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uti coeperit, JJ. 83, 844. WMICHAEL, Qua ratione L. in decade III Polybio usus sit, Bonn 1867. AWEBER, Beitr. z. Quellenkrit. des L., Marburg 1897. MPOSNER, Quibus auctoribus in bello Hannibalico enarrando usus sit Dio Cassius, Bonn 1874. FFRIEDERSDORFF, Liv. et Pol. Scipionis rerum scriptores, Gött. 1869; Das 26. B. des Liv., Marienb. 1874. GJUNG, Beitr. zur Charakt. des L., Marburg 1903. KKESSLER, Secundum quos auctores Liv. res a Scipione maiore in Africa gestas narraverit, Marb. 1877. CBÖTTCHER, De Liv. I. XXI et XXII fontibus, Königsb. 1867; D. Quellen d. Liv. im 21. u. 22. B., JJ. Suppl, 5, 353. OHIRSCHFELD, ZföG. 28, 801. FLUTERBACHER, De fontt. 1. XXI et XXII, Straßb. 1875. WPIROGOW, Forschungen z. 3. Dekade, Petersb. 1878 (russ., vgl. HAUPT, Phil. Anz. 1882, 118). WSIEGLIN, Chronologie der Belagerung von Sagunt, Lpz. 1878; RhM. 38, 348. GEGELHAAF, Pol. u. Liv. über den Krieg der J. 218217, JJ. Suppl. 10, 471. OSEECK, Herm. 8, 152. HHESSELBARTH, De pugna Cannensi, Gött. 1874; Hist.-krit. Unterss. zur 3. Dekade des Liv., Halle 1889. THZIELINSKI, D. letzten Jahre des 2. Pun. Kriegs, Lpz. 1880.

HNISSEN, Krit. Unterss. über die Quellen der 4. und 5. Dekade des L., Berl. 1863 (grundlegend). FUNGER, Die röm. Quellen des L. in der 4. und 5. Dekade, Phil. Suppl. 3, 1. SOLTAU, Liv. Quellen in d. 3. Dekade, Berl. 1894. WHEIMBACH, Quid et quantum Cassius Dio libro XL ad l. XLVII (J. 54—42) e Livio desumpserit, Bonn 1878.

9. Handhabung der historischen Kritik durch Livius. Wo unter seinen Vorgängern keine Meinungsverschiedenheit herrscht, da muß die innere Unwahrscheinlichkeit sehr stark sein (wie 5, 21, 8 f. 6, 12, 2 ff.), wenn dem Livius ein Zweifel dagegen aufsteigen soll. Worüber die Quellen zusammenstimmen, das hält er in der Regel für richtig und gibt so die gemeine Überlieferung wieder. Wo seine Vorgänger geteilter Meinung sind, da läßt er sehr häufig dahingestellt, was das richtige sei, oder er verbindet sie (WÖLFFLIN, Antioch. 55. 57. 74), oder er entscheidet sich für das, was die Mehrzahl angibt, oder für den älteren Gewährsmann oder den unverdächtigeren, oder für die innerlich wahrscheinlichere, nicht selten auch für diejenige Darstellung, welche den Römern günstiger ist (z. B. 7, 27, 9. 10, 37), oder die mildeste (wie 4, 29, 6. 6, 38, 10. 8, 18, 2), oder die farbenreichste (wie 7, 39 ff. trotz der richtigen Erkenntnis c. 42, 7 10, 37. 21, 46, 10. 26, 15), oder einfach die mittlere (wie 26, 49, 6). Namentlich in der älteren Zeit ist sein Urteil häufig unsicher; vgl. 5, 21, 9 in rebus tam antiquis si quae similia veri sint pro veris accipiantur satis habeam. Hier besonders erklärt er sich oft zur Entscheidung für unzuständig. Aber auch sonst wählt er gern diesen Ausweg, teils aus Mangel an eigentlichen Quellenstudien und an tieferer Einsicht in die streitigen Gegenstände, teils auch aus natürlicher Bescheidenheit und Hinneigung zum Vertrauen. Diese geht so weit, daß er auch durch schlimme Erfahrungen nicht gründlich gewitzigt wird. Trotzdem daß er durch Valerius Antias vor allen hohen Zahlen in Schlachtberichten gewarnt sein sollte, spricht er doch 37, 44 unbedenklich von gegen 54 000 Erschlagenen, 27, 49 gar von 56 000. Dergleichen beweist zugleich seinen Mangel an praktischer Anschauung, unter dem besonders die militärischen Partien leiden. P-STADE, Die Schlachtenschilderungen in L.' 1. Dekade, Jena 1873. NISSEN aO. 31. Un. befangen überträgt er die marianische Heeresorganisation auf die älteste Zeit. Über seine Bescheidenheit vgl. z. B. 29, 14, 9 id ... sicut proditum a proximis memoriae temporum illorum scriptoribus libens posteris traderem, ita meas opiniones coniectando rem vetustate obrutam non interponam. Manchmal hält er für wahr oder ungeschehen, was er so wünscht (FLACHMANN aO. 2, 69), und retuschiert die den Römern un.

