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NH. 6, 139. Tac. hist. 1, 31) anfertigen zu lassen, was dann aber vielmehr August selbst ausführte. Diese Karte ist die chorographia Dicuil 1, 2 terrarum orbis tribus dividitur nominibus, Europa Asia Libia; quem divus Augustus primus omnium per chorografiam ostendit. AKlotz, Quaest. Plin. geogr. 52. Die besonders auf Straßenvermessungen und Reisebüchern fußenden commentarii nicht etwa die Karte allein sind stark von PLINIUS NH. (QVerz. zu B. 3—6 ex ... M. Agrippa, er ist darin über 30mal zitiert) u. a., auch von STRABO (s. Klotz S. 207) benutzt: Sammlung betreffender Stellen bei PHILIPPI, De tabula Peutinger., Bonn 1876 p. 30 und in RIESES Geographi lat. p. 1–8. Von diesen Arbeiten Agrippas stammen (wenn auch nicht unmittelbar: VGUTSCHMID, Lit. Centr.-Bl. 1877, 860) zwei zur Erläuterung von Karten für die Schule (spätestens um J. 400) zusammengestellte geographische Namenverzeichnisse mit knappen Grenz- und Größenangaben der Länder, die Dimensuratio provinciarum (herausgg. von ESCHWEDER, Beiträge zur Chorogr. des Aug. 1, 6 und RIESE, Geogr. lat. 9) und die sog. Divisio orbis (herausgg. von SCHWEDER AO. und RIESE AO. 15), welche wieder von Dicuil (§ 453, 5) stark benutzt ist. Vgl. noch A. 13. Agrippas Karte wurde gewiß in Nachbildungen durch das Reich verbreitet: wohl von einer solchen, für Augustodunum (Autun), EUMENIUS pro instaur. schol. 20 im J. 296: videat in illis porticibus iuventus et quotidie spectet omnes terras et cuncta maria ... si quidem ... illic instruendae pueritiae causa

omnium cum nominibus suis locorum situs spatia intervalla descripta sunt usw.; ebd. 21 nunc demum iuvat orbem spectare de pictu m. Auch die tabula Peutin. geriana geht mittelbar auf Agrippas Vorbild zurück (§ 412, 6). Vgl. BAZIN, Rev. d'archéol. 1887 2, 325 über eine Inschr. von einem geographischen Denkmal: viator, audi; si libet, intus veni; tabula est aena quae te cuncta perdocet (AL. 121 Büch.).

13. Daß Agrippa in Augusts Auftrag eine geographische Aufnahme des ganzen Reiches unternommen und als Ergebnis derselben Karte und commentarii verfaßt habe, ist unbeweisbar und unwahrscheinlich. Die Äußerungen der sog. Divisio p. 14 R.: orbem divus Augustus primus per chorographiam ostendit und ISIDORS 5, 36, 4 Augustus Romanum orbem descripsit beziehen sich nur auf eine Karte (A. 12). Augusts breviarium totius imperii und discriptio regionum Italiae ($ 220, 4; s. auch unten § 344, 4 die Stelle aus d. liber col. p. 239) dienten vielmehr administrativfinanziellen Zwecken; 8. auch DETLEFSEN, Comment. Mommsen. 33. Ebenso die von August veranstaltete, übrigens nur durch Iulius Honorius und den falschen Aethicus bei RIESE, Geogr. lat. p. 21 und 72 beglaubigte während einiger 20 Jahre von 4 Griechen durchgeführte Reichsvermessung. Indessen stand natürlich dem Agrippa das geographische Material, welches jene Unternehmungen nebenher zutage förderten, für seine vorzüglich auf die Wegabstände sich gründenden Arbeiten zur Verfügung. Vgl. MÜLLENHOFF, D. Weltkarte u. Chorographie des August, Kiel 1856 (nebst vGUTSCHMID, RHM. 12, 619); Deutsche Altertumsk. 3, 300. JPARTSCH, D. Darst. Europas in dem geogr. Werke des Agr., Bresl. 1875. SCHWEDER, Beitr. z. Kritik d. Chorogr. des Aug., Kiel 1876. 78. 83 III; Die Concordanz der Chorographien des Pompon. Mela und des Plin., Kiel 1879. RIESE, Geogr. lat. p. VII. DETLEFSEN, D. Weltkarte des M. Agrippa, Glückst. 1884; Urspr., Einrichtung u. Bedeutung d. Erdk. Agr., Berl. 1906 (dazu JPARTSCH, W. f. kl. Ph. 1907, 1053). FPHILIPPI, Z. Reconstruct. der Weltk. d. Agr., Marb. 1880; in den hist. Unterss. f. Schäfer 239. Klotz, Quaest. Plinianae geogr., Berl. 1906 S. 13. 89 u. ö.

