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her in der formantischen Konstitution senior ai. súnyas- etc. (S. 1) und iunior, wie auch das Paar senesco und iuvenēsco schon existiert haben mag, ehe * seno-s die o-Deklination verließ. . An senum : iuvenum schlossen sich also zunächst die Formen senēs, senibus nach dem Muster von iuvenēs, iuvenibus an, und sen- griff alsdann auch im Singular Platz. Der Gen. Plur. war in ähnlicher Weise Ausgangspunkt für Neuschöpfung anderer Kasusformen bei primörēs, das durch Mischung von primi und priorēs entsprang: denn die Reimung primorum : priorum war es, die die Formen primõrës, prīmöribus erzeugte (Sommer IF. 11, 64 ff.). *)

Man wird es nun vielleicht nicht gerade wahrscheinlich finden, daß iuven- diesen Einfluß auf die Flexion von * seno- geübt habe, weil doch die den beiden Wörtern eigne Silbe -en- in iuven- die zweite und daher schwachtonige Wortsilbe war, in

seno- aber die erste und daher haupttonige Wortsilbe. Eine genaue Parallele zu dieser Art flexivischer Neubildung weiß ich aus dem Lateinischen nicht beizubringen. **) Aber es bedarf auch

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*) Prellwitz' Erklärung von prīmūr- als Zusammensetzung von prūmus und Ōs (BB. 26, 46 ff.) ist unhaltbar. Höchstens wäre zuzugeben, daß die Römer, nachdem prīmör- nach dem Muster von prior- geschaffen war, bei Wendungen wie versatur mihi in labris primoribus (Plaut.), labris primoribus attingere (Cic.) infolge der lautlichen Ähnlichkeit und bei der durch den Begriffsinhalt gegebenen Berührung das Wort ös heraushörten, ähnlich wie sie aurum gesucht haben in thēsaurus (daher tēnsaurus), colere in umbrūticolus, servālicolus (Skutsch, Jahrb. f. klass. Phil. Suppl. 27, 102 f.), wir Deutsche mund suchen in leumund, öde in einöde, rat in zierat mhd. sierõt (daher die Schreibung zierrat), die Inder die Wortsippe úcyati „er ist gewohnt“ ókas Wohnstätte" usw. gesucht haben in dem von jala„Wasser abgeleiteten jalūka- ,,Blutegel" (daher die Umbildung dieses Wortes zu jalāukas- d. i. Wasserbewohner“) u. dgl. mehr.

**) Aus dem Griechischen wäre, wie es auf den ersten Blick scheint, vergleichbar σκώρ σκατ-ός ,,Kot, Mist. σκώρ, σκωρία ist nebst lat. muscerda excrementum, aisl. skarn „Mist“, ai. apa-skara-s ava-skara-s „Exkremente" kárīša-m „Auswurf, Dünger" zu der Wurzel sker- „scheiden, trennen, sondern" (in ir. scaraim ahd. sceran lit. skiriù lat. cerno gr. roivo etc.) zu stellen. 6xõe war dehnstufiges Wurzelnomen. Die Flexion oxat-os -i ist ihm durch Anschluß an den altererbten Flexionstypus õdwo -atos (vgl. umbr. utur Neutr. 'aquam' aus *udor, Abl. une aus * udn-e) entsprungen; die Endbetonung Guat-os -i war ebenso wie die von xpār-ós (hom. zodatos), ür-ós (hom. ovatos), tald-ós u. dgl. durch die Einsilbigkeit der Nominativform hervorgerufen. Wie sollte aber das seinem Sinne nach nicht sonderlich nahe liegende ődwe denn in der historischen Zeit des Griechischen war dieses Neutrum das einzige seiner Art so auf 6xãe herübergewirkt

keiner solchen Parallele. Man muß nämlich bedenken, daß die Stammgestalt iuven- ursprünglich nicht unverändert durch alle Kasus durchgegangen war. Daß das Wort von uridg. Zeit her Stammabstufung hatte, wird nicht nur durch das Altindische bewiesen, wo der Nom. Sing. yúvā, der Akk. Sing. yúvān-am, der Gen. Sing. yun-as, der Dat. Abl. Plur. yúva-bhyas (yuva- uridg. iuun-) lautet, sondern auch durch das Lateinische selbst insofern, als hier die alte schwache Stammform in den Ableitungen iūnīs = ai. Yün-i (vgl. datrīx, genetrix = ai. dātri, jánitrī neben dator, genitor) und iūnior sich behauptet hat.*) Da nun das Lateinische

haben? Ich wage die Vermutung, daß es in der vorgeschichtlichen Gräzität ein * HÓTWO -&tos „Mist“ gegeben hat, und daß die Flexion 6xôq oxatós auf dessen Rechnung kommt. Nimlich wie ύδρος zu ύδωρ -ατος umbr.