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günstigen Angaben seiner Quellen (z. B. 22, 6, 7). Der gröbsten Erfindungen römi. scher Nationaleitelkeit ist er aber bemüht sich zu erwehren (WÖLFFLIN, Antioch. 22. 36. 39. 80).

10. Folge der Abhängigkeit von seinen Quellen und einer gewissen bei dem Umfange der Aufgabe leicht erklärlichen — Flüchtigkeit, zum Teil auch der allmählichen Ausarbeitung und Veröffentlichung, sind manche Verstöße im einzelnen, Wiederholungen, Widersprüche, Auslassungen, Verwechslungen, Mißverständnisse, unrichtige Übersetzungen u. dgl. Beispiele davon in WEISSENBORNS Einleitung 142. Vgl. auch JSCHMIDT, Herm. 16, 155. Auch retouchiert er die Berichte seiner Quellen, um Effekte zu erzielen, wie alle rhetorisierenden Historiker. Nach allem diesem ist Livius als Geschichtsquelle, namentlich für die älteren Zeiten, nur mit Vorsicht zu benützen. Abhandlungen de fide Livii (außer Älterem) von CKRUSE (Lpz. 1812 II) und BÄUMKER (Liv. antiquiss. rerum rom. hist. etc., Paderborn 1863). JMAISSIAT, Annibal en Gaule (Par. 1874) 308.

11. Einteilung und Anlage des Werkes: Livius teilte sein Werk zunächst in Bücher: 10, 31, 10 Samnitium bella quae continua per quartum iam volumen (= B. 7—10) agimus. 6, 1, 1 quinque libris exposui. 21, 1, 1 cum in mentem venit LXIII

