Immagini della pagina
PDF
ePub

Kleine philologische Schriften

von

Theodor Berg k.

Herausgegeben

von

Rudolf Pepp müller.

I. Band.

Zur römischen Literatur.

Mit Bergks Bildniss.

• Halle a. S.,

Verlag der Buchhandlung des Waisenhauses.

1884.

[blocks in formation]

Vorwort.

Die Herausgabe Bergkscher Opuscula ist gewiss eine dankbare, der Wissenschaft erspriessliche Aufgabe. Der Unterzeichnete hat daher nicht nur aus Gründen der Pietät für den heimgegangenen theuren Lehrer keinen Augenblick Bedenken getragen, einer in dieser Hinsicht an ihn gerichteten Aufforderung Folge zu leisten, wenngleich er sich die Schwierigkeiten einer solchen Aufgabe nicht verhehlte. Da eine vollständige Sammlung alles dessen, was Bergk in seinem arbeitsvollen, rastlos der Wissenschaft gewidmeten Leben geschrieben hat, bei der Reichhaltigkeit des vorliegenden Materials schon aus buchhändlerischen Rücksichten ausgeschlossen war und also von vornherein nur an eine Auswahl gedacht werden konnte, so musste vor allem die Frage entschieden werden, welche Gesichtspunkte bei Aufstellung des Planes die leitenden sein sollten. Wäre dabei lediglich die Zugänglichkeit der einzelnen Schriften in Betracht gekommen, so hätte es nahe gelegen, eine Sammlung der akademischen und Schulschriften zu veranstalten, da einige dieser Abhandlungen, zumal die hallischen Stipendienschriften, kaum noch zu beschaffen sind. In der That hat ein solcher Plan eine Zeit lang bestanden, allein er wurde aufgegeben, weil sich auf diese Weise keine geschlossene innere Einheit erzielen liefs. Und doch sollten die Opuscula, soweit möglich, als Ganzes erscheinen, das sich als eine Art von Pendant der bedeutendsten kritischen Leistung Bergks, den Poetae Lyrici Graeci, an die Seite stellen liesse. So entschied sich der Herausgeber endlich, nicht ohne den Rath erfahrenerer Fachgenossen, wie der Herren Professoren G.-R. F. Bücheler, E. Hiller, H. Keil und A. Rossbach, denen er an dieser Stelle auch öffentlich seinen Dank ausspricht, in ernstliche Erwägung gezogen zu haben, dafür, in den ersten Band vor allem Bergks Beiträge zur älteren römischen Literatur aufzunehmen, denen einiges Andere aus diesem oder jenem Grunde beigefügt worden ist. Wenn bei den Plautinis die Recensionen von Ritschls und Fleckeisens Plautus stehen, so ist dies zwar eine Abweichung von dem im allgemeinen befolgten Grundsatze Recensionen zuvörderst auszuscheiden, doch findet diese Ausnahme, sowie die Aufnahme der Lucrezrecension, in der Sache selbst genügende Rechtfertigung. Die den Schluss bildenden Inedita schienen, soweit sie aus dem Rahmen des Ganzen nicht heraustreten, in dieser Sammlung die ihnen gebührende Stelle zu finden: aber auch das Sallustianum, die Ovidiana und Horatiana mochte der Herausgeber nicht ausschliessen: bezeugen sie doch aufs neue, mit welcher Theilnahme Bergk auch in den letzten Jahren seines Lebens, wo ihn körperliche Leiden so oft beschwerten, die Arbeiten der Fachgenossen verfolgte und wie er sich von ihnen immer wieder zu eigener Thätigkeit angeregt fühlte.

Auch der zweite Band wird ein möglichst einheitliches Ganze bilden: er soll unter Anderem die Beiträge zu den älteren griechischen Philosophen, den Alexandrinern und alle diejenigen der griechischen Philologie gewidmeten Abhandlungen umfassen, in welchen Bergk eben gemachte Funde zuerst oder unter den Ersten besprochen hat: gerade hier hat er oft genug die glänzendsten Beweise seines ungemeinen Scharfsinnes gegeben. Diesem zweiten Bande wird auch eine Skizze von Bergks Leben beigegeben werden.

Dass der Herausgeber seinerseits keine Mühe gescheut hat, um durch eine sorgfältige, ihm durch die Liberalität der hiesigen Bibliotheksverwaltung wesentlich erleichterte Revision sämmtlicher Citate, sofern dieselbe ihm irgend möglich war, sowie durch aufmerksame Correctur der Druckbogen den vorliegenden Band der philologischen Welt möglichst correct zu übergeben, kann er versichern: eigene Zusätze hat er, wie üblich, in eckige Klammern eingeschlossen. Wenn er Citate aus Plautus in doppelter Weise anführt, so wollte er dadurch nicht nur grössere Gleichmässigkeit im Citiren erreichen, sondern er meinte so auch im gewissen Sinne nach Bergks Meinung zu verfahren, welcher (Opusc. I. 91) ausdrücklich bemerkt, dass sich über die Neuerung, fortlaufende Zahlen durch ein ganzes Stück zu zählen, in utramque partem urtheilen lasse.'

Halle, im August 1883.

Rudolf Peppmüller.

« IndietroContinua »