14. Agrippa über sein Leben. PHILARGYR. zu Verg. georg. 2, 162 Agrippa in secundo vitae suae dicit excogitasse se ut ex Lucrino lacu portum faceret. Vgl. PLIN. NH. 7, 148 (Augusti) Philippensi proelio morbidi fuga et triduo in palude aegroti et, ut fatentur Agrippa et Maecenas (A. 8) aqua subter cutem fusa turgidi latebra. 36, 121 adicit ipse (Agrippa) aedilitatis suae (J. 33) commemoratione usw. SFRANDSEN, M. Vipsanius Agrippa, eine hist. Unters., Altona 1836. VLAKEREN-MATTHES, De Agr. meritis, Amsterd. 1840. HvEck, Quaestt. de A., Leiden 1842. FMOTTE, Sur M. Agrippa, Gent 1872. Prosopogr. 3, 439.

221. Nächst diesen leitenden Männern sind in der augusteischen Zeit die durch ihre Vergangenheit wie ihre Stellung in der Gegenwart bedeutendsten Asinius Pollio und Valerius Messalla. C. Asinius Pollio (J. 76 v. Chr. — 5 n. Chr.), in den Bürgerkriegen für Caesar und Antonius tätig, zog sich, mit dem letzteren zerfallen und doch für Octavian und die Monarchie nicht gewonnen, von dem öffentlichen Leben zurück, unterstützte in großartiger Weise Wissenschaft und Kunst und widmete sich selbst der Literatur. Zuerst verfaßte er Tragödien, dann eine Geschichte der Bürgerkriege vom ersten Triumvirat an. Hauptsächlich aber war er Redner: als solcher und überhaupt als Stilist strebte er nach altertümlicher Strenge. Durch Fernbleiben vom Staatsleben verschaffte sich der charaktervolle herbe Mann ebenso eine eigenartige Stellung wie den Ruf der Unabhängigkeit und entschädigte sich für seine politische Einflußlosigkeit durch um so strengere Kritik innerhalb der Literatur.

1. C. Asinius Cn. f. Pollio (dies und nicht Polio die richtige Schreibung) geb. 76, Ankläger (in seinem 22. Lebensjahr, Tac. dial. 34) des C. Cato J. 54, praetor 45, Cos. 40. Als Prokonsul bekämpfte er die Parthiner u. Dalmatier und eroberte Salonae (Spalato). Triumph ex Parthineis a. d. VIII Kal. Nov. 39 (act. tr., CIL. 1, p. 461. 478. HOR. C. 2, 1, 16). Später verfeindet mit Antonius (CHARIS. GL. 1, 80 Asinius contra maledicta Antonii) hatte Asinius zu viel Selbstachtung, um sich dem (weit jüngeren) Octavian anzuschließen (VELL. 2, 86, 3) und unterzuordnen, nahm vielmehr bis zu Ende gegen ihn eine zurückhaltende Stellung ein. HIERON. ad Euseb. chron. a. Abr. 2020 5 n. Chr. Asinius Pollio orator et consularis, qui de Dalmatis triumphaverat, LXXX aetatis suae anno in villa Tusculana moritur. Bestätigt wird die Angabe durch SEN. contr. 4. praef. 5, wonach Pollio J. 4 n. Chr. noch lebte, und Tac. dial. 17 Asinius paene ad extremum (Augusti principatum) duravit. NIPPERDEY, op. 288. Über die von ihm gegründete erste öffentliche Bibliothek, die er mit den Bildnissen berühmter Schriftsteller schmückte (Plin. NH. 35, 10): $ 219, 21. Auch zu seinen Kunstsammlungen gestattete er den Zutritt (Plin. NH. 36, 33). Über die von ihm eingeführten Einladungen zu Rezitationen § 219, 25.