aeque multa volumina (nämlich 15 Bücher) occupasse mihi quam etc. Der riesige Stoff zerfiel dann weiterhin in größere Abschnitte (vgl. 21, 1, 1 partes singulae tanti operis), z. B. älteste Zeit bis zu den Punischen Kriegen (B. 1—15 mit den Unterabteilungen: Rom bis zur Eroberung durch die Gallier B. 1-5, Rest 6–15; B. 6 hat eine eigene Vorrede); die Punischen Kriege (B. 16—30, mit der Unterabteilung: erster Punischer Krieg B. 16—20, zweiter Punischer Krieg B. 21–30; B. 21 mit Vorrede); die Mazedonischen Kriege (B. 31–45; B. 31 mit Vorrede, in drei Unterabteilungen zu je 5 Büchern: Krieg mit Philippos; syrisch-ätolischer Krieg, Krieg mit Perseus) usw. Dabei war, wie aus den angegebenen Beispielen und anderen ersichtlich (B. 71 beginnt mit den Plänen des Livius Drusus und dem Bundesgenossenkrieg; in B. 80 Marius' Tod, B. 90 Sullas Tod), auch auf innere Gliederung in Dekaden oder Halbdekaden, bzw. Anderthalbdekaden, Bedacht genommen. Am Ausgange des Altertums wurde die Einteilung in Dekaden beim Abschreiben des Werkes zugrunde gelegt. Die früheste bekannte Erwähnung derselben findet sich bei Papst Gelasius Epist. ad Andromachum (MANSI, Concil. 7, 197) Lupercalia propter quid instituta sunt. . . Livius secunda decade loquitur. Daß sie aber älter ist, zeigt die Rezension des Victorianus ($ 256, 11). — Livius selbst hat freilich im weiteren Vorschreiten seines Werkes und namentlich in der Schilderung der von ihm durchlebten Zeit (von B. 109 an; vgl. SERV. Aen. 1, 373 Livius ex annalibus et historia constat ; vgl. § 37, 3) jene dekadische Gliederung nicht mehr durchgeführt: bei B. 100. 110. 120. 130. 140 ist sichtlich kein Abschnitt (nach NISSEN a0. auch nicht bei B. 10. 50. 60. 80). Anderseits vgl. B. 109–116 belli civilis libri VIII oben $ 256, 5. WÖLFFLIN, Phil. 33, 139. NISSEN, RhM. 27, 539. Im einzelnen gleicht das Werk des Livius denen der Annalisten, nicht nur sofern es die Begebenheiten in der Hauptsache nach der Ordnung der Jahre erzählt, sondern auch darin, daß es, bei der ältesten Zeit verhältnismäßig kurz gehalten, um so ausführlicher wird, je mehr es in bekanntere Zeiten gelangt (§ 37 und 116). B. 1—30 umfassen 550 Jahre, B. 31—68 100 J., B. 69—108 50 J., endlich B. 109—142 (mit J. 53 beginnend) 42 Jahre.

12. Ein von Livius häufig und mit großem Geschick angewendetes Mittel der Charakterzeichnung sind die eingeflochtenen Reden (über 400 in den erhaltenen

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Büchern), welche ein simulacrum des betreffenden Mannes geben sollen (45, 25, 3), die Beweggründe der Handelnden darstellen (z. B. 8, 7; vgl. 3, 47, 5) und daher auf unmittelbare geschichtliche Wahrheit so wenig Anspruch erheben (in hanc sententiam locutum accipio 3, 67, 1), daß sie weder im einzelnen Anachronismen scheuen (wie 5, 4, 12) noch den Versuch machen, den Ton der Zeit nachzubilden. Desto treuer aber pflegen sie dem Charakter oder Stande des Redenden zu entsprechen; vgl. z. B. 7, 34. In einzelnen Fällen läßt sich noch verfolgen, wie Livius das kurze Thema eines Vorgängers rhetorisch auszuspinnen gewußt hat; vgl. POLYB. 3, 64 mit Liv. 21, 40 f. Nicht selten werden auch seine annalistischen Quellen schon an denselben Stellen Reden gebracht haben. OKOHL, Zweck und Bedeutung der Liv. Reden, Barmen 1872. FFRIEDERSDORFF, De oratt. operi Liv. insertarum origine et natura, Tilsit 1886. Die Livianischen Reden waren (wie die Sallustischen § 205, 4) in Sonderausgaben verbreitet (s. § 319, 6). Über den rhetorischen Charakter der Geschichte des Livius überhaupt vgl. HTAINE, Essai sur Tite-Live, Paris5 1888. Personen charakterisiert er nicht direkt, sondern durch die Erzählung selbst und durch Urteile anderer; nur bedeutende Männer erhalten bei ihrem Tode ein elogium (z. B. Camillus, Scipio, Cicero). BRUNS, Die Persönl. in der Geschichtschreibung der Alten, Berl. 1898.

