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dem Verf. die Studia in Valerium Flaccum von Samuelsson; Commentatio academica. Ups. 1899. Freilich beschränkt er sich auf den Gebrauch der Tempora und Modi, und im Infinitiv und Partizip auf den Infin. historicus und die Bedeutung des Partic. Fut. act. (welche bei futurus und venturus einem Adjektive gleichkommt), während die Syntaxis casuum fehlt. Aber wenn man alle gleichgearteten Sätze und Ausdrücke zusammenstellt, ergeben sich immer nützliche Beobachtungen, welche man für die Kritik verwerten kann, S. 119–140, z. B. über die Messung Porsěna, etr. Porsna, griech. auch Пlooσivas, oder das Fehlen von etsi, dummodo. Wie sich die Sprache des Silius zu der der andern Dichter verhält, geht aus der Schrift nicht hervor, außer in den Verweisungen auf Valerius Flaccus; in der Regel wird auf Dräger Bezug genommen, der uns freilich keine Autorität sein darf.

Alexander Souter: A study of Ambrosiaster. (Texts and Studies vol. VIII. nr. 4.) Cambridge 1905. Cambridge 1905. 267 S. 8°.

Erst nach dem Erscheinen der Wiener Ausgabe, für welche S. die Quaestiones veteris et novi testamenti, der Jesuit Brewer die Pauluskommentare übernommen hat, wird eine abschließende Studie über die Sprache des A. möglich sein. Vorläufigen Ersatz bietet S.'s Buch in seinem dritten Kapitel. Auf ein paar interessante Ergebnisse sei hingewiesen.

Einmal begegnet die Verbindung pessima eorum et pergravi causa, sehr häufig, für diese Zeit wenigstens, der innere Genetiv und auf Schritt und Tritt Verkoppelungen synonymer Adjektive. si quo minus = εi dè μń kommt sonst fast nicht vor, hier neunzehnmal. cum quando sechsmal. Am meisten befremden Fälle von Tmesis: de non esse für non deesse an acht Stellen, de non fieri an einer und pseudo enim apostoli an drei.

Der Abschnitt, welcher die „Community of illustrations and allusions" in beiden Werken behandelt, reizt vielleicht einmal jemanden, den A. auf seinen Wert als Quelle für die Kulturgeschichte zu untersuchen. Der Zweck des ersten der zwei Teile des Buches: die Identität des Verfassers der Kommentare und dessen der Quaestiones endgültig zu erhärten, ist erreicht.

Der zweite Teil beschäftigt sich mit den Fragen: Wer ist der Verfasser und Welche Bibelübersetzung hat er benützt? Der Paulustext des A., welcher dem des Cyprian sehr fern, dem des Lucifer sehr nahe steht, wird vielleicht, wie S. hofft, nach Vollendung der Wiener Ausgabe separat vorgelegt. S. unterstützt Morins jetzigen Kandidaten für die Verfasserschaft, den Decimius Hilarianus Hilarius, und nicht dessen früheren, den Juden Isaak. Ref. bleibt mit Schanz letzterem treu.*)

Nach Abfassung dieser Anzeige erfahre ich noch, daß in allerjüngster Zeit Turner und besonders Wittig aus ganz ähnlichen Gründen für Isaak eingetreten sind.

A.s intime Vertrautheit mit allem, was auf Juden und Judentum hinausläuft, kann S. nur erklären durch die in der Luft schwebende Hypothese eines ägyptischen Aufenthalts seines Hilarius, sie paßt aber vortrefflich zu dem Judenchristen Isaak. Und die Hauptstütze von Morins zweiter Vermutung läßt sich auch zugunsten seiner ersten verwenden. Ansehnliche soziale Stellung, genaue Bekanntschaft mit dem ganzen Getriebe des römischen Gerichts-, Staats- und Rangwesens kann und muß vielleicht die Persönlichkeit besessen haben, der es gelang eine sehr erhebliche Rolle zu spielen in dem Streit, ob Damasus oder ob Ursinus der erste Mann von Rom sein solle.

