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Vgl. noch SCHENKL Ausg. d. Calpurn. p. VI—X. SKUTSCH aO. 1404. S. auch A. 1. Allerlei Bedenken bei FERRARA Calp. e il paneg. a Pisone. Paria 1905. Anständig, wenn auch nicht sehr glaubwürdig, versichert der Verfasser (219 ff.), trotz seiner Armut (v. 254) habe ihn nicht divitis auri imperiosa fames zur Verherrlichung des reichen und freigebigen Piso veranlaßt, sed laudis amor. v. 218 dignare tuos aperire penates: hoc solum petimus. Jugend v. 260 quamvis nunc iuvenile decus mihi pingere malas coeperit et nondum vicesima venerit aestas. Kenntnis und Erwähnung der augusteischen Dichter, des Vergil, Horaz, L. Varius, Properz (S. 91 Z. 9. Vgl. auch § 244, 2) und Ovid; Anklänge an Horaz und Ovid und besonders an den panegyricus Messallae ($ 245, 3). Nicht von der Heerstraße aufgelesen ist die hasta der decem viri, welche bei den Centumviri den Vorsitz führen (41; vgl. § 326, 8). Auch der Versbau ist derselbe wie bei den sorgfältigsten Dichtern: die Cäsur sorgsam und mannigfaltig (Verbindung von toidnu. und ginu. mit toit. Tp0%. 14 mal in 261 Hexametern); im ganzen Gedicht nur zwei Verschleifungen (atque illos 24, quare age 81), beide im ersten Fuße. LEHRS, Quaestt. epic. 305. Haupt, op. 1, 391. SCHENKL a0. p. XIII.

6. Tac. a. 15, 48 is (C. Piso, † 65 n. Chr.) Calpurnio genere ortus . . claro apud volgum rumore erat. . . namque facundiam tuendis civibus exercebat (paneg. 30 servati contingit gloria civis), largitionem adversum amicos et ignotis quoque, comi sermone et congressu. aderant etiam . . corpus procerum, decora facies. sed procul gravitas morum aut voluptatum parsimonia. Diese Schilderung trifft vollständig zu auf den Piso des Panegyricus, aber nicht so, daß sie dafür das Thema gebildet haben könnte. Ebenso SCHOL. des VALLA zu Iuv. 5, 109 Piso Calpurnius, ut Probus inquit, antiqua familia, scaenico habitu tragoedias actitavit, in latrunculorum lusu tam perfectus et callidus, ut ad eum ludentem concurreretur. ob haec insinuatus C. Caesari repente relegatus est, quia consuetudinem pristinae uxoris, abductae sibi ab ipso, deinde remissae, repetivisse (überliefert ist repetita esse) existimabatur. mox sub Claudio restitutus et post consulatum (das Jahr ist unbekannt) materna hereditate ditatus magnificentissime vixit, meritos sublevare inopes ex utroque ordine solitus, de plebe vero certos quotannis ad equestrem censum dignitatemque provehere. In Übereinstimmung damit preist der Panegyricus seinen Calpurnius Piso als beredten Sachwalter vor den Centumvirn wie in Strafprozessen, als Sprecher im Senat (zB. 69 tu, reticente senatu, quom tua bis senos numeraret purpura fasces, Caesareum grato cecinisti pectore numen), als Deklamator (v. 84), als freigebig (v. 113 nec te fortuna colentum natalesve movent: probitas spectatur in illis), als heiteren Gesellschafter, der seine Mußestunden mit Versemachen (v. 163), Saitenspiel, und dem Brettspiel (latrunculorum lusus v. 192) auszufüllen pflege. Daraus daß bei der ausführlichen Rechtfertigung (oder Entschuldigung) von Pisos Musizieren (v. 169) Neros Vorgang nicht mit angeführt wird, ist zu schließen, daß dieser noch nicht vorlag. GROAG, PW. 3, 1377.

