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Aesch. Prom. 545 άχωρις χάρις. 904 απόλεμος όδε γ' ο πόλεμος, άπορα πόριμος. Ag. 1142 νόμον άνομον. Εum. 1033 Νυκτός παϊδες άπαιδες. Ρers. 680 εξέφθινται τρίσκαλμοι νέες αναες αναες. Soph. Αi. 665 εχθρών άδωραδώρα. Οed. R. 1214 άγαμον γάμον (ebenso Eur. Hel. 690, dagegen Phoen. 1047 youovs dvoyćuovs). Philoct. 847 ύπνος άυπνος. Electr. 1154 μήτηρ αμήτωρ. Εurip. Hecub. 612 νύμφην τ' άνυμφον παρθένον τ' απάρθενον. Phoen. 1306 πότμος άποτμος. 1757 χάριν αχάριτον. Ηel. 363 έργάνεργα κ. α. Solchen Oxymora scheint die 'insepulta sepultura' nachgebildet; freilich sehr schlecht, aber das Lateinische hat eben nicht die leichten Mittel der Wortbildung wie das Griechische, das einfach das a privativum vor ein Subst. setzt, um es zu einem negativen Adj. zu machen: so ist 'insepulta sepultura' nicht, was es sein soll, eine „Bestattung, die eigentlich keine solche ist“, sondern eine „Bestattung, die nicht vollzogen worden ist.“ Der gleiche Unstern waltete über der Nachbildung von yếuos üyauos durch einen unbekannten Tragiker (Ribbeck frgg. tragicor., unter den incerta incertorum nr. 80; nach Welcker aus der Iliona des Pacuvius): 'Helenam Paris innuptis iunxit nuptiis. Das ist keine „Unglücksheirat“, sondern eine „nicht vollzogene“. Besser ist da schon das damnum indemne bei Sidon. epist. 4, 16, 2*), von einem literarischen Plagiat, das an dem Verfasser begangen ist, das ihm aber Vergnügen macht; 'neque enim', wie er erklärt 'quod tuo accessit usui, decessit hoc nostrae proprietati aut ad incrementa scientiae vestrae per detrimenta venistis alienae. **)

Eine andre, jedenfalls auch dem Griechischen nachgebildete
Form der Contradictio in adiecto finden wir bei Catull 64, 83.
Von der Fahrt des Theseus nach Kreta wird gesagt:

Ipse suom Theseus pro caris corpus Athenis
Proicere optavit potius quam talia Cretam

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Funera Cecropiae nec funera portarentur. Funera nec funera' sind die als Tribut für den Minotaurus ent

*) Quodammodo damnum indemne toleravi.

**) Nicht eigentlich hierher gehört Enn. ann. 203 'quo vobis mentes, rectae quae stare solebant antehac, dementes sese flexere viai?' da sowohl die weite Trennung von Substantiv und Adjektiv, wie die besondere Bedeutungsentwicklung des letzteren kein Oxymoron fühlen lassen. Ein richtiges Oxymoron dagegen (nicht 'in adiecto' allerdings) ist Plin. epist. 2, 12,5 in quo (publico consilio) nihil est tam inaequale quam aequalitas ipsa; ähnlich 9, 5, 3. Vgl. auch epist. 1, 10, 9 litteras illitteratissimas.

sandten Jünglinge und Mädchen. Ein „nicht sehr glückliches“ Oxymoron, sagt Riese gewiß mit Recht, der übrigens die recht gekünstelte Erklärung gibt: „ein Zug zum Grabe, ja nicht einmal dahin, sondern gar zu einem Tod ohne Bestattung“; die einfache Erklärung scheint mir zu sein ,,lebende Leichen" Leichen insofern, als die Opfer mit jeder Lebenshoffnung schon abgeschlossen haben.*) Äußerlich mit unserer Stelle verwandt, aber doch anders gemeint scheint Carm, epigr. 428, 6 raptus ... iaceo ... cui Proculus cognomen erat, nunc umbra nec umbra subter' humum positus mortis tegor ecce sepulcro.

Ein Kapitel für sich sind die Oxymora, die nicht vom gleichen Wortstamm, sondern aus begrifflichen Opposita gebildet werden, wie bei Horaz strenua inertia (epist. 1, 11, 28) oder insaniens sapientia (carm. 1, 34, 2). Sie werden nicht als so hart empfunden wie die obige Gruppe. Denn dort stellt sich die Negation durch das gleiche Wort zunächst als unüberbrückbarer Widerspruch dar.