. utur une steht (vgl. auch ågos õpă aksl. jara zu av. yūra, nuépă zu nuag u. a. bei Verf. Grundr. 22 § 256), so verhält sich nóngos zu ai. šákyt, Gen. šakn-ás, „Kot, Mist“, und dies ai. Wort in ein gr. * HÓNWQ -atos umzusetzen, ist keine allzu große Kühnheit, wenn man freilich auch ebensogut ein * κόπαρ -ατος, nach Art von ήπαρ -ατος α. δ. , erwarten könnte. Sollte nun wirklich das -wp von 6xão (neben Gen. * 6xwp-ós etc.) mit dem die zweite Wortsilbe bildenden -me von * xów, įdno so parallelisiert worden sein, da man nach * κόπατος, ύδατος ein σκατός schaffen konnte ? Ich denke, ja; nur müssen wir annehmen, daß sich die neue Flexion von 6xõp zuerst nur in Komposita mit 6xão als Schlußglied, die uns nicht überliefert sind, wie *xúcxwQ „Mäusekot“ (vgl. uvÓGxatov und lat. mūscerda), * 7onov , Schweinekot“ (vgl. lat. sucerda), eingestellt und das Simplex sich hinterher den Komposita angeschlossen hat. Ist das richtig, so würde Grõp -utós zur Entstehung von sen- nach dem zweisilbigen iuven- insofern keine Parallele hergeben, als Komposita mit senex als Hinterglied keine Rolle gespielt haben (von persenex und trisaeclisenex ist natürlich abzusehen).

*) Daß iunior aus * iuuen-ios durch Synkope der zweiten Silbe entstanden sei (Sommer IF. 11, 76 f.), ist nicht zu beweisen. Den uridg. Komparativ zu * iuuen-, welcher in ai. yávīyas- (Superl. yávištha-s) und in ir. õa kymr. ieu bewahrt ist, haben die Römer im Einklang mit dem sonst bei ihnen beliebten Verfahren (z. B. sērior, zu se-ru-s, ist eingetreten für eine Form ohne -ro-, die im ir. Kompar. sia vorliegt, svāvior zu svāvis [= *suādu-i-s] für * svādior gr. ñdiav, etc.) durch eine Neubildung vom Positiv aus ersetzt. Wenn nun auch bei der uridg. Komparativformation, die bekanntlich primären Charakter hatte, die Wurzelsilbe vollstufig gewesen ist, wie z. B. in ion. xDÉGowv gegen zoatús Xpategós (* kret- gegen *krt-), ai. mrádīyas- gegen modú-, so folgt hieraus durchaus nicht, daß bei den viel jüngeren komparativischen Neubildungen, die Sekundärbildungen waren, und die sich auf Grund einer stammabstufenden Positivform mit irgendwelchem Nominalformans hinter der Wurzel vollzogen haben, gerade die starke Stammgestalt des Positivs zugrunde gelegt wor

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uridg. Ablautdifferenzen im Kasusparadigma in anderen Fällen sogar bis in die geschichtliche Zeit hinein aufrecht erhalten hat, z. B. genus gener-is, ovi-s ovēs = *oue[ 1]-ěs, metus metūs = alat. * metous, homin-em hemõn-em (-on- ursprünglich nur in den starken Kasus), so brauchen wir die Annahme nicht zu scheuen, daß in der Zeit, als man von *seno- zu sen- überging, im Kasussystem von iuvenis auch noch Formen mit iun-, wie Gen. Sing. *iūn-es Gen. Plur. * iūn-om, gegolten haben. Es dürfte demgemäß hauptsächlich die einsilbige schwache Stammform *iūn- gewesen sein, welche * seno- zur konsonantischen Deklination herüberzog, und zwar hat, nach dem oben Gesagten, den nächsten Anlaß zu dieser Flexionsänderung die formantische Ähnlichkeit des Gen. Plur., *senom : *iūnom, geboten.