7. Ed. princ. v. SICHARD (Bas. 1527) an s. Ovid. Sonst. zB. am Lucan von GCORTE (Lps. 1726). Bearbeitung von JUNIUS, Animadvv. libri VI (Bas. 1556) 249. In WERNSDORFS PLM. 4, 236 (vgl. ebd. p. 36. 72) und in BÄHRENS’ PLM. 1, 225. Sonderausgaben von JHELD (Bresl. 1831), CBECK (Statii ad. Pis. poemation, Ansb. 1835), CFWEBER cum proleg. et adnot. crit., Marb. 1859. 1860/61 II). Über den Verfasser und das Gedicht s. WEBERS Prolegomena.

8. Die Einsiedler Gedichte (aus der Hs. 266 s. X) sind zuerst veröffentlicht worden von HAGEN, Phil. 28, 338: danach AL. 725. 726 PLM. 3, 60 u. bei LOESCH, Die Eins. Ged. Tübing. 1909. Vgl. § 29, 3, Zur Kritik und Würdigung: RPEIPER, Praef. in Sen. suppl. (Bresl. 1870), p. 27, BÜCHELER, RhM. 26, 235, ORIBBECK, ebd. 406 vgl. 491, CRUSIUS, Phil. 54, 380, KNICKENBERG, Herm. 27, 144. Das erste besteht aus 49, das zweite aus 39 Hexametern strengsten Baues (BÜCHELER 235, LOESCH 61); jenes ist ein Wettgesang zwischen Ladas und Thamyras (iudice Mida), das zweite ein Zwiegespräch zwischen Glyceranus und Mystes. Das letztere ragt an Geist, Naturwahrheit, Witz und poetischem Gehalt über das erste weit hervor; doch ist daraus nicht (mit HAGEN u. LOEW, Progr. Franz Jos. Gymn, Wien 1896) auf Verschiedenheit des Verfassers zu schließen. Die epideiktischen Tónou sind in beiden reichlich verwendet. Der Verfasser des ersten ist glücklicher gestellt als Calpurnius; vgl. v. 18 et me . . Cynthius . . laudatam chelyn iussit variare canendo. Der Schlußvers des zweiten Gedichts ist VERG. ecl. 4, 10; der Anfang desselben (quid tacitus, Mystes ?) stimmt auffallend überein mit dem von Calpurn. ecl. 4, und Calpurnius scheint hier wie sonst der Nachahmer zu sein. Vgl. SCHENKL, Calp. et Nemes. p. 73. Anders MACIECZYK, De carm. Eins. temp. et auct. Greifsw. 1907. Nero wird in der üblichen Weise verherrlicht, indem das erste Gedicht Neros öffentliches Auftreten als Kitharöde preist, das zweite die Wiederkehr des goldenen Zeitalters unter Nero; v. 22 et negat huic aevo stolidum pecus aurea regna? Die für des Calpurnius Piso (GROAG, PW. 3, 1379) und Lucans (MACIEJCZYK und LOESCH, der im 2. Gedicht dessen Saturnalia [$ 303, 4] wiederfinden will) Autor: schaft beigebrachten Gründe sind nicht stichhaltig.

307. 308. Wohl spätestens der Zeit Neros gehört an der fälschlich unter Vergils Namen überlieferte Aetna, ein inhaltlich sehr anziehendes kleines Lehrgedicht über den Vulkanismus (in 646 regelrecht gebauten Hexametern), das Werk eines naturkundigen selbständigen Kopfes, der mit Geist und Eifer richtigere Anschauungen als die volksmäßigen über seinen Gegenstand verbreiten will und sich lebhaft, aber mit halbem Erfolge bemüht den spröden Stoff dichterisch zu gestalten. Für den Verfasser galt lange der literarisch gebildete und tätige jüngere Freund des Seneca, Lucilius Iunior.

