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quem contra aetatem proiectum ad bellum saevissumum cum exercitu optume merito , quantum est in vobis, fame, miserruma omnium morte, confecistis. hacine spe populus Romanus libe- 2 ros suos ad bellum misit? haec sunt praemia pro volneribus et totiens ob rem publicam fuso sanguine? fessus scribundo mittundoque legatos omnis opes et spes privatas meas consumpsi, cum interim a vobis per triennium vix annuus sumptus datus est. per deos inmortalis, utrum censetis me vicem aerari praestare, 3 an exercitum sine frumento et stipendio habere posse ? equidem 4 fateor me ad hoc bellum maiore studio quam consilio profectum, quippe qui nomine modo imperi a vobis accepto diebus quadraginta exercitum paravi hostisque in cervicibus iam Italiae agentis ab Alpibus in Hispaniam submovi. per eas iter aliud atque Han

2. opes

proiectum: vgl. lug. 14, 21 ; Liv. iter aliud etc.: die Bestimmung 22, 44, 7 si quid proiectis ac pro dieses Weges ist durch die Verditis ad inconsultam pugnam legung des von Hannibal eingelegionibus accideret.

schlagenen bedingt. Trifft die veret

spes: zusammengestellt breitetere Ansicht (Mommsen R. G. wie Cat. 21, 1 (ebendaselbst res und 1?, 579 f.) das Richtige, nach welspes); lug. 107, 4; vgl. unten § 9. cher dieser die Alpen beim kleinen

cum interim etc.: zu Or. Cott. 7. St. Bernhard überschritt, so ist am per triennium: vgl. zu § 1. wahrscheinlichsten die von Pom

3. vicem aerari praestare: peius angelegte Heerstrasse in den aerari vice fungi.

Cottischen Alpen (Mont Genèvre) 4. consilio: bei genauerer Über zu suchen (M mmsen JII, 29). Werlegung hätte er, sagt Pomp., sich den aber diese für Hannibal in Annicht auf die Hülfe von Rom her spruch genommen, so bleibt für verlassen, und daher den Auftrag Pomp. der Col d'Argentière, der alle vielleicht nicht übernommen. ‘Bedingungen erfüllt, die man nach

diebus quadraginta: an Pomp. Sallust und Appian (G. c. 1, 109) wurde oft die Schnelligkeit in der stellen mufs': δ δε ες τι 'Αλπεια Ausführung seiner Operationen be όρη μετά φρονήματος ενήει, ου sonders gerühmt; z. B. im afrika κατά την 'Αννίβου μεγαλουργίαν, , nischen Kriege (zu § 1), wo bei ετέραν δ' εχάρασσεν αμφί ταϊς Plutarch (Pomp. 12) auch von vier πηγαίς του τε Ροδανού και Ηριzig Tagen die Rede ist, und später δανού, οι ανίσχoυσι μεν εκ των im Seeräuberkriege (Cic. de imp. 'Αλπείων ορων ου μακραν απ' Cn. Pomp. 34 f.).

αλλήλοις was nicht auf die in cervicibus etc.: eine stark über Quellen der Hauptflüsse selbst, sontreibende und irre leitende Angabe. dern von Zuflüssen geht. “Bevor Sertorius mag die Absicht gehabt die Küstenstrasse ausgebaut war, haben, gegen Italien vorzurücken, was erst unter Augustus (14 v. Chr.) aber er war in Spanien geblieben; geschah, war der Weg von Savona nur bei einigen gallischen Völker durch den Apennin nach Cuneo und schaften in der römischen Provinz durch das Thal der Stura (Po) über fanden Ruhestörungen statt, welche den Col d'Argentière nach BarcePomp. unterdrückte; daher § 5 re lonette und an die Durance (Rhone) cepi Galliam, ebenfalls übertreibend. die kürzeste Route für einen FeldSiehe Mommsen R. G. III, 29. herrn, der nach Spanien wollte. Die

5 nibal, nobis opportunius, patefeci. recepi Galliam Pyrenaeum

Lacetaniam Indigetis et primum impetum Sertori victoris novis militibus et multo paucioribus sustinui hiememque castris inter

saevissumos hostis, non per oppida neque ex ambitione mea egi. 6 quid deinde ? proelia aut expeditiones hibernas, oppida excisa aut

recepta enumerem ? quando res plus valet quam verba. castra

Terrainschwierigkeiten waren weder wohnern selbst weniger zur Last im Apennin noch in den Seealpen fiel, enthalten die Worte per oppibedeutend; der Col d'Argentière ist da und ex ambitione mea (zu lug. der niedrigste und leichteste Alpen 45, 1) eine hämische Anspielung. pass. Die Strasse über den Mont Metellus hatte wenigstens bei Italica Genèvre wurde erst durch König (unweit Sevilla) einen entscheidenCottius um 14 v. Chr. gebaut und den Sieg über Sert.' Legaten L. Birblieb dann die besuchteste der West tuleius erfochten. alpen? (Nach H. Dübi, Jahrb. des 6. oppida: eine nennt Oros. 5, 23 Schweizer Alpenklub XIX 406 ff.). Belgida, eine Stadt der Keltiberer

