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TITI LIVI

AB URBE CONDITA

LIBRI.

ERKLAERT

VON

W. WEISSENBORN.

ERSTER BAND. ERSTES HEFT.

BUCH I.

SIEBENTE AUFLAGE.

BESORGT VON

H. J. MÜLLER.

BERLIN,
WEIDMANNSCHE BUCHHANDLUNG.

1879.

HARVARD UYERCITY CLASSICAL DEDART M FIT FEM THTLIBRARY OF HERG AT VIKMYTH

APiul i5, 10:51

1

VORWORT.

Der Aufforderung des Herrn Verlegers, die Liviusausgabe Weissenborns in meine Obhut zu nehmen, bin ich gern und willig gefolgt. Es schien mir ehrenvoll, eine Arbeit weiterzuführen, die sich in weiten Kreisen so grosser Anerkennung erfreut; auch glaubte ich allerlei Bedenken, welche ich zunächst hegte, unterdrücken zu sollen, da Weissenborn selbst es in einem seiner letzten Briefe mir nahe gelegt hatte, die späteren Auflagen seines Werkes zu bearbeiten. Ich verhehle mir keineswegs, wie schwierig die Aufgabe ist, die ich zu übernehmen im Begriffe stehe; Lust und Liebe zur Sache werden mir aber, so hoffe ich, den Pfad ebnen, und Zeit und Mühe soll nicht gespart werden, um die verdienstvolle Ausgabe auf der Höhe der Wissenschaft und des Namens ihres Verfassers würdig zu erhalten.

Den vorliegenden Commentar zum I. Buche hat Weissenborn noch selbst einer Durchsicht unterworfen; doch ist es ihm nicht vergönnt gewesen, weitere Veränderungen vorzunehmen, als solche, zu denen die Berücksichtigung der neuesten Literatur aufforderte. Diese, meist in Zusätzen bestehend, sind gleichwohl äusserst zahlreich und legen auch ihrerseits ein beredtes Zeugnis dafür ab, mit welcher Gewissenhaftigkeit Weissenborn stets bestrebt gewesen ist, die literarischen Erscheinungen für die Verbesserung oder Vervollständigung seines Commentars zu benutzen. Einiges hatte ich hinzuzufügen, Uebersehenes dagegen nur ganz vereinzelt nacbzutragen. Meine Thätigkeit beschränkte sich hier vorzugsweise darauf, dem Ganzen eine etwas zeitgemässere Gestalt zu verleihen, u. A. von der Zusammenfassung der Paragraphen abzusehen, die Lemmata mehr auszuschreiben und überall in die richtige Reihenfolge zu bringen, den Ausdruck durchgängig etwas präciser zu machen und die Citate theils zu ordnen und zu sichten, theils, was besonders nothwendig war, dieselben zu berichtigen. Zu ändern fand ich in den Erklärungen nicht viel; dagegen wurden manche Noten durch die Ausnahme anderer Lesarten überflüssig, manches schien richtiger entweder in der Einleitung oder im Anhang seinen Platz zu finden. Daher ist einiges ganz fortgeblieben, anderes, wie die auf die Kritik bezüglichen Bemerkungen, in dem Variantenverzeichnis untergebracht worden, auf welches jedesmal mittelst eines Sternchens verwiesen ist. Wäre die der Revision zugemessene Zeit nicht eine so beschränkte gewesen, so hätte sich im Einzelnen gewiss noch manche kleine Verbesserung anbringen lassen, aber es bedurfte schon der Anspannung aller Kraft, um bis zu dem vorgeschriebenen Termin das, was ich mir als Ziel gesetzt hatte, zu erreichen.