1. Daß das Gedicht vor dem großen Ausbruche des Vesuv (im J. 79) verfaßt ist, erhellt aus der Nichterwähnung desselben (zB. 431; vgl. 606). Der Verfasser bekämpft die von den Dichtern verbreiteten sagenhaften Vorstellungen über die Ursachen der vulkanischen Erscheinungen: er wählt sich einen neuen Stoff: (8) per insolitum. (23) quidquid et antiquum, iam nacta est fabula carmen: fortius ignotas molimur pectore curas. Endlich (91): debita carminibus libertas ista, sed omnis in vero mihi cura; canam quo fervida motu aestuet Aetna novosque rapax sibi congerat ignes. Die Theorie der Vulkane wird mit Sachkenntnis und gründlich erörtert, doch fehlt es hier der Darstellung an Mannigfaltigkeit und individualisierender Anschaulichkeit (HUMBOLDTS Kosmos 2, 21). Schulwendungen sind zahlreich, auch gleiche Worte und Fügungen wiederholen sich häufig. Dagegen hebt sich die Rede und wird warm, wo das Genußreiche und Erhebende der Naturbeobachtung im Gegensatze zu kleinlichem Treiben (224—281) dargelegt und den Menschen vorgeworfen wird, daß sie die Welt um menschliche Kunstwerke zu schauen durchreisen (569 bis 599), aber die größeren Naturwunder vernachlässigen. Das Gedicht schließt (606 ffl.) mit der schönen Erzählung von zwei Brüdern, die bei einem Aetna-Ausbruch ihre greisen Eltern retten. Die naturwissenschaftlichen und naturphilosophischen Anschauungen des Verf. sind durchaus die des Poseidonios. SUDHAUS, Ausg. 72. Daher stimmen sie häufig und auffällig bis ins einzelne mit den von Seneca in den quaestt. nat. geäußerten, ohne daß deshalb der Dichter diese gekannt und benutzt zu haben braucht. Der aus dieser Benutzung gefolgerte Ansatz zwischen J. 65 (vgl. § 288, 2 gE.) und 79 (s. o.) steht daher auf schwachen Füßen. (WAGLER a0. 40, CATHOLY aO. 38). Deutlich sind Anklänge an Lucrez und Vergil (auch die Aeneis: s. die Nachweisungen bei MURNO U. ALZINGER studia in Aetn. collata. Erlang. 1896); auch Manilius scheint er zu kennen (CATHOLY 30); aber die Meinung, er übe V. 225 ff. Kritik an ihm (BREITER, Manil. 2, 43), ist irrig. Unsicher bleibt das Verhältnis zu Lucan und Senecas Tragödien. Im allgemeinen ist die Sprache die namentlich durch Vergil in der römischen Poesie üblich gewordene, aber durch übermäßige Kürze im Verein mit der üblichen Tropik entstehen besonders arge

Unklarheiten. RHILDEBRANDT, Beitr. z. Erkl. des Aetna, Leipz. 1900. Die Metrik zeigt das dem ersten halben Jahrh. nach August eigentümliche Schwanken in der einzuschlagenden Richtung In den wesentlichen Punkten an Ovid sich anschließend, wiederholt sie anderseits in den Cäsuren und den schweren Rhythmen gewisse Härten Vergils, ähnlich wie Manilius und Statius (SUDHAUS Ausg. 84, CATHOLY 54). "Conscriptum Aetnae carmen arbitror post Ovidium et Manilium' BÜCHELER, RhM. 54, 7; bald nach 30 v. Chr. (!) setzt das Gedicht SUDHAUS al. 83, noch früher ALZINGER aO., FWALTER, B]bayrGW. 1899, 585. Benutzung durch Claudian behauptet BIRT, Phil. 57, 613.