Unerklärlich bleiben bei Morins zweitem Vorschlag die Tatsachen, daß in der Überlieferung sich nicht die mindeste Spur findet, die auf eine literarische Tätigkeit jenes hohen Beamten schließen läßt, und daß Hieronymus, der doch freundschaftliche Beziehungen zur Familie des Decimius Hilarius hatte, vollkommen über den letzten und bedeutendsten vor dem seinigen erschienenen Pauluskommentar schweigt. Steht aber Isaak, der spätere Apostat, der Gegner von Hieronymus' Gönner Damasus, hinter der größten exegetischen Leistung, welche das Abendland vor dem 16. Jahrhundert hervorgebracht hat, so ist es begreiflich, daß Hieronymus, der gute Hasser und Neider, die Methode des Totschweigens befolgte. Alle Versuche, irgend einen Hilarius als Verfasser ausfindig zu machen, stützen sich darauf, daß ja doch von Augustin (Contra duas epistolas Pelagianorum 4, 4, 7) eine Stelle des Ambrosiaster dem sanctus Hilarius zugeschrieben wird. Augustin dachte dabei natürlich an den alle anderen Hilarii durch seinen Ruhm überstrahlenden Bischof von Poitiers ebenso wie wir, wenn wir ohne weiteren Zusatz Seneca nennen, den Philosophen meinen und nicht den Rhetor. Nehmen wir nun aber an, daß der Pauluskommentar von dem Juden Isaak stammt und daß dafür gewichtige Gründe sprechen, hat Morin durch seinen ersten Aufsatz bewiesen, durch seinen zweiten nicht bloß meiner Meinung nach nicht widerlegt, so läßt sich wohl verstehen, wie Isaaks Werk und der Name Hilarius zusammenkamen. Der Name Hilarius verdeckt und verrät zugleich den wahren Verfasser. Isaak bedeutet ,,Lachen, Freude" (Hier. nom. hebr. p. 7, 15 u. p. 61, 26 Lagarde: Isaac risus vel gaudium) und Hilarius hängt zusammen mit hilaris freudig. Hilarius ist eine lateinische Übersetzung des Namens Isaak. Freunden des Werks mag diese Bedeutungsähnlichkeit den Gedanken, der Umstand, daß Hilarius von Poitiers wirklich Kommentare zu Paulusbriefen geschrieben hatte (Schanz, G. d. r. L. IV 1 p. 261), den Mut eingegeben haben, das wertvolle literarische Erzeugnis des wieder abgefallenen Judenchristen gerade durch diesen Schild vor dem Untergang zu bewahren.

München, den 12. März 1906.

F. X. Burger.

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Zur lateinischen Syntax. Von Fr. Skutsch

Aus dem kaiserlichen Kanzleistil. Von Oskar Hey
Fatidicus. Von E. W.

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Zum Thesaurus glossarum emendatarum. Von Mich. Pokrowskij
Zur lateinischen Orthographie (ei für i). Von E. Lommatzsch.
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Simpuvium-simpulum. Von A. Brinkmann

Von Edmund Hauler

Miscellen.

Hercules. 5. declin. Von W. M. Lindsay
Persona. Von Franz Skutsch
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Literatur 1905. 1906.

Lexikographie. Stilistik. Sprachgebrauch..

Für die Leitung verantwortlich:

Prof. Dr. E. von Wölfflin, München, Heßstraße 16,

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Das Archiv erscheint jährlich in 2 Heften, von denen 4 einen Band zum Preise von 14 Mark bilden.

Druck und Verlag von B. G. Teubner in Leipzig, Poststr. 3.

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FÜR LATEINISCHE LEXIKOGRAPHIE

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MIT EINSCHLUSS DES ÄLTEREN MITTELLATEINS

ARCHIV

ALS ERGÄNZUNG ZU DEM

THESAURUS LINGUAE LATINAE

HERAUSGEGEBEN VON

EDUARD VON WÖLFFLIN

ORDENTL. PROFESSOR DER KLASS. PHILOLOGIE AN DER UNIVERSITÄT MÜNCHEN

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