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interim vos legatos et decreta paratis. quanto mehercule avidius pacem petieritis, tanto bellum acrius erit, cum intelleget se metu magis quam aequo et bono sustentatum. nam qui turbas et 18 caedem civium odisse ait et ob id armato Lepido vos inermos retinet, quae victis toleranda sunt, ea, cum facere possitis, patiamini potius censet: ita illi a vobis pacem, vobis ab illo bellum suadet. haec si placent, si tanta torpedo animos oppressit, ut 19 obliti scelerum Cinnae, cuius in urbem reditu decus ordinis huius interiit, nihilo minus vos atque coniuges et liberos Lepido permissuri sitis, quid opus decretis ? quid auxilio Catuli ? quin is et alii boni rem publicam frustra curant. agite ut lubet: parate vobis 20 Cethegi atque alia proditorum patrocinia, qui rapinas et incendia instaurare cupiunt et rursus advorsum deos penatis manus armare: sin libertas et vera magis placent, decernite digna nomine et augete ingenium viris fortibus. adest novus exercitus, ad hoc 21 mehercule: zu Cat. 52, 35.

des nachmals berühmten M. Crassus, metu: nämlich qui in vobis est; durchbohrte sich selbst, nachdem desgleichen ist bei aequo et bono sein ältester Sohn erschlagen worden (vgl. ius bonumque Cat. 9, 1) zu war. Desgleichen töteten sich der ergänzen quod apud vos valere Jupiterpriester L. Cornelius Merula decebat. Daran schliesst sich das und der ältere Q. Lutatius Catulus folgende leicht an.

(vgl. zu Or. Lep. 14), um den Händen 18. odisse: der Subjektsacc. fehlt der Marianer zu entgehen. wie öfter, z. B. Iug. 64, 5; 76, 1; 20. Cethegi ... patrocinia: P. Cat. 53, 3 u. a. 0.

Cornelius Cethegus entfloh, mit Mainermos: wegen der Form vgl. rius geächtet (zu § 7), nach Nuzu lug. 54, 10.

midien, kehrte aber bei der eben 19. cuius in urbem etc.: im Jahr erwähnten Gelegenheit nach Rom 667 (87). Epit. Liv. 80 Cinna et zurück; nachher schloss er sich an Marius in urbem recepti sunt: Sulla an und gelangte nach dessen qui velut captam eam caedibus Tod durch schlaue Gewandtheit zu ac rapinis vastaverunt Cn. Octavio grossem Einflusse und Ansehen. Cic. consule occiso et omnibus adversae parad. 5, 40 illa cupiditas, quae partis nobilibus trucidatis. Ge. videtur esse liberalior, honoris, tötet wurden ausser vielen andern imperii, provinciarum, quam dura M. Antonius, der berühmte Redner, est domina! . . . Cethego, homini Grossvater des Triumvir (vgl. zu non probatissimo, servire coegit Cat. 21, 3), L. Iulius Caesar, Vater eos, qui sibi esse amplissimi videdes Cat. 17, 1 erwähnten, Urheber bantur; munera miltere, noctu der lex Iulia (zu Or. Lep. 12) und venire domum ad eum, precari, sein Bruder C. Julius Caesar Strabo, denique supplicare. Quae servitus als Redner und Dichter nicht un est, si haec libertas existimari bedeutend. Die Köpfe dieser drei potest? - Wie er etwa mit dem Männer und des Konsul Octavius Catilinarier C. Cethegus verwandt wurden auf der Rednerbühne aus war, ist unbekannt. gestellt, wie es im vorigen Jahre vera: vgl. Iug. 16, 1; 30, 2. mit dem des Sulpicius geschehen nomine: suppl. vostro; vgl. lug.

P. Licinius Crassus, Vater 10, 2; 18, 12.

war.

coloniae veterum militum, nobilitas omnis, duces optumi: fortuna

meliores sequitur; iam illa , quae socordia vostra collecta sunt, 22 dilabentur. qua re ita censeo: quoniam M. Lepidus erxercitum

privato consilio paratum cum pessumis et hostibus rei publicae contra huius ordinis auctoritatem ad urbem ducit, uti Ap. Claudius interrex cum Q. Catulo pro consule et ceteris, quibus imperium est, urbi praesidio sint operamque dent ne quid res publica detrimenti capiat.

