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GRIECHISCHE UND RÖMISCHE

M E T R O L O G I E

VON

FRIEDRICH HULTSCH.

ZWEITE BEARBEITUNG.

BERLIN,
WEIDMANNSCHE BUCHHANDLUNG.

1882.

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Vorwort.

Zwanzig Jahre sind vergangen, seitdem die griechische und römische Metrologie in erster Bearbeitung erschien. Es war ein kurzer Abriss, für welchen die thunlichste Beschränkung nur auf das Allerwichtigste von vornherein vorgezeichnet war. Das Buch hat auch in diesem engen Rahmen und bei aller Knappheit, unter welcher besonders der Anbang über die ausländischen und provinzialen Masse litt, freundliche Aufnahme gefunden, Grund genug für den Verfasser, auch bei der erneuten Bearbeitung die frühere Gestalt des kleinen Werkes im wesentlichen aufrecht zu erhalten.

Doch war es natürlich, dass die zahlreichen und verdienstvollen Forschungen, welche während der letzten Jahrzehnte auf dem Gebiete alter Metrologie veröffentlicht worden sind, zu einiger Erweiterung des ursprünglichen Hauptteiles, nämlich der Darstellung der attischen und römischen Metrologie, führten.

Ferner konnte die Frage nach dem Zusammenhange der griechischrömischen Masse, Gewichte und Währungen mit denen des alten Ägyptens und Babyloniens nicht mehr bei Seite gelassen werden. Wenn nun trotzdem die frühere Anlage des Werkes bewahrt werden sollte, so blieb nur der eine Ausweg, den Anhang der ersten Auflage dergestalt zu erweitern, dass auf die dort einzufügenden Einzeluntersuchungen in dem ersten, mehr dogmatischen Hauptteile verwiesen werden konnte. Die Gliederung des zweiten, gewissermassen ergänzenden Teiles ergab sich dann von selbst, wie in dem zweiten Abschnitte der Einleitung kurz entwickelt worden ist.

Also nur im Zusammenhange mit dem ersten und hauptsächlichsten Teile und in Rücksicht auf die Erfordernisse, welche dort zu erfüllen waren, ist die zweite Hälfte des Buches entstanden. Wenn die einzelnen Überschriften das ägyptische, babylonische und andere vorderasiatische Systeme der Masse und Gewichte aufführen, so hat es durchaus nicht im Plane des Verfassers gelegen einen Umriss der betreffenden Gebiete, welcher selbständig für sich gelten sollte, darzustellen, sondern er hat bei jedem Abschnitte nur dasjenige aufgenommen, worauf in dem ersten Hauptteile bei irgendwelchem Anlasse zu verweisen war.

Selbstverständlich mussten diese letzteren Teile bereits erledigt sein, ehe die eigentliche griechische und römische Metrologie zur Neubearbeitung gelangte, und so ist eine ziemliche Reihe von Jahren verflossen, bis das Ganze zum Abschluss kam. Insbesondere sind diejenigen Abschnitte, welche den vierten Teil des gesamten Werkes bilden, in der Hauptsache im Jahre 1878 und dem nächstfolgenden entstanden, und es konnten deshalb einige Abhandlungen aus dem Gebiete ägyptischer und babylonischer Metrologie, welche erst später erschienen oder in Deutschland bekannt geworden sind, nur insoweit Berücksichtigung finden, als es ohne wesentliche Umgestaltung des eigenen, bereits abgeschlossenen Textes thunlich war.

Dresden am 22. Juni 1882,

Inhaltsverzeichnis.

Einleitung.

1. Aufgabe der Metrologie. Einteilung des Stoffes

S. 1- 3.

1. Allgemeines über Messen und Masse. Gebiet der Metrologie. 2. Ein-

teilung und Anordnung des Stoffes.

$ 2. Quellen

S. 5–14.

1. Massstābe, Hohlmasse, Gewichtstücke, Münzen. 2. Metrologische
Schriften der Griechen, 3. der Römer. 4. Andere Schriftsteller des

Altertums. Inschriften.

$ 3. Neuere Litteratur

S. 14—21.

1. Litteratur des sechzehnten und siebzehnten Jahrhunderts nebst ihren
Ausläufern im achtzehnten Jahrhundert. 2. Periode der exakten Forschung
seit Ende des achtzehnten Jahrhunderts. 3. Böckh, Mommsen, Brandis,

Lenormant und andere Forscher der jüngsten Zeit.

$ 4. Übersicht der wichtigsten neueren Mass- Gewicht- und Münzsysteme

S. 21–26.

Einleitende Bemerkungen. 1. Längen- und Flächenmasse. 2. Die Körper-
masse. 3. Die Gewichte. 4. Münzwährungen.

Die Längen- Flächen- und Hohlmasse.

Erster Abschnitt. Die griechischen Längen- und Flächenmasse.

$ 5. Das System der griechischen Längenmasse.

S. 27-34.

1. Allgemeines. 2. Δάκτυλος, παλαιστή, σπιθαμή, 3. πούς, πήχυς, όρ-

γυιά, 4. πλέθρον, στάδιον.

$ 6.' Übersicht der weniger gebräuchlichen Längenmasse

S. 34-39.

$ 7. Die Flächenmasse

S. 39-42.

1. Die Anfänge der Feldmesskunst

. Die zehnfüssige õraiva. 2. Das

Thés pov. 3. Die Homerische yún. 4. Die ägyptische ägovga. 5. Ver-

gleichung des altgriechischen Flächenmasses mit dem heutigen.

$ 8. Bestimmung der griechischen Längenmasse

S. 42–56.

1. Die Frage über die Einheit oder Verschiedenheit der griechischen
Längenmasse. 2. Das Fussmass. 3. Mérgios añxus Herodots, die ge-
meingriechische Elle. 4. Das Stadion. Angaben über verschiedene
Länge der Rennbahnen. Als Wegmass kennt man nur ein Stadion.
5. Das Stadion durch Ausschreiten oder Abschätzung bestimmt. 6. Das
Stadion ist gerechnet worden zu 240 Schritt, der Schritt zu 24/2 Fuss.
7. Vergleichung verschiedener Stadien nach der Schrittlänge. 8. Ab-
schluss der Untersuchung über die Abhängigkeit des Stadions vom
Schrittmasse. Reduktionen der Stadien bei griechischen Geographen.

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