13. Die Darstellung des Livius hat den Charakter behaglicher Fülle und Rundung, ähnlich der des Herodot (vgl. QUINTILIAN oben A. 2), so daß sie manchmal zur Umständlichkeit wird. QUINT. 8, 3, 53 vitanda uaxpodoyla, i. e. longior quam . oportet sermo, ut apud T. Livium. Vgl. CHARIS. GL. 1, 271 mit den dort nachgewiesenen Parallelstellen und MHERTZ, Prolusio ( 8 256, 1) not. 77. Auch an die Weise des Cicero, welchem Livius nachstrebte (s. $ 256, 4) und näher kam als irgendein anderer römischer Prosaiker, erinnert jene Eigenschaft. So unverkennbar überall die (rednerische) Kunst zutage tritt, so wird sie doch nie zur Künstelei und Unnatur. Die Meisterschaft des Livius, sich in eine gegebene Lage hineinzufühlen, verleiht auch seiner Darstellung die den jedesmaligen Umständen entsprechende Färbung. Nur die Schilderung der ältesten Zeit (erstes Drittel von B. 1) ist dürftig: hier (und im Anfang von B. 2) versucht sich Livius mit wenig Glück darin, innerliche Zusammenhänge und Begründungen herzustellen. Bei jenen nebelhaften Zeiten und Gestalten war wenig auszurichten mit psychologischem Ausmalen, worin sonst eine Hauptstärke des Liv. besteht. Sonst aber weiß er ebenso Stimmungen (z. B. 8,7, 20 f. 9, 2, 10 f. 5 f. 33, 32) wie äußere Vorgänge (z. B. 5, 39 ff. 21, 58. 23, 27, 6 f. 24, 26) mit lebendigster Anschaulichkeit zu erzählen; hier durfte er die Farben nach Belieben auftragen und hat von dieser Erlaubnis reichlichen Gebrauch gemacht. Der Glanzpunkt in dem Erhaltenen ist die Schilderung des hannibalischen Krieges. Leider ist es uns versagt, uns ein Urteil zu bilden über die Darstellung gerade in denjenigen Teilen, deren größere Ausführlichkeit schon des Historikers gesteigerte Teilnahme am Stoffe bezeugt (A. 11). Hier mußte des Livius Gabe kunstvoller, lebhaft bewegter Erzählung und Schilderung ein besonders dankbares Feld finden, sich zu betätigen. Vgl. ESCHWARTZ, PW. 5, 946 f.

14. Die Sprache des Livius strebt grundsätzlich (§ 256, 4) nach Klassizität; und sie kommt diesem Ziele jedenfalls viel näher, als es dem Quintilian und dem Tacitus, in seiner ciceronischen Schrift, gelungen ist. Aber das nahende silberne Zeitalter verrät sich schon bei Livius in seinen zahlreichen poetischen Wendungen (haec ubi dicta dedit nach Vergil oder Ennius; ubi Mars est atrocissimus; ad arma consternatum esse; cogitationibus animum volutare; adversa montium; stupens animi;

laeta pascua u. dgl.), und auch die Vorliebe für starke Ausdrücke (wie attonitus, ingens u. dgl.) gehört dahin. Die Entlehnungen aus Vergil sind nicht sicher; vgl. A. 8 über Ennius. Aber die oft sehr gekünstelte Wortstellung verrät den Einfluß der zeitgenössischen Dichtung, und überhaupt macht sich die Abkehr von der natürlichen und die Entwickelung einer rein literarischen Ausdrucksweise bemerk. lich. NORDEN, Kunstprosa 234. Hauptsächlich wohl in seinem Wortgebrauch stießen überfeine Kritiker auf Fremdartiges. QUINT. 1, 5, 55 peregrina (verba) ex omnibus, prope dixerim, gentibus ... venerunt; ... quemadmodum Pollio (s. § 221, 6) reprehendit in Livio Patavinitatem. Vgl. ebd. 8, 1, 2 ut sint (verba) quam minime peregrina et externa. (3) et in T. Livio, mirae facundiae viro, putat inesse Pollio Asinius quandam Patavinitatem. MORHOF, De patavinitate Liviana, Kil. 1685 (auch in DRAKENBORCHS Livius 15, 1, 50); GWIEDEMANN, De patavinitate Livii, Görlitz 1848–54 III. Vgl. Haupt, op. 2, 69. HJMÜLLER, ZfGW. 41, Jahresber. 25. In bezug auf den Sprachgebrauch läßt sich erkennen, daß der Stil, der in den ersten Büchern noch mancherlei Unsicherheit zeigt, im weiteren Verlauf des Werkes Stetigkeit und feste Satzungen gewonnen hat. WÖLFFLIN, Livianische Kritik und Livianischer Sprachgebrauch (Berl. 1864) 29, vgl. Antioch. u. Antip. (1872) 84.