Lacetaniam (so die lateinische (Appian Ib. 100), deren Lage unForm, bei den griech. Geographen bekannt. Taxuntavia) Indigetis: am Südab quando : zu lug. 102, 9. hang der Ostpyrenäen. Hier brachte castra hostium etc,: einzelne ErPomp. den Winter 677 (77) auf folge aus dem Jahre 679 (75) mit 678 (76) zu, ohne den Gesuchen Übergehung der ungünstigen Moceltiberischer Völker um Hilfe zu mente. Zu Beginn desselben verentsprechen.

eitelte Sert. das gemeinsame Vorprimum impetum Sertori etc.: gehen des Met. und Pomp. durch der erste Zusammenstoss zwischen Entsendung des Hirtuleius nach dem Pomp. und Sert. erfolgte 678 (76) jenseitigen Spanien, während er vor Lauro, südlich vom Fl. Sucro selber ins diesseitige (zu Cat. 18, 5) (Xucar), welches dieser bedrängte, rückte. Met. vernichtete das feindjener zu entsetzen suchte; Pomp. liche Heer, dessen Führer selbst operierte so unglücklich, dass er fiel, und suchte die Vereinigung 10000 Mann einbüsste und das Jahr mit Pomp. zu bewerkstelligen. Vor als verloren betrachten musste; Sert. seinem Eintreffen liess sich dieser, eroberte und zerstörte die Stadt um den Ruhm nicht teilen zu müsund führte die Bewohner nach Lu sen, am Flusse Sucro (s. o.) bei sitanien, wo er dann überwinterte. der gleichnamigen Stadt (j. Succa) et multo:

über et zu lug. in einen Kampf ein, der mit der 85, 3.

eigenen Niederlage endete: der hiememque: nämlich von 678 (76) rechte Flügel, den er selbst führte, auf 679 (75).

musste weichen und schwer vercastris: der blosse Ablativ, wie wundet entkam er mit Mühe; sein Jug. 44, 4.

Legat L. Afranius nahm zwar das saevissumos hostis: wer diese Lager der Feinde, aber musste es waren, ist nicht überliefert; aber wieder räumen. Metellus schlug nach Appian b. c. 1, 110 überwin das ihm unter Perpenna entgegenterten sowohl Metellus als Pomp. geworfene Heer und vollzog am im Pyrenäengebiet; jener wurde Tage nach der Schlacht bei Sucro von Gallien aus versorgt (8 9); da seine Vereinigung mit Pompeius. rauf, dass er in den Städten beque Sert. stellte sich zunächst nicht; mere Quartiere hatte und den Be dann kam es aber südlich von Sa.

hostium apud Sucronem capta et proelium apud flumen Turiam et dux hostium C. Herennius cum urbe Valentia et exercitu deleti satis clara vobis sunt: pro quis, o grati patres, egestatem et famem redditis. itaque meo et hostium exercitui par condicio 7 est: namque stipendium neutri datur; victor uterque in Italiam venire potest.

Quod ego vos moneo quaesoque ut animadvortatis neu cogatis 8 necessitatibus privatim mihi consulere. Hispaniam citeriorem, 9 quae non ab hostibus tenetur, nos aut Sertorius ad internecionem vastavimus — praeter maritumas civitatis ultro nobis sumptui onerique. Gallia superiore anno Metelli exercitum stipendio fru

guntum in den Ebenen des Turia. flusses zu einer Hauptschlacht: Met. siegte über Perpenna, aber Pomp. unterlag gegenüber Sert. Der un. mittelbare Gewinn des Sieges war die Einnahme der von Herennius mit einer nicht sehr zahlreichen Besatzung verteidigten Stadt Valentia. Sert. war nach Clunia am oberen Durius (Duero) entwichen, wo ihn Pomp. eine Zeitlang belagerte; aber er entschlüpfte. Pomp. hob die Belagerung auf und sah sich gegen Ende des Jahres einer neuen Armee des Gegners gegenüber. Die Winterquartiere bezog er im Gebiet der Vaccäer (um Valladolid), Met., wohl mit Ermächtigung des Senats, zum zweiten Mal nicht in seiner Provinz, dem jenseitigen Spanien, sondern in Gallien (s. zu § 9).

7. uterque: 'der eine so gut wie der andere'. Darin liegt ‘ihr thut nichts dafür, das ich siege und nicht Sertorius; es scheint euch gleichgültig, wer von beiden siegt'; zugleich wird sowohl hier als in dem folgenden privatim mihi consulere die § 10 ausgesprochene Drohung schon angedeutet.

8. quod ego etc.: vgl. Or. Phil. 9.

