit des ersten Buches zu setzen sind, wo Livius noch nicht über einen fertigen Stil gebietet. Aus demselben Grunde bin ich den Interpolationen nicht näher getreten, von denen meiner Überzeugung nach das erste Buch nicht frei geblieben ist. Die Ausdrucksweise des Schriftstellers kann zu Anfang breit und diffus gewesen sein und sich erst allmählich zu größerer Präzision entwickelt haben, so daß es sicherer erscheint, die Überlieferung intakt zu erhalten. In dieser bleiben sowieso noch Stellen · genug, an denen die rechte Lesart noch nicht gefunden worden ist und vielleicht nie gefunden werden wird.

Den kritischen Anhang habe ich etwas vermehrt.
Berlin, den 1. Januar 1908.

H. J. Müller.

Vorwort zur achten Auflage.

Der Versuch, die erklärenden Anmerkungen dieses Heftes im ganzen auf einen geringeren Umfang zu beschränken, ist mir nicht geglückt; wenigstens ergab er kein mich befriedigendes Resultat. Die breite Anlage des Weißenbornschen Kommentars, bei der im zehnten Bande auf den ersten Rücksicht genommen wird und umgekehrt, stellt sich diesem Unternehmen hemmend in den Weg und bildet vielleicht eine unüberwindliche Schwierigkeit, da durchgreifende Änderungen in einzelnen Teilen des Werkes die Gefahr involvieren, daß der Gesamtcharakter desselben alteriert werde.

Vor dem Druck der achten Auflage ist, wie sich von selbst versteht, das Ganze einer genauen Durchsicht unterzogen worden. An Unebenheiten, die beseitigt werden mußten, fehlte es nicht. Besonders verändert ist der Anhang, dessen Angaben über die handschriftliche Überlieferung auf Grund neuer Publikationen wesentlich korrekter gestaltet werden konnte. Aber auch der Kommentar hat auf jeder Seite Verbesserungen erfahren, und selbst im Text haben einige Modifikationen eintreten müssen. Und zwar sind teils Wortumstellungen vorgenommen (1, 3. 10. 2, 6. 3, 4. 5, 4. 7. 7, 7. 32, 12), teils handschriftliche Lesarten zu Ehren gebracht worden (1, 7. 25, 9. 35, 8. 43, 13. 50, 4. 60, 2), teils endlich haben Konjekturen, die ich schon früher als empfehlenswert bezeichnet hatte, Aufnahme gefunden (9, 13. 25, 4. 26, 9.55, 9.58, 5. 59, 5). Wieweit ich hiermit das Rechte getroffen, werden Kundige entscheiden; mir ist ein Stein vom Herzen, daß ich eine Reihe von äußerst gezwungenen Erklärungen nicht mehr zu vertreten habe, die ich schon in der siebenten Auflage nur mit Widerstreben hatte stehen lassen.

Bei allen die Kritik betreffenden Fragen sind die Epilegomena Frigells für mich von bestimmendem Einfluß gewesen. Konnte ich mich früher seiner Ansicht über die Bedeutung der codices, in denen die Bücher der ersten Dekade überliefert sind, nicht anschließen, so habe ich mich jetzt von ihrer Richtigkeit überzeugt. Aus einer gründlichen Durchforschung des handschriftlichen Materials hat sich auch mir die Gewißheit ergeben, daß der Mediceus bisher in der Tat überschätzt worden ist. Die meisten der oben angeführten Änderungen sind eine Folge dieser Erkenntnis. Berlin, den 4. April 1885.

H. J. Müller.

Vorwort zur siebenten Auflage.

Der Aufforderung des Herrn Verlegers, die Liviusausgabe Weißenborns in meine Obhut zu nehmen, bin ich gern und willig gefolgt. Es schien mir ehrenvoll, eine Arbeit weiterzuführen, die sich in weiten Kreisen so großer Anerkennung

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