15. Literatur über die Sprache (Auswahl): ERNESTI, Glossarium Livianum, edd. SCHÄFER et KREYSSIG, Lpz. 1827. Hauptschrift: ORIEMANN, Études sur la langue et la grammaire de Tite-Live, Par. 21884 (im Auszug in RIEMANNS Ausgg. v. B. 21 u. 22; s. § 256, 17). LKÜHNAST, D. Hauptpunkte der livian. Syntax, Berl. 21872. EWÖLFFLIN (s. A. 14). EBALLAS, D. Phraseologie des Liv., Posen 1885. WEISSENBORNS Einleitung vor seiner Berliner Ausgabe 768. GQUECK, Beiträge z. Charakt. des Liv. II: Die Darstellung des L., Sondersh. 1853. GHILDEBRAND, Uber einige Abweichungen im Sprachgebr. des Cic. Caes. Liv. usw., Dortm. 1854; Specimina lexici Liviani, Dortm. 1857. 68 II; Beitr. z. Sprachgebr. des L., Dortm. 1865. EKRAH, Spec. grammaticae Liv., Insterb. 1859. CEGÜTHLING, De T. Livii oratione, I de usu verborum simplicium, Lauban 1867, II de participiis, Liegnitz 1872. EWESENER, De quibusd. Liv. orationis proprietatibus, Coblenz 1854; De periodorum Liv. proprietatibus, Fulda 1860. MADVIG, Die syntaktischen Mittel der Sprache ... bei Liv., kl. philol. Schr. (Lpz. 1875) 356. FWHOLTZE, De syntaxi Liv. dispertienda et ordinanda, Naumb. 1881. RETTORE, Livio precursore della decadenza della ling. lat., Prato 1907. Lexicon Livianum von FÜGNER. 1 (A B, mehr erscheint nicht) Lpz. 1897. Literaturberichte von WÖLFFLIN JB. 3, 731. EUSSNER 10, 207. 35, 160h. HERAEUS 80, 119. FÜGNER 97, 61. 105, 259. HJMÜLLER, ZfGW. von Bd. 29 an.

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258. Ungefähr gleichzeitig mit Livius und wie zur Ergänzung desselben schrieb Pompeius Trogus seine Universalgeschichte, Historiae Philippicae, in 44 Büch ern, mit Ninus beginnend und bis auf seine Zeit herabgeführt, nach einer griechischen Quelle (wahrscheinlich Timagenes), in lebhafter Stilisierung und klassischer Sprache, dabei stoffreicher und weniger in den üblichen Formen der Schulrhetorik gehalten als Livius. Wir kennen das Werk hauptsächlich durch den sehr willkürlichen und ungleichmäßigen Auszug des Iustinus. Außerdem verfaßte Trogus zoologische und botanische Werke, nach den besten Gewährsmännern, Aristoteles und Theophrastos.