2. Gedichte des Pollio. Beziehungen zu Catull (Cat. 12) und Cinna (§ 213, 3 Z. 23); zu Cornelius Gallus (s. unten), Vergil ($ 226, 1) und Horaz (A. 3). Carmina Sophocleo digna cothurno, also Tragödien, hat er verfaßt (oder geht damit um) zur Zeit von Vergils ecl. 8, 10 (J. 39), vgl. ebd. 3, 86 (Pollio et ipse facit nova carmina). HOR. sat. 1, 10, 42 (ums J. 36) Pollio regum facta canit pede ter percusso (im Trimeter). c. 2, 1, 9 (J. 30 oder 29) paulum severae Musa tragoediae desit theatris, nämlich während

Asinius seine Geschichte der Bürgerkriege schreibt. Im J. 43 schreibt er an Cicero (ep. 10, 32, 5): praetext a m si voles legere, Gallum Cornelium familiarem meum poscito. Daß Asinius Tragödien wirklich herausgab, erhellt aus Tac. dial. 21 Asinius

videtur mihi inter Menenios et Appios studuisse; Pacuvium certe et Accium non solum tragoediis sed etiam orationibus suis expressit: adeo durus et siccus est. Daß sie aufgeführt werden sollten oder wurden, zeigt nicht theatris bei HOR. a. Näheres über sie ist aber sonst nicht bekannt. Nach dem Geschichtswerke scheint Asinius nicht mehr zur Tragödie zurückgekehrt zu sein. Mißverständlich wohl Serv. Verg. ecl. 8, 10 alii ideo hoc de Pollione dictum volunt, quod et ipse utriusque linguae tragoediarum scriptor fuit. Nach Plin. ep. 5, 3, 5 (oben § 31, 1) vgl. 7, 4, 4 verfaßte Asinius auch Liebesgedichte. Erhalten hat sich von allen diesen Gedichten nur ein Bruchstück bei CHARIS. GL. 1, 100, 24 Polio 'Veneris antistita Cuprus (?)'. FPR.337