21. illa: von der gegenwärtigen, 22. Ap. Claudius: über seine aber schon dem Gesichtskreis des Person ist etwas Sicheres nicht Sprechenden entschwindenden (da bekannt. Nach Drumann (Band 2 her dieses Pronom., zu lug. 31, 20) S. 182) soll er derselbe sein, welZerrüttung zu verstehen; collectá cher 667 (87) als Kriegstribun das ähnlich wie contracta Or. Cott. 8; Janiculum gegen Marius und Cinna Lep. 19, aber mit stärkerer Be zu verteidigen hatte, aber entweder tonung der Selbstverschuldung, vgl. gezwungen den Platz aufgab, oder Cic. in Verr. 5, 19 ex eo crudelitatis nach einer andern Angabe freiwillig invidiam colligam; die bildliche dem Marius, gegen den er PrivatRedeweise ist entsprechend fortge verpflichtungen hatte, ein Thor öffsetzt in dilabentur,

nete.

VORBEMERKUNGEN

ZU DER REDE DES COTTA UND DEM BRIEFE

DES POMPEIUS.

Diese beiden Schriftstücke haben der Zeit und der Sache nach sehr nahe Verwandtes zum Gegenstand, nämlich die Not und Bedrängnis, worin sich bald nach den Unruhen des Lepidus das Volk in Rom und das Heer in Spanien befand.

Das schon solange heimgesuchte Italien konnte sich noch nicht erholt haben. Die Armut des Volkes stieg von Jahr zu Jahr, zugleich mit dem Stocken des Handels und der Abnahme der Zufuhr von aussen, beides durch die wachsende Macht der Seeräuber veranlasst; auch wurde das Übel noch durch ein Missraten der Ernte vergrössert, wie dies wenigstens in der Provinz Gallien um jene Zeit stattfand. Unter solchen Umständen traten im Jahre 679 (75) L. Octavius und C. Aurelius Cotta (über dessen frühere Erlebnisse s. zu Or. Cott. 1)*) das Konsulat an, und von ihnen verlangte das Volk Linderung der drückenden Not. Der Staat sollte helfen und war doch selbst in der grössten Bedrängnis: im Weste kämpften zwei Feldherren, Q. Caecilius Metellus Pius (zu lug. 64, 4), seit 675 (79), und seit etwas kürzerer Zeit Cn. Pompejus (zu Ep. Pomp. 1) gegen Sertorius; ihre dringenden Mahnungen um Geld, Getreide und Verstärkungen blieben lange unbeachtet, im Osten nötigte die Macht des Mithridates, obgleich der Krieg mit ihm für jetzt ruhte, doch zur Erhaltung bedeutender Truppen in Asien und Cilicien; die Provinz Macedonien hatte von den wiederholten Einfällen der nördlich anwohnenden freien Völker schwer zu leiden, und damals kämpfte dort der Prokonsul C. Scribonius Curio mit den Dardanern; durch dies alles wurden die Einkünfte aus den Pro

zen immer geringer und unsicherer. Es war also natürlich, dass man die Ansprüche des hungernden römischen Volkes nur in geringem Masse oder gar nicht befriedigen konnte und dass

*) S. Mommsen R. G. JI?, 228.

die Rede des Konsuls C. Cotta, die er zur Beschwichtigung eines dadurch hervorgerufenen sogar sein Leben bedrohenden Volkssturmes hielt, im wesentlichen die Aufforderung enthält, sich geduldig in das unvermeidliche allgemeine Schicksal zu fügen. Welchen Erfolg die Sache sonst hatte, ist unbekannt. Auf einem andern Felde jedoch gab man den Forderungen einiges Gehör, indem derselbe Konsul Cotta durch sein Gesetz (lex Aurelia tribunicia) fut tribunis plebis liceret postea alios magistratus capere die entgegenstehende Bestimmung Sullas aufhob. Obgleich er damit dem Tribunat nur etwas an Ehre, nichts an Macht zulegte, so erregte doch schon dies den grossen Unwillen seiner Parteigenossen, und von den Gegnern erntete er wenig Dank (vgl. Or. Macr. 8). Übrigens überlebte er sein Konsulat nicht lange; im nächsten Jahre ging er nach dem diesseitigen Gallien; ohne dass er es da mit einem ernstlichen Feind zu thun gebabt hätte, erwirkte er den Beschluss, dass er im Triumph in Rom sollte einziehen dürfen: der Tod infolge einer Wunde, welche er vor manchen Jahren erhalten und welche nun plötzlich aufbrach, raffte ihn am Tage vor dem Triumph dahin.