Was in der Einleitung, im Text und im Anhang von der früheren Gestalt abweicht, sind Aenderungen von mir. Im Ganzen beziehen sich diese auch hier auf mehr äusserliche Dinge; in der Kritik jedoch habe ich weiter gehen zu müssen geglaubt als Weissenborn, der den Codices gegenüber oft zu ängstlich war und die Ueberlieferung zuweilen in Schutz nahm, wo sich durch Beseitigung blosser Abschreiberversehen der gewöhnliche Sprachgebrauch herstellen liess. Uebrigens hatte Weissenborn, wie mir aus seinen Briefen bekannt war, über einige Stellen inzwischen seine Ansicht geändert (so über 1,3. 5. 17,819,6. 21,4. 22, 6. 25, 1. 26, 7. 35,3. 36,4. 37,2. 39,5. 40,3. 4. 42, 5. 43, 11. 50, 2. 55,7), anderes liess sich auf Grund der Frigell'schen Collationen sicherer beurtheilen als früher. Abgesehen von der Orthographie ist der Text der 7. Auflage von dem der sechsten ausser den eben angeführten Stellen noch an folgenden verschieden: Praef. 13; 1, 8. 3, 3. 7, 1. 13. 14, 7. 9. 17, 1. 21,1. 22,5. 25, 2. 13. 27,5. 29, 3. 6. 30, 2. 31,1. 32, 2. 8. 10. 11. 12. 39, 1. 41,1. 3. 43, 3. 6. 7. 48, 3. 58, 7. 59, 1.

Frigell hat den kritischen Apparat um die Lesarten mehrerer guten Handschriften vermehrt. Hierdurch ist die Entscheidung erschwert, ob man dem Mediceus überall zu folgen und auch dort den Vorzug zu geben hat, wo ihm das übereinstimmende Zeugnis der übrigen Codices gegenübersteht. Dieser von manchen, z. B. von Frigell

, bezweifelte Punkt bedarf noch der Untersuchung; ich habe einstweilen an der bisherigen Observanz festgehalten und demgemäss, schon der Consequenz wegen, im Anfang des Buches mehrfach die Wortfolge geändert; s. 1, 2. 3. 10. 2, 6. 5, 4. 7. 7, 7.

Der Anhang ist durch die Aufnahme der kritischen Notizen Weissenborns, durch eine vermehrte Variantenangabe und durch den Hinweis auf Madvigs an vielen Stellen abweichende Ansicht etwas ausführlicher geworden. Zu dieser Erweiterung hat mich die Erwägung bestimmt, dass eine Ausgabe, wie die vorliegende,

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nicht nur belehren, sondern auch zum Weiterforschen anregen soll, und diesem Zwecke dienen in hohem Masse die Madvigschen Emendationen, wenn man sich denselben auch nicht überall anzuschliessen vermag. Einige Male (Praef. 5; 3,3. 17, 8. 25, 13. 27,8) sind die verzeichneten handschriftlichen Lesarten von denen in der ‘Collatio codicum Livianorum' verschieden; hier hat Herr Prof. Frigell in Upsala mit liebenswürdiger Bereitwilligkeit seine Vergleichungen von Neuem eingesehen und mir so correctere Angaben ermöglicht.

Zum Schluss habe ich mit vielem Danke hervorzuheben, dass mir Herr Prof. Wölfflin in Erlangen bei allen die Kritik betreffenden Fragen mit sachkundigem Rathe zur Seite gestanden und auch sonst mich auf manches aufmerksam gemacht hat, was der Ausgabe zu Gute gekommen ist. Ebenso hat Herr Gymnasialdirector Krüger in Görlitz bei der Durchsicht der Correcturbogen manche dankenswerthe Notiz für den Commentar beigesteuert. Endlich gedenke ich der freundlichen Hülfeleistung meines früheren Schülers Otto Morgenstern, stud. phil. auf hiesiger Universität, welcher die im Commentar befindlichen Citate aus den alten Schriftstellern sämmtlich nachgeschlagen und auf diese Weise viele Ungenauigkeiten in Zahlen und Wörtern beseitigt hat.

Berlin im Mai 1879.

Dr. Hermann Johannes Müller, Oberlehrer am Friedrichs-Werderschen Gymnasium.

Aus dem Vorwort zur fünften Auflage.

Dagegen war mir das Heft des Philologischen Anzeigers, in welchem der Herausgeber seine entschiedene Missbilligung der zu raschen Folge neuer Auflagen ausspricht, .. bekannt; aber im Interesse der Schule habe ich mich nicht entschliessen können, dem dort gegebenen Rathe gemäss die Veränderungen und Erweiterungen der neuen Auflage auf einem oder einigen Bogen besonders drucken zu lassen; es bätte dann entweder die frühere Ausgabe unverändert wiederholt und im Texte auf die als Anhang hinzugefügten Abänderungen verwiesen, oder die letzte

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