2. Lucilius Iunior (nat. qu. 4, praef. 9 ita est, mi Iunior), an welchen Seneca seine epistulae, seine naturales quaestiones und den liber I dialogorum richtete, geboren zu Pompeii oder Neapel, (etwa um ein Jahrzehnt) jünger als Seneca (nat. qu. 3, 1, 1. ep. 26, 7), arbeitete sich aus beschränkten Verhältnissen durch Begabung, Tüchtigkeit und Eifer empor (nat. qu. 4, praef. 14. ep. 19. 44). Nat. qu. 4, praef. 15–17 läßt ihn Seneca sagen: non mihi in amicitia Gaetulici (§ 291, 1) vel Gaius fidem eripuit, non . . Messalla et Narcissus. . . videbam apud Gaium tormenta . . non tamen ferro incubui usw. Amtliche Tätigkeit in Germanien, Illyrien, Africa (ep. 31, 9), zuletzt war er lange Prokurator in Sizilien (s. zB. nat. qu. 4, praef. 1). Von demselben wahrscheinlich ein griechisches Epigramm mit der Aufschrift 'Iovviwgos (CIG. 14, 889 KAIBELS epigr. gr. 810), aber schw ich die Lukilliosepigramme der Anthol. Palat. (REITZENSTEIN, PW. 6, 106). Vgl. AKIESSLING, Conjectan. II, Greifsw. 1884. Prosop. 2, 303. Von Seneca in seinen Studien geleitet und gefördert (ep. 34, 2 adsero te mihi, meum opus es). Mahnung zu geregelter Lektüre (ep. 2). Lob seines Stils ep. 59, 4 habes verba in potestate, non effert te oratio nec longius quam destinasti trahit (5).. pressa sunt omnia et rei aptata. loqueris quantum vis et plus significas quam loqueris usw. Nat. qu. 4, praef. 14 sagt Lucilius: ad gratuita carmina me deflexi et ad salutare studium philosophiae me contuli. Philosophischen Inhalts war wohl die von SEN. ep. 46 erwähnte Schrift: librum tuum ... accepi... qui quam disertus fuerit ex hoc intellegas licet: levis mihi visus est, cum esset nec mei nec tui corporis, sed qui primo adspectu aut T. Livii aut Epicuri posset videri. Vgl. ebd. 23, 9 Epicuri tui. Ein eigentlicher Epikureer war aber Lucilius so wenig als Seneca ein eigentlicher Stoiker; vgl. ebd. 107, 1 (Epicurus noster). Nat. qu. 4, 2, 2 quare non cum poeta meo (Lucil.) iocor et illi Ovidium suum impingo? Insbesondere war Sicilisches von ihm poetisch bearbeitet; ebd. 3, 26, 6 hoc (die Sage von Arethusa) et a te creditum est ut in prima parte (?), Lucili carissime; vgl. den Hexameter ebd. 1, 1. Ausführung philosophischer Gedanken im epischen Maße, SEN. ep. 24, 19–21. Sentenzen im Trimeter (aus Mimen??) ebd. 8, 10. Vgl. FPR. 362. Ebd. 79, 1 exspecto epistulas (deren Seneca oft erwähnt) tuas quibus indices mihi, circumitus Siciliae totius quid tibi novi ostenderit. ebd. 5 Aetnam describas in tuo carmine et hunc sollemnem omnibus poetis locum attingas. quem quo minus Ovidius tractaret, nihil obstitit quod iam Vergilius (gelegentlich) impleverat. ne Severum quidem Cornelium uterque deterruit. 7 aut ego te non novi aut Aetna tibi salivam movet. iam cupis grande aliquid et par prioribus scribere.