9. Hispaniam citeriorem, quae etc.: vgl. zu lug. 61,2; ebenso 89,7.

civitatis : vgl. 5 oppida, mit Hervorhebung ihrer Einrichtung als städtischer Gemeinwesen ; wie Caes. b. G. 3, 20, 2 Tolosa et Narbo quae

sunt civitates Galliae provinciae finitimae his regionibus (i. e. Aquitaniae).

nobis sumptui etc.: abgebrochen hingeworfener Satz, ohne est, sc. Hisp.citerior, in diesem Briefe nicht auffallend; glatter wäre: Hispania a nobis ...

vastata ultro nobis est sumptui.

Gallia etc.: s. zu 5 u. 6.

Metelli: wie Pomp. aus guten Gründen Met. bisher nicht erwähnt hat, nur hier an unverfänglicher Stelle den Namen fallen lässt, so vermeidet er es, um nicht neidisch zu erscheinen, auf die von diesem diesmal in Gallien selbst bezogenen Winterquartiere hinzuweisen; dafür enthält die blosse Erwähnung der Missernte eine sachliche Kritik der Massregel. Dieselbe wiederholte sich im folg. Jahre 680 (74); vgl. Fragm. Hist. 3, 90 (89) Kr. 3, 1 D. cum per omnem provinciam infecunditate bienni proxumi grave pretium fructibus esset. Trotzdem überwinterte 680/681 (74/73) Pompejus daselbst und für den Feldzug 681 hatte die erschöpfte Provinz grosse Getreidelieferungen nach Spanien zu leisten. Die Statthalter der Jahre 76 u. 75 sind nicht ermittelt; erst von 74 an war es während dreier Jahre M. Fonteius, später wegen Erpressungen angeklagi und von Cicero verteidigt, s. dessen Rede, bes. 13. 16.

mentoque aluit et nunc malis fructibus ipsa vix agitat. ego non 10 rem familiarem modo, verum etiam fidem consumpsi. reliqui vos

estis: qui nisi subvenitis, invito et praedicente me exercitus hinc et cum eo omne bellum Hispaniae in Italiam transgredientur.

agitat: s. zu lug. 89, 7.
rem.

fidem: zu lug. 73, 6. 10. subvenitis: das Präsens vor dem Futurum mit Nachdruck. Vgl.

Cat. 58, 9.

invito et praedicente me: durch beide Ausdrücke wird die Schuld dem Senate allein zugeschoben.

VORBEMERKUNGEN

ZU DER REDE DES MACER.

Seit dem misslungenen Unternehmen des Lepidus war kein Jahr vergangen, in welchem man nicht erneute auf Abschaffung der Einrichtungen Sullas und besonders auf Wiederherstellung der Tribunengewalt gerichtete Versuche gemacht hätte. Gleich im Jahre 678 (76) geschah dies, wiewohl erfolglos, durch den Tribun Sicinius; ein Sicinius war schon in alter Zeit der Urheber des Aufstandes gewesen, welcher die erste Einführung des Tribunats zur Folge gehabt hatte. -- In das folgende Jahr gehört die Abänderung des Bestehenden durch die les Aurelia, worüber in den Vorbemerkungen zur Rede des C. Aurelius Cotta (S. 256) das Nötige gesagt ist. Cotta hatte sich zur Durchbringung seines Gesetzes des Tribunen Q. Opimius bedient, der dafür schwer büssen musste; denn er wurde wegen dieser Auflehnung gegen die Gesetze des Diktator, natürlich unter einem rechtlich scheinenden Vorwande, vor dem Prätor C. Verres im Jahre 680 (74) angeklagt und zu einer sein Vermögen erschöpfenden Geldstrafe verurteilt. So sehr nun der Adel über jenes unwesentliche Zugeständnis entrüstet war, so wenig war man auf der andern Seite damit zufrieden, und einen neuen Versuch machte 680 (74) der Tribun L. Quinctius, nach Cicero (p. Cluent. 77) ein homo maxume popularis, qui omnis rumorum et contionum ventos colligere consuesset und (ebend. 110) qui quod rostra iam diu vacua locumque illum

post adventum L. Sullae a tribunicia voce desertum oppresserat multitudinemque desuefactam iam a contionibus ad veteris consuetudinis similitudinem revocaverat, idcirco cuidam hominum generi paulisper iucundior fuit. Die Sache scheiterte durch die eifrigen Gegenbemühungen des vor seinem Abgange zum Mithridatischen Kriege noch in Rom anwesenden Konsul L. Licinius Lucullus, der durch privates Einwirken (s.zu 8 5 d. R.). und öffentliche Rede den Gegner zum Schweigen brachte. Es lässt sich leicht denken, dass bei diesen Unternehmungen die herrschende Not des Volkes als Hebel benutzt worden war, und in der That gingen mit ihnen die Bestrebungen zur Abstellung oder

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