3. Geschichte der Bürgerkriege vom ersten Triumvirat an (J. 60, ex Metello consule, HOR. C. 2, 1, 1) und wohl kurzweg Historiae betitelt (SEN. suas. 6,15 Pollio in historiis suis; ebd. 6, 25 in historiis eius und ne historias eius legere concupiscatis; vgl. Val. Max. 8, 13 ext. 4). Abgehandelt war darin die Schlacht bei Pharsalos (SUET. Iul. 30 u. a.), bei Thapsus und Catos Tod (HOR. c. 2, 1, 24 ff.), der spanische Krieg (SUET. Iul. 55), Ciceros Tod (SEN. suas. 6, 24) und vielleicht noch (s. unten) die Schlacht bei Philippi (vgl. Tac. ann. 4, 34 Asinii Pollionis scripta egregiam eorundem nämlich des Cassius und Brutus memoriam tradunt). Aus der Zeit der Kämpfe zwischen Octavian und Antonius fehlen Anführungen: dies kann freilich Zufall sein, ebensogut ist es aber möglich, daß Asinius die Geschichte jener Zeit als periculosae plenum opus aleae (HOR. c. 2, 1, 6) nicht mehr hat darstellen wollen und mit J. 42 oder noch früher abgeschlossen hat: und dafür spricht die Bezeichnung des Werkes bei Suidas (s. unten) als Darstellung des Bürgerkriegs zwischen Caesar und Pompeius. Die Angabe desselben Suidas (s. unten), daß das Werk 17 Bücher gehabt habe, hat zu der Vermutung geführt, daß darin Buch und Jahr zusammenfielen und die Erzählung von Mitte 60—44 bis zum Tode Caesars reichte. Nach HOR. c. 2, 1, 1-8. 17 arbeitete Asinius an seinen Historien ums J. 30 oder 29. Weitere Folgerungen aus diesem Gedicht bei SEECK, Wien. Stud. 24, 499. Die Stelle bei PRISC. GL. 2, 386, 9 Asinius 'cuius experta virtus bello Germaniae traducta ad custodiam Illyrici esť kann sich, wenn der Name Asinius richtig ist, nicht, wie man gewöhnlich annimmt, auf Tiberius beziehen, da dieser erst 7 n. Chr., nach Asinius' Tode, dorthin gesandt wurde (PRE. 6, 1934). Das dritte Buch zitiert VAL. Max. 8, 13 ext. 4 Asinius Pollio, non minima pars Romani stili, in tertio historiarum libro. Das Werk hat keine rhetorische Fassung (s. SEN. suas. 6, 25 adfirmare vobis possum nihil esse in Asinië historiis eius hoc quem rettuli loco — über Cicero, s. oben disertius): Ateius (211, 1) hatte in den praecepta de ratione scribendi, welche er Asinio historiam componere aggresso gab, ihm mit Erfolg geraten, ut noto civilique et proprio sermone utatur vitetque maxime obscuritatem Sallustiï et audaciam in translationibus (s. auch A. 4). Die Bruchstücke HRF. 262 (das einzige größere Bruchstück ist das Urteil über Cicero, § 176, 1). PLIN. NH. QVerz. B. 7 ex ... Asinio Pollione. Diese Historien des As. sind von Plutarch im Leben Caesars und von Appian de bell. civ. benutzt worden, s. JAWIJNNE, De fide et auctor. Appiani in bell. civ., Gron. 1855. ESCHWARTZ PW. 2, 226. KORNEMANN, JJ. Suppl. 22, 560. Namentlich Appians Darstellung mag ihre Vorzüge zum Teil der Benutzung des A. verdanken. Des SUIDAS Zwei Artikel über ’Aoivios IIollov 'Pouaios (1, 786 ed. Bernh.) und über Ioliwv, ó 'Ασίνιος χρηματίσας, Τραλλιανός (2, 2, 387) sind voll Irrtimer (darüber mancherlei Teuffel, röm. Literaturgesch. Nenb. 6. Aufl.

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Ansichten bei GROEBE PW. 2, 1595). Danach hätte der Konsular Asinius Pollio die erste griechische Geschichte in lateinischer Sprache geschrieben (Apôros 'Elanνικής ιστορίαν Ρωμαϊκώς συνεγράψατο), was offenbar verkehrt ist und auf irgendeiner Verwechslung beruht (vGUTSCHMID, RHM. 36, 316 denkt an Verwechslung mit Pompeius Trogus); ferner heißt es von demselben A. P.: iorogías 'Pwuaïxds ovvétaşev ļv Biblious is', dagegen von Pollio aus Tralles, daß er ein Werk verfaßt habe περί του εμφυλίου της Ρώμης πολέμου όν επολέμησαν Καισάρ τε και Πομπήιος. Hier ist klar, daß die Geschichte des Bürgerkriegs zwischen Caesar und Pompeius vielmehr dem Konsularen gehört und eben dieses Werk mit den 17 Büchern ιστορίαι Ρωμαϊκαί gemeint ist. Über LANDGRAFS Hypothese, daß Asinius Pollio der Verfasser des bell. afr. sei und der Bearbeiter und Herausgeber des 'cäsarisch-hirtianischen Nachlasses' (bell. gall. VIII, bell. civ., bell. alex.) vgl. § 197. GROEBE 1596.