Dieser Widerspruch löst sich natürlich semasiologisch: beim Oxymoron wird mit den verschiedenen Bedeutungen eines Wortes gespielt; gewöhnlich wird die sog. prägnante oder gesteigerte Wortbedeutung der usuellen gegenübergestellt: also uýtno đuýtwo, von Klytämestra gesagt, ist eine Mutter zwar im physischen und juristischen, nicht aber im höheren, ethischen Sinn; ebenso erklärt sich der yếuos žyquos von Oedipus und Jokaste; 80 Ünvos Cuevos, der Krankenschlaf (im Philoktet), der kein „wahrer Schlaf ist, da die Sinne wach bleiben Távtav Ểv vorm ευδρακής ύπνος άυπνος λεύσσειν). Und so weiter. So ist auch das Oxymoron 'populus non popularis' zu erklären. Popularis ist ursprünglich der, welcher zum populus gehört, dann der, welcher sich zum populus hält, also seine Partei ergreift, es gut mit ihm meint: also populus non popularis das Volk, das sich auf sein eigenstes Interesse nicht versteht.

Ob auch in fatalis casus Cic. Phil. 6, 19 eine Art Oxymoron steckt? Der Ausdruck ist von der Tyrannis Caesars gebraucht, und die Stelle lautet: Fuit aliquis fatalis casus, ut ita dicam,

*) So auch Isocr. Ηel. 27 πενθουμένους έτι ζώντας.

Etwas anderes ist es, wenn bei Ovid (ars 2, 93) von dem seines Sohnes beraubten Dädalus gesagt wird: At pater infelix nec iam pater 'Icare' clamat (ebenso met. 8, 231). Zu Catull. vgl. noch Manil. 5, 548 sine funere funus.

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quem tulimus, quoquo modo ferendus fuit; nunc si quis erit, erit voluntarius. Casus und fatum sind jedenfalls bisweilen strikte Gegensatzbegriffe, so daß die Verbindung beider als Contradictio in adiecto aufgefaßt werden kann. Das Fatum definiert Cicero div. 1, 125 fatum id appello quod Graeci Elucou évnv, id est ordinem seriemque causarum, cum causae causa nexa rem ex se gignat. Und 1, 126 ut fatuin sit non id quod superstitiose, sed id quod physice dicitur causa aeterna rerum, cur et ea, quae praeterierunt, facta sint, et quae instant, fiant, et quae sequuntur, futura sint.' Ähnliches in dem Fragm. aus der Schrift 'de fato' bei Serv. Aen. 3, 376; vgl. auch top. 59. Dem gegenüber steht die Definition von casus, div. 2, 15: Quid est ... aliud fors, quid fortuna, quid casus, quid eventus, nisi cum sic aliquid cecidit, sic evenit, ut vel aliter cadere atque evenire potuerit? Casus hat die Freiheit des Geschehens zur Voraussetzung, während mit fatum der Begriff der necessitas verbunden ist. Necessitas ist Synonym zu fatum; das nähere Verhältnis beider Begriffe zu einander, das Cicero selbst einiges Kopfzerbrechen machte (vgl. die Schrift de fato), braucht hier nicht erörtert zu werden. Beide Wörter werden gerne miteinander verbunden: fat. 21 necessitatem et fatum confirmari putat (Epicurus), 28 fatum aut necessitas. 38 ea non esse nexa causis aeternis et a fati necessitate esse libera (anders ist 20: fati necessitatem confirmant). 39 omnia ita fato fieri, ut id fatum vim necessitatis adferat. 39 u. ff. nat. deor. 1,55 fatalis necessitas ... εiucquévn. Tim. 43. Daher wird denn die necessitas vollständiger Wechselbegriff von fatum, wie man aus der Gegenüberstellung der Äußerungen über die drei möglichen Ursachen des Welt werdens bei Cic. und Sen. sieht: Cic. nat. deor. 2, 88 casune ipse (mundus) sit effectus aut necessitate aliqua an ratione ac mente divina. Sen. epist. 16,5 sive nos inexorabili lege fata constringunt sive arbiter deus universi cuncta disponit, sive casus res humanas sine ordine impellit et iactat.*) Und so können auch fatum und casus sich direkt gegenübergestellt werden, fat. 6 si fato omnino nullum nomen, nulla natura, nulla vis esset et forte, temere, casu aut pleraque fierent aut omnia etc.

Daher möchte man annehmen, daß Cicero den Gegensatz zwischen fatum und casus durchfühlte, als er die Verbindung

*) Dieselbe Dreiteilung liegt zugrunde bei Paul. Nol. epist. 16, 10 wenn er von den 'nominibus vacuis casuum atque fatorum' spricht, denn für ihn kam nur der dritte Faktor, die Gottheit, als causa mundi in Frage.

