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voranstehen; sie zeigen uns ja am besten, wie das Volk schrieb.*) Hier finden wir folgende Beispiele:

Queintus IV 4563.

eidsus) öfters bis in die Zeit des Tiberius, darüber hinaus id(us).

cibat IV 1237 in der Wiedergabe von Verg. Aen. 9, 269.
veivant IV 2457 (neben utreisque).
virei, bonei, sei IV 2430. seiquis 64.
mucei IV 2391. queiquomque IV 1857.
seiquis IV 64. nisissei 1261.
mihei (zweimal), explestei IV 1846.
si quei (= si cui) IV 3864.

vobeis IV 26. Das ist bei der großen Menge der erhaltenen Inschriften eine verschwindend kleine Zahl. Die Beispiele verteilen sich auf den Stamm bestimmter Wörter (Queintus, eibat, eidus, veivant, sei) und auf Flexionsendungen, von denen der Nom. plur. besonders hervortritt. Eine Inschrift aus Herculaneum zeigt dasselbe Bild: X 1453 lesen wir vitieís, eci (Nom. plur., Dat. sing.), quei, ambitionei (neben iactationi), agei, veiverent.

Die Beispiele gruppiere ich daher am besten nach der Stellung, welche ei für i innerhalb des Wortes hat. **) Im Stamm der Eigennamen findet sich ei für ī***):

Queintili Varei VI 33332 (vgl. das Queintus aus Pompei).
Deidiae Didia l. VI 33870.
Sceipio VI 33312.
Sceidia XI 5534 (Assisi).
Screibonius XI 6948 (a. Chr. 2).
Preimae X 4044.
Neico VI 17113. Neice VI 17282.

**) Außer acht gelassen werden natürlich die in griechischen Buchstaben bezw. Sprache geschriebenen Worte. Da findet man auch Elovκολύνδω) ) = Iucundo. tab. cer. XXXII 26. Nicht berücksichtigt sind ferner die anscheinend der republikanischen Zeit angehörigen, z. B. Carm. epigr. 934. 935.

**) Auf absolute Vollständigkeit mache ich natürlich keinen Anspruch, doch hoffe ich Charakteristisches nicht übersehen zu haben.

***) In einer Anmerkung notiere ich Queita VI 15573 (Zeit des Claudius)

Qu(i)eta, wie man auch regelmäßig Veidius, Teidius geschrieben findet; ebenso Helveiti XV 5925.

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Eicarus XV 5753.
Eileiso IX 4909 (= Ilisso).
Heieronimus Not. d. scavi 1905 p. 407 (Rom).
In den Bildungssuffixen:
Serveilius VI 7883. 31616. XI 2945 und sonst öfters.
Ambeivia VI 11534. Fufeicia VI 20824.
Feleicula VI 29551 (1. Jahrh. n. Chr.).
Palateina (tribus) VI 17106 (= Carm. epigr. 1250, 1).

Häufiger sind die Beispiele für die Appellativa. Hier hat sich bei bestimmten Worten das ei außerordentlich fest erhalten, so namentlich bei leibertus: vgl. VI 21771 (Freigelassene des Maecenas). 26928. X 5568 wo nebeneinander leibertis libertabus steht, und sonst oft; leibereis III 7117 (august. Zeit, Ephesus); Leiber VIII 2632 (= Carm. epigr. 1519. 2. Jahrh.). Beispiele für eidus habe ich bereits oben S. 131. 132 gebracht und notiere noch eidibus VI 1454 (a. 222).

ceivitas IX 5834 (aug. Zeit; ein zweites Beispiel oben S. 131).
clcivom X 1698.
deivus II 3829 (p. Chr. 15); oben S. 131.

feilius XII 2600 (august. Zeit). 2665. 5095 feilius matrei. IX 5629 feiliae.

meiles aus augusteischer Zeit VIII 14697; Dessau 2274 (Alexandreia). Ferner III 12059. 12283 (a. 121).