1. IUSTIN. 43, 5, 11 in postremo libro Trogu s maiores suos a Vocontiis originem ducere, avum suum Trogum Pompeium Sertoriano bello civitatem a Cn. Pompeio percepisse dicit, patruum Mithridatico bello turmas sub eodem Pompeio duxisse, patrem quoque sub C. Caesare militasse epistularumque et legationum, simul et anuli curam habuisse. Der Großvater wird sonach Cn. Pomp. Tr. geheißen haben; daß der patruus nach einer Inschrift aus Vaison (CIL. 12, 1371) Q. hieß, ist ganz unsicher; der Vater war wohl der im J. 54 von Caesar als Dolmetscher verwendete Cn. Pompeius bei Caes. b. g. 5, 36; daher denn auch der Geschichtschreiber den Vornamen Cn. geführt haben wird. JBECKER, Phil. 7, 389. Vgl. NIPPERDEY, op. 411. EHALLBERG, De Trogo Pompeio, Paris 1869.

2. CHARIS. GL. 1, 102, 10 Valgius et Verrius et Trogus de animalibus; ebd. 137, 9 Trogum de animalibus libro X. Längere Anführung daraus (Trogus, et ipse auctor e severissimis) bei Plin. NH. 11, 275. Alle Bruchstücke sind wörtlich aus Aristoteles' hist. anim. nicht ohne Fehler übersetzt. PLINIUS nennt den Trogus im QVerz. zu B. 7–11 (Mensch und Tiere), 12–18 (Bäume u. Ackerbau), 31 (medicinae ex aquatilibus) und zitiert ihn darin mehrfach. Danach hat Trogus auch de plantis geschrieben, und zwar (wie das Zitat bei Plin. NH. 17, 58 lehrt) nach Theophrast. GUTSCHMID, JJ. Suppl. 2, 180; Kl. Schr. 5, 218. BIRT, De halieut. Ovid. 136.

3. Hauptwerk die 44 Bücher Historiarum Philippica rum, eine Weltgeschichte unter steter Berücksichtigung der Geographie (daher die Titel der Hss. Historiae Philippicae et totius mundi origines et terrae situs), geschrieben in der abschweifenden Weise Theopomps und kunstvoll angelegt, so daß die Geschichte Mazedoniens und der Diadochenreiche den Faden für die Darstellung abgab, die römische dagegen, mit Ausnahme der nach Trogus' Meinung aus griechischen Quellen zu schöpfenden Königszeit (die in B. 43 nachgetragen wird), grundsätzlich ausgeschlossen blieb (vgl. praef. 1). B. 1—6 erzählen einleitungsweise die Geschichte von Asien und Hellas, 7–40 die mazedonische, 41. 42 die parthische, 43. 44 als Nachtrag die römische, gallische und spanische Geschichte. Die späteste in dem Werk erwähnte Tatsache ist die Rückgabe der von den Parthern eroberten Feldzeichen J. 20 (42, 5, 11). VGUTSCHMID vermutet, daß 42, 4, 16 (Parthiae, in qua iam quasi sollemne e s t reges parricidas haberi) sich auf die Ermordung des Phraates IV. durch seinen Sohn Phraatakes (spätestens im Okt. 3 v. Chr.) beziehe. Abfällige Äußerungen über die Römer (28, 2. 29, 3, 8. 30, 4, 16. 36, 3, 9. 38, 4—7. 40, 2, 5. 41, 1) stehen in scharfem Kontrast zu dem damals üblichen Tone; WACHSMUTH (A. 4) führt sie auf Timagenes zurück. Die lebendige Stilisierung des Werkes ist noch durch den Auszug Iustins hindurch oft genug erkennbar. Einen vir priscae eloquentiae nennt den Tr. IUSTIN. praef. 1; vgl. Vopisc. Prob. 2, 7 ut non Sallustios, Livios, Tacitos, Trogos atque omnes disertissimos imitarer viros. Doch verrät große Nüchternheit und Strenge, was IUSTIN. 38, 3, 11 berichtet: quam (orationem) obliquam Pompeius Trogus exposuit (vgl. IUSTIN. 28, 2. 38, 4—7), quoniam in Livio et in Sallustio reprehendit quod contiones directas pro sua ratione (so WÖLFFLIN: pro sua oratione die Hss.; pervorsa ratione GUTSCHMID) operi suo inserendo historiae modum excesserint. Berücksichtigung seines Zeitgenossen Vergilius; s. SERV. ad

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