beider entschuldigte. Nicht dagegen spricht, daß er diese Verbindung bei einer nochmaligen Verwendung ohne weiteres einführt, 10,19 cum illum necessarium et fatalem casum non tulerimus, hunc feremus voluntarium? Mit illum weist er augenscheinlich auf den früher gebrauchten Ausdruck zurück, ähnlich wie fin. 2, 19 mit 'illa indolentia' auf das 2, 11 geschaffene Wort (vgl. auch S. 462).*) Aber andere Gründe lassen es doch wieder als zweifelhaft erscheinen, ob Cicero ein Oxymoron mildern wollte. Denn einmal brauchte die Verbindung gar nicht als solches empfunden werden, da casus so gut wie den „Zufall“ auch den „Unglücksfall“, das „Unglück“ bedeuten kann, ein Gebrauch, der augenscheinlich aus der Grundbedeutung von casus, der „Fall“, ,,Sturz“ direkt hergeleitet und nicht erst durch Spezialisierung aus dem allgemeinen Begriff des „Zufälligen“ hervorgegangen ist. Jedenfalls finden wir diesen Begriff gar nicht enthalten in Beispielen wie Verr. 6, 113 sese ... leviorem suum casum fingere (der zum Tod verurteilte Furius). Sest. 29 casum amici reique publicae lugentem (33). 53 cum meum illum casum tam horribilem, tam gravem, tam repentinum homines ... lugerent. 60. 123 und öfter. Daher konnte man dann sehr gut von einem 'casus fatalis', d. h. von einem „durch das Schicksal herbeigeführten Unglück“ sprechen, ohne eine Entschuldigung für den Ausdruck zu brauchen. **) Ein weiterer Umstand kommt hinzu, der es zweifelhaft macht, ob Cicero ein Oxymoron fühlte und entschuldigte: 'fatum' und 'fatalis' kommen auch in anderen Verbindungen auffallend häufig mit Zusätzen vor, die dem 'ut ita dicam' funktionsverwandt sind, z. B. p. red. 2, 19 quasi aliqua fatali necessitate. Ligar. 17 fatalis quaedam calamitas. Brut. 250 quasi fatali morbo. epist. 12, 2, 3 Cotta ... fatali quadam desperatione, ut ait, minus in senatum

15, 13, 2 fato nescio quo contigisse arbitror, ut. 15,15, 2 illo quasi quodam fatali proelio facto. Und auch die Korrespondenten Ciceros drücken sich so aus: Vatinius epist. 5, 9, 1 si ... fato nescio quo accidit. Galba epist. 10, 30, 3 nescio quo fato sum servatus. Lentulus epist. 12, 4, 5 tamquam aliquo fato ...

magistratum gerunt. Cassius 12, 13, 1 fatale nescio quid tuae virtuti datum. Welchen Zweck hier die 'quasi' 'quidam' 'nescio quis' haben, ist einleuchtend genug: sie kennzeichnen die vorsichtige Zurückhaltung der Sprecher bei ihren Behauptungen über ein Einwirken*) jener unfaßbaren Macht, jenes dunkeln Etwas, von dem der Mensch im einzelnen Fall nicht zu behaupten wagt, ob es seine Hand wirklich im Spiel gehabt hat. Und so ist es nicht unwahrscheinlich, daß auch unser Fall sich mit ut ita dicam in diese Reihe stellt. .

nunc

*) Mit casus fatalis ist zu vergleichen die fortuna fatalis, die Sest. 17 mit dem vorsichtigen 'quaedam' eingeführt wird.

**) Casus in dieser Bedeutung und fatum werden denn auch zu vollständigen Synonymen: beide bezeichnen den Tod (vgl. zu casus Thes. III 577, 43 sqq.; zu fatum bes. die Grabschriften).

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Für eine Würdigung des Redners und Stilisten Cicero fehlt, nach Nordens Urteil (Kunstprosa I 212), heutzutage noch so gut wie alles: ein kleiner Beitrag zu dieser großen ungelösten Aufgabe möchten die vorstehenden Ausführungen sein.

*) Man beobachte die Häufigkeit des Abl. instr. in den angeführten Beispielen!

München.

Oskar Hey.

Zur Assimilation von ct.

(Vgl. Archiv XV 275/6.)

Zu den Beispielen des vor t ausgefallenen, d. b. assimilierten c, die ich zur Stütze meiner Etymologie von actutum a. a. 0. vorgebracht, tritt ein neues, belegt durch zwei Brescianer Inschriften. Corpus V 4504 heißt es: C. Cominio Successori lanari coatores d. p. s. Diese lanari coator(es) kehren wieder in Nr. 4505. Mommsen bemerkt zu den Stellen: coator' debuit esse 'coactor' et pertinet ad barbarismos tales, qualis est 'autor pro auctore’; sed plane mirum est eum barbarismum offendi in monumentis saeculi primi aut certe secundi. Wir wundern uns nicht mehr, dieser Erscheinung schon im ersten Jahrhundert zu begegnen; wir werden auch auf Grund unsrer obigen Beispiele nicht mehr von einem Barbarismus sprechen, sondern von einem Vulgarismus.

München.

0. Hey.

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