preivatim VIII 10525 (Anf. des Aug.), in derselben Urkunde auch sonst ei: beneficieis etc., während die gleichartige Urkunde vom J. 12 a. Chr. (VIII 68) nur sueis hat (neben dem falschen Archaismus quom = cum praep.). proivat VI 17130.

veicorum XIV 2121.

deicundo X 4876 zweimal (Anf. der aug. Zeit, daneben urbis moeniundae).

promeisit III 14204 (Amphipolis, spätestens aus dem Anfang der Kaiserzeit, wie die Nomenclatur Pamphilus Perren. Q. ser. zeigt).

reseiste Carm. epigr. 117, aus Picenum (in derselban mereitis und coiugei).

veixit VI 13801 (neben hic). XI 2945. VIII 284 beixit, spät.). reivus V 1301, veive IX 4922 (und veitae).

Ich komme nun zu den Flexionsendungen. Verhältnismäßig selten ist ei im Gen. sing., häufiger im Nom. plur., der ja auch von der Theorie jenem gegenüber bevorzugt worden war.*)

Gen. sing.:
Queintili Varei VI 33332.
Bellicei VI 12522. Paullei VI 34282
Rufei XII 647, in derselben Inschrift Donnei, Attei, fierei.
tuei rogi VI 28810.
aquiliferei IX 5527. agrei V 4108.
Bei den Worten auf -ius notiere ich:
Geminei X 6476.
Norei VI 33987.
Attei und Donnei XII 647.

Nom. plur.:
Gortyniei X 1434 (Herculaneum
Suessetanei VI 1446 (aug. Zeit).
adlegatei V 2845. colonei II 3414 (a. u. 734).
liberei V 2866.
magistrei III 458.
naviculariei XII 3603 (aug. Zeit). virei bonei in Pompei.

hei ... quei X 3757 (daselbst voteis sucis). hei qui VI 27024 . quei VI 31598 (Carm. epigr. 967). 22625.

eei X 1453 (Herculaneum)

Bei weitem die größte Anzahl der Beispiele liefern der Dat. und Ablat. plur. In diesen Fällen hat sich, namentlich bei den Formeln, die Form -eis außerordentlich oft erhalten: sibi sueisque, liberteis libertabus, postereis lesen wir so häufig, daß ich auf Aufzählung einzelner Stellen verzichte. Ich beschränke mich auf die übrigen Worte:

Lumphieis X 6797**); damit stelle ich zusammen: manibieis VI 1301 (a. Chr. 36); beneficieis VIII 10525; officieis V 2803. VI 21200 (= Carm. epigr. 973; hier sonst immer ī außer 0. und sei). sarieis X 5055; socieis V 2732. VI 6150; iudicieis II 3504 (=I 1480, in derselben: multeis cognateis atque propinqucis), da in diesen Worten das Doppel-i der Endung durch die Schreibung -eis augenscheinlich vermieden werden sollte. *** In anderen Fällen schrieb man für i einfach eiť):

*) Auch Petron. c. 57, 8 läßt seinen Freigelassenen ridiclei sprechen. **) Wohl noch republikanisch. ***) Vgl. auch mieis für meis VI 35887. †) ī: manibis X 6087 (Zeit des Augustus).

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Lumpheis X 4644 (a. Chr. 5), macereis V 6473. XIV 730. manubeis VI 1301 (a. Chr. 18). cf. redei S. 137.

Mytileneis III 457 (a. Chr. 31).
amiceis VI 14397 (mit sueis).
cetereis leibereis sueis III 7117 (Ephesus; aug. Zeit).
sibi et nateis sueis VI 15676. propinqueis VI 27044.
incoleis serveis ancilleis XI 6167.
lamenteis VI 17130 (a. Chr. 12).

meriteis VI 26192. V 17130 (a. Chr. 12). inmeriteis IX 5041 (= Carm. epigr. 984. In demselben Gedicht infirmeis, vielleicht auch neimis).

pageis IX 3173. parveis VI 6051.
publiceis XI 4206. robusteis II 3479.
vitieis X 1453 (Herculaneum).
voteis sueis X 3757 (aug. Zeit, in derselben hei, quei).
in suis horteis II 6031 (1. Jahrh.). *)

Auch für den Dat. sing. der 3. Dekl. hatte einst Lucilius das -ci gefordert. Es gibt einige wenige Beispiele aus späterer Zeit:

ambitionei oben S. 133
coniugei VI 33921. coiugei Carm. epigr. 117.
fratrei suo VI 24472. patrei V 3786. matrei XII 5095.
Helenai sororei meai Antistianai VI 33444.