Nun zum Nom. Sing. senex. Diese Form ist nebst senecio, senecta, senectūs mit ai. sanaká-s „alt, bejahrt“, gall. Seneca Senicco zu verbinden. Mit dem k-Formans war hier, wie in ähnlichen Fällen, ursprünglich artliche Zugehörigkeit zu dem, was das zugrunde liegende Nomen aussagt, bezeichnet, sodaß uridg. * senok* senoko- von Haus aus etwa „was von alter Art ist“ besagte. Dasselbe Formans in derselben Verwendung erscheint seit uridg. Zeit bei dem Gegenteilwort *iuuen-, von dem abgeleitet war * iuun-kó- : lat. iuvencus umbr. iuengar 'iuvencae', kymr. ieuanc ir. bac oc, got. juggs urgerm. * iuuunga-z, ai. yuvaší-s yuvaka-s. Der Stamm senec- aber war in altlateinischer Zeit noch nicht

ganz auf jenen einen Kasus beschränkt. Es gab damals sporadisch auch noch den Gen. senic-is senec-is und andere Kasus*); die Belege s. bei Neue 12 S. 188, Georges, Lex. d. lat. Wortf. 630.

Wenn man nun für senex seni-s auf die anderen Heterokli

den ist. Wenn die Stammgestalt iðn- in iúnīx, woran niemand zweifelt, der Gestalt yün- in ai. yün-ī gleichzusetzen ist, und wenn nach dem, was wir über die Komparativformen des Oskisch-Umbrischen wissen (oskisch pústiris 'posterius', fortis 'fortius"), die komparativischen Neubildungen nach der Form des zugehörigen Positivs in die Zeit der italischen Urgemeinschaft hinaufzudatieren sind, so ist es nur natürlich, daß wir auch iūnior auf die uridg. schwache Stammform * iun-, nicht auf * iuuen-, beziehen. Das erst in nachrepublikanischer Zeit aufgekommene iuvenior hat hier selbstverständlich aus dem Spiel zu bleiben.

*) Senecis zeigt dieselbe qualitative Assimilation des geschwächten Vokals der zweiten Silbe an den Vokal der Anfangssilbe wie seget-is, genetīvos, elementum etc. (Vendryes Rech. sur l'hist. et les eff. de l'intens. init. en lat. p. 294. 306).

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sien des Lateins, wie supellex -lectilis, femur inis, iter -ineris, verweist, so ist es für die sprachgeschichtliche Forschung damit nicht getan. Jede derartige Verbindung von Formen aus verschiedenartigen Stämmen zu einem Formensystem hat ihren besonderen Anlaß gehabt, und man hat diesem Anlaß nachzuspüren. Bei den Neutra wie femur, jecur, iter, umbr. utur, gr. doo, Ynad, die einen schon seit uridg. Zeit bestehenden dithematischen Typus vertreten, ist den Motiven der Erscheinung wohl kaum mehr nachzukommen. Unser Fall dagegen war weit jüngeren Ursprungs, ebenso wie z. B. supellex -lectilis oder wie die häufige Mischung von i-Stamm und konsonantischem Stamm (nav-i-s, Gen. nāv-is, can-i-s, Gen. can-is etc.). Da darf man hoffen, daß sich die Ratio der Entstehung noch finden lasse. Die folgende Deutung der Stammmischung senex senis wird nun zwar immer nur eine Hypothese bleiben, weil es sich um einen Vorgang handelt, der einer vorgeschichtlichen Vergangenheit angehört, und unsere Hypothese wird manchem vielleicht auch recht kühn erscheinen. Aber sie entbehrt, denke ich, nicht der inneren Wahrscheinlichkeit.