Je weniger Glück Cotta im allgemeinen in seinem Staatsleben hatte, desto mehr galt er nach Ciceros Bericht als Redner. In dessen Schrift de oratore erscheint er in Gesellschaft der beiden das Gespräch hauptsächlich führenden Koryphäen M. Antonius und L. Crassus als jüngerer Mann zugleich mit seinem Altersgenossen P. Sulpicius (zu Or. Phil. 7), mit welchem ihn Cicero überhaupt oft vergleichend zusammenstellt. Im Brutus (202 f.) heisst es von beiden: inveniebat igitur acute Cotta, dicebat pure ac solute; et ut ad infirmitatem laterum perscienter contentionem omnem remiserat, sic ad virium inbecillitatem dicendi accommodabat genus. Nihil erat in eius oratione nisi sincerum, nihil nisi siccum atque sanum; illudque maxumum, quod, cum contentione orationis flectere animos iudicum vix posset nec omnino eo genere diceret, tractando tamen inpellebat, ut idem facerent a se commoti, quod a Sulpicio concitati. Fuit enim Sulpicius vel maxume omnium, quos quidem ego audiverim, grandis et, ut ita dicam, tragicus orator: vox cum magna tum suavis et splendida; gestus et motus corporis ita venustus, ut tamen ad forum, non ad scenam institutus videretur; incitata et volubilis, nec ea redundans tamen nec circumfluens oratio. Crassum hic volebat imitari, Coita malebat Antonium; sed ab hoc vis aberat Antoni, Crassi ab illo lepos. Vgl. ebend. 182; 204; 317 f.; 333; de orat. 3, 31.

In das Konsulatsjahr des Octavius und Cotta, 679 (75), und

DES COTTA UND DEM BRIEFE DES POMPEIUS.

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zwar in den Winter (s. zu Ep. Pomp. 6; 9), gehört der Brief des Pompejus. Der Krieg gegen Sertorius war im ganzen von sehr geringem Erfolge gewesen; den geschickten und tapferen Gegner unterstützte die Anhänglichkeit des Volkes und die Natur des Landes, in welchem die regelmässige Kriegskunst der Legionen gegen die des Gebirgskampfes gewohnten schnell sich sammelnden und wieder zerstreuenden Truppen des Sertorius wenig ausrichtete; dessen Fliehen durch die Berge (Or. Cott. 6) war für ihn so gut wie ein Sieg, für die Römer ein stetes Hindernis der Beendigung des Krieges. Dazu kam der Mangel und mit ihm der Unmut. Den früheren Klagen darüber (s. Or. Cott. 6; Ep. Pomp. 2) hatte man im Senat kein Gehör gegeben; die vorhandene Not war der Grund oder der Vorwand dazu gewesen. Jetzt stellte Pompejus in Aussicht, wenn die Unterstützung ausbleibe, könne er die Truppen in der Provinz nicht halten und es würde der Krieg sich nach Italien verschieben. Der Brief kam zu Anfang des Jahres 680 (74) im Senat zur Verhandlung. Hier waren es die neuen Konsuln, L. Licinius Lucullus und M. Aurelius Cotta (der Bruder des C.), die auch aus selbstsüchtigen Absichten das Begehren unterstützten. Lucullus, dem das diesseitige Gallien als Provinz zugefallen war, rechnete auf das Kommando gegen Mithridates (Or. Cott. 7) und fürchtete die Gegenansprüche des Pompejus. Dieser verstand zu fordern; das halte der Senat drei Jahre früher erfahren, als er ihm nach der Bewältigung der Bewegung des Lepidus die Sendung nach Spanien abgetrotzt hatte. So wurden ihm endlich Geld und Verstärkungen bewilligt. Doch dauerte der Krieg noch drei Jahre, und erst die Ermordung des Sertorius (zu Or. Phil. 7) verschaffte den Senatstruppen den Sieg. Metellus und Pompejus triumphierten an den beiden letzten Tagen des Jahres 683 (71) über Spanien, und Pompejus trat am nächsten Tage sein Konsulat an.

Sallust. 10. Aua.

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