3. Da bei Lucilius hienach sowohl die Lebenszeit (A. 2) zuzutreffen schien als die philosophische und die literarische (Ovid, Seneca) Richtung, die Ortskenntnis (Sizilien) und die Absicht, den Aetna zum Gegenstand eines Gedichtes zu machen (A. 2, wenn auch Seneca an jener Stelle ep. 79, 5 eher eine Aetna-Episode in einem umfänglicheren Gedicht des Lucilius über Sizilien meint, als eine gesonderte Behandlung des Stoffes, wie sie das vorliegende Gedicht bringt), so glaubte man lange an die Urheberschaft des Lucilius. S. bes. WERNSDORF a0. u. neuerdings CATHOLY, De Aetnae aetate, Greifsw. 1908. Die Zuteilung an Cornelius Severus (§ 252, 5) ist eine im fünfzehnten Jahrhundert aufgekommene, aber durch nichts empfohlene Folgerung aus SEN. ep. 79, 5 (s. A. 2 E.).

4. Das lückenhaft und voll schwerer Verderbnisse uns überkommene Gedicht ist im Anhange zu den vergilischen Gedichten und unter Vergils Namen überliefert, s. $ 229, 1. Auch die Auszüge aus dem Gedicht (etwa 40 Verse) in den Parisini 7647 u. 17903 (s. § 306, 4) geben dessen Namen: Virgilius in ethna. KRUCZKIEWICZ, Poema de Aetna Vergilio esse tribuendum, Krakau 1883. Die weitaus beste Textesquelle bieten die Mitteilungen (leider nur für V. 138—287) aus einer verschol. lenen einst von Gyraldus benützten Hs. (s. WAGLER aO. 10; § 439, 2); Burmanns Notizen darüber aufgefunden von ALZINGER, BlbayrGW.1899, 269. Die vollständigste und allen vorhandenen weit überlegene Hs. ist Cantabrigiensis 2076 s. X. Mit ihm stimmt meist das fragmentum Stabulense (Paris. 17177 s. XI): darüber BORMANS, Bull. de l'acad. Belgique 21 (1854), 258. SCHNEIDEWIN, Gött. GA. 1855, 1041. Hs. im Escurial: ELLIS, JofPh. 22, 314. Vgl. die Vorreden von BÄHRENS, ELLIS und MUNRO, ferner WAGLER aО. cap. 1. SUDHAUS, Gött. Anz. 1903, 530.

5. Ausgaben zuerst an Virgils Werken, dann zB. von SCALIGER, Lyon 1572 oder 1573, Leid. 1595; . MUNRO p. 26 f.; eigens von GORALLUS (= JOHN LECLERC), Amst. 1703. 1715; in WERNSDORFS PLM. 4, 87; vgl. ebd. p. 3. Mit Übersetzung v. FMEINEKE (Quedlinb. 1818). Rec. notasque JScaligeri, Lindenbruchii et suas adiecit (auch Übersetz.) FJACOB, Lps. 1826. Revised, emended and explained by JMUNRO, Cambridge 1867. Erkl. v. SSUDHAUS, Leipz. 1898 (trefflich); von ELLIS, Oxford 1901; von VESSEREAU, Paris 1905. Text in Haupts Vergilausgabe (Lps.1873) p. 583. In BÄHRENS' PLM. 2, 88. - RWAGLER, De Aetna poemate quaestt. critt. (auch Wortindex), Berl. 1884 (Berl. Stud. 1, 491). HILDEBRANDT, RhM. 60, 560. Phil. 65, 425. SUDHAUS, RhM. 60, 574.

6. PERSIUS 1, 50 quid non intus habet ? non hic est Ilias Atti ebria veratro (also die nüchterne)? , 4 ne mihi Polydamas et Troiades Labeonem praetulerint ? vgl. zu beiden Stellen die Scholien: 1, 4 p. 248 Jahn Labeo transtulit Iliadem et Odyssiam verbum ex verbo satis ridicule. eius est ille versus 'crudum manduces Priamum Priamique pisimnos' (= ΗοΜ. Δ 35 ωμόν βεβρωθοις Πρίαμος Πριάμοιό τε παίδας) und 1, 50 p. 259 J. Attius Labeo poeta indoctus fuit illorum temporum, qui Iliada Homeri versibus foedissime composuit. Denselben Namen gibt eine lateinische Inschrift aus Korinth Modestinum . . Attium Labeonem stlitibus iudican., CIL. 3, 7270. BÜCHELER, RhM. 39, 289. Wertlos die Fassung bei JAHN aO. p. 248 not. 5: Labeo poeta latinus fuit, ut Fulgentius in libro etymologiarum ait, qui carmen et opus homericum convertit in latinum et placuit non magis auditoribus quam lectoribus; eius versus est 'crudum etc.' BERGK, op. 2, 733, hielt diesen Attius für den Verfasser des Homerus latinus ($ 320, 7). S. dagegen LMÜLLER, JJ. 83, 652 und Haupt, op. 2, 163.