4. Pollio als Redner, gerichtlicher und politischer (HOR. c. 2, 1, 13), später auch als Deklamator; s. die Stellen bei HMEYER, Orat. rom.2 487—491 FBLASS, Die griech. Bereds. von Alex. 141. SEN. ep. 100, 7 compositio Pollionis Asinii salebrosa et exsiliens et ubi minime exspectes relictura. denique omnia apud Ciceronem desinunt, apud Pollionem cadunt, exceptis paucissimis quae ad certum modum et ad unum exemplar adstricta sunt. Quint. 10, 1, 113 multa in Asinio Pollione inventio, summa diligentia, adeo ut quibusdam etiam nimia videatur, et consilii et animi satis; a nitore et iucunditate Ciceronis ita longe abest, ut videri possit saeculo prior. Vgl. die (vom Standpunkte des dortigen Sprechers übertreibende) Schilderung bei Tac. dial. 21 (oben A. 2), vgl. 25 (numerosior Asinius). In seinen Übungsreden aber war er floridior aliquanto (SEN. contr. 4, praef. 3) als in den gerichtlichen. Beispiele aus jenen bei dem älteren Seneca. Zusammenstellung der Überreste aus den gerichtlichen bei MEYER aO. 491. Unter letzteren sind die späteren alle Verteidigungsreden. PLIN. NH. praef. 31 cum diceretur Asinius Pollio orationes in eum (Plancum, $ 209, 8) parare quae ab ipso aut liberis post mortem Planci ederentur usw. Eine Anklagerede war wohl auch Asinius in Valerium GL. 1, 97, 11 (was man meist auf Catull bezieht); s. A. 5. Die Schilderungen seiner Redeweise wie die Polemik gegen die des Cicero (QUINT. 10, 1, 17. 12, 1, 22) lassen den Asinius Pollio als Verwandten der Attizisten (Licinius Calvus usw.) erscheinen, wozu seine Beziehungen zu Catulls Kreise passen würden.

5. Sonstiges Prosaische: Als philosophischen Schriftsteller erwähnt ihn Sen. ep. 100, 9. CHARIS. GL. 1, 134, 3 Asinius Pollio ad Caesarem 1. Vgl. A. 6. Erhalten sind drei Briefe des A. P. an Cicero vom J. 43, Cic. fam. 10, 31—33. SCHMALZ, D. Sprachgebr. des A. P.2 München 1890. Aus CHARIS. GL. 1, 84, 5, PRISC. GL. 2, 513, 7 u. a. hat Haupt, op. 2, 67, geschlossen, daß A. P. auch grammatische Schriften verfaßt habe, welchen er die literarisch-ästhetischen Urteile desselben zuweist (vgl. unten A. 6), sowie das Zitat Asinius in Valerium (s. A. 4). Anders BERGK, op. 2, 751. STEUP, De Prob. 71.

6. Pollio als Kritiker. SE contr. 4, praef. 3 illud rictu eius (des A. P.) et asperum et nimis iratum ingenio suo (so KIESSLING, incendio suo die Hss., in censendo JAHN) iudicium adeo cessabat (in den declamationes des A. P.), ut in multis illi venia opus esset quae ab ipso vix impetrabatur (vgl. Plin. NH. 36, 33 Asinius Pollio fuit acris vehementiae). Scharfe Urteile des As. über Rhetoren bei Sen. rhet. p.592 ed. Muell. Wie das Urteil über Cicero (SEN. quas 6, 24 $176, 1), so wird wohl auch

