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Ne prímus esset nevel imus quispiam.*)

Dieser Beleg ist evident, und hier tritt das Wort in das helle Licht der Literatur; ne vel getrennt zu drucken hat keinen Sinn. Übrigens fand ich nevel noch bei W. Schmitz, Miscellanea Tironiana S. 8: nevel irascaris (Augustinzitat) und bei Caesar Bell. civ. III 16 im cod. T saec. XI: interea manerent indutiae ... nevel alter alteri noceret.

Aber auch sonst stand, wie Cledonius voraussetzt, die Partikel vel in Enklisis, und wenigstens ein provel konnte ich a. a. O. aus den Digesten nachweisen. Aus Gaius aber notiere ich noch 159 parentum liberorumvel hoc (lies locum f. hoc) und nochmals parentum liberorumvel loco; II 134 ita et nepotemvel neptemve (sic); endlich ebenda III 2 (Text, in der Collatio erhalten; nach den besten Hss.): filius filiavel.

Die Stelle des Cledonius ist hiermit erklärt; im Arvallied aber wird für nevel dieselbe Prosodie wie beim Ausonius anzusetzen sein. In der Horazstelle endlich haben die Schreiber das ihnen geläufige nevel mit Zerstörung des Metrums in den Text gebracht.

phydrio für phrygio.

Diese merkwürdige Schreibung, die sich bei Plautus findet, hat im Griechischen selbst ihre Analogie. In den „Sethianischen Verfluchungstafeln" erscheint ein und dieselbe Gottesanrufung bald als δε Φρυγια, bald als δε Φυδρια, erstere 14mal, letztere 8mal (ed. Wünsch S. 82). Die Identität ist sicher, die Aussprache schwankt; die Stellung des verschiebt sich, während in d übergeht. Daß dabei ein Gott des Feuchten gemeint sei, führt Wünsch a. a. O. aus. So wird nun auch in den Menächmen des Plautus v. 563 für den Goldsticker die rezipierte Lesung phrygionem durch cod. A bestätigt. Statt dessen stand aber in P phydrionem (so B; fridionem CD). Auch hier also das g mit d vertauscht, während das in die zweite Silbe hinüberdrang. Die Verballhornung in P ist demnach gewiß antik und war durch ähnliche Motive beeinflußt. Dazu kommt dann noch die Stelle im Gedicht Aetna 533, die ich Philol. 57 S. 637 f. besprochen. Wird der Steinname diphryges dort richtig hergestellt, so ist auf

*) Ebendaselbst sagt Solon v. 76:

Neque me esse primum verum unum existimo. Das verum unum ist korrupt; ich emendiere:

Neque me esse primum vel secundum existimo.

fällig, daß der Dichter des Aetna von diesem Stein sagt, ihm hafte die Bedeutung des Flüssigen oder Feuchten an (fusilis esse notae). Auch er muß demnach den Wortstamm von dog oder aber von vyoóv herausgehört haben.

alter und adulter.

Ich möchte endlich noch darauf aufmerksam machen, daß sich im cod. Argentoratensis der Briefe Senecas 97, 5 die Schreibung adalterium f. adulterium findet. Da in dem zitierten Brief des Seneca sonst wiederholt adulterium überliefert wird, kann jene Schreibung gewiß auf bloßes Versehen zurückgehen; vielleicht liegt aber doch eine Rekomposition vor, so wie man demedius, obaudire, exquaerere, consacrare, incausare*) und vieles ähnliche liest. Alsdann war sich der Schreiber bewußt, daß adulter Kompositum von alter ist vgl. aduncus zu uncus, eine Tatsache, die am schönsten Plautus Mil. 288 u. 320 verdeutlicht: Atque ego illi aspicio ausculantem Philocomasium cum altero. Vidisse aibas te ausculantem atque amplexantem cum altero. Hier ist alter adulter; vgl. Properz II 9, 2 u. 21, 17. Noch eine Stelle aus Seneca bei F. Bock, Aristoteles Theophrastus Seneca de matrimonio (Leipz. Stud. XIX) S. 55 sei hinzugefügt: .. virgo filia audito sponsi Leosthenis interitu... se interfecit asserens, quamquam intacta esset corpore, tamen si alterum accipere cogeretur, quasi secundum accipere, cum priori mente nupsisset. Die Schwierigkeit dieses Wortlautes ist von Immisch, Rhein. Mus. 54 S. 313 hervorgehoben, und sein Änderungsvorschlag: si alterum accipere cogeretur, quasi adulterum accipere, hat etwas Bestechendes. Vielleicht war also auch dem Seneca der etymologische Zusammenhang von alter und adulter bewußt. Freilich läßt sich das Überlieferte verteidigen und folgendermaßen verstehen: accipere wird von der Ehe selbst gebraucht; secundum aber steht pointiert für duo. Der Sinn ist somit: si alterum accipere cogeretur, se quasi duo esse habituram maritos cum priori mente nupsisset; sie sagte, daß, obschon sie dem Körper nach Jungfrau geblieben, sie doch, wenn ein „Anderer" ihr aufgezwungen würde, damit gleichsam einen zweiten Gatten erhalten würde, da die Vermählung mit dem ersten Verlobten im Geist vollzogen sei und also auch, obschon er tot, im Geist weiterbestehe.