309. Endlich sind die Gedichte des codex Vossianus Q. 86 in Leiden wohl auch, mit wenigen Ausnahmen, für Erzeugnisse des ersten Jahrhunderts zu halten, sowohl wegen ihres Gedankenkreises als wegen ihrer Eleganz in Sprache und Versbau.

1. Abdruck der Gedichte dieser Handschrift besonders in RIESES AL. 392—479 (vgl. ebd. 1, XXXVII. 2, LXIV). Vgl. § 31, 4 und BÄHRENS PLM. 4, 11. Die ersten (AL. 392–395 PLM. 4, 111 f. 1, 205 f.) sind aus späterer Zeit. Dagegen mögen aus dem ersten Jahrhundert diejenigen stammen, welche sich mit Stoffen aus der letzten Zeit der Republik beschäftigen, und zwar meist in republikanischer Gesinnung. So die an Lucan erinnernden Verherrlichungen des Cato Uticensis, des Pompeius und seiner Söhne, die Warnungen vor dem Hofleben, der Preis der Einfachheit und Zurückgezogenheit. Monarchistisch dagegen sind die Gedichte in laudem Caesaris (des K. Claudius, bes. seines Zuges nach Britannien) und über den Tod der Brüder Mevius im Bürgerkriege zwischen Antonius und Octavian (AL. 462 f. PLM. 4, 84; bei WERNSDORF, PLM. 3, 199—205; vgl. p. 134—136), wahrscheinlich aus der Zeit des Claudius; farblos das über den Tod der beiden Casca (AL. 457 PLM. 4, 82). Der rhetorische Charakter tritt überall stark hervor, wie in der Chrie auf die spes (AL. 415 PLM. 4, 65; bei WERNSDORF 3, 226—234; vgl. p. 141 f.) und in den beiden Elegien auf die Mevii fratres. Einzelne Gedichte sind unter den Namen des Seneca und des Petronius überliefert: andere werden diesen von Neueren beigelegt; 8. darüber § 290, 1. 305, 6. Vor AL. 430 und 480 steht die Überschrift Liber IIII, was auf die Herkunft aus einer größeren Sylloge hinweist. · Erwähnt sein mag hier auch das Graffito eines ungeduldigen Liebhabers in Pompeji in fünf undisciplinierten (halb quantitierenden, halb accentuierenden) Versen: Amoris ignes si sentires mulio usw.; AL. 44 Büch. (dort Ähnliches). Über die Elegien auf Maecenas s. § 229, 3.

2. DIE ZEIT DER FLAVISCHEN DYNASTIE, J. 69 - 96 N. CHR. 310. Nachdem mit Nero das julisch-claudische Haus und die Erbmonarchie erloschen war und die Kämpfe um den Kaiserthron ein Jahr lang das Reich in allen seinen Teilen zerrüttet hatten, gelangte in Vespasianus (geb. 9 n. Chr.) der tüchtigste unter den Bewerbern auf den Thron (J. 69–79). An die Stelle junkerhafter Willkür und Ausbeutung des Staates für die Gelüste des Herrschers trat nun geschäftsmäßige Nüchternheit. Nach der Aufregung und Erschöpfung der letzten Zeit konnte

. sich das Reich unter ihm wieder sammeln. Unbestritten folgte ihm

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