Auch senex erkläre ich durch das Oppositum iuvenis. Der Nom. Sing. iuvenis war, wenn auch eine andere Gestaltung dieses Kasus als diese nicht überliefert ist, verhältnismäßig jung, und zwar war er Ersatz für * iuvo

ai. yrívū, vgl. carn-i-s für caro, can-i-s, nāv-i-s, bov-i-s für bös, su-i-s für sūs u. dgl. In der Zeit, da die Umgestaltung von *seno-s nach dem Vorbild der Kasus von iuven- iun- begonnen hatte, war *iuvo nach am Leben. Nach dem Muster dieser Nominativform aber hätte sich als Nominativus zu Gen. sen-is etc. nur ein *so ergeben können, ein etwas unheimliches Gebilde, unheimlich darun, weil es sonst im Lateinischen keinen Nom. auf -7 gab, der einer Wurzelsilbe entbehrte; mit diesem *sö hätte man die beim Gen. Plur. begonnene flexivische Umkleidung des Wortes gewissermaßen ad absurdum geführt. In solchen durch sich fortpflanzende Analogiewirkung geschaffenen Notlagen weiß sich die Sprache immer irgendwie zu helfen und sich zu angemessenen Verhältnissen durchzuarbeiten. In unserm Fall bot sich die Form senex als brauchbarer Ersatz dar. Die Kasus des Stammes senec- waren damals noch in vollem Kampf ums Dasein mit den Kasus des gleichbedeutenden Stammes sen- In der Hauptsache siegte das durch iuven- gestützte sen-, und auch der Nom. senex hätte schließlich den Schauplatz verlassen, wenn *als Gegenpart von *iuvö angängig gewesen wäre. So aber war senex aus seiner Position nicht zu verdrängen. Als später im iuven-Paradigma * iuvo der Neubildung iuvenis erlag, hatte sich das Kasussystem senex senis etc. bereits befestigt, und so hatte für dieses System der Übergang von * iuvā zu iuvenis keine Folgen mehr. Es gilt ja nicht nur der Satz: Andere Zeiten, andere Lautgesetze, sondern auch: Andere Zeiten, andere Arten und andere Stärke der Ausgleichungstendenzen. Etlichen Anhalt hatte der Nom. senex übrigens immer noch außerhalb seines Paradigmas an senectės, senecta, senectūs, senecio.

Aber nicht nur * seno- ist unter die Einwirkung von iuvengeraten, sondern auch der Stamm senec-. Von den beiden Formenpaaren senecta : iuventa und senectūs : iuventūs war nämlich nur je die zweite Form aus

aus voritalischer Zeit

Zeit überkommen. iuventa ist das got. junda „Jugend“ urgerm. * iuuundó, uridg. * juun-, iuventūs das ir. õitiu (Dat. õitid) „Jugend“ aus uririschem *[iJouintū[t]-s, uridg. St. *iuun-tūt(0)- Für die erst auf römischem Boden geschaffenen senecta, senectūs aber können nur iuventa, iuventās das Vorbild gewesen sein. *)

Soweit hat bei den Angleichungsvorgängen, die sich zwischen senex und iuvenis abgespielt haben, iuvenis die Rolle des Führenden und Gebenden gehabt. Aber in einer Beziehung sicher, vielleicht in zwei Beziehungen, hat auch senex auf iuvenis formal hinübergewirkt.

Sicher war das e von iuvenis, iuvenālis, iuvenīlis, iurenor, iuvenēsco dem e der ersten Silbe von senex senis nachgesprochen. Nach dem Lautgesetz nämlich, dessen Wirksamkeit aus vielen Dutzenden von Wörtern, wie sanguin-is (aus älterem * sanguen-es) sanguineus sanguināre, unguin-is, nòmin-is, fēmina, zu erkennen ist, wäre bei ungestörter Entwickelung ein urlat. * iuvenis zu *iuvinis geworden. Zur Erklärung des e des historischen iuvenis beruft man sich auf die Formen iuventa, iuventas, iuventùs, die regelrecht e in geschlossener Silbe hatten, als seien sie mit ihrem e für iuvenis etc. vorbildlich gewesen (Stolz, Histor. Gramm. 1, 134). Aber warum unguinis unguinosus trotz unguentum und auch trotz unguen, seminis seminālis semināre trotz sëmentis und

*) Eine Umbildung von iuventa war iuventās, nach der Art von honestās, venustās, aestās etc. Bei Varro Sat. Men. p. 229, 6 Riese liest Bücheler (Petron. Sat.4 p. 221) mit cod. Guelferb. iuvenitas für iuvenilitas. iuvenitās wäre direkt von iuvenis aus geschaffen nach der Weise von virginitās, libidinitās, capācitās, hērēditās etc.

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