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*) Amm. Marcell. 14, 7, 14.
Marburg i. H.

Th. Birt.

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Zur Enallage adiectivi.

Zu den Beispielen für die Doppel-Enallage, welche O. Hey (Archiv XIV 111 f.) aus Horaz, Vergil und dem Gedicht Aetna angeführt hat, möchte ich noch eines aus Ovid hinzufügen: Ov. am. III 7, 21 heißt es:

Sic flammas aditura pias aeterna sacerdos
Surgit et a caro fratre verenda soror.

Ovid verließ sein Mädchen, ohne sie zu berühren: ,,So erhebt sich die Vestalin, um das ewige Feuer der Göttin aufzusuchen, und die Schwester, die der teure Bruder heilig hält."

pias paẞt sowohl (besser? D. Red.) zu flammas als auch sacerdos, doch aeterna kann sich nur auf flammas beziehen, wie das Adjektiv nach Thes. I 1142 f. Epitheton des Vestafeuers ist; denn es geht nicht an, das Wort aufzufassen als durch ihr ganzes Leben".

Böhm. Leipa.

L. Brichta.

München.

Fraumentum = fragmentum.

Dracont. laud. dei 3, 715 hat Vollmer aus cod. Brux. saec. XII in seiner Ausgabe der Mon. Germ. auct. antiq. mit Recht die Form fraumenta aufgenommen, während der jüngere Codex Vaticanus die Form fragmenta bietet. Im Index verborum verweist er auf Sallust. hist. 3, 54, wo in den Handschriften des Nonius frumentis statt fragmentis überliefert ist. Da indessen frumentis auch aus framentis (= fragmentis) verschrieben sein könnte, so wird es immerhin erwünscht sein, einen sicheren Beleg für fraumenta aus den Acta apostolorum apocrypha von Lipsius (Act. Petri cum Simone, cap. 11, p. 59, 17) beizubringen, wo es heißt: sparge super fraumenta statuae etc. Der Codex Vercellensis, welcher diese Schrift enthält, gehört in das VII. Jahrhundert, der Übersetzer in das V. VI. Jahrhundert, wie Dracontius der Wende des fünften.

Jos. Denk.

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que bei den römischen Hexametrikern (bis etwa 500 n. Chr.).

§ 1. Statistisches.

a. Zahl der durch q verbundenen Wörter.