Eronei VI 23195 (= Heroni? oder mit vulgärer Flexion Eroti?).

Salutei: Roem. Mitth. 1889 p.121 (= Not. d. scavi 1891 p. 265. Wohl republikanisch). Venerei III 641.

Ich füge hinzu: ipsei VI 24334 (ipseius III 287, 2. Jahrh. X 1528. 7790 aus später Zeit).

mihei IV 1846. tibei VI 34116.

sibei sehr häufig z. B. III 5277. 6507 sibei et sueis. XI 1464. VI 33095 usw.**

quei cui IV 3864. VI 6051.***) eci X 1453 (Herculaneum).
Im Akkus. plur. finde ich nur:
civeis VIII 2391 (3. Jahrh.) und
turreis X 5683.
fineis huius ortei VI 29779 (dub. antiq.).

*) Vielleicht gehört dahin auch deis manibus (VI 33976, Zeit des Domitian

**) seibi VI 28106. 35996 (aug. Zeit). Ebenso nobeis und robeis häufig. ***) Cf. Rhein. Mus. 45 p. 334 (Bücheler).

Für die Verbalendungen finden sich einige Beispiele, sämtlich aus älterer Zeit.

fierei V 2928. XII 647 (zweimal).
inferri humarei V 1345. agei X 1453.
esureis auf der glans Perusina n. 84 Zang.
praestitei V 6808 (= Carm. epigr. 63; in derselben heic, seis).
explestei IV 1846.

legeisti Carm. epigr. 429, 9 (Mauretanien; in derselben seic nobeis; seimitum von semis).

redei IV 2246 (= redii).

Es bleiben noch einige einsilbige Worte übrig, in denen mit Vorliebe ei für i gesetzt wird. So namentlich in dem vielgebrauchten heic = hic, für das Beispiele anzuführen überflüssig ist. sei (z. B. VI 32272 a. Chr. 23. V 2866), namentlich in den Zusammensetzungen: sei quis (VI 6051). nisei, sein (VI 35887

Carm, epigr. 1532), seive (VI 22625).

Ferner kommt wiederholt seic vor: Carm. epigr. 429, 6. 967. 968 (Rom). nei = ne Pais suppl. 633.*) ubei VI 29790, utei IX 3173.

Die Verwendung des ei für ī in den Inschriften der Kaiserzeit beschränkt sich, wie man sieht, auf wenige ganz bestimmte Fälle, namentlich in den Endungen des Plurals der 2. Deklination, und nimmt, zu Beginn der Kaiserzeit ziemlich häufig, bald ab, um mit Ausnahme einiger erstarrter Worte so gut wie ganz zu verschwinden. Die archaistische Bewegung unter Claudius und später im 2. Jahrhundert hat wohl versucht, den ai-Diphthong wieder einzuführen: für ei läßt sich in keiner der beiden Epochen eine vermehrte Verwendung feststellen. **)

*) Bekanntlich gehen ni und ne, nive, neve ete. auf Inschriften häufig durcheinander.

**) In Kürze weise ich auf einige Fälle hin, wo ei į steht: V 28228 ceinis (= Carm. epigr. 1054). XI 5307 Clodeius. VIII 284 Marteialis. Carm. epigr. 117 mereitis. Die ersten Fälle sind wohl aus der Aussprache zu erklären, der letzte aus Verschreibung für meriteis.

München.

E. Lommatzsch.

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