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das über Caesars Kommentarien (SUET. Iul. 56; 8. § 196, 1) aus den Historiae des A. P. stammen; der Tadel gegen Cicero (SEN. suas. 6, 15) ist aus einer Rede (SEN. aO.), und ebenso wohl auch der gegen einen Ausdruck des Labienus (QUINT. 9, 3, 13 vgl. ebd. 4, 1, 11). Außerdem SUET. gramm. 10 Asinius Pollio in libro quo Sallustii scripta reprehendit (vgl. § 206, 5). Vielleicht daß diese Schrift Briefform hatte; vgl. GELL. 10, 26, 1 Asinio Pollioni in quadam epistola quam ad Plancum (A. 4) scripsit ... dignum nota visum est quod (Sallustius) in primo historiarum etc. Vgl. A.5. Darin war vielleicht auch die Kritik des ciceronischen Stiles (QUINT. 12, 1, 22) enthalten, sowie das Urteil über den paduanischen Beigeschmack der Ausdrucksweise des Livius (QUINT. 1, 5, 56. 8, 1, 3), vielleicht die Erwiderung auf eine Bemerkung des Livius de oratoribus qui verba antiqua et sordida consectantur et orationis obscuritatem severitatem putant (SEN. contr. 9, 25, 26). Im allgemeinen s. THORBECKE, De C. A. P., Leid. 1820. DRUMANN, GR. 2, 2. AULARD, De Asin. Poll. vita et scriptis, Par. 1877. GARDTHAUSEN, Aug. 1, 1, 109. KORNEMANN (A. 3) 590. GROEBE PW. 3, 1589. DRUMANN-GROEBE, Gesch. Roms 2, 2.

222. M. Valerius Messalla (J. 64 [?] v. Chr. 13 n. Chr.) leistete dem Octavian mit Aufrichtigkeit und Treue, aber mit Wahrung seiner unabhängigen Meinung wichtige Dienste. Als Redner nahm er den Platz neben Pollio ein, hatte aber etwas Vornehmes und Geziertes, wie er denn auch eifersüchtig auf seinen alten Adel hielt. Später beschäftigte er sich mit antiquarischen und grammatischen Forschungen, z. B. über Lautgeschichte, und zeigt sich hier selbst philologischer Kleinarbeit beflissen. In seinen jüngeren Jahren aber teilte er eifrig die Richtung der Zeit auf Bewunderung des Hellenischen, übersetzte Griechisches und schrieb selbst auch griechisch, in gebundener Form wie in Prosa (Denkwürdigkeiten).

1. M. Valerius M. f. (des Konsuls J. 61; s. § 171, 12) Messalla Corvinus. HIERONYMUS ad a. 1958 59: Messala Corvinus orator nascitur et T. Livius Patavinus scriptor historicus; und zu a. 2027 11 n. Chr.: Messala Corvinus ante biennium quam moreretur ita memoriam (vgl. Plin. NH. 7, 90) ac sensum amisit ut vix pauca verba coniungeret, et ad extremum ... inedia se confecit, anno aetatis LXXII (Oxon. LXXXII, Freherianus LXXVII). Dazu stimmt, daß er in der cura aquarum im J. 13 durch Ateius Capito abgelöst wurde. Die Verse Ovids auf seinen Tod (Pont. 1, 7, 27—30) können sehr wohl in Tomi gedichtet sein. Marx, Wien. St. 19, 150. Stand er bei seinem Tode im 77. Jahr, so wäre er J. 64 geboren und gleichalterig gewesen mit dem jungen Cicero (Cic. Att. 1, 2, 1), mit welchem (und dem jungen Horaz, geb. Ende 65) Messalla gleichzeitig zu Athen studierte (J. 45 f.) und Cos. wurde (Messalla am 1. Jan. 31, Cicero id. Sept. 30). HSCHULZ, De Val. Mess. aetate, Stettin 1886, meint, es habe beim Ansatz der Geburt (vgl. § 143, 1) Hieronymus durch Verwechslung zweier Konsulpaare geirrt, nämlich von Caesare et Figulo (coss. 64) und Caesare et Bibulo (coss. 59). Unrichtig ist jedenfalls die Angabe bei Tac. dial. 17 Corvinus in medium usque Augusti principatum ... duravit. Nach der Niederlage bei Philippi (J. 42) wandte M. sich zu Antonius, fand sich aber bald durch dessen Treiben gründlich abgestoßen (PLIN. NH. 33, 50. CHARIS. GL. 1, 129, 7 Messalla contra Antonii litteras; ebd. 104, 18 M. Messala de Antonii statuis; ebd.

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