Das weitaus Gewöhnlichste ist, daß zwei auf einander folgende Wörter durch q-q verbunden werden. Bisweilen kommt es indessen auch vor, daß drei Wörter so mit einander verbunden werden, und zwar geschieht dies am häufigsten bei Ovid, der diese Verbindung 19 mal gebraucht (erst von den Metamorph. an, z. B. 2, 312. 354. 505; tr. 2, 501; ex P. 4, 10, 47 usw.), darunter 16 mal nach der männlichen Penthemimeres, dreimal in den ersten vier, bzw. fünf Versfüßen. Überhaupt ist die erstere Stelle hierfür die gebräuchlichere, außer bei Vergil, der sie garnicht dazu verwendete, da sich bei ihm (A. 5, 826. 6, 483 nach der Trithemimeres; nach dem ersten Fuße E. 6, 32; über die 4 ersten Füße A. 7, 186), wie auch bei einzelnen anderen Dichtern (Ov. m. 4, 10. 12, 460. 13, 293; Grat. 130; Germ. 1, 262; von späteren nur noch bei Aus. epp. 25, 106) nur in den ersten Versstellen dreimaliges q findet. Viermaliges q erscheint bei Ovid einmal (m. 8, 22); in der Weise, daß alle Wörter im Verse dadurch verbunden sind, gestattet es sich nur Vergil an drei Stellen (G. 4, 336; A. 9, 767 Hom. Il. 5, 678. 12, 363), und Ovid hat ihm oder Homer den an zweiter Stelle angeführten Vers (13, 258) entlehnt. Ebenfalls eine Eigentümlichkeit Vergils ist ein doppeltes zweimaliges q in einem Verse, getrennt einmal (A. 6, 683) durch einen zu den vier Substantiven gehörigen Genetiv, das andere Mal (A. 9, 344) durch das alle vier Akkusative regierende Prädikat, von Silius (2, 444) weniger geschickt nachgemacht. Sehr viel häufiger kommt es vor, daß sich an die durch q verbundenen Wörter im folgenden Verse unmittelbar wieder ein Wort mit q anschließt. Zur Eigentümlichkeit ist es aber eigentlich nur bei Ovid geworden, bei dem es sich 58 mal, darunter fünfmal nach

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einem dreifachen q vorher (m. 7, 197. 536. 11, 642. 13, 687. 15, 671) findet, während es bei allen anderen Dichtern zusammen doch nur 57 mal vorkommt, darunter nur bei Germanicus (1, 262) und Valer. II. (1, 691) nach dreimaligem q. Am häufigsten erscheint es bei den Dichtern des ersten Jahrhunderts nach Chr., und zwar 8 mal bei Silius und Statius, 7 mal bei Valer. Fl., 6 mal bei Manil., 5 mal bei Lucan, 4 mal bei Vergil, 2 mal bei German., in der Consol. und bei Mart.; außerdem noch je dreimal bei Claud. Vict. und Dracont., zweimal bei Claudian, und je einmal bei Petronius, Juvenc., de pond., Cyprian und Hilarius. Bedeutend seltener wird zweimal q im folgenden Verse wiederholt, und zwar wiederum am häufigsten bei Ovid (m. 1, 286, 3, 529. 4, 11. 8, 525. 13, 52), sonst nur bei Vergil (G. 3, 344) und Statius (Th. 7, 404 und 6, 835, wo im vorhergehenden Verse dreimal q steht). Nur bei Ovid endlich findet sich im folgenden Verse ein dreimaliges q, so daß im ganzen fünf auf einander folgen (m. 4, 9. 12, 460), und ein viermaliges in der oben angeführten (aus Vergil stammenden) Stelle, so daß, da auch noch im nachfolgenden Verse das erste Wort mit q angeknüpft ist, im ganzen sieben auf einander folgen.

Bisweilen folgt auf das zweite q in demselben Verse unmittelbar ein et, doch findet sich dies häufiger nur bei Vergil (9 mal, G. 1, 164. 352; A. 6, 650. 7, 326. 8, 425. 10, 91. 11, 634. 675. 12, 89) und Statius (7 mal, Th. 3, 196. 4, 595. 668. 7, 314. 9, 354. 10, 275; silv. 2, 6, 67), sonst begegnet es nur bei Ovid (dreimal, m. 1, 193. 7. 265. 8, 307), Ausonius (XVIII, 221. XXXIV, 27), und je einmal bei Horaz (a. p. 73), Gratius (183) und Silius (5, 664). Mit Ausnahme der beiden Stellen bei Horaz, wo et den Schluß des vierten Fußes bildet, und Ausonius (XXXIV, 27), wo es im fünften Fuße steht, kommt es nur in der Mitte vor, so daß et entweder den dritten Fuß schließt oder die männliche Penthemimeres bildet; nur bei Vergil in den Georgicis folgt darauf noch eine kurze Silbe. In allen Fällen soll offenbar dadurch markiert werden, daß die eigentlich gültige Cäsur vor dem zweiten q anzunehmen ist; der Vers des Ausonius ist durchaus unregelmäßig gebaut und steht gänzlich vereinzelt (vgl. unten über die Verschleifung).

Etwas häufiger kommt es vor, daß im folgenden Verse sich unmittelbar ein et an die beiden q anschließt, am häufigsten verhältnismäßig bei Statius (14 mal, Th. 1, 108. 154. 591 usw.), Ovid

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